6. Januar 2016

Ein herber Verlust: Der Tod meines kindles

AAAARRGH! Kennt ihr das, wenn man einfach nur zusammenbrechen und weinen möchte? Und kennt ihr das, wenn das einen gar nicht so offensichtlichen oder überragend wichtigen Grund hat, sondern einen, den andere Menschen gar nicht so sehr nachvollziehen können? Einen, der für einen selbst einen großen Verlust bedeutet, für andere aber mit einem Schulterzucken abgetan wird? Ja? Jaaa?? Wirklich???Wuuhuu!
Na dann kann ich mich bei euch verstanden fühlen! Denn ich spreche nicht etwa von dem Verlust eines lieben Verwandten oder ähnlich Schlimmen, sondern vom Tod meines geliebten kindles! :'(
Ja! Mein armer kleiner kindle wurde in den letzten Tagen von mir zu Grabe getragen und glaubt mir, ich war untröstlich!

Ich hatte einen stinknormalen kindle aus der ersten Generation. Einen von denen, die einfach nur toll waren, kein Licht oder Touch hatten und auch nur schlappe 50€ gekostet haben. Tja...leider gibt es die erste Generation inzwischen gar nicht mehr, aber dazu später.
Oftmals laufe ich mit extrem großen Taschen oder Rucksäcken durch die Gegend, da ich irgendwie immer ziemlich viel Kram dabei habe, ich gebe allerdings zu, dass Bücher da mit reinzählen. Aber mal ehrlich, wenn ich den ganzen Tag von A nach B fahre, brauch ich doch ein Buch für die Straßenbahn, oder nicht?! Genau dafür war der kindle ja so wunderbar. Kein schweres Hardcover, das auch noch in meinen Rucksack hinein musste. Ich fuhr also mal wieder von der Uni zur Arbeit, erledigte noch fix ein paar Einkäufe, presste alles in meinen Rucksack, arbeitete 5 Stunden und lief zurück zur Bahnstation. Ich holte meinen kleinen Süßen heraus und erstarrte! Mitten auf meinem Bildschirm war ein riesiger grauer Streifen.




Dieses Ungetüm von einem Streifen jagte mir nicht nur unglaubliche Angst ein, nein...ich war den Tränen nahe. Und das an einer Haltestelle mit genügend anderen Menschen neben mir. Ich stieg in die Bahn und mein Mund stand wahrscheinlich immer noch extrem weit auf. Aber ich gab die Hoffnung nicht auf. Ich dachte "Hey...mach ihn aus und wieder an und vielleicht ist DIESES RIESIGE DING dann wieder weg?" Gesagt, getan. Aber natürlich wissen die gelehrten ebook-Leser unter uns, dass so ein Bildschirmdefekt nicht einfach weggeht. Ich musste mich den Tatsachen stellen. Denn auch wenn ich versuchte mein Buch weiter zu lesen, indem ich circa jede Sekunde die Schriftgröße wechselte, wusste ich doch, dass mein kindle nicht mehr gesund werden würde :( Ich rief meinen Freund an und warnte ihn schon einmal vor, dass ein Nervenzusammenbruch anstehen könnte, wenn ich zu Haus bin. Außerdem schrieb ich meiner besten Freundin, die zufällig ein Geschwisterchen meines kleinen kindles hat und ließ mich ordentlich bemitleiden. An dieser Stelle muss ich ihr übrigens sehr danken! Mein gerade zu lesendes Buch war aus einer Leserunde, bei der ich mich ja nun mal beteiligen musste. Meine Freundin lieh mir daraufhin gleich am folgenden Tag ihren Reader und ich konnte das Buch beenden. Danke, liebe Elif! Ohne dich wäre ich wohl noch mehr zusammengebrochen. Der Zusammenbruch folgte dann auch tatsächlich, sobald ich die Wohnungstür aufgeschlossen hatte. Mein Freund bemitleidete mich und meinen kindle vom Sofa aus - wozu auch aufstehen?! Er kennt meine Sentimentalität toten Dingen und Sachgegenständen gegenüber zur Genüge (ich gebe Dingen gern Namen) und wusste daher, dass ich wirklich sehr traurig war.

Aber so ging es ja nun einmal nicht weiter. Auch wenn ich mich damals überwinden musste zu den e-book-Lesern zu werden, sah ich doch schnell ein, dass ich wieder einen Reader brauchte! Aber im Ernst...welchen denn? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich hasse die Wischfunktion bei Readern. Ich will doch nicht immer mit der anderen Hand über den Bildschirm wischen oder mit meinen Fettfingern darauf rumtippen. Beim alten kindle gab es da die nette Umblätterfunktion. Insgesamt passierte einfach nichts, wenn man den Bildschirm des alten kindles berührte. ER HATTE KEIN TOUCH,VERDAMMT! Die gibt es aber natürlich nicht mehr. Natürlich nicht....wäre ja auch blöd. Gibt es denn wirklich keine Nachfrage mehr nach ganz einfachen Readern? Muss alles immer gleich so hypermodern sein?

Offensichtlich ja.

Ich wollte mich ehrlich gesagt gar nicht in den Dschungel der Reader begeben und ich mochte meinen kindle immer sehr, weshalb ich mich entschied die Marke beizubehalten. Tja, aber natürlich gab es eine ganze Reihe an Problemen. Da ich gerade mein Weihnachtsgeld überwiesen bekommen hatte, wurde ich ein wenig übermütig und entschied mich für den kindle voyage, statt den paperwhite. Der war doppelt so teuer (,ist das nicht immer so, dass ausgerechnet das, was man sich aussucht teurer als alles andere ist?!), die Rezensionen dazu aber immerhin gut. Und ehrlich...ich habe keine Ahnung von Technik, geschweige denn von den Vorteilen der Marken tolino, kindle, kobo, siemens oder sonst was. Mich hat einfach nur die Umblätterfunktion überzeugt. Denn der Voyage hat an der Stelle, an der früher die UmblätterTASTEN waren UmblätterSENSOREN. Oh ja, das macht die ganze Sache natürlich sehr viel cooler...(NICHT!). Aber immerhin müsste ich mich nicht umgewöhnen - habe ich gedacht. Und da war er dann:


Hübsch sieht er ja aus, wie ich zugeben muss. Er ist allerdings ein gutes Stück dünner als mein alter kindle und irgendwie auch...empfindlicher. Der Bildschirm scheint aus Glas zu sein (,steht zumindest irgendwo) und bis ich herausfand, wie diese Sensoren funktionieren, dauerte es auch ein Weilchen. Generell ist eine ganze Menge anders am Voyage. Das Menü ist nicht mehr so simpel und überhaupt hat alles mehr Schnickschnack. Das einzige, was ich wirklich cool finde ist die Anzeige der verbleibenden Lesezeit im Buch. Mein neues Baby rechnet anhand meiner Geschwindigkeit pro Seite aus, wie lange ich noch für das Buch brauche. Die Prozentzahlen gibt es zusätzlich noch.
Ich muss allerdings sagen, dass sich die Sensoren jetzt auch nicht so sehr lohnen. Ich habe mich beim lesen dann doch ertappt, wie ich das "Wischen" oder auch Tippen anwandt, weil mir das grad zu kompliziert war. Liegt daran, dass der alte kindle dicker war und man ihn so besser in der Hand hatte, als dieser neue Krimskrams. Außerdem muss ich bei jeder anderen Funktion ja auch auf den Bildschrim klicken...hätte ich mal früher drüber nachdenken sollen, was das Wort "touch" wohl alles so meint. Aber manchmal scheint mein Denken etwas eingeschränkt zu funktionieren...


Nichtsdestotrotz beginne ich mit meinem neuen kindle warm zu werden. Die Lichtfunktion hat schon wirklich deutliche Vorteile!
Wenn die beiden Modelle nebeneinander liegen, erkennt man wohl kaum einen Unterschied (, wenn wir uns den grauen Balken mal wegdenken). Dennoch bin ich immer noch in tiefster Trauer...



Da mein Reader allerdings kurz vor Weihnachten getötet wurde, hatte mein Freund noch eine Idee zum Verschenken. Auch hier muss ich sagen, dass ich mit ihm im Buchladen an dem Regal vorbei ging und sehr deutlich machte, WAS ich davon haben wollen würde und was auf keinen Fall, allerdings hat er es geschafft das richtige zu kaufen ;) Naja...er ist halt eigentlich ganz clever. Natürlich ist die Rede von einer Hülle. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich mag diese aufklappbaren Hüllen so gar nicht. Dann kann ich ja gleich einen ganzen Laptop mitnehmen. Ich brauchte also nur eine simple Tasche. 



Auch wenn es irgendwie merkwürdig ist einen kindle in einer tolino-Hülle herumzutragen, erfüllt sie doch ihren Zweck. Denn ich gebe zu, dass auch mein toter kindle einige Gebrauchserscheinungen aufzuweisen hatte (hier ein Fleck, da ein Kratzer...). Ich hoffe, dass sich das nun vermeiden lässt. Ich werde auf jeden Fall vorsichtig sein! Ehrenwort!


Ich bin jedenfalls jetzt wieder eine glückliche Reader-Mama. Allerdings kann man seinem Voyage einen Namen geben und was das angeht, bin ich noch ein bisschen aufgeschmissen. Vielleicht wüsstet ihr ja einen niedlichen Namen für mein neues Baby?

Was haltet ihr im Allgemeinen von Readern? Ist euch so etwas auch schon mal passiert? Und was für Erfahrungen habt ihr mit welchen Marken?


Das war es dann von meiner traurigen Geschichte. Ich hoffe, dass ich demnächst über den Verlust hinwegkommen werde, aber allzu optimistisch bin ich nicht. ;)

Eure Julia

5. Januar 2016

Rezension (2014): "Tintenblut" von Cornelia Funke


Titel: Tintenblut
Autor: Cornelia Funke
Verlag: Oetinger
Preis: 12,00€
Seiten: 736

Lange Zeit habe ich einen Bogen um den zweiten Teil der Tintenwelt-Trilogie in meinem Regal gemacht. Schließlich war der erste Teil – Tintenherz – an sich abgeschlossen und zusätzlich war der Folgeband auch noch ganz schön dick. Es nützte alles nichts: Nach einer längeren Pause wagte ich mich an diese Mission. Und es hat sich gelohnt. „Tintenblut“ hat alles, was auch seinen Vorgänger schon so besonders macht und trotzdem noch so viel mehr.

Inhalt


Meggie sehnt sich nach der Tintenwelt. Auch wenn sie nun mit ihren Eltern und Elionor zusammen lebt, fühlt sie, dass ihr etwas fehlt. Und so macht sie sich gemeinsam mit Farid (,der Staubfinger folgen will) auf, in die besagte Geschichte. Sie will all die Dinge sehen, von denen sie gelesen hat und gerät mitten in die Geschichte hinein. Aber nicht nur sie. Bald schon sind sowohl die Guten, als auch die Bösen tief in der Tintenwelt und suchen nach ihrem eigenen Weg. Den Leser erwarten viele kleine Abenteuer und eine ganz neue Welt.

Meinung


Was mir an „Tintenblut“ besonders gefallen hat, war die Wandlung der Geschichte. Ich sagte oft, dass „Tintenherz“ keinen zweiten Teil nötig gehabt hätte. Aber nun muss ich sagen, dass „Tintenblut“ in jedem Fall einen dritten Band braucht! Auch im zweiten Teil der Trilogie habe ich des Öfteren nach dem Höhepunkt gesucht. So schön diese neue Welt auch ist, die man entdeckt, man fragt sich doch, worauf das Ganze hinaus läuft. Lieber spät als nie: die letzten 200 Seiten sind einfach nur Spannung pur – und man spürt einen Höhepunkt. Jippieh! 
Ziemlich gelungen finde ich auch dieses Mal das Cover. Eigentlich sollte man meinen, unterscheidet es sich kaum vom Vorgänger, aber hey…dieses Grün hat doch viel mehr als das öde Rot. Es ist viel geheimnisvoller und passt ganz wunderbar zum Weglosen Wald.
Auch die Mischung der Charaktere gefiel mir gut. Die Verteilung ist in diesem Buch etwas anders, als bei „Tintenherz“. Es geht öfter um Farid, Fenoglio und vor allem um Staubfinger in seiner eigenen Welt. Cornelia Funke ist auch die Mischung der Kapitel gut gelungen. Es gibt einige Geschichten, die parallel aufgemacht werden, welche sie wirklich gut steuert. Besonders ins Herz geschlossen habe ich nun Staubfinger, denn sein Charakter ist wirklich einzigartig. 
Auch auf die Zitate und Bilder, die wir schon aus dem ersten Teil kennen, müssen wir nicht verzichten. Obwohl es sehr viel Neues gibt, hat sich Altes schließlich bewährt.

Fazit


Ich muss sagen, dass ich in „Tintenblut“ sehr viel tiefer abtauchen konnte, als in „Tintenherz“. Es ist eine so fantasievolle Geschichte, die zum Träumen anregt. In dieser Welt ist einfach alles möglich – manchmal sogar Zauberei. Aber die Geschichte verliert doch nie das, was sie ausmacht: Die Macht der Worte. Wirklich, „Tintenblut“ ist besser als sein Vorgänger. Dieser Roman ist nicht so langatmig, viel leichter und schneller zu lesen und hat einfach das gewisse Etwas. Fünf Spitzenschuhe.




4. Januar 2016

Rezension: "Vom Mondlicht berührt" von Amy Plum


Titel: Vom Mondlicht berührt
Autor: Amy Plum
Verlag: Loewe
Preis: 18,95€
Seiten: 416

Den ersten Teil dieser Reihe habe ich geradezu verschlungen. Vincent und Kate entführten mich in ihre Welt und die Geschichten um die unsterblichen Revenants. Nun wurde es Zeit für den Folgeband: Obwohl die Geschichte anfangs ein wenig vor sich hin trudelt, steht der zweite Teil seinem Vorgänger in nichts nach: Das Gute, das Böse und eine unsterbliche Liebe, die verzweifelt ums Überleben kämpft.

Inhalt


Seit Vincent in Kates Leben getreten ist, hat es sich von Grund auf geändert. Doch wieso kann Vincent nicht einfach ein normaler Junge sein? Nein. Stattdessen ist er ein unsterblicher Revenant, in dessen Natur es liegt, sich immer wieder für das Überleben anderer Menschen zu opfern. Doch wie führt man mit jemandem eine Beziehung, der jeden Monat einmal stirbt und dich selbst überlebt? Kate und Vincent kämpfen mit diesen Problemen und suchen jeder für sich eine Lösung. Kate hat eine heiße Spur, doch dann kehren die Numa zurück und der Kampf zwischen Gut und Böse entflammt erneut.  Kann Vincent Kate weiterhin beschützen?

Meinung


Den Inhalt der Revenants-Reihe kann man eigentlich gar nicht zusammenfassen. Als ich versucht habe meinem Freund zu erklären, worum es geht, hat er nur verständnislos den Kopf geschüttelt... Klingt ja auch ein bisschen abgedreht, wenn man von Untoten spricht, die sich immer wieder opfern. Doch ist man einmal in der Reihe drin, will man gar nicht mehr raus. In „Von den Sternen geküsst“ passiert so einiges. Auch wenn man anfangs den Eindruck hat, als wenn es das übliche Liebesgeschmachte ohne viel Story ist, wird man eines besseren belehrt. Es tauchen noch mehr Revenants auf, als im ersten Band und man lernt mehr über die Nebenfiguren. Vor allem das grandiose Finale hat mich restlos begeistert und wartend zurückgelassen. 
Auch wenn ich nicht der größte Fan von der naiven Kate bin, können mich die Charaktere im Gros überzeugen. Vincent ist sowieso ein Traumtyp und auch seine Freunde sind nicht zu verachten. Im zweiten Teil taucht man noch tiefer in die Geschichte der Revenants ein und lernt noch einige andere kennen. Die Geschichte geht in eins über und knüpft nahtlos an.

Der Schreibstil ist mehr als flüssig und absolut angemessen. Man kommt schnell voran und hat auch Lust weiterzulesen. Auch das filigrane Cover und die niedlichen Zeichnungen am Kapitelanfang lassen sich im zweiten Band finden.

Fazit


Alles in allem ein tolles Buch, das vor allem durch sein Ende überzeugt. Ich habe die große Wende nicht hervorsehen können, wurde überrascht und letztendlich überzeugt. Ich warte gespannt auf das Ende der Revenant-Reihe und zittere mit Kate und Vincent. Vier sehr verdiente Spitzenschuhe von mir.





2. Januar 2016

Mein Jahresrückblick 2015



Hey hey ihr Lieben!

Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell, seit man so erwachsen ist. Aber kaum zu glauben: 2015 ist bereits vorüber! Und wie ihr sicher schon auf sehr vielen Blogs mitbekommen habt, wird es Zeit für einen Jahresrückblick :) Ich gehöre noch nicht sonderlich lang zur Blogger-Community und daher dachte ich mir, dass ein Jahresrückblick vielleicht ganz sinnvoll wäre. Schließlich konnte man von mir und meinem Jahr noch nicht so viel mitbekommen. Also jetzt hier ein paar Jahresstatements:

Ich habe 2015 so viele Bücher gelesen, wie noch nie zuvor!

Gelesene Bücher: 86

Gern hätte ich euch auch eine Angabe der insgesamt gelesenen Seiten gegeben. Allerdings war das recht schwierig. Ich habe tatsächlich jede Seitenangabe bei Amazon herausgesucht und in den Taschenrechner eingegeben, allerdings bin ich kurz vor Ende natürlich auf die "Löschen-Taste" gekommen. Tja...jippieh :D Da hab ich mich jetzt eine kleine Weile drüber aufgeregt. Egal. Es waren so einige. Argh... 

Ich habe in den verschiedensten Jahresrückblicken gelesen, dass es für viele Blogger ein sehr emotionales Jahr war. Emotionen können gut und schlecht sein und ich bin mir sicher, dass ihr alle sowohl schöne als auch schlechte Dinge im Jahr 2015 erlebt habt. Als ich mein Jahr Revue passieren ließ, fiel mir auf, dass eigentlich recht wenig passiert ist. Klingt deprimierend, ist es aber eigentlich gar nicht. 2015 gab es für mich nicht viele Veränderungen. Aber was soll sich auch großartig ändern? 2014 war für mich ein heftiges Jahr (Umzug, Bachelor, Nebenjob...), aber 2015 schien alles in seinen gewohnten Bahnen zu laufen. Sicher...ich habe viele neue und tolle Erfahrungen gemacht und Menschen kennen gelernt. So hab ich beispielsweise meine erste Tennis-Punktspielsaison mit meinen Mädels gespielt, ich habe mein Praxissemester (ein halbes Jahr Praktikum an einer Schule samt unterrichten) absolviert, meine Uni-Prüfungen gemeistert, ich verreiste vier (!) Mal und trainiere immer noch meine wunderbaren Hip Hop Gruppen. Nein...ich war auf keiner Buchmesse und nein...ich habe auch nicht über 100 Bücher gelesen, aber dennoch geht für mich ein sehr schönes Jahr zu Ende. Ich kann mich also wirklich nicht beschweren. Ich hoffe, dass es vielen von euch auch so ergeht! Allerdings bin ich mir sicher, dass 2016 eine härtere Nuss wird. Ein paar schwerwiegende Verluste sind in meinem engsten Umfeld abzusehen. Ich werde außerdem meinen Master machen müssen (NEEEEEIIIN!!! WARUM JETZT SCHON????) und wer weiß, was sonst noch so passiert?

Nun aber genug zu meinem privaten Geschwafel! ;) Wie ich vielleicht schon erwähnt habe, war ich aus einem buchigen Blickwinkel in diesem Jahr mehr als erfolgreich. Mein Leseziel lag bei 60 Büchern und das habe ich ziemlich deutlich überboten. Ich bin ein ziemlich altmodischer Mensch, weshalb ich meine Leselisten immer in meinem kleinen süßen Notizbüchlein führe. Als ich meine Titel zusammenzählte, war ich mehr als geschockt, dass es doch so viele wurden. Hach...ist aber doch schön, wenn man sich selbst auch mal überrascht ;) Ich habe so unglaublich viele schöne Bücher gelesen, aber ich gebe zu, dass sich nicht ganz so viele die Höchstpunktzahl ergattern konnten. Oftmals vergab ich vier oder drei Sterne/Spitzenschuhe (oder was auch immer) und seitdem ich blogge, bin ich dann doch etwas geizig geworden. Beginnen wir mal bei den Büchern, die mich enttäuscht haben. Es gab einige, bei denen ich zwischen zwei und drei Sternen/Spitzenschuhen schwankte, mich aber im Nachhinein immer für das Bessere entschied. Hier die, die allerdings einen schwachen Eindruck hinterließen:
  




Zwei Bücher aus meiner Uni-Lektüreliste haben es hierher geschafft. Herzlichen Glückwunsch!!! :D 
Wohl eines der schwächsten Bücher, das ich jemals gelesen habe, ist "Die helle Kammer" von Roland Barthes. Lasst einfach die Finger davon, wenn ihr nicht gerade Fotografie studiert. Außerdem "Niederungen", was wenig überraschend ist. Ich bin gespannt, wie meine mündliche Prüfung zu "Hertha Müller" im Februar laufen wird :D Ich hoffe nicht allzu schlecht.
Verdient sind auf dieser Liste auch die Kühlschranklektüre (sorry, der Titel ist mir gerade echt zu lang!) und "Aschenputtels letzter Tanz". Ersteres extrem langweilig, sinnlos und anstrengend und zweiteres einfach nur dämlich. Und dann die beiden, bei denen ich ernsthaft überlegen musste, ob man sie als Flop bezeichnen kann. "Night School - Der den Zweifel sät" hat mich heftigst enttäuscht. Ich habe ihn hier aber eher aufgeführt, weil mich die ganze Reihe etwas irritiert hat. In diesem Teil passiert gefühlt gar nichts, daher die nette Erwähnung. Und für "Winnetou 1" tut es mir ehrlich leid, dass es hier gelandet ist. Ich fand das Buch sehr faszinierend! Aber auf der anderen Seite ist es einfach nur langatmig und sehr anstrengend. Ganz anders als die Filme (glaubt mir, laut Karl May gibt es keinen perfekteren Mann als Old Shatterhand) und weniger spektakulär. Zwar ganz nett, aber eben...enttäuschend.



 

Drei Bücher möchte ich als "Überraschung" betiteln. Bei diesen wunderbare Schmuckstücken habe ich nicht damit gerechnet, dass sie mich so für sich gewinnen würden. Das war zum einen "That night", ein faszinierendes Buch mit großem Nervenkitzel. Wirklich empfehlenswert. Dann noch "Pakete an Frau Blech", welches ich in einer Leserunde gewonnen hatte. Es geht um ein Stück der DDR Geschichte, wunderbar verpackt in die Zirkuswelt. Für mich einfach nur grandios. Und dann noch die Titans-Reihe von Poppy J. Anderson. Ich fand es einfach ziemlich niedlich und habe absolut nicht damit gerechnet. Zu den Überraschungen zählt es, weil ich die Reihe wirklich gern weiterlesen möchte.




   

   

 

  


Kommen wir zu der schönsten Kategorie, den Highlights :) Ich finde es ein wenig auffällig, dass fast alle Bücher, die ich hier aufgeführt habe, Jugendbücher sind :D Ach, ich bin so durchschaubar...
Die Reihenfolge tut nichts zur Sache. Absolut geflasht hat mich "Wie Sterne so golden" und "Rot wie das Meer" (oh, diese Farbvergleiche scheinen Erfolg gebucht zu haben). Die Luna Chroniken konnten mich mit jedem neuen Band mehr für sich gewinnen und ich fiebere dem Ende entgegen. "Rot wie das Meer" ist für mich ein einzigartiges Buch, das jeder gelesen haben sollte. Ebenso wie "Die alltägliche Physik des Unglücks", welches für mich schon künstlerischen Wert beinhaltet. "Von den Sternen geküsst" war für mich der beste Band der Revenant Trilogie, die ich 2015 für mich entdeckt habe. Die beste Reihe, die ich in diesem Jahr begonnen und beendet habe, ist aber die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier. Unglaublich, wie gut diese Bücher sind! Auch "Selection - die Elite" (und auch "Die Kronprinzessin, aber die konnte ich hier jetzt nicht auch mit rein nehmen) war einfach wunderbar und die Lux-Reihe begeistert mich immer noch. Was soll ich zum Rest noch sagen?! Meine geliebten Klassiker von Agatha Christie und Ian Fleming mussten hier einfach Erwähnung finden, indem ich die besten Bücher der beiden Autoren, die ich im letzten Jahr gelesen habe mit aufgeführt habe. Bleibt noch de
r tolle Abschluss von den "Auserwählten" der brutal und genial, aber auch ziemlich krank war und dann noch zwei besondere Lieblinge. "Azur - Wenn eine Diebin liebt" habe ich erst vor Kurzem gelesen, bin aber von der innovativen Idee noch immer begeistert. Und als letztes: Aaaaaaah..."Herzklopfen auf Französisch" (, übrigens auch "Schmetterlinge im Gepäck") gefiel mir fantastisch. Ich träumte und suchtete...herrlich ;)



Für 2016 habe ich mir nicht sonderlich viel vorgenommen. Ich möchte ordentlicher werden und in meinem letzten Uni-Jahr eine kleine Meisterleistung hinlegen (wird schwer, aber versuchen kann mans ja). Ich will weiterhin viel Sport treiben und meine lieben Menschen so oft wie möglich um mich haben. Ich hätte auch gerne einen kleinen Hundewelpen, ein Minischwein und einen Heiratsantrag...aber das werde ich wohl alles erst in den nächsten Jahren bekommen. Naja..so hat man etwas, auf das man sich freuen kann ;)

Wenn ich über meine Leseleidenschaft im nächsten Jahr so nachdenke, gibt es natürlich ein paar Vorsätze. Ich möchte im Bloggen professioneller werden, vor allem, was meine Bilder betrifft. Ich würde gern ein paar neue Kategorien mitaufnehmen und ich möchte meine Kino-Kategorie ausweiten. Bis zur Jahresmitte habe ich unglaublich viele Filme gesehen, aber im Moment fehlt mir ein wenig die Zeit. Aber das wird schon wieder ;) Außerdem möchte ich in diesem Jahr 75 Bücher schaffen. Mal sehen, ob mir das gelingen wird. Ich würde gern ein paar mehr Autoren kennen lernen und Kontakt zu Verlägen aufnehmen...haha...sollte das erst 2017 klappen, ist das auch okay. 

Ich freue mich übrigens unglaublich, dass ich jetzt schon so liebe Menschen hier kennen gelernt habe und über all eure lieben Kommentare. Jeder Follower zaubert mir mehr als nur ein Grinsen ins Gesicht. Ich folge vielen von euch sehr gern und eure Posts sind einfach nur toll. Ach ist das schön, dass es viele so Verrückte gibt wie mich :) Und hier ist wohl auch nun der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich bei meiner lieben Freundin Elif bedanken kann. Meine Liebe, ohne dich wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen. Und das nicht nur beim Erstellen meines Blogs, sondern auch in vielen endlosen Schulstunden oder Shoppingtouren. Ich bin sehr stolz auf uns und unsere Freundschaft. Danke ♥  Vielleicht schaffen wir es ja wirklich mal auf eine Buchmesse. Aber ich bin auch so für all die schönen Uniseminare mit dir dankbar ( - vor allem, wenn unser Dozent seine Lieblingssocken trägt :D)


Soviel zu meinem persönlichen Jahr 2015. Ich denke ich werde ab jetzt auch mal ein paar Listen über meinen SuB und so weiter führen, aber aktuell bin ich dafür noch nicht weit genug ;) Ansonsten: Drückt mir für die kommenden Prüfungen und Meisterschaften die Daumen und lasst uns gemeinsam ein großartiges Jahr 2016 gestalten!


Was waren eure Jahreshighlights? Hattet ihr auch Flops dabei? Wie war euer Jahr 2015 und was nehmt ihr euch für 2016 vor? :)

Eure Julia




Rezension: "Voll erwischt" von Ellen Sommer


Titel: Voll erwischt
Autor: Ellen Sommer
Verlag: Ellen Sommer Verlag
Preis: 7,96€
Seiten: 256 

Ein schüchternes Mädchen. Eine neue Schule. Ein toller Typ. Eine vorprogrammierte Liebesgeschichte mit vielen Komplikationen! Hinzu kommt noch ein kleiner Touch vom Mystischen und fertig ist der Roman „Voll erwischt“ von Ellen Sommer. Ein leichtes Jugendbuch, das eine wirklich gute Idee samt Grundgerüst hat, das aber leider ein paar zu viele Schwächen für mich aufwies.

Inhalt


Die 17-jährige Lille zieht für ein Jahr zu ihrer Großmutter nach Wuppertal, da ihre Eltern beruflich unterwegs sind. An ihrer neuen Schule läuft alles besser als gedacht, sie schließt Freundschaften und schnell ist sie auch Mitglied des Handballteams. Und dann wäre da noch der süße Chris, auf den sie seit dem ersten Tag ein Auge geworfen hat.  Auch Chris scheint an Lille interessiert zu sein. Doch sein Leben ist alles andere als einfach und seit seinem schweren Motorradunfall ist er nicht mehr derselbe. Dennoch nähern sich die beiden an. Doch Lilles Großmutter ist strikt gegen den Umgang mit Chris. Doch warum? Können Lille und Chris dennoch glücklich werden?

Meinung


„Voll erwischt“ ist ein Roman, der sich mit den Themen jedes Jugendlichen beschäftigt. Ein Großteil der Geschichte spielt in der Schule der Protagonisten, was wohl jeder von uns kennt. Als Leser begleitet man Lille in ihrem Alltag, der mit Schule, Handball, ein paar Jungs und ihrer Großmutter gut gefüllt ist. Im Grunde hat mir das Buch gefallen, aber irgendwie habe ich dann doch ein bisschen viel zu meckern.
Beginnen wir mit den Charakteren. Das Buch ist aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Es gibt die Sicht von Lille, Chris und Sara. Lille nimmt den größten Teil der Geschichte ein. Sie beschreibt sich selbst als „schüchtern“ handelt aber alles andere als dementsprechend. Meiner Meinung nach ist sie sogar ziemlich selbstbewusst und dazu noch hübsch. Okay, sie wird schnell rot, aber da kann sie ja nun einmal wenig für. Sie ist sportlich, jeder Junge dreht sich nach ihr um und sie findet schnell Freunde. Ach…und sie ist intelligent. Also wohl kaum eine kleine graue Maus. Manchmal hat Lille mich ein wenig genervt, da einige ihrer Kommentare etwas eingebildet und oberflächlich waren. Aber vielleicht ist das Geschmackssache. Chris hingegen gefiel mir besser, auch wenn er ein bisschen zwischen Bad-Boay-Image und Softie hin und her schwankt. Er ist ziemlich schnell unsterblich in Lille verliebt und man verfolgt mit, wie sich seine Gedankenwelt mit ihr füllt. Auch er ist sportlich, beliebt und er kann auch noch unglaublich gut zeichnen. 
Vielleicht merkt man, worauf ich hinaus möchte: Diese Jugendlichen sind ein bisschen zu perfekt. Klar, beide haben auch wirklich ernst zu nehmende Probleme, aber mir persönlich wurde das zu wenig beleuchtet. Gut wiederum finde ich, dass die Liebesgeschichte von Chris und Lille im Fokus steht. Ich habe die gemeinsamen Szenen gern gelesen und die Entwicklung ihrer Beziehung war spannend. Ja, auch ich habe wirklich mitgefiebert. Die Chemie zwischen beiden stimmt einfach und es ist doch immer schön, Buchpaaren beim Verlieben zuzusehen! Dennoch: Am Anfang flirten beide ziemlich heftig miteinander und am nächsten Tag sind sie mehr als verliebt. Mir ging das Ganze etwas schnell. Das trifft übrigens auch auf andere Stellen des Buches zu. Vor allem auf das Ende. Aber ich will ja nicht zu viel verraten.
Noch ein paar Worte zu den Nebenfiguren. Sara ist die beste Freundin von Lille an der neuen Schule. Sie ist sehr sympathisch und cool. Mir gefiel sie recht schnell. Sie ist impulsiv und genießt es zu leben, auch wenn sie es mit ihrer Familie nicht leicht hat. In ein paar Kapiteln sind auch Absätze aus Saras Sicht zu lesen. Auch wenn ich die Perspektivwechsel im Allgemeinen gut finde, war Saras einfach überflüssig. Sie sind kurz und irgendwie unpersönlich. Wenn man Chris und Lilles Perspektive liest ist das anders. Man lernt beide anders kennen und die detaillierte Sicht liefert tolle Einblicke. Die anderen Nebenfiguren sind gut. Da wären die Handballmannschaften samt Trainer und die Klassenkameraden. Lilles Großmutter war anders, als ich es erwartet hatte. Mit ihr kommt wohl das Geheimnis des Buches ins Spiel. Moira ist eine ziemlich kluge Frau.

Es fällt mir etwas schwer zum Punkt zu kommen. Die Idee des Buches (, die ich hier natürlich nicht erwähnen kann) ist gut, denn der Hauch Mystisches ist ziemlich cool. Nur leider etwas unausgereift. Jedenfalls wird er nur am Anfang und Ende aufgegriffen. Sehr schade! Das Ende kommt dann auch etwas plötzlich. Allerdings soll es einen zweiten Teil geben. Auf den freue ich mich, denn ich hoffe, dass das Thema etwas mehr miteingearbeitet wird!
So ist „Voll erwischt“ leider nur ein netter Jugendroman, wenn auch mit viel Potenzial. Zwischenzeitlich empfand ich die Handlung etwas schwach, in der abgesehen von der Liebesgeschichte der rote Faden fehlte (,obwohl es ihn ja eigentlich gibt!!). Der Schreibstil ist gut, aber auch hier stolperte ich über ein paar schlacksige Formulierungen, die den Lesefluss störten. Ebenfalls etwas gestört habe ich mich an den Absätzen im Buch. Auf jeder Seite sind mindesten 1-2 leere Zeilen, die eher wahllos gesetzt wurden.

Fazit



Ich habe wirklich ein schlechtes Gewissen, dass meine Rezension so unglaublich negativ klingt, aber man soll ja auch bei der Wahrheit bleiben. Die Wahrheit ist aber, dass mir das Buch dennoch gefiel. „Voll erwischt“ dreht sich um zwei junge Menschen, die zusammen sein wollen und denen das Schicksal ein paar Streiche spielt. Aufgrund der guten Idee werde ich auch den zweiten Band gerne lesen. Allerdings hätte man ein paar Dinge besser lösen können. Von mir gibt es drei Spitzenschuhe für ein Buch über die Jugend, in dem sich viele wiederfinden können.





Vielen Dank an Ellen Sommer für das schöne Exemplar und die süßen Goodies! Die Leserunde war trotzdem toll und ich bin sehr dankbar, dass du meine Kritikpunkte so gut aufnimmst! :)

1. Januar 2016

Review: "Star Wars - Das Erwachen der Macht"





           Titel: Star Wars - Das Erwachen der Macht

           Regie: J. J. Abrams

           Länge: 135 Minuten

           FSK: 12

           Produktionsland: Vereinigte Staaten

           Erscheinungsjahr: 2015





„Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit weit entfernten Galaxis…“ Die türkise etwas lieblose Schrift leuchtete auf der Leinwand auf und in mir begann es zu kribbeln. Und da waren sie: Die wohl größten Buchstaben im Logo, die die Kinogeschichte je gesehen hat, dazu die berühmten ersten Töne der Melodie. Ach…Star Wars ist endlich zurück und ich war von der ersten Minute an gefesselt von der „Episode VII – Das Erwachen der Macht.“ Ein Film, auf den die halbe Welt gewartet hat und der wohl die wenigsten Fans enttäuscht hat. Mich zumindest nicht ;)

Darum geht’s:


Luke Skywalker, der letzte Jedi, ist verschwunden. Der Widerstand, der von der Republik unterstützt wird, setzt alles daran, ihn zu finden. Denn in seiner Abwesenheit formte sich die dunkle „Erste Ordnung“ aus den Trümmern des Imperiums. Sie scheint mächtiger und gefährlicher zu sein als je zuvor. 
Der junge Stormtrooper Fin desertiert nach seinem ersten Einsatz auf dem Planeten Jakku. Er kann das Töten der „Ersten Ordnung“ nicht mitansehen und verhilft dem besten aller Widerstandpiloten zur Flucht. Doch natürlich läuft nicht alles reibungslos und Fin landet allein auf Jakku. Schon bald trifft er die junge Schrottsammlerin Rey, die den Droiden BB8 gefunden hat. Gemeinsam erkennen sie, dass sie eine Mission haben und nur sie die Galaxis vor der „Ersten Ordnung“ retten können. Aber was Rey nicht weiß, ist dass die Macht stark in ihr ist. Bald merkt dies allerdings der dunkle Schüler Kylo Ren, denn mit Rey scheint ein Erwachen der Macht von Statten gegangen zu sein…wird es eine neue Generation Jedi geben? Und wird es dem Widerstand gelingen Luke zu finden und die „Erste Ordnung“ zu vernichten?


Meine Meinung


Nicht zu fassen, dass ich keine brauchbare Zusammenfassung im Netz gefunden habe. Nun ja, ich hoffe dass ich mit meiner Inhaltsangabe nicht zu viel verraten habe, aber natürlich auch, dass sie verständlich ist. Denn es tauchen viele neue Charaktere und Institutionen im neuen Star Wars Film auf. Doch reihen sich alle von ihnen wunderbar in die Tradition ein. Obwohl die meisten Figuren im neuen Film absolut unbekannt sind, schließt man sie doch schnell ins Herz und es scheint so, als wären sie schon immer da gewesen. Sie gehören einfach in die erschaffene Galaxis von George Lucas. Die neuen Figuren sind der alten Geschichte absolut treu geblieben und als Highlight aller Fans haben auch die alten Figuren einen neuen Auftritt. Der Zuschauer darf sich auf ein Wiedersehen mir Han Solo, Leia und Luke freuen und beim Anblick von C3PO und R2D2 schlägt wohl jedes Fanherz höher. 
Der Film bekommt es wunderbar hin die neuen mit den alten Charakteren zu vermischen. Rey ist ein toller Charakter, bei dem ich absolut nichts zu meckern habe. Fin ist einfach nur ein lustiger Macho. Durch ihn werden die kühlen Stormtrooper (sorry, ich weigere mich die Kerle „Sturmtruppler zu nennen, da vergeht einem doch wirklich jeder Respekt bei so einem Baby-Namen) sehr menschlich und man macht sich erstmals Gedanken um die Methoden der dunklen Seite. Das absolute Highlight war für mich der Droide BB8. Selten habe ich etwas knuffigeres gesehen. Ich gehöre zwar zu der Sorte Mädchen, die immer quietschend „wie süß“ sagen, aber BB8 ist ehrlich der Wahnsinn. Außerdem sorgt er meiner Meinung nach auch für die beste und lustigste aller Szenen.

Damit wären wir bei einem weiteren Punkt, der zwar neu, aber absolut zeitgemäß ist. Ab und zu tauchen ein paar etwas plumpere und moderne Sprüche auf, die ihren ganz eigenen Witz haben. Nie hätte ich gedacht, dass dieser Film so lustig sei. Aber Kinder…das ist er! 
Die Kulissen des Films sind überragend. Man fühlt sich tatsächlich so, als wäre die Saga vorher nie abgeschlossen gewesen. Jakku erinnert an Tattooine und innerhalb der Wüstenlandschaft wird eine rasante Verfolgungsjagd hingelegt, die für mich ein kleines Highlight war. Denn „Star Wars Episode VII“ ist einer der wenigen Filme, bei denen ich jederzeit sagen würde, dass sich 3D lohnt. Man kann es sich wohl schon denken, aber die ganzen Weltraumszenen mit all den kleinen Raumschiffen wirken so sehr lebendig und vor allem wenn es zu Schießereien kommt, fühlt man sich, als wäre man mittendrin. Auch die anderen Kulissen machen einiges her und zwischenzeitlich saß ich einfach nur grinsend da, weil es sich hier einfach um Star Wars handelt (ja, das Marketing hat bei mir alles richtig gemacht). 
Kommen wir mal zur schauspielerischen Leistung. Die war überzeugend, mehr kann ich gar nicht sagen. Es ist ein Segen für die Saga, dass die alten Schauspieler wieder mit an Bord waren (ich will gar nicht wissen, wie viel die daran verdient haben…), denn das macht den Film so authentisch. Meiner Meinung nach war es auch sehr wichtig, dass man für alle anderen Figuren unbekannte Schauspieler genommen hat. Außerdem ist Daisy Ridley einfach nur hübsch…musste mal gesagt werden.

Dann gibt es für mich eigentlich nur noch den kleinen Absatz über Negatives zu schreiben. Denn auch wenn man es kaum glauben will, ich habe auch etwas zu meckern. Kylo Ren nimmt für meinen Geschmack seine Maske recht schnell ab. Also mal ehrlich…mit Maske wirkt der Kerl nicht nur mächtiger und gefährlicher, sondern sieht auch noch besser aus. Ich las in einer Rezension in einer Zeitung, dass Kylo Ren gut aussehen soll. Leider nein. Meinen Geschmack trifft der Typ jedenfalls nicht, aber vielleicht soll er ja auch so bubihaft sein, da er sich ja immer wieder zur hellen Seite der Macht hingezogen fühlt. Jaja, eigentlich ist er ganz unschuldig….und so….
Mein zweiter Kritikpunkt ist die Jedi-Ausbildung im Allgemeinen. Der einzige Halb-Jedi ist ja besagter Kylo Ren, aber er ist leider etwas amateurhaft. Als Rey und er den finalen Kampf austragen, lässt er sich doch etwas leicht abfertigen. Mal im Ernst…sie hat gerade mal einen Tag von der Macht in ihr erfahren und dann kann er nicht mal gegen sie bestehen?! Scheint keine allzu gute Ausbildung bei seinem dunklen Meister zu sein….das ging mir zumindest etwas zu schnell und lapidar über die Bühne. Allerdings finde ich es gut, dass die beiden auch ohne Ausbildung nicht so gut sind, wie es noch Anakin, Obi-Wan oder Luke waren. Denn die technischen Mittel für einen heftigen Laserschwert-Kampf gibt es heute und dennoch kämpfen sie eben etwas harmloser. Kein Vergleich zum filigranen Yoda aus Episode III.


Also…

Über diese Kritikpunkte kann ich allerdings hinwegsehen, denn eigentlich bin ich von Grund auf begeistert. So begeistert, dass ich mir den Film gleich zwei Mal im Kino angesehen habe und ich muss sagen, dass er beim zweiten Mal sogar noch besser war. Klar, jeder Star Wars Film hat so seine Längen, aber dieser Film lohnt sich absolut. Es kommt eine tolle Atmosphäre auf und man bekommt genau das, worauf man auch gewartet hat. Neue skurrile Figuren treten auf und die Handlung ist einfach nur passend. Für mich reiht sich „Episode VII – Das Erwachen der Macht“ nahtlos in die Reihe der Filme ein. Vielleicht ist es nicht der beste Film der Saga und vielleicht auch nicht verdient der erfolgreichste aller Zeiten (denn danach sieht es ja aktuell aus), aber ich finde ihn dennoch großartig! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen für den Auftakt der neuen Trilogie. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht!


Ich vergebe 5 von 5 Sternen.