11. Januar 2018

Rezension: "Darker" von E. L. James


Titel: Darker
Autor: E. L. James
Verlag: Goldmann
Preis:14, 99€
Seiten: 640


„Shades of Grey“ ist bekanntermaßen ein Phänomen – ein Phänomen, das Million von Menschen (, sind wir ehrlich - vor allem Frauen) mitgenommen hat! Es geht um Sex. Schon klar. Aber auch andere Themen spielen eine Rolle, denn E. L. James hat ihren Charakteren mehr angehängt, als viele glauben wollen. Vor allem der vielschichtige Christian Grey fasziniert die Fans, denn sein Gefühlsleben ist schwer erfassbar. Und deswegen hat die Autorin E. L. James beschlossen, die drei Bücher auch aus seiner Sicht zu veröffentlichen. „Darker“ ist nun bereits der zweite Teil von SoG, der aus Christians Sicht verfasst wurde. Er bietet Unterhaltung und die ein oder andere Zusatzinformation. Für wahre Fans ein Muss, für alle anderen kein Buch, das die Welt verändern wird.

Ihre leidenschaftliche, sinnliche Affäre endete in Schuldzuweisungen und gebrochenen Herzen, aber Christian Grey kann Anastasia Steele nicht vergessen. Fest entschlossen sie zurückzugewinnen, versucht er, seine dunkelsten Begierden und sein Bedürfnis nach absoluter Kontrolle zu unterdrücken und Ana die Liebe zu geben, nach der sie sich sehnt. Aber die Schrecken seiner Kindheit verfolgen ihn noch immer, und Anas intriganter Boss, Jack Hyde, will sie ganz für sich. Kann Christians Vertrauter und Therapeut Dr. Flynn ihm helfen, sich seinen inneren Dämonen zu stellen? Oder wird die krankhafte Obsession seiner beiden ehemaligen Geliebten, Elena und Leila, Christian zum Verhängnis? Und wenn Christian es wirklich schaffen sollte, Ana zurückzuerobern, hätte ihre Liebe angesichts seiner dunklen Vergangenheit überhaupt eine Chance?
Ich bin vor einigen Jahren zum SoG-Fan mutiert. Ich habe die Bücher geliebt, sie sogar mehrfach gelesen und auch die Filme fand ich gar nicht so schlecht, wie alle behaupten. Deswegen habe ich bei Erscheinen auch „Grey“, den ersten Teil aus Christians Sicht, gelesen. Er hat mir wirklich gut gefallen und deswegen war mir klar, dass ich auch „Darker“ lesen musste. Vor allem, da ich den zweiten Teil immer am allerliebsten mochte. Allerdings kämpfte ich ein wenig mit dem Buch. Woran das lag, ist nicht unbedingt offensichtlich und hat mehrere Gründe. Aktuell habe ich wahrlich Zeitmangel, weshalb ich nicht schnell vorankam. Ein Grund, für den das Buch nichts kann. Der andere hat aber durchaus mit der Geschichte zu tun. Als Fan kennt man die Geschichte. Vielleicht sogar zu gut – und das ist schlecht. Denn es ist kein Hexenwerk, zu erkennen, dass das Unbekannte bei diesem Buch nicht überwiegt. Man hat einen anderen Erzähler, einen anderen Protagonisten, der aus der Ich-Perspektive erzählt und dadurch auch neue Erkenntnisse liefert. Aber die Story ändert sich nicht. Natürlich nicht. In „Gefährliche Liebe/Darker“ sind Ana und Christian die meiste Zeit beisammen, weshalb man die Szenen so oder so ähnlich bereits kennt.
Dem Leser werden nun die Gefühle von Christian vermittelt und das gefiel mir durchaus! Ich finde, dass man sich an seine Figur antasten kann, ein paar Dinge werden klarer und seine Entwicklung wird deutlich. Ich mochte seine Gedankenwelt (, ja, ich weiß – klingt krank) und seine selbst gesetzten Kommentare zu seinen eigenen Äußerungen. Er beweist durchaus Humor. Außerdem himmelt er Ana an, er liebt sie. Natürlich kommt auch sein Bedürfnis nach Kontrolle und Dominanz durch, aber oft auf eine niedliche Weise. Er ändert sich vollkommen und das aus seiner Perspektive zu erleben ist sehr interessant! Deswegen habe ich das Buch auch gern gelesen. Aber in gewisser Weise hat es dennoch seinen Reiz verloren, da man die Ereignisse einfach zu gut kennt. Immer, wenn Ana und Christian getrennt waren, gefiel mir das Buch deutlich besser. Denn man bekommt mehr von Christians Alltag mit oder lernt, wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht. Besonders spannend fand ich die Erklärung mancher Dinge, die in der eigentlichen Reihe gar nicht so deutlich werden. Das Gespräch zwischen Christian und seiner Mutter, nachdem sie über ihn und Elena Bescheid weiß, war aufschlussreich. Auch, was Christian gemacht hat, als er mit dem Hubschrauber abstürzte oder wie er mit Leila umgeht, nachdem Ana weg ist. Diese Stellen machen das Buch lesenswert. Das, und die Gefühlswelt von Christian. 
Die Sexszenen, die natürlich oft vorkommen, haben mich nicht so gefesselt, wie in SoG. Allerdings finde ich auch, dass diese Szenen auch aus Christians Sicht eher nach Liebe, als nach purem Sexismus klingen. Zumindest huldigt er Ana, auf sehr liebevolle Weise.
Die Entwicklung der Liebesgeschichte finde ich gelungen und das Buch zeigt noch einmal eine ganz andere Perspektive, als die bekannte. Zum Beispiel kann ich jetzt viel besser verstehen, warum Christian so sehr zweifelt und auch Anas wechselhaftes Verhalten, das aus ihrer Sicht immer eher Unsicherheit verkörpert, von Christians vollkommen anders interpretiert wird. Die Chemie zwischen dem gesamten Figurenkonstrukt finde ich bei „Darker“ sehr gut. Man taucht noch tiefer in die Materie und als Fan wird man das Buch lieben. Der Schreibstil von E. L. James ist in „Darker“ merklich maskuliner, was ich gut fand. Ich stelle es mir schwer vor, eine Sexszene aus der Sicht des Mannes zu beschreiben, aber es gelingt durchaus. Christian hat seine dunklen Seiten und auch die kommen durch den Stil durch, insgesamt ist das Buch aber flüssig geschrieben. 
Ich will aber ehrlich sein: Ich habe „Darker“ durchaus gern gelesen. Allerdings muss man nicht zu dem Buch greifen, wenn man die Geschichte bereits gut kennt und keine Leidenschaft für sie entwickelt hat. Denn wirklich vieles an dem Buch ist nach einer Art „Copy-and-Paste“ anzusehen. Die Mails zwischen Ana und Christian bleiben die gleichen und sonderlich innovativ war die Autorin nicht. Das kann sie aber auch nicht. „Darker“ ist meines Erachtens ein sehr schneller und einfacher Weg, erneut viel Geld zu verdienen. Aber das sollte man E. L. James nicht zum Vorwurf machen. Niemand wird gezwungen, das Buch zu lesen. Vielen ergeht es wie mir: Sie greifen gern dazu, auch wenn man den Inhalt bereits kennt.


„Darker“ ist für Fans des SoG-Universums ein Muss. Christian hat wahrlich viele Facetten, doch dieser Roman kann vieles auflösen. Sein Charakter wird transparenter, man kann ihn besser verstehen und kommt auch aus seiner Sicht an den Kern dieser außerordentlichen Liebesgeschichte. Liebe spielt hier wirklich eine große Rolle, genauso wie Sex. Mir hat das Buch gut gefallen und ich wurde unterhalten. Die Szenen, die bisher unbekannt waren, da Ana einfach nicht dabei war, sind die besten. Bei allem anderen muss ich sagen, fehlte mir ein wenig der Reiz. Dennoch vergebe ich vier von fünf Spitzenschuhen.



8. Januar 2018

Reisebericht: Mein Geheimtipp - VILNIUS! ..Vil...Was?!

Hallo ihr Lieben!


Mein Leben ist chaotisch. Und eures so? :D Die erste Woche des neuen Jahres ist bereits rum und heute beginnt auch für mich wieder der Ernst des Lebens. Wie gern würde ich euch heute bereits meinen Jahresrückblick präsentieren, aber mein Zeitmanagement ist derzeit ein kleines bisschen katastrophal  :D
Natürlich habe ich in den letzten Tagen und Wochen darüber nachgedacht, was 2017 mir so bescherte, wie das Jahr für mich war und was ich alles erlebt habe. Und wie ich bereits andeutete, war es ein gutes Jahr für mich. Auch,weil ich sehr viel reisen konnte.

Geheimtipp - Vilnius!
Reiseantrittsprobleme und Familiensorge


Und darum soll es eigentlich in meinem heutigen Post gehen. Denn vor einem Jahresrückblick wird es dringend Zeit für meinen Reisebericht aus Vilnius. Im November 2017 besuchte ich die litauische Hauptstadt - allein .
Ja, ihr lest richtig. Das Ganze war eine relativ spontane Aktion. Ich wusste schon eine Weile,dass der November mein letzter freier Monat für lange Zeit sein würde. Und das wollte ich nicht ungenutzt lassen, ich wollte noch etwas von der Welt sehen.


Auch wenn Bremen im Vergleich zu vielen deutschen Großstädten nicht viel zu bieten hat, so haben wir doch einen eigenen Flughafen und einen Ryanair Terminal. Also durchforstete ich das Programm von Ryanair,warf einen Blick in meinen Terminkalender und so war mein Reiseziel schnell gefunden: Vilnius. Eine Stadt, von der ich zuvor noch nie in meinem Leben gehört hatte. Traurig, oder? Aber Litauen reizte mich, ich googelte ein bisschen und schon waren die Flüge gebucht.
Ein Argument,das außerdem für diese Reise sprach, waren die Kosten. Denn der Trip kostete mich wirklich wenig. Zwei Flüge und vier Tage Hotel buchte ich für knapp 180€. Ein Witz für eine europäische Hauptstadt, oder wie seht ihr das?
Es gab vor Reiseantritt allerdings zwei Probleme. Das große? Ich habe Flugangst. Nicht sonderlich schlimm. Aber normalerweise zerquetsche ich dann die Hand meines Freundes beim Start und bei Turbulenzen. Da ich aber ja ganz allein flog, konnte ich keine Händchen drücken. Aber so lang ging der Flug ja nicht, ca. 1,5 Stunden.
Das zweite Problem? Es gibt kaum Reiseführer von Vilnius. Offenbar ist diese Stadt so unbedeutend, dass  ich nicht mal auf der Frankfurter Buchmesse einen Reiseführer fand. Übers Internet könnte ich mir aber zum Glück noch eine  organisieren  :) Also war der Teil schon mal gerettet.

Viele haben mich gefragt, was mich geritten hat, alleine zu verreisen. Meine liebe Familie führte auch gern an, dass ich ja auch noch in den Osten flog...ooooh.... Ja, was soll  ich sagen. Ich habe es gemacht, weil ich es konnte.  Ist das kein guter Grund? Ich hatte die Zeit und den Willen. Und ich bin ein Geschichtsfreak. Ich gehe super gern in Museen und mache Sightseeing. Die entscheidendere Frage war also: Warum nicht?
Ob ich Angst hatte? Ein bisschen. Aber zu Zeiten des Internets ohne Roaming Gebühren, besteht kaum begründete Sorge. Und so machte ich mich auf nach Vilnius.


Warum der November nicht DER Reisemonat ist und man fitte Beine braucht


Der November ist nicht unbedingt der schönste Reisemonat. Das liegt wahrscheinlich auf der Hand. Es ist früh dunkel, es ist kalt. Und in Litauen ist das Ganze noch extremer. Denn Litauen ist uns eine Stunde voraus und, welch Wunder, dort ist es auch kälter, als bei uns. Aber ich war auf alles vorbereitet. Und ich versprach meiner Mutter, wenn es dunkel wird, zurück ins Hotel zu gehen. Ja, ich bin eine brave Tochter ;)
Gehen ist übrigens ein gutes Stichwort für Vilnius. Die Stadt ist so winzig, dass man keine Busticktes braucht, um die Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Eine U-Bahn gibt es nicht und deswegen war ich auf meine gesunden Beine angewiesen  :)


Warum ich Menschen hasse... ;)


Meine Mutter und meine Oma brachten mich zum Flughafen. Die beiden machten sich wahrlich Sorgen wegen der Reise.. am Flughafen wurde ich erst mal für eine zusätzliche Sicherheitskontrolle rausgezogen - ich sehe halt sehr gefährlich aus...Kann man verstehen, oder?! Der Flug war  eine Katastrophe. Das lag vor allem an meinen Mitreisenden. Könnt ihr mir bitte mal erzählen,wieso eine junge Mutter Anfang 30 mit ihren beiden Kleinkindern im Alter von 3 und 1 Jahren alleine fliegt?! Die beiden haben geschrien, krakeelt und alles in ihrer Macht stehende getan, um mein Gehör zu penetrieren. Ich wusste wirklich nicht, dass solche Tonlagen möglich sind. Ich habe nichts gegen Kinder. Aber die beiden waren so verzogen...oh Mann. Ich saß übrigens eine Reihe vor ihnen und war unglaublich froh, als wir gelandet waren. Die Ankunftshalle in Vilnius ist übrigens so groß wie ein deutscher Kleinstadtbahnhof. Mit anderen Worten: ziemlich überschaubar. Ich nahm mir ein Taxi zum Hotel, das nur 4 km entfernt lag und checkte in ein schönes Hotelzimmer ein. Die Anreise war also schon mal geglückt.


Von leeren Thronsälen, tollen Ausblicken und viel zu hohen Hügeln


Ich flog spät am Abend,weshalb ich erst am nächsten Morgen die Stadt erkundete.
Ich hatte natürlich eine Liste mit Must-Sees erstellt und so suchte ich mir meinen Weg in die Stadt. Das war gar nicht so leicht  :D Vom Zentrum lag mein Hotel etwas mehr als 2 km entfernt. Und mein Google-Maps Signal schwächelte ab und zu, weshalb ich manchmal durch kleine Gässchen irrte, meinen Weg zum Zentrum aber schließlich fand.

Also eines muss ich zu Vilnius in November sagen: Es ist so leer! Die Touristen waren wirklich rar gesät und deswegen musste ich erstmal die Lage peilen, ob die Orte überhaupt geöffnet waren  :D

Aber ja. Mein erstes Ziel war der Kathedralenplatz samt Kathedrale und außenstehenden Glockenturm. Ein wunderschönes Bild. Ich bestieg den Glockenturm  - einsam und allein. Kein Mensch in Sicht. Aber die Sicht wat schön  :) Ich lernte schon ein bisschen über litauische Geschichte und konnte mir die Heiligenfiguren an der Kathedrale sehr genau ansehen. Weiter ging es dann in die Kathedrale. Dort las ich den Artikel zum Gebäude aus meinem Reiseführer und erfuhr so auch, dass Vilnius als "Rom des Ostens" bezeichnet wird. Warum? Kann man sich denken. Es gibt sagenhaft viele Kirchen. So ganz genau scheint das niemand zu wissen, aber es sollen gut 50 Stück sein. Die Kathedrale auf dem Hauptplatz der Stadt ist natürlich eine der wichtigsten. Sie hat unglaublich schöne und prachtvolle Kapellen. Die Litauer sind ein sehr gläubiges Völkchen, was man sich bei der Anzahl der Kirchen denken kann. Ich war noch nie in meinem Leben in so vielen Gotteshäusern. Doch die meisten sind so wunderschön, dass es wirkliche Must-Sees sind. Die Litauer sind stolz auf ihren Glauben, ihre Märtyrer und Nationalheiligen. Ich konnte mir unmöglich alles merken, aber Eindruck hat es allemal gemacht.

Das Zentrum von Vilnius hat geballt eine Menge anzubieten. Der Kathedralenplatz ist ein großer, geräumiger Platz, auf dem noch heute Paraden und Festzüge, wie auch Versammlungen stattfinden. Dort stehen die Kathedrale und der Glockenturm. Direkt dahinter steht der Palast des Großfürsten, wo sich heute ein Nationalmuseum befindet. Die Grundmauern des Palastes stehen noch und auch die oberen Etagen wurden restauriert und getreu nachgebaut. Für mich war das ein gefundenes Fressen, aber gleich mehr dazu. Hinter dem Palast ragt ein großer Hügel hinauf. 
Dort befand sich der obere Teil der Burg, heute steht nur noch der Gediminas Turm, ein Turm des Schutzwalls. Die Burganlage war sehr groß und strategisch günstig aufgebaut. Alles in allem macht die Anlage sehr viel her. Hinter dem Hügel, der zur Burg gehört, türmt sich ein weiterer Berg auf, der sich "Hügel der drei Kreuze" nennt. Auch dort oben war ich und es war der atemberaubendste Blick, den man über Vilnius haben kann. Aber auch dazu später mehr. Ich wollte euch zunächst einen kleinen Eindruck des Zentrums vermitteln. Auf dem Bild mit den Kathedralfiguren könnt ihr die drei weißen Kreuze übrigens ganz klein erkennen.




Nachdem ich die Kathedrale besichtigt hatte, zog es mit in den Palast der Großfürsten. Und dort wartete die nächste Überraschung auf mich. Der Eintritt war der nächste Witz und einen Audioguide bekam ich sogar umsonst. Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, Geschichte zu atmen. Ich lernte alles über die Entwicklung der Burg, die Herrscher und das Leben im Palast. Die Ausstellung ist super interessant und der Audioguide sehr informativ. Außerdem habe ich festgestellt, dass wenn man am Tag mindestens zwei Stunden von einem Audioguide auf Englisch unterhalten wird, man das Gefühl hätte, als wäre man gar nicht allein unterwegs. Toller Trick! So fühlte ich mich gleich weniger einsam ;) 

Ausgestellt sind übrigens auch die Kronjuwelen Litauens, ob Replik oder Original weiß ich gar nicht. Aber ich war auch kurz davor, mich zu krönen ;) Am Eindrucksvollsten fand ich übrigens die Grundmauern des Palastes, die den großen Stadtbrand von 1610 überlebt haben. Einige Steinwände sind sogar noch schwarz vom Ruß. Ebenfalls toll fand ich aber die erwähnte obere Etage, wo sich auch der Thronsaal befindet. Im Museum war es nicht sehr voll und so viel Zeit wie ich nahm sich sowieso niemand - aber es gab niemanden, der auf mich wartete, wozu also Eile? Als ich nach oben kam, hörte ich bereits Musik. Es gibt einen Hauptsaal, der noch heute für Konzerte oder Staatsempfänge benutzt wird. 

Und genau dort fand eine Generalprobe einer schmissen Musikkapelle statt. Die Kapelle hatte bestimmt 30 Mitglieder und spielte Lieder wie "Kalinka" oder "Champs Elysee". Es war zum Wegschmeißen! Die beiden aufsichtführenden Damen sahen bei der Probe zu und ich war einfach der einzige Mensch, der sich durch die Säle und Räume tanzte. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei der Musik konnte ich nicht langsam durch die Räume schreiten. Ich drehte ein paar Piroutten vorm Thron von Litauen und tanzte ein bisschen Walzer im Ballsaal. Es war eine unglaublich amüsante Angelegenheit, bei der ich super viel Spaß hatte. :D Klingt vielleicht etwas strange, war in der Situation aber wirklich cool! 

Übrigens gibt es im Museum eine 3D Brille, die das gesamte Schloss und seine Geschichte visualisiert. Ich kann es nicht genau erklären, aber diese Brille aufzusetzen und alles panoramamäßig mitzuerleben, war sehr cool! Ich kann den Palast wirklich nur empfehlen!






Da ich schon mal den Palast angeschaut hatte, wollte ich nun den Hügel hinauf und zum Gediminas-Turm. Aber nix da. Ich durfte nicht hinauf. Denn leider hatte ich Pech. Der Turm wird nämlich seit dem 7.11 restauriert. Blöd, wenn man am 12.11 anreist...Leider konnte der Angestellte, der den Zugang versperrte keinerlei Auskunft geben. Er sprach kein Englisch und ich kein Litauisch. Das kann in Litauen zum Problem werden.
Eigentlich spricht dort jeder Englisch, vor allem im touristischen Bereich. Aber viele ältere Herrschaften eben nicht. Und naja...ich verstehe wirklich kein einziges Wort Litauisch! Nicht Hallo, Tschüss oder sonst was. Nichts. Es gibt auch einfach nichts, was ich aus dieser Sprache ableiten könnte. Das war schon blöd, aber das Englische ist auf jeden Fall weit verbreitet ;)



Nachdem ich also zwei Mal um den Hügel herumgelaufen bin, weil man mir eben nicht sagen konnte, dass ich nicht hinauf darf (, was einfach mal 45 Minuten gedauert hat), musste ein Alternativplan her. Und so suchte ich mir meinen Weg zum Hügel der drei Kreuze. Und wie der Name schon sagt: Es ist ein Hügel. Vollkommen untertrieben, wenn ihr mich fragt. Ich würde es als Berg bezeichnen. Und es geht steil aufwärts. Ich war natürlich dick eingepackt in Winterpulli und Winterjacke, Schal und allem drum und dran. 

Oben angekommen war ich komplett durchgeschwitzt. Ein sehr angenehmes Gefühl :D Aber das Tolle war: Auch da oben war ich vollkommen allein! Ich hatte in den folgenden Tagen öfters Mal einen Blick hinauf zu den drei Kreuzen geworfen und meistens war ja immer jemand. Ich hatte also wahnsinniges Glück und konnte die traumhafte Aussicht genießen! Außerdem war eine kleine Selfiesticksession drin :D Wäre mit Publikum ja auch peinlich geworden :D Aber so konnte ich tolle Fotos über den (Kirchen-)Dächern von Vilnius schießen! Was meint ihr? :)


Von Kirchen in Kirchen und Kirchen in Universitäten



Wieder unten angekommen bewegte ich mich zur St Annenkirche und der Bernhardiner Kirche. Beide Kirschen grenzen direkt aneinander und sind nur aufgrund ihres Baustils voneinander zu unterscheiden. Die St. Annenkirche ist von außen atemberaubend, die Berhardinerkirche von innen allerdings viel schöner als die düstere St. Annenkirche. Beide Kirchen konnte ich besichtigen und auch diese kann ich empfehlen. Ich mochte das Gefühl wirklich sehr, in die Kirchen zu gehen. Dort waren meistens ein paar Menschen, nicht viele, aber leer war es auch nicht. Dort kam ich oft zur Ruhe. Und in zwei Kirchen zündete ich sogar eine Kerze für meinen verstorbenen Großvater an. Das hatte ich bisher noch nicht getan. Doch als ich vor wenigen Monaten mit meiner Oma in Paris war, tat sie das in Notre Dame. Und ich wollte diese Tradition fortführen und ehrte meinen Opa auch in Vilnius.


Meine letzte Station des Tages war das Universitätsviertel. Die Universität wurde 1579 gegründet und beherbergt heute über 20.000 Studenten. Die Uni ist wirklich toll! Es war so lustig, dass sie als Touristenattraktion und normale Uni gleichzeitig funktioniert. Ich konnte wirklich in die alten Säle gehen, während Studenten dort Hausarbeiten schrieben. Von einem der vielen Innenhöfe aus konnte ich in die Seminarräume blicken und sah unter anderem, wie gerade eine Klausur geschrieben wurde. In den Hauptgebäuden, die ich besuchte, wird unter anderem Geschichte gelehrt. Das fand ich toll. Manchen Studenten sah man an, dass sie noch in den ersten Semestern sind und ich habe mich ein ganz kleines bisschen überlegen gefühlt, während sie fleißig ihre Klausuren schrieben. Außerdem war ich noch in der ältestens Buchhandlung von Vilnius. Da war es wirklich toll und ich kaufte mir als Andenken ein Lesezeichen :)

Die Dame, die mir das Eintrittsticket verkaufte war übrigens super nett! Insgesamt muss ich sagen, sind die Litauer ein sehr nettes und freundliches Volk. Man konnte sich gut mit den Menschen unterhalten und viele waren auf Fremden gegenüber gesprächig - vorausgesetzt sie konnten Englisch.


Die Uni kann übrigens auch mit einer wirklich tollen Kirche aufwarten, die unglaublich prunkvoll ist. Wenn ich mir so überlege, so eine Kirche an der Uni Bremen zu haben...ich bin mir nicht mal sicher, ob es eine Kirche auf dem Campus gibt...hm...dabei habe ich da doch sechs Jahre studiert :D Egal. In Vilnius gibt es jedenfalls eine, nämlich die St. Johanneskirche. Auch diese Kirche hat einen freistehenden Glockenturm, der angeblich eine der besten Sichten über Vilnius beschert. Aber da kann ich nicht mitreden. Im November kann man den Turm leider nicht mehr besteigen. Aber ich hatte mich ja auch schon den Hügel der drei Kreuze hinaufgeschleppt. Das sollte reichen.
Langsam wurde es dunkel und ich hielt mich an mein Versprechen meiner Mutter gegenüber und ging zurück ins Hotel. Ich musste allerdings später wieder los. Denn ich hatte nichts gegessen :D Das geht ja nicht. Ich marschierte an der Hauptstraße entlang mit dem Ziel eines Pizzalieferservices. Die Pizza war klasse! Super lecker, riesig und so billig! Man fragte mich, ob ich eine kleine oder große Pizza wolle und nachdem man mir erklärte, dass 29cm Durchmesser klein sei, nahm ich Abstand von der großen. Die kleine Pizza kostete mich 5€...tja...also da sind die Preise in Deutschland doch ein bisschen anders. Nach meinem Abendessen zog ich aber endgültig ins Hotel zurück.

Meine Abende in Vilnius waren nicht ereignisreich. Ich telefonierte mit meinem Freund über Videoanrufe und las. Es gab einen coolen Fernsehsender, der Musikvideos ohne Werbeunterbrechung zeigte. Den hatte ich meistens im Hintergrund an, während ich versuchte, meinen SuB abzubauen - hat nicht sonderlich gut geklappt. In den vier Tagen habe ich etwas mehr als anderthalb Bücher gelesen.


Die grauenhafte Seite der Geschichte: Das KGB-Museum


Für meinen zweiten Tag stand der Besuch in dem Museum an, das mich am meisten interessierte: das KGB-Museum. Litauen hat eine bewegende Geschichte, die vor allem durch Annexionen und Einnahmen geprägt wurde. Erst 1990 erlangte das Land seine Eigenständigkeit, was für mich einfach unvorstellbar ist. Wie jung das heutige Litauen doch ist...die Identität der Älteren muss sehr gespalten sein - meine wäre es zumindest, wenn ich immer wieder von neuen Nationen regiert worden wäre.

Litauen musste auch während der Weltkriege leiden. Man vergisst sehr leicht, dass Deutschland das Land in einem der Blitzkriege 1941 einnahm. 
Inzwischen gibt es in Vilnius ein wirklich gutes Museum für die Genozidopfer, das sich mit jeder der Einnahmephasen beschäftigt. Das Museum ist nicht leicht zu entdecken, aber es ist so lohnenswert, es zu besuchen. Es war auch das einzige, das sich im Laufe des Vormittags füllte und in dem keine Spur von Leere zu finden war - jedenfalls nicht in der Ausstellung. Doch der Rundgang beginnt im Keller - im KGB Gefängnis. Die Menschen im Museum waren leider nicht von der netten Sorte, aber ich konnte mir trotzdem einen richtig guten Audioguide ergattern. Die Batterie war zu Beginn meines Besuches voll und ich gab ihn wieder leer ab. Dabei hatte ich besonders am Ende nicht mehr alle Punkte hören können. Aber offenbar ist die Batterie des Guides gar nicht darauf ausgelegt, dass die Besucher sich alles anhören...ts..



Der Besuch im Gefängnis war erschütternd. Der Geheimdienst hatte hier seinen Hauptsitz, hat Menschen verhört, gefoltert und umgebracht. Die Nazis praktizierten ähnlich. Und als der KGB erneut einzog wurden die Praktiken beibehalten. Ein grausamer Ort voll schrecklicher Erinnerungen. Doch ich zolle dem Tribut. Man kann aus Geschichte lernen, doch die Geschichte findet leider viel zu wenige Schüler. Ich selbst habe den Anspruch an mich, ein Schüler der Geschichte zu sein, weshalb ich Besuche solcher Orte sehr wichtig finde. Der Vormittag im Museum nahm mich sehr mit. Den Gang mit den Zellen langzugehen, über den Audioguide von den Folterpraktiken zu hören. Die Wandanstriche zu sehen, die eingeritzten Botschaften der Gefangenen, die Duschen und Pritschen, den Innenhof und ja...den Exekutionskeller. Mich nahm das Ganze ziemlich mit. Und im kalten Keller war es erneut ziemlich leer. Zwei andere Menschen waren gleichzeitig mit mir dort. Doch keiner nahm sich so viel Zeit wie ich. Ich möchte euch einen kleinen Einblick in zwei Foltermethoden geben, die mich erschütterten.
Ich stand vor einer Zelle mit abgerundetem Boden, wie ein Becken. Mitten darauf war ein kleines rundes Podest, so groß wie ein Teller. Die Häftlinge wurden bis auf die Unterwäsche ausgezogen und in die Zelle gesteckt. Dann wurde der Boden mit eiskaltem Wasser aufgefüllt, bis es den Podestteller erreichte. Die Häftlinge wurden bis zu drei Tagen in der Zelle gelassen und hatten nur die Wahl zwischen Stehenbleiben und ins kalte Wasser fallen. Im Winter fror das Wasser natürlich zu, so dass die Häftlinge fast nackt nur von Eis umgeben waren. Sie bekamen in der Zeit keine Verpflegung...ich denke ich muss nichts weiter beschreiben. Ein Zeitzeuge sprach auf dem Audioguide. Er war in dieser Zelle. Ich muss noch heute den Kopf schütteln, wenn ich an seinen Bericht denke.
Die zweite Foltermethode war ebenfalls eine besondere Zelle. Sie war komplett mit Schaumstoff ausgepolstert. In der Mitte hing eine Zwangsjacke, die an den Wänden befestigt wurde. Aus dieser Zelle drangen keine Schreie. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.



Doch das schlimmste war der Erschießungskeller. Auch in diesem Keller war ich allein. Nachdem man die Treppe hinunter geht, kommt man in einen Flur. Dort saßen die Beamten und hackten die Häftlinge auf einer Liste ab. Von dort geht es rechts in den Erschießungsraum. Das Furchtbare: Direkt gegenüber vom Eingangstor sind an der Wand unzählige Einschusslöcher (links neben dem Fernseher sieht man die Glasscheibe, die davor hängt). Den Menschen wurde bei Eintritt in den Keller von hinten in den Kopf geschossen. Das Projektil drang in die Wand ein. Der Abfluss des Kellers ist noch original erhalten. Ein furchtbares Gefühl, das verstärkt wurde, indem neben der Wand mit den Einschüssen ein nachgestellter Film gezeigt wurde, wie der Erschießungsprozess von Statten ging.

Das Museum ist wahrlich nichts für schwache Nerven! Und dennoch muss ich es jedem ans Herz legen. Es hat eine tolle Ausstellung und ist didaktisch sehr gut aufgebaut! Der Audioguide ist informativ und stellt beeindruckende Informationen bereit. Ich setzte mich in diesem Museum sehr konkret mit litauischer, aber auch zu einem Teil deutscher Geschichte auseinander und ich kann es nur jedem empfehlen. Nicht, weil es so toll ist, sondern weil es Abgründe zu Tage bringen kann.

In den oberen Stockwerken wird die Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg erläutert. In den 50er Jahren wurde die Haft humaner. Der kalte Krieg und auch die Judenverfolgung werden noch einmal betrachtet. Ich wusste gar nicht, dass es viele Guerilla-Kriege im kalten Krieg gab und Litauen eine Unabhängigkeitsbewegung hatte. Nach dem Besuch der Ausstellung hatte ich auf jeden Fall das Gefühl, dass Litauen sich seine Unabhängigkeit mehr als verdient hatte.


Vom Postkartenschreiben und der kleinsten Lasagne der Welt


Nachdem ich diesen erschreckenden Teil meines Städtetrips beendet hatte, spazierte ich die Haupteinkaufsstraße von Vilnius entland, dem Gedimino Boulevard. Dort setzte ich mich in ein Cafe, trank Latte und schrieb fleißig Karten in die Heimat. Ich persönlich bekomme ja super gern Postkarten, es macht mir aber auch immer Freude, selbst welche zu schreiben. Nachdem ich meine neun Karten geschrieben hatte, ging ich wieder Richtung Zentrum. Leider war der Tag düster und verregnet. 


Also suchte ich Zuflucht im nächsten Museum, dem Museum für kirchliches Kulturerbe in der St. Michaelkirche. Das Museum ist klein und bietet vor allem Altarschätze. Dennoch war es hübsch und ein netter Zeitvertreib, der aber nicht unbedingt auf die Liste der Must-Sees gehört. So langsam näherte sich der Abend. Ich schaute noch beim Präsidentenpalast vorbei, den ich aber nur von Weitem bewundern konnte. 


Dann ging es zum Rathaus und dem Rathausplatz. Dort suchte ich mir ein italienisches Restaurant und aß die kleinste Lasagne, die ich in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe. Tja. Nicht alles ist in Vilnius günstig, merkt euch das. Hätte ich aber mit rechnen können - wenn man unbedingt am Rathausplatz essen will?!
Nach dem verregneten, sehr interessanten, aber auch verstörenden Tag ging es wieder ins Hotel. Mit dem zweiten vollen Tag war das meiste meines Aufenthaltes schon um. Ein letzter Tag in Vilnius wartete auf mich.


Oh, ihr Gläubigen!



Mein letzter voller Tag war ein Samstag. An diesem Samstag wollte ich alles besuchen, was ich zuvor nicht geschafft hatte. Das meiste unerledigte waren tatsächlich Kirchen :D Davon gab es aber auch einfach zu viele. Mein erstes Ziel war das Tor der Morgenröte. Hierbei handelt es sich eigentlich um DIE Sehenswürdigkeit von Vilnius. Das Tor ist nicht einfach nur ein Tor. Es ist das letzte noch erhaltene Stadttor, das Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Es beherbergt ein Madonnenbild, dessen Kopien in ganz Europa hängen (, sagt mein Reiseführer). Das Madonnenbild ist mit Blattgold verziert und kann von außen betrachtet werden. Doch man kann auch in das Tor hinaufsteigen. Es ist also eine kleine Kathedrale. Und was hatte ich für eine Ahnung von den gläubigen Litauern...KEINE! Ich wollte mir doch nur das Bild ansehen...aber die Litauer nehmen das Ganze sehr viel ernster. Ich stand in einem Haufen Menschen auf der Treppe hinauf zum Tor. Manche robbten die Treppe tatsächlich auf Knien hinauf...die Extremen. Die Menschen sangen Lieder und beteten. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich wollte die Menschen auch nicht stören. Ich war zumindest die Einzige, die beim Anstehen einen Reiseführer in der Hand hatte - ich fühlte mich deplatziert. Also ließ ich das Tor hinter mir und ging den "Königsweg" entlang, der bis zum Palast führt. Der Weg dorthin ist wirklich toll und es gibt mindestens fünf bedeutenden Kirchen darauf. Ich wollte sie mir alle ansehen. Nachdem ich aber in der St. Teresienkirche direkt in einen Gottesdienst platze, wurde ich vorsichtiger. Die orthodoxe Heilig-Geist-Kirche konnte ich mir ansehen, da der Gottesdienst schon beendet war. Aber wer kann denn damit rechnen, dass die in Litauen bereits samstags Gottesdienst feiern?! Und dann in diesem Umfang. In meinem Reiseführer stand, dass die Gottesdienste um 9 Uhr beginnen. Es war aber bereits weit nach 11 Uhr, als ich in einen Gottesdienst platze. Die sind wirklich ausdauernd...das muss man ihnen lassen! Auch das war für mich eine sehr interessante Erfahrung, zu sehen, wir der christliche Glaube wirklich noch zelebriert wird.
In die St. Kasimirkirche traute ich mich nicht, denn die Tür war geschlossen. Einmal reinplatzen reichte mir für den Tag. Da durch diese ganzen unverhofften Gottesdienste einige Kirchenbesuche ausfielen, war mein Zeitplan plötzlich ziemlich zusammengeschrumpft. Ich hatte viel zu viel Zeit. Also ab ins nächste Café. Kaffee trinken kann man in Vilnius super :) Es gibt viele kleine süße Cafés, in denen man seine Zeit vertrödeln kann.

Mein Notfallplan war das "Nationalmuseum", das in der Nähe des Kathedralplatzes liegt. Hier geht es wirklich ausschließlich um litauische Geschichte und ich muss sagen, dass das Museum nicht zu den besten der Stadt gehört. Aber es war dennoch liebevoll gestaltet und interessant. Vor allem das Personal war hier wieder sehr zuvorkommend. Und so lernte ich erneut etwas über litauische Kriege, Bräuche und Traditionen.


Noch eine Kirche mehr? 


Der einzige Punkt, den ich unbedingt noch erledigen wollte, war ein Besuch in der Peter und Paul Kirche. Ich hatte zwar furchtbare Angst, dass auch hier wieder ein Gottesdienst sein würde, aber ich hatte Glück. Die Kirche liegt außerhalb des Zentrums, ca. 1,8 km davon entfernt. Und diese fast 2 km gehen wieder nur bergauf. Es war wirklich anstrengend dorthin und ich fragte mich nicht nur einmal, ob sich der Anstieg für eine weitere Kirche lohnen würde. Ich hatte doch schon so viele gesehen. Doch die Peter und Paul Kirche ist die schönste von ganz Vilnius! Ich kam gleichzeitig mit einer Reisegruppe dort an und deswegen wurde sogar die Festbeleuchtung angestellt. Die Kirche ist der Wahnsinn! Von außen ist sie schon schön, aber von innen explodiert alles vor Stuck und Figuren. Es gibt so viel zu entdecken und der Lüster ist in Form eines Schiffes. Wahnsinnig schön! Diese Kirche gehört auf jeden Fall auf die Liste der Must-Sees!
Viel zu sehen gab es danach nicht mehr. Ich ging noch ins archäologische Museum, was zwar schön war, doch ich wurde wie ein Schießhund bewacht. Ich war der einzige Mensch im ganzen Museum und die Wärterin lief mir die ganze Zeit hinterher - das war unangenehm, sag ich euch :D
Meine letzte Station war die Nationalbibliothek, die ich aber nur von außen sah und schwups - da war ich auch schon wieder im Hotel.



Atsiprasau, Vilnius! (Auf Wiedersehen!)


Mein Rückflug ging um 10 Uhr morgens, weshalb ich entspannt frühstückte und ein Taxi zum Flughafen nahm. Der Check-in war absolut unproblematisch und wie flogen sogar vor der Zeit los. Einziges Manko? Die junge Mutter mit ihren zwei Nervkindern war wieder im Flugzeug - GENAU NEBEN MIR! Wie viel Pech kann man haben. Die Dreijährige trat mich die meiste Zeit des Fluges über, schrie, heulte und warf das Smartphone ihrer Mutter immer wieder auf den Boden. Ein sehr entspannter Flug. Nicht. Der Pilot war allerdings klasse und legte die weichste Landung meines Lebens hin. Ich war glücklich, wieder zu Hause zu sein. Aber ebenso schön war auch mein 3-Tagestrip in Vilnius!


Ich kann euch Vilnius wirklich nur empfehlen! Ich würde die Stadt wirklich als Geheimtipp bezeichnen! Im Frühling und Sommer muss sie wunderschön sein! Doch ich kann euch keinesfalls von einem Besuch im November abraten - es war sehenswert, es gab viel zu entdecken und selbst alleine hatte ich viel Spaß! Doch die Abende konnten lang werden. Gehört ihr jedenfalls auch zu denjenigen, die zuvor noch nie etwas von Vilnius gehört haben, kann ich euch guten Gewissens empfehlen, das zu ändern! :)

Vielen Dank fürs Lesen meines wieder einmal ausführlichen Reiseberichts. Aber wenn man so viel Spaß hatte, verdient das wohl auch diese Zeilen. 


Kennt ihr die Stadt? Klingt sie interessant für euch? Wart ihr schon einmal in einem baltischen Land?


Liebst,
eure Julia

3. Januar 2018

Mein Monatsrückblick: Dezember


Hallo ihr Lieben!


Das Jahr 2017 ist nun Vergangenheit und wir haben das neue Jahr gebührend begrüßt! Ich persönlich habe eine ganze Menge Angst vor 2018. Ich war ein wahrer Liebhaber des letzten Jahres, denn Vieles lief 2017 richtig gut für mich. Aber alles muss einmal zu Ende gehen und so natürlich auch das Jahr ;) Was ich mir für 2018 vorgenommen habe und was ich 2017 erlebt habe, werde ich euch später ausführlich im Jahresrückblick erzählen. Doch auch der Dezember verdient so viel Aufmerksamkeit, wie jeder Monat vor ihm. Und deswegen geht es heute erst einmal um meinen Monatsrückblick :)


Der Dezember brachte für mich eine Veränderung. Ich habe angefangen, an einer Schule als Lehrerin tätig zu sein. Ich bin zwar weder eine fertig ausgebildete Lehrerin, noch eine Referendarin, aber unterrichten darf ich trotzdem. Ich habe beschlossen, mich über die Umstände nicht mehr aufzuregen (, wie mein Freund sagen würde: "Julia, du verkürzt damit nur deine Lebenszeit"), deswegen erläutere ich hier nichts weiter. Das Unterrichten macht Spaß, ist aber auch genauso furchtbar! Meine Klassen sind, sagen wir, schwierig. Sie unter Kontrolle zu bekommen ist weder leicht, noch mühelos machbar. Aber ich bin guter Dinge und bereite meinne Unterricht akribisch vor. Es ist schon lustig, dass ich einen kleinen Einblick in meine Zukunft dadurch bekomme. Im Dezember war ich nur 7 Stunden die Woche an einer Schule, ab Januar sind es dann schon 14. Ich bin gespannt, wie ich mit dem Wechsel zurecht kommen werde. Es schlaucht auf jeden Fall...und das frühe Aufstehen...also daran muss ich mich wirklich erst wieder gewöhnen :D


Neben meinem Job in der Schule habe ich auch weiterhin im Einzelhandel gearbeitet. Meine Chefin brauchte mich noch dringend für das Weihnachtsgeschäft und so habe ich fleißig Schmuck verkauft, eingepackt und beraten. Nun ist das Ganze vorbei, denn ich arbeite nicht mehr bei Bijou Brigitte. So richtig glauben, kann ich das noch nicht. Ich war über drei Jahre lang dort angestellt. Doch der Dezember war schon mal ein Vorgeschmack für Erneuerungen...und dafür steht ja auch irgendwie immer der Jahresbeginn, oder?
Das Weihnachtsgeschäft war auf jeden Fall anstrengend und mir hat an den richtigen Ecken immer die Zeit gefehlt. Aber ich habe es zum Glück trotzdem geschafft, alle Weihnachtsgeschenke pünktlich zu besorgen oder zu basteln :)

Weihnachten war dann eine sehr schöne Angelegenheit, auch wenn ich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung war. Die Zeit mit meiner Familie war toll und ich habe sie sehr genossen. Insgesamt verging Weihnachten viel zu schnell. In dieser Zeit habe ich übrigens wieder bei der tollen Blubberaktion von Anka mitgemacht und euch eine ganze Menge zu meinen Weihnachtsritualen erzählt. Die Aktion hat super viel Spaß gemacht und ich habe tolle, neue Blogs kennengerlent. Die Tage zwischen den Jahren waren sehr ruhig und erholsam. Auch Sylvester war schön, aber ereignislos. Ich habe bei meiner Familie gefeiert, mit Raclette und Feuerwerk :) Eine schöne Angelegenheit!


Insgesamt war der Dezember ein guter Monat. Ich hatte zwar eine ganze Menge Stress und das Thema Schule bringt viel mehr Probleme mit sich, als ich erhofft hatte, aber das versuche ich im Moment eigentlich nur zu vergessen. Also blende ich diesen Stress jetzt aus. In den letzten Tagen bin ich ganz gut runtergekommen, wahrscheinlich lässt mich das Ganze deswegen einigermaßen kalt ;)

Kurz vor Weihnachten bin ich wieder ins Lauftraining eingestiegen, was mich sehr erfüllt! Meine Zeiten sind zwar noch nicht bombastisch, aber im Moment habe ich wirklich wieder Spaß am Laufen und habe keine Verletzungsprobleme! Und das ist viel wert :) Sporttechnisch ist der Monat auf jeden Fall gut gewesen. Ich hatte auch mein erstes Tennisturnier der Saison und konnte gleich meine LK halten, was eigentlich mein Jahresziel war. Check. 

Eine kleine Reise habe ich im Dezember auch unternommen. Mein Freund und ich sind nach München und zum Schliersee gefahren. Sein kleiner Bruder macht derzeit ein FÖJ am Schliersee in einer Tagungsstätte und wir wollten und das mal ansehen. Außerdem wohnt sein Onkel in München, wir haben also die Verwandten besucht und dabei den Winter ein wenig erlebt ;) Hier in Bremen gab es nur einmal richtig Schnee...das ist in Bayern natürlich anders. Mein Highlight war das Schlittenfahren mit meinem Freund und seinem Bruder! Wahnsinn! Kann man hier im Norden eher selten machen ;)

Dann hatte ich noch eine schöne Weihnachtsfeier mit meiner Formation. Das letzte Erwähnenswerte sind meine Kinobesuche. Im Dezember war ich drei Mal im Kino (- und habe keine einzige Review geschrieben - Schande über mich). Natürlich habe ich "Star Wars Episode VIII" geschaut und ich fand den Film klasse! Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir "Pitch Perfect 3", auch wenn ich mir ein schöneres Finale gewünscht hätte. Und wahnsinnig überrascht und überrumpelt hat mich "Jumanji", ein so lustiger Film! Er ist der Wahnsinn! Ich kann euch alle drei Filme nur empfehlen :)

Nun geht es aber von den Filmen endlich zu den Büchern über ;) Denn davon gab es auch ein paar. Insgesamt war der Lesemonat Dezember eher mau...aber am Ende konnte ich noch ein bisschen was aufholen und so kam das folgende Bild zu Stande.


Insgesamt habe ich 9 Bücher gelesen:





Tochter der Flut - Jake Halpern/Peter Kujawinski [Rezension] (384 Seiten) 4,5/5

Rebellious Hearts: Lovestory für dich - Sarah Nisee [Rezension] (350 Seiten) 4,5/5

Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht - Alan Dean Foster [Hörbuch] [Rezension] (352 Seiten) 4/5

Eden Academy - Lauren Miller [Rezension] (512 Seiten) 5/5

Disney Prinzessin: Arielle/ Rapunzel - Anke Albrecht [Hörbuch] [Rezension] (4h 37m) 4,5/5

Konklave - Robert Harris [Hörbuch] [Rezension] (368 Seiten) 5/5

Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit - Virginia Boecker [Rezension] (384 Seiten) 3,5/5

HoN: Versucht - Kristen Cast & P. C. Cast [Rezension] (608 Seiten) 4/5

Four: A Divergent Collection - Veronica Roth [Rezension] (304 Seiten) 5/5



Seiten gesamt: 3.262 (+4h 37m)

Hardcover: 3, Taschenbücher: 2, Ebooks: 1, Hörbücher: 3


Lange Zeit des Monats über dachte ich, das wird im Dezember nichts. Ich hatte nicht sehr viel Spaß am Lesen und fand auch nicht die Zeit dazu. Dann gab es aber zum Glück ein paar Ausnahmen und zum Ende des Monats wurde es wieder richtig gut! Hier hat mir übrigens die Aktion von Anka geholfen, denn dank ihr las ich deutlich mehr! Danke, Anka :)
Die Zahl 9 ist mal wieder geschummelt. Denn drei der neun Bücher sind Hörbücher und dementsprechend habe ich eigentlich nur sechs Bücher gelesen...ach...lassen wir das ;)
Wenn ich mir meine Wertungen so ansehe, war kein Flop dabei! Das sind doch schon mal positive Nachrichten :)
Mein schwächstes Buch war auf jeden Fall "Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit". Ich hatte hohe Erwartungen an den Dilogieabschluss, aber die konnten sich nicht erfüllen. Das lag vor allem daran, dass ich zu der Handlung immer distanziert blieb. Ich hatte so viel aus Band eins vergessen und leider wird das auch nicht mehr alles erzählt, weshalb mir wirklich der Anschluss fehlte. Eigentlich ist das Buch gut! Aber ich konnte es nicht genießen und in seiner Mitte hat es auch einige Längen. Trotzdem würde ich sagen, ist es ein passender Abschluss für die Reihe.
In diesem Monat habe ich es zum Glück wieder geschafft, die House of Night-Reihe unterzubringen. Der November war der erste Monat seit fünfen, in dem ich kein HoN-Buch las. Im Dezember griff ich nun zu Teil sechs "Versucht". Er gefiel mir gut, die Story entwickelt sich, ebenso wie die Charaktere. Es scheint also endlich aufwärts zu gehen ;)
Es gab einige Überraschungen im Dezember. Zum Beispiel hat mich "Tochter der Flut" wirklich überraschen können. Anfangs kam ich super schwer in die Geschichte, aber dann wurde das Buch zu etwas Besonderem. Hut ab.
Auch überrascht hat mich das Jugendthriller-Debüt von Sarah Nisse. "Rebellious Hearts - Lovestory für dich" ist ein so guter und politisch brisanter, wie auch aktueller Jugendthriller, dass es mir den Atem geraubt hat! Ein tolles Buch, an dem ich nur eine Kleinigkeit auszusetzen hatte.
Die letzten beiden Bücher waren wahrliche Highlights! Das letzte Buch des Jahres war ein englisches, nämlich "Four - A Divergent Collection". Ich lese nicht häufig Englisch, habe mir aber vorgenommen, das zu vermehren. In diesem Jahr waren es immerhin fünf Bücher auf Englisch ... Ist doch schon mal ein Anfang ;) "Four" hat mir wahnsinnig gut gefallen! Es hat so viel Spaß gemacht, noch einmal in die Geschichte von "Die Bestimmung" abzutauchen! Das Buch ist außerdem toll geschrieben und bietet noch so viele unbekannte Facetten...hach...
Und ebenfalls sehr gut gefallen und mich überrascht hat mich "Eden Academy - Du kannst dich nicht verstecken". Ich hatte das Buch gar nicht mehr so auf dem Schirm, aber es ist so wahnsinnig gut! Es ist aktuell, spannend und einfach toll! Leni hat einen sehr treffenden Kommentar zu meiner Rezension geschrieben: Dieses Buch wird unterschätzt! Oh ja! Warum, bleibt ein Rätsel, denn es verdient Aufmerksamkeit!
Bleiben noch meine drei Hörbücher. Auch diese waren durch die Bank weg, super! Toll gefallen hat mir "Star Wars Episode VII - Das Erwachen der Macht". Hier hatte ich ein paar Einstiegsprobleme, aber danach wurde es wirklich toll! Ein kleiner Ausflug zurück in meine Kindheit war "Disney Prinzessin: Rapunzel und Arielle". Die beiden Hörbücher sind absolut zauberhaft und ich kann sie euch und euren Kindern sehr empfehlen! Mir persönlich hat "Arielle" besser gefallen, als "Rapunzel", was an der Sprecherin lag.
Und mein absolutes Highlight, sowohl unter den Hörbüchern, als auch insgesamt war "Konklave" von Robert Harris. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, aber dieses Hörbuch war einfach grandios! Die Geschichte in sich spannend und stimmig, aufregend und interessant. Ich habe es geliebt und freue mich sehr, dass Harris mich mit diesem Buch wieder überzeugen konnte. Das letzte Hörbuch von ihm mochte ich ja gar nicht...aber "Konklave" ist schon sehr beeindruckend!

Das waren sie, meine letzten Bücher des Jahres 2017 :) Ich bin durchaus zufrieden mit meinem Dezember. Neben all dem privaten Chaos, hat sich das Lesen ganz gut etabliert ;)


Wie war euer Dezember? Kennt ihr eines meiner Bücher?



Liebst,
eure Julia

2. Januar 2018

Meine Neuzugänge: Dezember

Hallo meine Lieben!


So...das neue Jahr hat begonnen! Tada...Willkommen 2018! Seid ihr gut reingekommen? Bei mir war alles ganz entspannt :) So langsam häufen sich die Jahresrückblicke in meiner Blogroll, was ich sehr schön finde und ich lese sie mit viel Interesse! Ich finde es immer spannend zu sehen, wie das Jahr bei euch so aussah, was ihr gelesen und entdeckt, aber auch erlebt habt :) Mein Jahresrückblick muss noch ein bisschen warten. Zwar habe ich in dieser Woche noch ein wenig Zeit für mich, aber bevor der Jahresrückblick kommt, müssen ja erst einmal die Neuzugänge und der Monatsrückblick aus dem Dezember geschrieben werden. Und damit das nicht länger auf sich warten lässt, präsentiere ich euch hier nun meine Neuzugänge aus dem Dezember :)



Insgesamt sind eine ganze Menge Bücher bei mir eingezogen...hui...Alles in allem sind es 19 Neuzugänge, die direkt zu meinem kleinen, lieben Karli wandern. Ich kann leider nicht sagen, dass er sich darüber enorm freut. Somit startet mein SuB nämlich mit 141 Büchern ins Jahr 2018. Das Ziel unter 100 zu kommen, bleibt auf jeden Fall bestehen! Karli will ja sogar die 90 Bücher klein sein...hah...da hat er die Rechnung aber wohl ohne mich gemacht...
Aber gut, mein SuB kommt in einer anderen Kategorie zur Sprache. Kommen wir dazu, was es Neues gab :)

Wie ihr euch denken könnt, ist der größte Teil der Neuzugänge als Weihnachtsgeschenk bei mir eingezogen. Ich habe mir aber auch wieder einmal ziemlich viele Bücher gewünscht. Um es zu vereinfachen, hier die Liste meiner Weihnachtsbücher:


  • Nicht nur eine Liebesgeschichte - Emma Mills
  • Wolkenschloss - Kerstin Gier
  • Promise (Gesamtausgabe - den ersten Teil habe ich bereits gelesen, deshalb zähle ich dieses Buch als zwei Bücher, weil es zwei neue Bücher für mich enthält) - Maya Sherpherd
  • Das Reich der sieben Höfe - Sarah J. Maas
  • Holmes und ich: Unter Verrätern - Brittany Cavallaro
  • Elias und Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht - Sabaa Tahir
  • Morgentau - Jennifer Wolf
  • Fluch des Tigers - Colleen Houck
  • Helden des Olymp: Der Sohn des Neptun - Rick Riordan
  • Der letzte Stern - Rick Yancey


Wie unschwer zu erkennen ist, sind das die meisten Neuzugänge auf dem Foto. Jedes einzelne der Bücher habe ich mit Bedacht gewählt und ich freue mich auf jedes von ihnen! Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, mit welchem ich anfangen soll...Die meisten davon sind tatsächlich Reihenfortsetzungen. Ich habe also wieder eine Menge Stoff zum Lesen ;)

Aber es gibt auch noch ein ganz paar Bücher, die mich nicht wegen Weihnachten erreichten. Aus dem Bloggerportal durfte ich zwei Schätze begrüßen. Ich war wirklich erstaunt, dass mit beiden zugesendet wurden und ich freue mich darüber sehr! Zum einen handelt es sich um "Darker" von E. L. James. Worum es in dem Buch geht, muss ich wohl kaum beschreiben. Ich bin schon des Öfteren im Laden daran vorbei geschlichen und ich bin total glücklich, dass der Verlag ein Exemplar für mich bereitstellen konnte :) Es ist mein derzeitiges Currently-Reading. Die Geschichte ist nicht neu, aber ich bin gespannt, was sie noch zu bieten hat.
Der zweite Neuzugang ist meine Hörbuchvertretung für den Dezember :) "Verliebt bis über alle Sterne" hat einen zuckersüßen Klappentext und als ich sah, dass es das Buch als Hörbuch gibt, musste ich es haben! Ich freue mich auch hier sehr, dass es geklappt hat. Gleich heute Abend wollte ich mit dem Hörbuch beginnen. Danke an die Verlage!


Tatsächlich bleiben noch sechs weitere Bücher. Eines davon stammt aus der "Bookish Prophet Box" aus dem November. "Herrscherin der tausend Sonnen" passt wie die Faust aufs Auge zum Thema "Ferne Galaxien" und ich habe schon viel Gutes von dem Buch gehört. Ich bin gespannt, wann ich zum Lesen komme. Die Box war übrigens wieder sehr schön! Gerade brennt die Duftkerze aus der Box in meinem Arbeitszimmer :)

Die restlichen fünf Bücher sind alles Ebooks. Die Autorinnen, die wir als Synonym Rose Snow kennen, haben zu Weihnachten den ersten Teil ihrer "11-Gezeichneten"- Reihe kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt und da konnte ich einfach nicht nein sagen! "Das erste Buch der Sterne" gehört nun also mir :) Die anderen vier Bücher sind allesamt von Impress. Allen habe ich entgegen gesehnt! "Chaosherz" und "Chaosliebe" von Teresa Sporrer konnte ich mir dank eines tollen Überraschungsgutscheins kaufen! Und dann hat Carlsen einfach so die Ebox heruntergesetzt, die ich mir sonst sowieso nun im Januar gekauft hätte, nämlich "Luca & Allegra". Ich finde das Thema der Reihe so toll, dass ich sie unbedingt haben wollte. Die beiden Impress-Reihen will ich baldmöglichst lesen! "Chaosherz" wird definitiv im Januar gelesen :)


Ja, und das waren sie. 19 Bücher sind schon eine gewaltige Zahl und sie macht mir Angst...Ich hoffe sehr, dass ich auch in diesem Jahr ähnlich viel lesen kann, wie im letzten :) Und wenn nicht, ist das auch keine Schande :D
Mit diesen Worten verabschiede ich mich für heute...


Was gab es bei euch so unterm Tannenbaum? Kennt ihr einen meiner Neuzugänge? Könnt ihr etwas empfehlen?


Liebst,
eure Julia

1. Januar 2018

Rezension: "Four - A Divergent Collection" von Veronica Roth


Titel: Four - A Divergent Collection
Autor: Veronica Roth
Verlag: Harper Collins
Preis: 7,99€
Seiten: 304

Vor zwei Jahren, als ich in London war, wollte ich unbedingt ein Buch aus einer britischen Buchhandlung kaufen. Damals entschied ich mich für „Four – A Divergent Collection“ von Veronica Roth. Auch zu der Zeit war es schon ein Weilchen her, dass ich die „Bestimmung-Reihe“ gelesen habe, aber ich habe sie geliebt und war von ihrem Ende zwar getroffen, aber beeindruckt. Das Buch „Four“ ist inzwischen auch übersetzt worden und die Filme eins bis drei sind erschienen (, leider wird der vierte wohl nie gedreht werden – was für ein Desaster!). Es wurde endlich Zeit für mich Fours Geschichte zu lesen und ich fand sie richtig toll! Nach dem Lesen habe ich wieder so viel Lust auf die Geschichte, dass ich mir gleich heute Abend den ersten Film noch einmal ansehen werde. Zwar ist nur ein Teil der Geschichte neu, doch sie vermittelt ein sehr tiefes Gefühl für die Charaktere! Für mich ein absolut gelungenes Prequel!

Readers first encountered Tobias Eaton as "Four" in Divergent. His voice is an integral part of Allegiant. Readers will find more of this charismatic character's backstory told from his own perspective in Four: A Divergent Collection. When read together, these long narrative pieces illuminate the defining moments in Tobias Eaton's life. The first three pieces in this volume – "The Transfer," "The Initiate," and "The Son" – follow Tobias's transfer from Abnegation to Dauntless, his Dauntless initiation, and the first clues that a foul plan is brewing in the leadership of two factions. The fourth story, "The Traitor," runs parallel with the events of Divergent, giving readers a glimpse into the decisions of loyalty – and love – that Tobias makes in the weeks after he meets Tris Prior.

Greift man zu diesem Buch, kennt man im Normalfall die Reihe von Veronica Roth. Man kennt die Dystopie, die Charaktere, die Geschichte. Und deswegen fällt der Einstieg super leicht! Das Prequel ist kein Weltbestseller, aber für Fans ist es ein absolutes Muss! Ich hatte so viel Spaß mit der Geschichte, wurde wieder zurück katapultiert in eine tolle Handlung und konnte mich in ihr verlieren.
Ich wusste vor Lesebeginn nicht, dass die Autorin die Geschichte eigentlich zuerst aus Fours Perspektive erzählen lassen wollte. Doch wie das manchmal ist, hat das nicht funktioniert. Und nur deswegen kennen wir Tris als Protagonistin. Aber Tobias Perspektive bot sich nach Vollendung der Reihe an und ich bin Veronica Roth sehr dankbar, dass sie dieses Buch noch veröffentlicht hat. 
Mir gefiel gut, dass man problemlos in die Geschichte kommt. Des Weiteren ist das Englisch von Roth super einfach. Ich hatte keinerlei Verständnisprobleme und kam super voran. Außerdem finde ich durchaus, dass Tobias seine eigene Erzählart hat, oft nüchtern, aber manchmal auch gefühlsgeladen. 
Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht es um Tobias Fraktionswahl und die Ankunft bei den Ferox (, ich verwende die deutschen Begriffe). Hier lernen wir bereits bekannte Figuren in einem neuen Licht kennen, wie zum Beispiel Max oder Eric. Ich konnte mich an viele Charaktere kaum noch erinnern, aber das Buch schaffte es schnell, meine Erinnerungen aufzufrischen. Four ist in diesem Teil noch ganz anders, als zu dem Zeitpunkt, wenn er Tris kennenlernt. Und das unterstreicht seine Entwicklung, die in diesem Buch gut nachvollziehbar ist! Der zweite Teil widmet sich der Initiation und auch hier geht es hoch her. Allerdings waren die Ferox zu der Zeit noch etwas anders strukturiert. Insgesamt erfährt man im Buch vielmehr Hintergrundwissen. Die Fraktionsstruktur wird sehr deutlich und ich persönlich fand das sogar besser erzählt, als in der richtigen Trilogie. Ich baute schnell ein gewisses Verständnis für das Leben in den Fraktionen auf. Man hat genügend Vorwissen und doch kommen neue Informationen hinzu, die einem auch helfen, die weiteren Entwicklungen bei „Die Bestimmung“ zu verstehen. Der dritte und letzte reguläre Teil spielt zu der Zeit von Tris Initiation. Tobias findet die Anschlagspläne auf die Altruan und er verliebt sich in Tris. Diesen Teil fand ich besonders schön und besonders emotional. Danach folgen noch drei kurze Kapitel aus Fours Perspektive. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um Szenen, die man aus Tris Perspektive bereits kennt. Doch ich fand sie trotzdem lesenswert.



Insgesamt habe ich mich gewundert, wie viel Neues die Geschichte zu bieten hatte. Four ist ein toller Erzähler und ich fand seine eigene Geschichte super interessant und auch sehr authentisch. Für mich war dieses Buch absolut lesenswert und ein toller Jahresabschluss. Die Sprache ist simpel, aber gut und ich hatte unglaublich viel Spaß mit dem interessanten und spannenden Prequel. Daher vergebe ich die volle Punktzahl. Keine vier, dafür aber fünf Spitzenschuhe von mir für „Four“.