22. November 2016

Rezension: "Ein Hauch von Schicksal" von Lara Wegner


Titel: Ein Hauch von Schicksal
Autor: Lara Wegner
Verlag: Drachenmond
Preis: 12,90€
Seiten: 290
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In das Cover von „Ein Hauch von Schicksal“ habe ich mich einfach sofort und unsterblich verliebt. Die Braut, das Schiff, das Thema…hach…voll meins! Und auch der Klappentext konnte mich überzeugen, daher war ich sehr froh, dass Buch auf der FBM sogar signiert zu bekommen. Ich beendete das Buch allerdings mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite fand ich es einfach großartig und perfekt. Aber auf der anderen, hat es mich abgeschreckt und verständnislos zurückgelassen. Es gibt tolle Szenen und es gibt welche, die meiner Meinung nach nicht ins Buch gemusst hätten. Doch insgesamt, handelt es sich hier um eine schnelle Lektüre, die gut unterhält und vor allem ernste Themen beinhaltet  –  somit aber auch seine Schattenseiten hat.

Inhalt


Ein Amulett, mehr ist Grace von ihrer Familie nicht geblieben. Angeblich erfüllt es Wünsche. Obwohl sie nicht daran glaubt, wünscht sie sich ein neues Leben. Am nächsten Morgen erwacht sie nicht nur im 17. Jahrhundert, sondern auch noch in einer Ehe mit dem ehemaligen Freibeuter Rhys Tyler, mit dem sie nach Barbados segeln muss.
Niemals hätte sie erwartet, in diesem Mann ihre große Liebe zu finden. Doch gerade als Grace wieder an das Glück glaubt, werden sie von Piraten entführt und geraten in die Gewalt eines Mannes, der alles daran setzt, Grace zu brechen und Rhys zu vernichten. Nichts ist mehr sicher. Denn auch eine große Liebe kann an der Grausamkeit eines Wahnsinnigen zerschellen.

Meinung



Bereits der Klappentext lässt darauf schließen, dass man es mit zwei Geschichten zu tun hat. Ich persönlich empfand das Buch zumindest in zwei Abschnitte unterteilt. Vor allem der Anfang ist einfach toll! Grace wird in ihrem Leben nicht mehr glücklich, denn sie hat alles verloren. Da hilft es auch nicht, dass sie Geld bis zum Umfallen hat, wenn ihre Familie nie wieder kommen wird. Und so passiert das Unfassbare und sie wacht im 17. Jahrhundert auf. Dort wird sie direkt verheiratet und segelt nach Barbados. Bis hierhin habe ich die Geschichte geliebt! Grace ist klasse. Sie ist eine starke, lustige und vor allem sarkastische Frau. Mir gefiel ihr Denken und ich fand es authentisch (auch wenn ich mir ihre Lage nicht vorstellen kann). Sie nimmt die Situation mit Humor. Ich habe des Öfteren laut gelacht. Etwa, wenn Grace Vergleiche zu „Fluch der Karibik“ zieht oder Dinge sagt, die einfach nicht ins 17. Jahrhundert gehören. Mir war sie jedenfalls sofort sympathisch und auch Rhys ist ein spannender Charakter. Zwischen den beiden funkt es gewaltig und das wird ausführlich beschrieben. Denn damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet: Sex. Und davon eine ganze Menge. Ich mag sowas in Büchern eigentlich ganz gern und auch hier passte es in die Geschichte. Dennoch hatte ich das bei dem Klappentext und dem Cover nicht erwartet, deswegen möchte ich alle anderen hier vorwarnen. Die Sexszenen sind relativ ausführlich und tauchen mehr als einmal auf. Aber in guten Abständen, so dass man nicht genervt ist. Die Liebesgeschichte zwischen Grace und Rhys ist schön. Allerdings hätte sie auch ein bisschen tiefer gehen können. Das fand ich sehr schade. 
Der zweite Teil der Geschichte beginnt dann, wenn die beiden auf eine Zuckerrohrplantage auf Tortuga kommen. Und damit kommen wir zum ernsten Teil des Buches. Der Plantagenaufseher Payne ist ein grausamer Sadist und quält die beiden. Grace landet eingesperrt im Haus und Rhys auf der Plantage als Sklave. Doch es kommt noch schlimmer. Es wird brutal, es wird ekelig und furchtbar. Sklaverei wird zum Thema gemacht, was ich positiv fand. Grace Ansichten dazu sind natürlich völlig andere, als die der anderen Weißen. Auch das fand ich authentisch. Doch Achtung (SPOILER): Ein Punkt, mit dem ich absolut nicht klarkam, war der, dass Grace von Payne vergewaltigt wird. Und das wird beschrieben. Ich fand es abstoßend, ekelig und grausam. Mir fehlten die Worte. Vorher wird Sex mit einem völlig anderen Vokabular gefüllt und dann das. Ich war schockiert. Vor allem, da irgendwann, wenn alles Schlimme passiert ist und die Geschichte wieder schönere Seiten annimmt, wieder normaler Sex beschrieben wird. WHAT? Klar…es geschehen so einige grausame Sachen. Aber dass Grace das so einfach verarbeitet und dann wieder ganz normal weiter machen kann, das konnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Und das ist auch der einzige Kritikpunkt im Buch, mit dem ich absolut nicht leben konnte. Alles andere finde ich toll. Die Geschichte und deren Idee, Grace als Protagonistin, ihr gegensätzlicher Partner, die Kulisse…empfehlenswert. Aber man muss schon mit dem Verlauf der Handlung klarkommen. Die ernste Seite mag ich im Grunde auch, denn es ist wichtig, dass solche Inhalte, wie Sklaverei, noch immer thematisiert werden. Der Bösewicht ist wirklich einer. Denn Payne ist ein verabscheuungswürdiger Mann. Er hat mehrere Menschen auf bestialische Art umgebracht. Aber von seinen Handlungen wird meiner Meinung nach zu viel beschrieben. Das macht das Buch ein wenig brenzlig. 
Der Schreibstil ist total flüssig und sehr humorvoll. Nur in bestimmten Szenen gefiel er mir nicht so gut. Vor allem die besagte furchtbare Szene war hart beschrieben (, mit Absicht, ich weiß). Die Autorin bedient sich mehrerer Register, was abwechslungsreich, manchmal aber auch unangebracht ist.

Fazit




Mir hat das Buch gut gefallen. Aber es hätte wunderbar sein können, wenn auf bestimmte Dinge verzichtet worden wäre. Auch so beinhaltet das Buch eine ungewöhnliche, aber schöne Liebesgeschichte und genauso sehr ernste Töne. Das erwartet man nicht unbedingt, macht das Buch aber lesenswert. Mit der einen Stelle kann ich mich einfach nicht abfinden, weshalb ich bei 3,5 Spitzenschuhen hängen bleibe.




21. November 2016

Erinnerung: Gewinnspiel


Hallo ihr Lieben :)


Heute gibt es noch einmal einen winzigen Werbepost in eigener Sache. Denn ihr habt noch heute und morgen Zeit in den Lostopf zum Bloggeburtstags-Gewinnspiel zu hüpfen :) Was gab es nochmal zu gewinnen?



Diese drei Boxen! 

Egal ob Krimi, Fantasy oder Jugendbuch - hier ist für jede etwas dabei. Und ein paar Kleinigkeiten findet ihr ebenfalls in jeder Box.

Schaut also noch einmal beim Gewinnspiel vorbei!
Ich freue mich über jeden, der mitmachen möchte :)

Zum Gewinnspiel geht es


entlang.


Viel Erfolg!

Eure Julia


19. November 2016

Geschichtentänzer tanzt! No. 4: "Starving"

Hallo ihr Lieben!


Jetzt nachdem mein einjähriges Jubiläum gefeiert wurde (und auch immer noch gefeiert wird! Zum Gewinnspiel geht es HIER entlang - ich freu mich über jeden, der mitmacht :)), wurde es wieder einmal Zeit für einen neuen Post in der Rubrik "Geschichtentänzer tanzt".


In den letzten Monaten habe ich es kaum geschafft Choreos zu machen, die nicht für Meisterschaften gedacht sind. Allerdings habe ich jetzt eine sehr ruhige Phase und als ich letztens an einem Abend das unglaubliche Bedürfnis hatte, mich noch zu bewegen, entstand dieses Baby hier. 
Dieses Mal kann ich euch sogar wieder eine kleine Geschichte erzählen, die mit einem Buch zusammenhängt. Das Lied hat mich schon eine Weile nicht mehr losgelassen. Meine Co-Trainerin meinte, dass es im Moment einfach voll mein Style wäre, was meine Schwäche dafür ein wenig erklärt. 
"Starving" ist eine Choreo voller Emotionen. Ich habe beim Choreographieren mit dem Song mitgelitten. "I didn't know that I was starving till I tasted you..." ließ mich irgendwie relativ schnell an den bald kommenden Roman "The Melody of Eden" von Sabine Schulter denken. Wieso? Das ist ziemlich stumpf. Es geht um Vampire. Aber nicht à la Edward. Das ganze Buch habe ich auch noch nicht lesen dürfen, aber was ich kenne, finde ich toll. Es geht um eine einzigartige Liebe. Und irgendwie fiel es mir ein bisschen leichter mit dieser Geschichte im Hinterkopf zu tanzen. Wer weiß...vielleicht wusste Melody ja auch nicht, dass sie kurz vorm Verhungern war...?!



Die Choreo ist wieder einmal im Hip Hop-Lyrical Bereich anzusiedeln. Wie das immer so ist, tanzt man mehrere Durchgänge und in jedem Video gefällt einem eine andere Stelle nicht. Auch dieser Durchgang ist nicht perfekt, aber ich liebe die Choreo trotzdem. Übrigens habe ich, soweit ich mich erinnere, noch nie so lang für einen Tanz gebraucht, wie für diesen. Zwei Stunden habe ich getüftelt und geschwitzt, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Und somit widme ich es jetzt der Geschichte von Melody & Eden. 

Habt viel Spaß mit "Starving" von Hailee Steinfeld:





Danke fürs Ansehen!


Wie immer, bin ich super gespannt, was ihr zu dem Video sagt? Gefällt euch die Choreo? Kommen wenigstens ein paar der Emotionen rüber? Was würdet ihr vielleicht gern mal vertanzt sehen?
Lasst es mich wissen! :)


Eure Julia


18. November 2016

Rezension: "Das unendliche Meer" von Rick Yancey


Titel: Das unendliche Meer
Autor: Rick Yancey
Verlag: Goldmann
Preis: 16,99€
Seiten: 352


Rick Yancey ist ein Meister im Entwerfen von grausamen und brutalen Szenarios. Das war mir schon bewusst, nachdem ich „Die 5. Welle“ gelesen habe. Doch durch den zweiten Teil der Trilogie „Das unendliche Meer“ wird dies noch viel deutlicher! Eine Fortsetzung, die es in sich hat und doch so ganz anders ist, als ihr Vorgänger. Emotional, brutal und mitreißend – aber auch verwirrend und beängstigend. Wer sich auf diese Reihe einlässt, muss mutig sein. Mutig im Umgang mit Charakteren und mit  seinen eigenen Emotionen. Denn nichts ist schlimmer als ein unendliches Meer, gefüllt mit Nichts, zu fühlen…

Klappentext


Die erste Welle vernichtete eine halbe Million Menschen, die zweite noch viel mehr. Die dritte Welle dauerte ganze zwölf Wochen an, danach waren vier Milliarden tot. Nach der vierten Welle kann man niemandem mehr trauen. Cassie Sullivan hat überlebt, nur um sich jetzt in einer Welt wiederzufinden, die von Misstrauen, Verrat und Verzweiflung bestimmt wird. Und während die fünfte Welle ihren Verlauf nimmt, halten Cassie, Ben und Ringer ihre kleine Widerstandsgruppe zusammen, um gemeinsam gegen die Anderen zu kämpfen. Sie sind, was von der Menschheit übrig blieb, und sie werden sich so schnell nicht geschlagen geben. Und während Cassie immer noch hofft, dass ihr Retter Evan Walker lebt, wird der Kampf ums Überleben immer aussichtsloser. Bis eines Tages ein Fremder versucht, in ihr Versteck einzudringen...


Meinung


In „Die 5. Welle“ ist die Handlung im Vergleich zum zweiten Teil schon geradezu simpel. Die große Schwester will ihren kleinen Bruder retten, verliebt sich dabei in einen Außerirdischen und schafft das Unmögliche. Doch der Zweifel ist gesät und niemand weiß so recht, wem er noch trauen kann. Hier beginnt der zweite Teil. Es hat sich eine kleine Gruppe um Cassie herum gebildet. Gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Sammy, Zombie, Ringer, Teacup, Poundcake und Dumbo verschanzt sie sich und wartet auf Evans Rückkehr. Doch wer ist schon noch sicher? Die Gruppe teilt sich auf, um eben genau das zu finden: Einen sicheren Ort.
Das Buch ist sehr komplex geschrieben und nicht alles soll der Leser sofort verstehen. Wie auch Teil eins, wird „Das unendliche Meer“ aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Doch während Cassie und Zombie eindeutig die Protagonisten des ersten Buches waren, sind sie dies jetzt nicht mehr. Cassie hat zwar weiterhin Erzählteile und diese sind in der ersten Hälfte des Buches auch nicht gering. Das starke Mädchen, das ihre Persönlichkeit nahezu vollkommen ändern musste, muss in dieser neuen Welt immer noch zurecht kommen. Und auch Zombie spielt weiterhin den harten Sergeant, der sein Team beschützen will. Selbst Evan übernimmt eine Erzählrolle. Doch das alles gerät in den Hintergrund, wenn sich die wahre Protagonistin dieses Buches zeigt: Ringer. Über die Hälfte der Geschichte, wird von ihr erzählt. Und das ist überaus spannend – denn sie ist von den anderen getrennt. Sie wird gefangen genommen und befindet sich in den Fängen von Vosch. Doch wer ist er und warum löschte er die Menschheit nicht einfach auf einen Schlag aus? Diesen Fragen stellt sich die Kämpferin und währenddessen erfährt der Leser völlig andere Seiten von ihr. Ich mochte Ringer nie besonders. Doch wie ich bereits in meiner Rezension zum ersten Teil schrieb, muss ich betonen, dass Rick Yancey ein Händchen für die Entwicklung seiner Figuren hat. Und die Figurenentwicklung steht hier ganz klar im Vordergrund. Ringer entpuppt sich als noch so viel mehr, als nur eine emotionslose Kämpferin. Doch gleichzeitig werden durch ihren Teil Fragen aufgeworfen, die mich sehr verwirrt haben. Die in eine Richtung gehen, die ich nicht erwartet hatte und die mich noch mehr auf den dritten Band fiebern lassen. 
Die Entwicklung des Buches ist gewöhnungsbedürftig und dennoch so unglaublich gut gelungen. Rick Yancey setzt seinen Fokus einfach völlig anders, was viele vielleicht enttäuscht. Doch lässt man sich auf den Handlungssprung ein, der wirklich drastisch ist, ist das Buch eine überaus spannende Lektüre!  Man weiß einfach nie, was gleich passiert. Man weiß nie, mit was man überhaupt noch rechnen kann. Yancey baut solch emotional brutale Szenen ein, dass mir das Herz schon auf den ersten 30 Seiten stehen blieb. Da fragte ich mich dann „Ist das wirklich passiert?“ Aber auch wenn sich nicht jede Szene als so dramatisch herausstellt, wie sie anfangs erscheint, geht der Autor immer noch sehr konsequent vor. Sein Stil gefällt mir gut, auch weil er sich von den typischen Jugendbüchern stark abhebt. Das Buch zeichnet eine düstere und ernste Atmosphäre aus, die von Misstrauen geprägt wird. Und dennoch blitzen Werte wie Freundschaft, Hoffnung und Liebe immer wieder auf. Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte von Poundcake. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich diesen Jungen bewundere. Yancey baut einfach noch viele weitere kleine Geschichten ein, die so unbedeutend scheinen und die doch den Charakter des Buches ausmachen. Er spielt sozusagen mit den Werten der Menschlichkeit, lockt dadurch den Leser und lässt ihn in völliger Fassungslosigkeit zurück. Am Ende möchte man einfach nur noch wissen, was denn nun mit der Welt passiert und ob wir alle wirklich im unendlichen Meer gefangen sind. Denn das gefiel mir auch sehr gut. Die Formel „des unendlichen Meers“ greift Rick Yancey immer wieder auf. Zwischenzeitlich wird das etwas viel, doch so bleibt dieses Bild präsent und es ist überaus passend gewählt.

Fazit




Dieses Buch ist mehr als nur eine Fortsetzung. Es ist eine mutige Weiterentwicklung mit einem stark verlagerten Fokus. Doch so erfährt man noch viel mehr von dem Szenario, das Rick Yancey vor Augen schwebt. Es ist fesselnd, emotional und weiterhin brutal. „Das unendliche Meer“ ist nichts für schwache Nerven. Doch nicht nur Action steht im Vordergrund, sondern eben auch die Menschlichkeit.  Für mich ist der zweite Teil sehr gelungen und absolut lesenswert. Dennoch bin ich nicht mit jeder Entwicklung einverstanden und ein bisschen verwirrt. Ich vergebe vier Spitzenschuhe, um mir das letzte Paar für das große Finale aufzusparen.



17. November 2016

Rezension (2015): "Rehruf" von Julia Meyer


Titel: Rehruf
Autor: Julia Meyer
Verlag: Selfpublished
Preis: 1,99€
Seiten: 226

Ein wunderschönes Cover, eine innovative Idee und ein toller Sprachstil. Das sind nur drei Attribute, mit denen man den Roman „Rehruf“ von Julia Meyer beschreiben könnte. Hinzu kommt, dass der Titel wirklich schön gewählt ist und auch das sprachliche Können der Autorin unterstreicht. Das Buch ist außerdem eine Mischform aus ganz vielen verschiedenen Genres. So ist für jeden Leser etwas dabei und für Spannung und viele Wendungen ist gesorgt. Dennoch hätte man das Buch an der ein der anderen Stelle noch vertiefen können. „Rehruf“ ist ein guter Roman, der für Abwechslung im Lesealltag sorgen kann.

Inhalt


Die 16-Jährige Inga ist seit Jahren todkrank. Sie weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird und auch ihre Mutter und ihre kleine Schwester müssen dieser Tatsache ins Auge blicken. Doch als Inga, die durch ihre Krankheit nur ein sehr eingeschränktes Leben führen konnte, tatsächlich stirbt, erwacht sie wenig später wieder.  Wie kann das sein? Nach und nach erfährt Inga, dass es in unserer Welt doch etwas mehr Magie gibt, als man vielleicht denkt. Ihre Großtante ist in ein Geheimnis eingeweiht, an dem sie Inga teilhaben ließ – Inga wurde als Rehdoppel wiedergeboren. Bei Tag ist sie ein Reh und nimmt die Welt mit ganz anderen Sinnen wahr und in der Nacht wird sie wieder zum Menschen. Sie wird aufgenommen in die Herde der Rehdoppel, lernt neue Freunde kennen und genießt das neue  Leben. Doch auch dies birgt Gefahren, denn die Doppel haben Feinde, denen alle Mittel recht sind. Und außerdem wäre da noch Ingas Familie. Kann sie mit dem Gedanken leben, dass man sie für tot hält?

Meinung


Wie ich bereits erwähnt hab, gefiel mir vor allem die innovative Idee, die dem Roman zu Grunde liegt. Man liest ein Jugendbuch mit Märchen- und Fantasyelementen und bekommt dennoch ein paar Seiten Thrill geliefert. Obwohl es ein Jugendbuch ist, gibt es keine Liebesgeschichte. Im Vordergrund stehen Familie, Gemeinschaft und Trauer – und auch deren Bewältigung. „Die Mischung macht’s“, könnte man sagen. 
Einerseits gefiel mir dies auch recht gut, manchmal kamen mir die verschiedenen Wendungen aber auch sehr sprunghaft vor. Loben muss man auf jeden Fall die Sprache des Buches. Julia Meyer hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und genau in das Genre Jugendbuch passt. Allerdings gibt es ein paar Perspektivwechsel, die erst recht spät auftauchen und anfangs etwas verwirrend sind. Zwar liefern sie einen guten Einblick in verschieden Figuren, dennoch war ich etwas abgelenkt.
Die Figuren waren für mich auch ambivalent. Sie gefielen mir - auf alle Fälle! Aber ich hatte das Gefühl, grundsätzlich zu wenig über viele von ihnen zu erfahren. Gern hätte ich mehr über die anderen Herdenmitglieder und deren Geschichten gewusst. Das Buch ist recht kurz und manchmal hatte ich das Gefühl, als wenn man einfach ein paar Dinge hätte ausführlicher beschreiben können. Es steckt so viel Potenzial drin und meiner Meinung nach, wurde es einfach noch nicht ausgeschöpft.

Fazit




Alles in allem ist „Rehruf“ ein gutes Buch mit einem unerwarteten (und auch traurigen) Ende. Es besitzt Märchenzüge und ist dennoch sehr real geschrieben. Ich habe es gern gelesen, sehe aber einfach noch Luft nach oben. Eventuell wird es einen zweiten Teil geben. Ich bin gespannt! Von mir gibt es 3 von 5 Spitzenschuhen.



16. November 2016

Überraschungspost: "The Melody of Eden"


Hallo ihr Lieben :)


Vor ein paar Tagen wurde ich vom Postboten überrascht. Ich fand einen niedlichen kleinen Umschlag im Briefkasten, auf dem als Absender "Dark Diamonds" vermerkt war. Wir kennen es inzwischen alle, das neue Imprint by Carlsen. Allerdings bin ich leider kein Stammbloger des Labels. Aber es gibt ja andere Mittel und Wege. 

Die wunderbare Autorin und inzwischen zur Freundin gewordene Sabine Schulter veröffentlicht am 25.11 ihr ersten Buch bei Dark Diamonds :) "The Melody of Eden - Blutgefährten" heißt das gute Stück und ich freue mich sehr auf das Buch! Um die Vorfreude noch ein bisschen zu vergrößern, schickte Sabine in Absprache mit dem Verlag diese tollen Pakte los, von denen auch mich eines erreichte. Und das befand sich darin:


Da ich wohl der größte Stickerfan der Welt bin, haben diese beiden Exemplare es mir besonders angetan ;) Allerdings liebe ich auch alle anderen kleinen Goodies! Das Cover ist wunderschön und auch die Leseprobe lässt nur Gutes erwarten. 

Bald könnt ihr euch davon auch selbst überzeugen!



Wartet ihr auch schon auf "The Melody of Eden" oder andere Neuerscheinungen von Dark Diamonds? Wie gefällt euch das Cover?


Ein Lesezeichen und eine Postkarte von "The Melody of Eden" befinden sich übrigens auch in der Fantasybox, die ihr bei mir aktuell noch gewinnen könnt. Schaut einfach beim Gewinnspiel vorbei :)


Eure Julia

14. November 2016

Rezension: "Percy Jackson - Der Fluch des Titanen" von Rick Riordan


Titel: Percy Jackson - Der Fluch des Titanen
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Preis: 8,99€
Seiten: 368


Wäre ich der Gott Dionysos würde ich jetzt sagen: „Dieser Peter Johnson gefällt mir einfach.“ Aber ich bin nicht göttlich und ein Weinliebhaber bin ich auch nicht. Außerdem kann ich mir Namen merken. Daher bleibe ich lieber bei: Percy Jackson! Dieser junge Halbgott geht einfach ab – und das in jedem seiner Abenteuer. „Percy Jackson – Der Fluch des Titanen“ ist bereits das dritte Buch der PJ-Reihe und es ist für mich sogar das beste bis jetzt gelesene. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden macht Percy sich auf, ein Ungeheuer zu finden und zu besiegen. Denn Kronos ist kurz vor seiner Auferstehung – und das gefällt nicht nur den Olympiern nicht! Außerdem muss mehr als nur eine Seele gerettet werden. Also stürzt euch mit dem Sohn des Poseidon ins Abenteuer! Es lohnt sich.

Klappentext


Die Götter des Olymp befürchten das Schlimmste, denn die Titanen rüsten zum Krieg! Percy und seine Freunde müssen bis zur Wintersonnenwende die Göttin Artemis befreien, die in die Klauen der finsteren Mächte geraten ist. Dabei müssen sie gegen die gefährlichsten Monster der griechischen Mythologie antreten - und geraten selbst in tödliche Gefahr. Aber mit Percy haben die Titanen nicht gerechnet. Dabei weiß doch inzwischen jeder, dass er mit allen Wassern gewaschen ist - schließlich ist er der Sohn des Poseidon!

Meinung


Ich mag die Struktur der Percy-Jackson-Bücher. Rick Riordan ist ein überaus fähiger Autor und hat mit Percy eine großartige Figur erschaffen. Der ironische Halbgott hat mein Herz im Sturm erobert und für seinen Witz liebe ich ihn noch ein bisschen mehr. Percy erlebt in jedem Buch ein beinahe allein stehendes Abenteuer, das aber letztendlich die große Geschichte um ihn und seine Freunde bildet. Manchmal kann man sagen, dass einzelne Kapitel ebenfalls kleine Abenteuer sind. Und obwohl man so manchmal den Eindruck gewinnt, als wenn viele Handlungen losgelöst voneinander sind, täuscht dies. Denn Riordan ist ein begabter Schlingenleger und er versteht es, diese an den richtigen Stellen zuzuziehen.
Jedes Mal, wenn ich ein PJ-Buch aufschlage und einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis werfe, muss ich bereits schmunzeln. Die Kapitelnamen sind einfach jedes Mal der Wahnsinn. Mein Favorit in diesem Buch ist „Ich mache Snowboarding mit einem Schwein“. Aber auch „Alle hassen mich, nur das Pferd nicht“ ist einfach toll und besonders intertextuell ist natürlich das Kapitel „Der Besuch der alten Dame“. Schon allein wegen des Stils und der Erzählweise kann ich jedem die Bücher von Rick Riordan ans Herz legen.
Aber kommen wir vielleicht mal etwas mehr zu „Der Fluch des Titanen“. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und wie ich oben bereits erwähnte, ist es bis hierhin das beste der Reihe. Die Figuren sind inzwischen etabliert und lange Ausführungen werden eingespart. Dennoch befindet man sich sofort in der Handlung und versteht diese sehr gut. Grover, Thalia und Annabeth sind feste Bestandteile der Geschichte. Doch letztere spielt eine kleinere Rolle: Denn sie wird entführt. Percy legt alles daran, um seine Freundin zu befreien. Selbst die Göttin Artemis macht sich auf die Suche. Aber die Götting verschwindet ebenfalls. Mit was für einem Gegner haben Percy und seine Freunde es zu tun, wenn nicht mal die Göttin der Jagd helfen kann? Doch Artemis kommt nicht allein. Sie hat ihre eigenen Jägerinnen um sich und zwei von ihnen machen sich zusammen mit Percy, Grover und Thalia auf Mission. Zoe Nachtschatten ist eine sehr interessante Figur und als Leser nimmt man durchaus einen Wandel an ihr wahr. Bianca di Angelo war mir lange ein Rätsel, ebenso wie ihr kleiner Bruder Nico. Allerdings finde ich die Geschichte um die beiden Geschwister unglaublich gut gelungen. Sie sorgt am Ende des Buches für ein Aufhorchen und lässt mich auf den nächsten Teil fiebern. Hier haben wir es beispielsweise mit einer solchen Schlinge des Autors zu tun, welche ich angesprochen habe.  
Das Buch ist spannend und geistreich. Man hat beim Lesen einfach Spaß und das finde ich toll. In dieser Reihe sind Werte zu finden, die vielleicht erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Freundschaft, Zusammenhalt, Familie, Güte – aber auch Hass, Fehlentscheidungen oder Rebellion. Meiner Meinung nach kann man viel aus der Geschichte um Percy herum ziehen. Durch die tolle Erzählweise fliegt man durch die Seiten. Riordan hat in jedem Teil etwas Neues und Spannendes eingeführt, was die Handlung erweitert und ihr einen Gewinn bringt. 
Ich weiß, dass ich mich relativ schwammig ausdrücke, allerdings möchte ich auch nicht zu viel verraten. Glaubt mir einfach: Wenn ihr die ersten beiden Teile gelesen habt, dann solltet ihr jetzt auf keinen Fall aufhören!


Fazit



„Der Fluch des Titanen“ ist ein weiterer Schritt im Kampf gegen Kronos. Es tauchen alte Feinde, neue Götter und neue Titanen in Percys Leben auf und er muss sich jeder mythologischen Gefahr stellen. Ich liebe das Gerüst, in das die Geschichte eingebettet ist und freue mich auf das nächste Buch. Für dieses Buch vergebe ich 4,5 Spitzenschuhe.