12. November 2016

Mein erster Bloggeburtstag + großes GEWINNSPIEL

Ihr Lieben!



Kaum zu glauben, aber wahr: Mein Blog wird heute ein Jahr alt! 



Ich bin selbst überrascht, wie schnell dieses Jahr verging, aber ich freue mich auch unglaublich! Und deshalb möchte ich ein bisschen mit euch feiern :) Nachdem ich mein Jahr reflektiert habe, gibt es zum ersten Mal ein tolles Gewinnspiel für euch! Also schaut unten im Post, was ich für euch vorbereitet habe...


Ein Jahr lang durch Geschichten getanzt...


Ich weiß, es klingt inzwischen ein bisschen abgedroschen: Aber ich habe in diesem Jahr wirklich viel Spaß gehabt und tolle Menschen kennen gelernt. Und so selbstverständlich ist das gar nicht. Man hat mich in die Bloggerfamilie wirklich gut aufgenommen und natürlich verdanke ich meiner lieben Freundin Elif, die ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen musste, eine Menge. Erst gestern musste sie mich bezüglich einer Grafik retten ;) :D Aber nicht nur Elif ist für diesen Blog wichtig, sondern ihr alle: meine liebsten Leser :)
Ich bin ein Social Media Muffel und auch wenn manche Menschen immer wieder versuchen, mich zu überzeugen, mir doch wenigstens Whatsapp zu holen (ja Leute, ich lebe bewusst auf dem Mond), scheiterten sie ein weiteres Jahr. Dementsprechend hat mein süßer kleiner Blog weder einen Instagram-, noch Facebook-Account und getwittert wird auch nicht. Voll altmodisch, ich weiß. Aber manchmal bin ich eben etwas eigen ;) Umso dankbarer bin ich für jeden einzelnen, der seinen Weg hierher findet und auch bleiben mag. DANKE IHR LIEBEN! Ohne euch würde das Ganze nur halb so viel Spaß machen...Danke für eure Kommentare, eure Ermutigungen und jedes liebe Wort!


Zu den Fakten

Ich...

... habe nicht nur tolle Bloggerkollegen, sondern auch tolle Autoren kennengelernt. 
... war auf zwei Buchmessen in diesem Jahr und sammle stetig an Erfahrung. 
... durfte drei interessante Autoren interviewen.
... habe zwei Reiseberichte geschrieben und insgesamt drei meiner Choreographien mit euch geteilt (für alle, die auf Neues warten: Die neue Choreo ist bereits hochgeladen und der Post wartet nur auf seine Veröffentlichung in den nächsten Tagen). 

... versuche regelmäßig über Themen zu schreiben, die mich bewegen. Sei dies die aktuelle Bildungspolitik, Events, oder andere Erlebnisse.
... habe 14 tolle Filme kritisiert (- was bei Weitem nicht jeder war, den ich gesehen habe).


Insgesamt sind bis gestern 267 Posts auf "Geschichtentänzer" online gegangen. 
Lustigerweise ist der beliebteste Beitrag in diesem Jahr meine Review zum Film "Zoomania" gewesen. Es gab 352 Kommentare von euch (und mir) und in etwa 9500 Seitenaufrufe. Damit bin ich mehr als zufrieden und einfach nur dankbar! Also, Danke :*


Gewinnspiel



Und wenn das keine kleine Party wert ist, dann weiß ich auch nicht ;) Und deswegen habe ich keine Kosten und Mühen gescheut, um ein wirklich tolles Gewinnspiel für euch zu organisieren. Ich hoffe es gefällt euch genauso sehr wie mir und ihr habt Lust dabei zu sein. :)

Verlost werden drei verschiedene Boxen. Die KRIMIBOX, die FANTASYBOX und die JUGENDBUCHBOX. In jeder Box verbirgt sich ein Buch und dazu passende Goodies. Alle drei Bücher habe ich in diesem Jahr gelesen und geliebt! Nur das Beste für euch ;)


Und das verbirgt sich dahinter:




















Die Krimibox


Klappentext: 

"Mörderische Unschuld" von Rikje Bettig


Die junge Rechtsanwältin Josi Berger soll einen mutmaßlichen Mörder verteidigen. Als Wirtschaftsanwältin ist sie von dieser Aussicht alles andere als begeistert. Zu allem Überfluss entpuppt sich ihr neuer Mandant Max Rosing auch noch als überheblicher Macho. Unerwartete Hilfe bekommt Josi vom charismatischen Journalisten Martin Petersen. Während der Ermittlungen kommen sich die beiden näher. Doch auch Rosing träumt von der blonden Rechtsanwältin. Als er seine Angebetete in den Armen des Journalisten sieht, fühlt er sich betrogen. Rosing sinnt auf Rache und ein teuflisches Spiel beginnt.



In der Krimibox findet ihr ein tolles Debut, das in diesem Jahr erschienen ist. "Mörderische Unschuld" ist ein richtig guter Thriller, der in meiner Heimatstadt spielt, aber auch durch vielschichtige Charaktere und einen tollen Stil besticht. Zu meiner Rezension gelangt ihr übrigens hier. Die Autorin Rikje Bettig durfte ich im Zuge der Veröffentlichung kennenlernen und auch sie gehört zu den Menschen, die dieses erste Bloggerjahr noch schöner gemacht haben. Danke Rikje, auch für die zur Verfügungstellung des Buches für dieses Gewinnspiel!
Zu gewinnen gibt es eine neue und SIGNIERTE Printausgabe des Buches (, auf die ich ganz neidisch bin, da ich das Buch selbst nur als ebook besitze) mit dazugehörigen Lesezeichen. Hiervon ist übriges auch eines signiert ;) Passend zum Blut auf dem Cover findet ihr noch einen schicken Nagellack im Paket und um euch ein bisschen in Gruselstimmung zu bekommen, lege ich noch ein Kürbisteelicht oben drauf.  Gänsehaut vorprogrammiert!


Die Fantasybox


Klappentext:

"Die Hüterin der Welten" von Sabine Schulter


Die Weltenuhr ist ein mystisches Gebilde, das die unterschiedlichen Welten und den Schleier, der sie voneinander trennt, im Gleichgewicht hält. Die Hüter in Loreen wissen das, doch Néle, die ein völlig normales Leben auf der Erde führt, ahnt davon nichts.

Doch der Schleier wird immer dünner und fremde Krieger wollen sich der anderen Welten bemächtigen. 

Völlig unverhofft findet sich Néle in Loreen wieder, wo sie auf Menschen trifft, die ihre Hilfe brauchen. Denn nur sie scheint die Gabe zu besitzen, den Schleier wieder zu festigen und die Welten vor der vollständigen Vernichtung zu retten. 

Nun ist es an ihr, sich zu entscheiden, ob sie ihr Schicksal annimmt oder nicht.


In der Fantasybox findet ihr einen weiteren Schatz aus meinem Lesejahr. Inzwischen bin ich mehr als nur ein Fan von der Autorin Sabine Schulter und den Welten, die sie bereits erschaffen hat. "Die Hüterin der Welten" ist ihr bislang einziger Einzelband, den ihr hier gewinnen könnt. Das Buch entführt euch in mehr als nur eine fantastische Welt, die auf Rettung angewiesen ist. Viele innovative Ideen, wunderbare Charaktere und ein fließender Stil warten auf euch. Zu meiner Rezension geht es hier.
Zu gewinnen gibt es eine neue Printausgabe von "Die Hüterin der Welten". Oben drauf hat die liebe Autorin noch Postkarten und eine Leseprobe von ein paar ihrer anderen Bücher gepackt. Ihr neustes Buch "The Melody of Eden" erscheint übrigens Ende November im Dark Diamonds Verlag (by Carlsen). Zusätzlich findet ihr in der Box noch ein wunderschönes Lesezeichen, was toll zu den Herbstfarben dieser Box passt. Danke an Sabine Schulter für diesen schönen Boxinhalt!


Die Jugendbuchbox


Klappentext:

"Jane & Miss Tennyson" von Emma Mills

Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.


In der Jugendbuchbox findet ihr ein Buch, das ich einfach für euch kaufen musste. "Jane & Miss Tennyson" gehört zu meinen Jahreshighlights und ich denke, es könnte keinen besseren Vertreter für dieses Genre geben. Eine Geschichte eines Mädchens, das sich für nichts Besonderes hält und doch eine ganz besondere Geschichte erzählt. Für mich ist es einfach großartig, meine Rezension findet ihr hier.
Zu gewinnen gibt es ein noch eingeschweißtes Printexemplar von "Jane & Miss Tennyson". Mit dabei ist ein Bastelpapierblock, der farblich gut zum Buch passt. Ein paar Leseproben, Postkarten und Lesezeichen steuere ich ebenfalls noch bei.



Und so geht's:

Ihr möchtet für eine, zwei oder sogar alle drei Boxen in den Lostopf hüpfen? Aber gern!
Was müsst ihr dafür tun?




Schreibt mir einfach in einem Kommentar unter diesem Post, welche der Boxen ihr gern gewinnen würdet. Ihr könnt mehrere angeben.
Seid Follower meines Blogs und teilt mir mit unter welchem Namen und wo ihr mir folgt (Blogspot, Blogloving & G+). Solltet ihr auf irgendeiner Plattform (auch gern eine, auf der ich selbst nicht aktiv bin) noch Werbung für dieses Gewinnspiel machen, bekommt ihr ein Extralos für eine gewünschte Box. Teilt mir auch hier den Link zu eurem Post mit. 
Das Gewinnspiel läuft bis zum 22.11, 23.59 Uhr.
Und dann habt ihr es auch schon geschafft :)


Ich freue mich riesig auf eure Kommentare und auch darüber, dass ich überhaupt diesen Post schreiben kann. Vielen Dank für das erste Jahr "Geschichtentänzer" - Auf viele Weitere! 


Eure Julia




Teilnahmebedingungen

Dieses Gewinnspiel wird von Geschichtentänzer organisiert.
Es besteht keine Verbindung mit blogspot und wird auch nicht von blogspot unterstützt.
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel wird automatisch bestätigt, das man das 18. Lebensjahr erreicht hat und voll geschäftsfähig ist.
Teilnehmer unter 18 Jahren müssen eine Erlaubnis haben und auf Nachfrage eine Einverständniserklärung der Erziehungs/-Sorgeberechtigten vorlegen.
Die gleichzeitige Teilnahme unter Verwendung von verschiedenen Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und führen zum sofortigen Ausschluss von allen Gewinnspielen.
Im Gewinnfall erklären sich die Gewinner bereit, ihre Daten für den Versand der Gewinne zur Verfügung zu stellen.
Der Gewinnversand erfolgt ausschließlich nach Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für den Postweg wird keine Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich wünsche euch viel Glück!



11. November 2016

Review: "Doctor Strange"


        Titel: Doctor Strange

          Regie: Scott Derrickson

          Länge: 115 Minuten

          FSK: 12

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016





Benedict Cumberbatch ist immer einen Film wert. In seiner Rolle als Sherlock Holmes wird er verehrt und auch sonst hat er noch nie eine schlechte Figur gemacht. Als ich zum ersten Mal den Trailer von "Dr. Strange" sah, musste ich kurz blinzeln. Denn dass Cumberbatch in die Rolle eines Marvel-Helden stürzen würde, hatte ich nicht erwartet. Also musste der Film allein deswegen gesehen werden. Und auch wer große Erwartungen an den Schauspieler hat, wird nicht enttäuscht! Ich persönlich empfand "Dr. Strange" manchmal als etwas kompliziert, aber es ist auf jeden Fall ein sehenswerter Film.

Darum geht's...


Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein arroganter, aber auch unglaublich talentierter Neurochirurg. Nach einem schweren Autounfall kann er seiner Tätigkeit trotz mehrerer Operationen und Therapien nicht mehr nachgehen. In seiner Verzweiflung wendet er sich schließlich von der Schulmedizin ab und reist nach Tibet, wo er bei der Einsiedlerin The Ancient One (Tilda Swinton) und ihrer Glaubensgemeinschaft lernt, sein verletztes Ego hinten anzustellen und in die Geheimnisse einer verborgenen mystischen Welt voller alternativer Dimensionen eingeführt wird. So entwickelt sich Doctor Strange nach und nach zu einem der mächtigsten Magier der Welt. Doch schon bald muss er seine neugewonnenen mystischen Kräfte nutzen, um die Welt vor einer Bedrohung aus einer anderen Dimension zu beschützen.
(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/130533.html#)

Meine Meinung


Zu Benedict Cumberbatch habe ich eingangs genug gesagt. Der Mann ist ein begnadeter Schauspieler, der auch hier eine gute Figur macht. Er spielt den arroganten Arzt überzeugend und setzt seine Veränderung großartig um. Meines Erachtens ist er eine bedeutende Säule, die diesen Film trägt. Eine weitere sind sicher die Effekte und somit die Aufmachung des Films. Man sollte dieses Abenteuer in 3D erleben, ansonsten ärgert man sich nur. Durch das Thema der Magie entstehen Szenen, die den Zuschauer verzaubern können. Man bekommt viele Bilder geboten, wenn es um die anderen Dimensionen geht. Somit ist der Film immer abwechslungsreich, aber auch ein bisschen konfus. Mich verwirrte die ein oder andere Handlung. Dennoch saß ich oft mit offenem Mund im Kinosaal, weil solch unglaubliche Dinge passieren.
Der Film ist klasse aufgebaut. Mir gefielen die ersten Minuten, in denen man Dr. Strange als praktizierenden Arzt kennenlernt richtig gut. Ich glaube Cumberbatch wäre auch in einer Arztserie wirklich toll. Hach…. Hier lernt man auch bereits Dr. Palmer kennen, eine Freundin von Strange. Oder feste Freundin? Was zwischen den beiden war/ist bleibt anfangs unklar. Dennoch spielte Rachel Adams Figur für mich eine große Rolle. Ich mag diese Schauspielerin sowieso sehr gern und meiner Meinung nach passte sie gut an Stranges Seite. Nachdem der Abschnitt als Arzt abgeschlossen ist, wendet Strange sich deprimierenden Methoden zu. Erst danach kommt er nach Tibet. Der Schauplatz ist sehr schön und die Gemeinschaft war ebenfalls gut umgesetzt. Im Allgemeinen glänzt der Film durch seine Bildgewalt. Die verschiedenen Dimensionen bieten viele Möglichkeiten zur Umsetzung. Die Geschichte ist zwar etwas wirr, aber im Großen und Ganzen logisch. Strange (er selbst würde Wert darauf legen, dass das „Dr.“ vor dem Namen genannt wird) muss gegen einen ehemaligen Magieschüler kämpfen, der sich inzwischen der dunklen Dimension zugewandt hat (nein, wir sind nicht bei Star Wars). Der Kampf zwischen beiden Fraktionen ist gut gelungen und actionreich. Besonders cool fand ich den Mantel von Strange und die witzigen Szenen im Film. Vor allem am Ende kann man im Kino durchaus lachen, denn Strange glänzt mit Witz und Genie. Wie sollte es auch anders sein.
Die Nebenrollen sind ebenfalls interessant. Die Älteste gefiel mir nicht so gut, doch auch ihre Intention wird irgendwann deutlich. Wong war ein toller Typ, aber mein Herz eroberte Mordo. Der beständige Freund bildet einen Ruhepool im Film.
Die Handlung ist gelungen und actiongeladen. Dennoch ist „Dr. Strange“ ein etwas anderer Marvel-Film, in dem nicht nur das Mittel Action genutzt wird. Der Film schlägt auch ruhigere Töne an, was mir gut gefiel. Was mich ein bisschen gestört hat, ist der Umstand, dass Strange angeblich zu einem der mächtigsten Magier überhaupt wird. Das stimmt zwar, aber so deutlich kommt das gar nicht vor und man erfährt es auch erst sehr spät. Das gefiel mir nicht. Ansonsten habe ich an dem Film nicht viel zu meckern. Ich wurde absolut unterhalten und vom Hauptdarsteller verzaubert.


Also…



„Dr. Strange“ ist kein typischer Marvel Film. Es wird nicht pausenlos gekämpft oder zerstört. Im Zentrum steht die Entwicklung eines einzelnen Mannes, der nicht nur einen Teil von sich selbst durch die Magie neu entdeckt. Der Film hat durch seine wechselnde Bildgewalt viel zu bieten und bleibt abwechslungsreich. Benedict Cumberbatch brilliert erneut, doch auch die anderen Schauspieler meistern ihre Rolle gut. Ich persönlich freue mich sehr auf das nächste Auftauchen des Doktors, das in der Zusatzszene angesprochen wurde. Für seinen ersten Solo-Film vergebe ich vier Sterne.

10. November 2016

Rezension: "Tanz in die Freiheit" von Susanne Betz


Titel: Tanz in die Freiheit
Autor: Susanne Betz
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 19,99€
Seiten: 353

Historische Romane sind ein Phänomen. Sind diese gut recherchiert und authentisch, können sie ein Genuss und im besten Fall noch lehrreich sein. Sind diese aber eher schlampig erarbeitet, schüttle ich als Geschichtsstudentin nur den Kopf (Fiktion hin oder her, die Basis muss stimmen). Umso glücklicher war ich nach dem Lesen des Romans „Tanz in die Freiheit“, es mit einem Vertreter der ersten Sparte zu tun zu haben. Ein gelungener Roman, der in einer brenzligen Zeit spielt und sich mit den Träumen junger Menschen befasst. Veränderung, Umsturz – ja, Freiheit! An nichts anderes denkt man, wenn man an die Französische Revolution denkt. Und genau das ist es, was die Geschwister Felix und Eleonore brauchen.  Verpackt in verschiedene historische Orte, Handlungen und Figuren bekommt der Leser hier ein nicht ganz einfach zu lesendes, aber überaus interessantes Buch geboten. Sehr gelungen!


Klappentext


1791: Die Geschwister Eleonore und Felix langweilen sich im provinziellen und intriganten Weimar. Ihr Vater ist ein adeliger Hofbeamter, die Mutter eine exzentrische Mathematikerin und ihr Nachbar der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Die Sturmgewitter der Französischen Revolution flackern in Form von Gerüchten, Schriften und Besuchern aus dem fernen Frankreich ins kleine Herzogtum und befeuern den Freiheitsdrang der Geschwister. Als ihre Mutter stirbt, nimmt das Leben eine dramatische Wende: In ihrem Testament verfügte diese, dass Eleonore und Felix einen Koffer voller mathematischer Berechnungen zu einem geheimnisvollen Monsieur Schwartz nach Paris bringen müssen, dort erst sollen sie ihr Erbe erhalten. Die Geschwister brechen auf. In Paris lernen sie nicht nur eine weltoffene und libertine Stadt kennen, hier bebt noch immer die Revolution ...

Meinung


Die Französische Revolution war mein Schwerpunktthema im Abitur. In diesem Jahr habe ich das erste Mal die wunderschöne Stadt Weimar besucht. So ist es nicht verwunderlich, dass ich bei diesem Klappentext sofort aufhorchte. Wie ich anfangs erwähnte, kann man bei historischen Romanen viel falsch machen. Auch der Leser muss sich bewusst sein, es nicht mit der vergangenen Historie zu tun zu haben. Sondern mit einer Geschichte, die sich so abgespielt haben könnte. Aber hier wurde nicht viel falsch gemacht.
Susanne Betz  hat „Tanz in die Freiheit“ klug recherchiert und logisch aufgebaut. Der rote Faden ist immer erkennbar, was es dem Leser erleichtert. Denn der Stil ist nicht simpel. Manchmal muss man sich durch die Seiten zwingen, vor allem zu Beginn. Ich selbst brauchte ein paar Seiten um mich an den altertümlichen Stil zu gewöhnen. Dieser Stil macht das Buch aber umso authentischer. Dennoch muss man sich auf diese Schreibweise einlassen, was für einige Leser anstrengend sein kann. Zum Teil kommt man hinter bestimmten Gedankengängen auch nicht hinterher. Ich könnte das Buch dennoch aufschlagen und einen x-beliebigen Satz vorlesen und bin mir fast sicher, dass er ein sehr schönes Zitat abgeben würde. Denn Susanne Betz Art zu schreiben ist gebildet, ausschweifend und in Teilen wunderschön. Normalerweise schreibe ich nicht so viel über den Schreibstil eines Autors, doch hier trägt er maßgeblich zur Geschichte bei und wirkt in die Figuren.
„Tanz in die Freiheit“ ist eine Gesellschaftsgeschichte. Es geht tatsächlich um Freiheit und natürlich um Umbrüche, die Ende des 18. Jahrhunderts allgegenwärtig waren. Der Einstieg fällt dem Leser leicht. Der Prolog ist rasant und spannend und spielt viele Jahre nach Handlungsbeginn. Man bekommt das Bild einer flüchtenden Frau in Paris geliefert: die spätere Protagonistin. Doch dann beginnt das erste Kapitel und besagte Eleonore ist ein behütetes junges Fräulein im beschaulichen Weimar. Wie passen diese beiden Bilder zusammen? Das Interesse des Lesers wird sofort geweckt. Wie ich bereits sagte, baut die Geschichte sich auf. Auch wenn man anfangs annimmt, dass Eleonore im Mittelpunkt steht, ist dies falsch. Es geht tatsächlich um die Geschwister. Ein Kapitel ist aus ihrer und eines aus Felix Sicht verfasst. Diese Perspektiven wechseln sich ab. Und tatsächlich wird das Buch dadurch abwechslungsreich. Denn auch wenn die Geschwister sich lieben und nach außen hin gleich sind, so hat doch jeder seine eigene Art zu denken und zu erzählen, was in den Kapitel verdeutlicht wird. Während Eleonore politikdesinteressiert ist, ist Felix gebildet. Doch er ist auch eitel und weltfremd. Letzteres trifft auch auf Eleonore zu. Die Entwickelung der beiden ist unglaublich und sehr interessant. Mit jedem Kapitel ändert sich immer wieder eine Facette an ihnen, bis sie am Ende wirklich erwachsen geworden sind. Sie erleben in Paris eine Menge. Insgesamt gefiel mir der Wechsel vom fürstlichen Weimar ins revolutionäre Paris sehr gut! Man spürt die Abneigungen der Geschwister und das Feuer, das sie dann packt. Beide lernen verschiedene Menschen kennen, die sie prägen. Mir haben vor allem die Frauen, mit denen Eleonore zu tun hat, gefallen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die weibliche Hauptfigur mich insgesamt mehr begeistern konnte. Felix war mir sehr fremd, wenn auch liebenswürdig. Doch beide Protagonisten sind keine Sympathieträger. Man fühlt mit ihnen. Allerdings entwickelt man auch widersprüchliche Gefühle ihnen gegenüber und ist manchmal abgestoßen. Für mich waren sie mehr eine Art Reisebegleiter, als Figuren zur Identifikation. Manchmal konnte ich sie nicht verstehen, dennoch litt ich mit ihnen. Für mich waren vor allem die Nebencharaktere besonders. Julie ist eine temperamentvolle Frau, ohne die sich Eleonore sich nicht zu Recht gefunden hätte. Auch Frau Vulpius ist sehr interessant. Oder Olympe de Gouges. Gerade das ist es, was Susanne Betz gelungen ist. Es gibt eine ausgewogene Mischung zwischen bedeutenden historischen Persönlichkeiten, die wichtig für das Geschehen waren und den fiktiven Charakteren, die nur für diese Handlung von Bedeutung sind. Auch wenn ich es mir kaum vorstellen kann, dass es jemanden wie die beiden Geschwister gegeben haben kann (, der Goethe und viele historische deutsche Persönlichkeiten UND die Geister der Revolution kannte), schadet das der Geschichte nicht. Eleonore und Felix haben selbst genug eigene Probleme, gebettet in die Probleme der Welt um 1800. Zwischenzeitlich las ich eine Passage zweimal, weil mich die grausamen Entwicklungen im Namen der Freiheit so sehr an unsere heutige Welt erinnert haben (man denke nur einmal an die US-Wahl). Ich denke, dass die Autorin in ihren Roman wichtige und auch aktuelle Fragen mit eingebettet hat – und das obwohl die Französische Revolution doch so lang her ist. Meines Erachtens ist das Buch gut recherchiert. Jedenfalls fand ich keine Passage, an der ich dachte, dass das aufgrund der Quellenlage leider nicht sein kann (Historikerkrankkheit). 
Die Handlung ist komplex und vielseitig. Themen wie Freundschaft, Liebe, aber auch Familie und Gesellschaft stehen im Vordergrund. Doch so vieles Kleines zwängt sich dazwischen. Ich habe das Buch gern gelesen, doch warne ich auch davor, dass man es mit Aufmerksamkeit lesen muss. Es ist kein Buch für „zwischendurch“. Sondern interessante, aber auch fordernde Lektüre. Dennoch konnte ich sie sehr genießen!


Fazit


„Tanz in die Freiheit“ ist tatsächlich ein gesellschaftlicher Tanz zweier Geschwister in die verschiedensten Definitionen von „Freiheit“ – aufopfernd und interessant. Eine gut durchdachte Geschichte, gespickt mit einer tollen Figurenkonstellation führen zu einem wirklich guten Buch. Nur der ausschweifende und manchmal verzwickte Stil ließen mich etwas aufschrecken. Alles in allem spreche ich aber für alle, die diese Zeit und die Ereignisse faszinieren eine klare Leseempfehlung aus! Ich vergebe vier Spitzenschuhe, mit denen Eleonore und Felix noch ein bisschen weiter in ihre eigene Freiheit tanzen können.






Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse für das schöne Rezensionsexemplar!


8. November 2016

Keine Lesefreude in Bremen? Oder: - Von den frustrierten Gedanken einer Lehramtsstudentin



Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich mich mit euch in eine etwas politischere Richtung bewegen. Aber keine Angst: Wir bleiben immer noch beim Thema Lesen.




Für diejenigen, die es nicht wissen, sollte ich sagen, dass ich Lehramtsstudentin für die Fächer Deutsch und Geschichte in Bremen bin. Ich befinde mich im Master und bin kurz davor mein Studium abzuschließen. Hierzu muss ich nur noch meine Masterarbeit schreiben, die sich um das Thema der Groß- und Kleinschreibung und deren Erlernung drehen wird. Also kurz: um Rechtschreibung. 
Aktuell unterrichte ich in der Woche zwei sogenannte "Förderkurse" zum Thema Rechtschreibung an einem Bremer Gymnasium. Die Kurse sind für die Jahrgangsstufen 5 und 6 und mir macht die Arbeit mit den Schüler/innen sehr viel Spaß - wenn sie auch sehr anstrengend ist (und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für Fehler die Kids machen..). 

Aber nun zum Thema:
Vor Kurzem kamen die Ergebnisse der IQB-Studie heraus. Das ist quasi das deutsche Pendant zum internationalen Pisa-Test. Hier werden die Bundesländer in fünf verschiedenen Bereichen getestet. Ihr könnt euch auch anhand des Bildes des Artikel in unserer regionalen Zeitung schon vorstellen, zu welchem Ergebnis die Studie bezüglich des kleinsten Bundeslandes kam: 
BREMEN IST SCHLECHT. 
Grundsätzlich.

In vier von fünf Bereichen belegte unser wunderschöner Stadtstaat einfach mal den letzten Platz. Aber hey, das schockt uns Bremer schon gar nicht mehr. Wir sind schon die letzten, seit ich in der Grundschule war (...ich muss zugeben, ich bin in Niedersachsen zur Schule gegangen...). Das Phänomen ist tatsächlich schon Jahrzehnte alt. Umso trauriger ist es, dass Bremen es nicht schafft, sich zu verbessern. Aber ist das verwunderlich? 
Wenn ihr mich fragt, nicht so richtig. Aber das ist keine Ausrede für die Ergebnisse. Doch um meinem Ärger mal Luft zu machen, muss ich auch sagen, dass unsere Bildungspolitik selbst schuld ist. Wir sind bekanntlich winzig und höchst verschuldet. Wenn kein Geld da ist, kann es auch nicht in die Bildung gesteckt werden. An Bremer Schulen kommt eigentlich nichts an. Die Ausstattung der Schulen ist zum Teil miserabel. Die Lehrkräfte haben Angst in ihre Klassen zu kommen, weil die Kinder so aggro sind. Haha. 
Nach außen hin wird immer wieder betont, dass Bremen große Anteile an SuS (Schüler und Schülerinnen....wir wollen ja politisch korrekt bleiben) mit Migrationshintergrund hat. Hinzu kommt noch, dass angeblich 43% aller Kinder aus einem Haushalt kommen, die entweder arm oder "bildungsfern" sind. (Nicht meine Worte, ich gebe euch nur einen Einblick in die gängigen Statistiken und deren Vokabular.)

Aber was heißt das? 
Die Situation vieler Lehrkräfte ist wirklich hart, was ich aus Praktika bestätigen kann. Viele SuS haben kaum Respekt und keinerlei Interesse am Lernen. Aber wenn man im Leben immer nur gesagt bekommt, dass man es zu nichts schaffen wird, glaubt man es eines Tages selbst. Wir Lehrer/innen haben einen schweren Job, da wir junge Menschen nicht nur unterrichten, sondern sie auch motivieren müssen. Und jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen. So richtig schlecht sind die Bremer SuS in den Themen Rechtschreibung, Hörverstehen und Leseverstehen. Im ersten Bereich versuche ich mit meiner Masterarbeit bereits anzusetzen.
 
Aber was ist mit dem Leseverstehen? Warum lesen unsere SuS nicht? Nur jeder dritte Neuntklässler erreichte bei der IQB-Studie die Regelstandarts im Bereich des Lesens. 
WIESO? WAS KÖNNEN WIR TUN?
Wieso lesen unsere Schüler und Schülerinnen so selten? Spielen sie nur auf dem Smartphone rum? Kann ja auch nicht sein, schließlich gehört zu den meisten Aktivitäten auf dem Handy auch das Lesen dazu. 
Ich habe die Ergebnisse der Studie mit Entsetzen registriert und gleich darauf versucht, in meinen Förderkursen an den Problemstellen anzusetzen. Mit beiden Jahrgangsstufen lese ich alle zwei Wochen kurze Abschnitte und prüfe danach zum Teil das Gelesene ab. Aber viel lieber würde ich sie für Geschichten begeistern! Ich möchte, dass sie in Buchwelten versinken können, wie ich es jeden Tag tue. Mir ist bewusst, dass "Leseverstehen" und "in der Freizeit lesen" zwei verschiedene Dinge sind, aber ich vertrete die Meinung, dass das eine das andere begünstigen kann. Also sollten wir doch bei "Lesefreude" ansetzen, oder etwa nicht?

Ich möchte euch um Rat fragen, was ich mit meinen SuS tun kann, damit sie mehr lesen und daran auch mehr Spaß haben. Wieso habt ihr zu lesen begonnen? Was ist am Lesen so uncool, dass die meisten SuS anscheinend keine Lust darauf haben? 

Auch wenn ich nur wenige Schüler und Schülerinnen aktuell unterrichte, bin ich der Meinung, dass man irgendwo ja anfangen muss. Ansonsten bleibt Bremen für immer das Schlusslicht der deutschen Bildung. Bremen hat nun einmal besondere Umstände, mit denen dieses wunderschöne Bundesland zurecht kommen muss, aber das ist noch lange kein Grund des Kopf in den Sand zu stecken. Lehrer die resignieren sind das absolut falsche Signal. Ich möchte es besser machen. Und vielleicht habt ihr ja die ein oder andere Idee, wie ich meine Schüler/innen zum Lesen motivieren kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mit mir über dieses Thema diskutieren möchtet :)


Eure Julia




Nachtrag:

Achja...da das hier ja mein Blog ist und ich freie Meinungsäußerung groß schreibe, will ich noch einen weiteren Punkt zur Bremer Bildungspolitik loswerden. Vielleicht liest ja jemand diesen Post, der immer nur hört, dass das arme, kleine Bremen unter Lehrermangel leidet und unsere Schüler/innen deshalb nicht gut unterrichtet werden können. Noch schlimmer. Die Medien suggerieren immer, dass keine Lehrer da sind und deshalb Studenten an Schulen unterrichten müssen, die noch gar nicht ausgelernt sind. Oh Graus! Unsere Kinder werden von unausgebildeten Menschen unterrichtet. 
Ja, verdammt, das ist totaler Mist! Aber hat sich schon mal jemand um die Hintergründe gekümmert? Ich bin eine dieser Studentinnen, die an Schulen bereits unterrichtet, ohne ihr Studium abgeschlossen zu haben - obwohl ich mit meinen zwei Stunden kaum erwähnenswert bin.
In Bremen gibt es tatsächlich das Problem des Lehrermangels. Allerdings nicht, weil es keine Studenten gibt! Es heißt immer, dass keine fertigen Lehrer zur Verfügung stehen. Ja, aber warum denn??? 
WEIL IHR KEINE REFERENDARIATSPLÄTZE ZUR VERFÜGUNG STELLT!!!
Ich bin wegen dieses Themas unglaublich sauer, weil es mich persönlich betrifft. Meine Fächerkombi (Geschichte/Deutsch) ist eine weit verbreitete. In meinem Jahrgang gibt es fast 20 Studenten mit dieser Kombi. Tja, und wisst ihr wie viele von uns 20 das Land angenommen hat, damit wir ins Referendariat kommen, ohne das unser Studium ja nun einmal nicht beendet ist? 

DREI!

WTF?! Was ist mit den anderen 17? Ihr könnt euch vorstellen, dass ich meine Chancen dahinschwinden sehe, wenn ich solche Statistiken lese. Meine Masternote ist gut. Wie sprechen hier von einem Schnitt mit einer 1 vor dem Komma. Leider befindet sich hinter dem Komma eine höhere Zahl als eine 4. Denn was die Medien ja leider auch nicht sagen, ist dass unsere Schnitte bei der Bewerbung gerundet werden. Hast du eine Endnote von 1,0-1,4 hast du am Ende eine 1. Hängst du aber zwischen 1,5-2,4 bekommst du eine 2. 
Lustig oder?
Nein.
Denn wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich mir sicher, dass es in meinem Bewerbungsjahr mehr als drei Menschen geben wird, die sich mit einer 1 bewerben. Und was mache ich mit meiner 2? Naja. Auf den nächsten Durchgang warten. Ziemlich traurig, aber so ist es eben.
Und deshalb bekomme ich Aggressionsanfälle, wenn es heißt, dass Bremen keine Lehrer hat. Wie denn auch, wenn ihr nicht bereit seid und bis zum Ende auszubilden?
Das musste ich einmal loswerden.

Überlest den Nachtrag gern und teilt mir eure Gedanken zum Lesen mit. Damit würdet ihr mir eine große Freude machen! :)

7. November 2016

Rezension: "Zwischen Macht und Spiegel" von Ann-Kathrin Wolf


Titel: Zwischen Macht und Spiegel
Autor: Ann-Kathrin Wolf
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 294


„Ihr seid die Schönste hier. Doch Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen ist tausendmal schöner als Ihr!“

– Jetzt müsst ihr euch bitteres Gekreische vorstellen und eine böse Hexe, die von Wut gepackt wird. Und dann haben wir nicht nur das Schneewittchenszenario heraufbeschworen, sondern stehen kurz vor der Geschichte der Märchenherzreihe von Ann-Kathrin Wolf. Eine Reihe die ich mit großem Spaß begonnen, mit packender Spannung verfolgt und einem lachenden und einem weinenden Auge beendet habe. Der Abschlussband „Zwischen Macht und Spiegel“ nimmt den Leser noch einmal gemeinsam mit Alex, Lilly, Will und Co. auf die Reise ins Märchenland und beinhaltet alles, was man sich wünscht. Ein rasantes und temporeiches Finale, das die Reihe wunderbar zu Ende bringt.

Klappentext


Nach der Flucht aus Grimms Manor kommen sich Alex und ihr Wächter William Grimm endlich wieder näher. Aber Alex‘ Gedanken wandern immer wieder zu dem charmanten Prinz Ian zurück, der weiterhin wie vom Erdboden verschwunden scheint. Wie soll sie ihn nur finden, wenn eine viel schwerere Aufgabe auf sie wartet? Schneewittchens größte Rivalin ist erwacht und ihre schwarze Magie droht die Märchenwelt zu verschlingen – und mit ihr auch die Welt der Menschen. Alexandra und ihre Freunde setzen alles daran, die böse Königin aufzuhalten. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn nur eine kann den Kampf zwischen Liebe und Hass gewinnen…

Meinung


Die Märchenherzreihe gehört zu den wenigen Reihen, die ich in diesem Jahr angefangen und auch beendet habe. Das Thema ist einfach absolut meins und umso dankbarer bin ich, dass die Umsetzung Ann-Kathrin Wolf wirklich gut gelungen ist. Es gibt viele Märchenadaptionen. Aber oft werden Geschichten nur nacherzählt. Hier hat die Autorin es geschafft die Geschichte von Schneewittchen neu zu erfinden und dem Alten treu zu bleiben. Aber nicht nur das. Sie hat die verschiedensten Märchen innerhalb einer Welt miteinander verbunden. Nicht nur „Schneewittchen“ ist von Bedeutung. In „Zwischen Macht und Spiegel“ spielen auch Märchen wie Rapunzel, Dornröschen, Der Froschkönig oder Die sieben Raben eine Rolle. Gekonnt werden die Märchen in die Handlung eingebunden und verarbeitet. Das war für mich ein grandioser Aspekt der Geschichte! 
In diesem Buch haben wir es mit Altbekanntem zu tun. Es knüpft nahtlos an den zweiten Teil an und fährt mit den Ereignissen fort. Die Figuren kennt der Leser und jeder hat bereits seine Lieblinge. Meine sind immer noch Lilly und Lancelot. Zu Will und Alex konnte ich in der gesamten Reihe keine allzu große Bindung aufbauen, aber das hat mir nie missfallen. Viele der Nebenfiguren sind fähig die Handlung zusätzlich zu tragen. Außerdem kann man in diesem Teil zusätzlich Alex Entwicklung verfolgen. Sie hat sich von der grauen Maus zur liebenden Frau entwickelt, die bereit ist ihr Erbe anzutreten. Diese Weiterentwicklung ist wichtig für die Geschichte und schließt somit den Kreis. Die Liebe zwischen Will und Alex ist wichtiger als noch in den Vorgängern und das passt auch zur Geschichte. Trotzdem war es eher die Liebesgeschichte zwischen zwei anderen Figuren, die mich mitnehmen konnte. 
In diesem Buch geht es emotional her. Zwischenzeitlich war ich kurz davor an den verschiedensten Stellen ein Tränchen zu verdrücken. Sei dies nun aufgrund der beispiellosen Liebe zwischen Mutter und Tochter oder wegen der Geschichte des Krähenmannes. Dieser ist für mich übrigens eine Schlüsselfigur gewesen. Bereits in Teil zwei kann er glänzen, doch nun entwickelt er sich zur tragischen Figur der Geschichte. Auf seine Erzählanteile habe ich mich immer sehr gefreut! Insgesamt ist die Erzählweise sehr gut gelungen. Man verfolgt einen spannenden Wechsel zwischen Alex Abenteuern, denen von Lilly und bekommt als Bonus noch Anteile des Krähenmannes geliefert. Die Mischung sorgt für solide Spannung in der Handlung. Die Schlingen, die die Autorin in „Zwischen Blut und Krähen“ gelegt hat, werden allesamt aufgelöst. Insgesamt lässt sich sagen, dass sich der Kreis zu einem großen Ganzen schließt. Während Teil eins manchmal noch etwas unentschieden herüberkam, können die Folgeteile mit Logik und durchdachten Handlungssträngen glänzen. So tauchen auch viele magische Wesen auf, die vielleicht nur eine kleine Rolle spielen und doch ein großer Teil der Märchenwelt sind. Ich denke hier vor allem an kleine Elemente wie den Hüter des Waldes, die gute Fee oder Alex' Zwerg. 
Das Finale des Finals (,wenn man es so sagen darf) ist absolut gelungen, rasant und spannend! Vielleicht kommt es nicht ganz unerwartet, aber auch hier bleibt die Autorin dem Verlauf ihrer Geschichte einfach treu. 
Wie immer ist die Aufmachung des Buches außerdem sehr gut und die Märchenzitate stimmten mich wunderbar auf den Inhalt ein. Das Buch ist sehr liebevoll geschrieben und angenehm zu lesen. Manchmal haben mich die wiederholenden Formeln wie etwa ‚Wills Geruch nach Frühling‘ ein wenig gestört, da die Motive sehr häufig auftauchen. Auch haben sich ein paar Rechtschreibfehler ins Buch geschlichen (f/v-Schwäche), die ich einfach mal überlesen habe. Die Sprache des Buches ist grundsätzlich ebenso märchenhaft wie seine Geschichte. Eine Kleinigkeit, die ich etwas schade fand, war dass die Bruderschaft keine Rolle mehr spielt. Gern hätte ich mehr von Edmund erfahren, allerdings sind das Ende und deren Erwähnung auch so schlüssig.


Fazit




„Zwischen Macht und Spiegel“ ist ein märchenhafter Abschluss einer wunderschönen Reihe. Die Figuren entwickelten sich und mit ihnen hat sich auch die Autorin entwickelt. Der Handlungskomplex, in den die verschiedensten Märchen gewoben sind, hat mich sehr fasziniert. Die Figuren, vor allem die kleinen Details, sind wunderbar durchdacht und so schuf Ann-Kathrin Wolf ein großartiges Ganzes. Aus diesem märchenhaften Thema entwuchs eine tolle Adaption. Da Teil zwei für mich aber der beste der Reihe ist, verbleibe ich mit 4,5 Spitzenschuhen. Und wenn sie nicht gestorben sind…



5. November 2016

Rezension: "Witches of Norway - Nordlichtzauber" von Jennifer Alice Jager


Titel: Witches of Norway - Nordlichtzauber
Autor: Jennifer Alice Jager
Verlag: Dark Diamonds
Preis: 4,99€ (ebook)
Seiten: 319

Das neue Imprint-Label „Dark Diamonds“ hat viele Blickfänge zu bieten, hinter denen sich tolle Geschichten verbergen. Unter den ersten veröffentlichten Büchern des Verlags blieb mein Blick aber nur an einem Buch hängen: „Witches of Norway - Nordlichtzauber“ von Jennifer Alice Jager. Das Cover nahm mich gefangen und der Klappentext machte mich neugierig. Die Geschichte um die junge Hexe Elis ist absolut gelungen und nahm mich in Beschlag. Fantasievoll und magisch!

Klappentext


Die 21-jährige Kunststudentin Elis hat kein Händchen für die Liebe und Schuld daran ist einzig ihr wohlgehütetes Geheimnis. Elis ist eine Hexe. Aber keine besonders gute. Immer wenn sie glaubt, alles im Griff zu haben, funkt ihr die Magie dazwischen. Nachdem ihre Verlobung geplatzt ist und sie beinahe ein Haus zum Einsturz gebracht hätte, bricht Elis kurzerhand das Studium ab und reist nach Norwegen. Hier will sie lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren und trifft dabei auf den charismatischen und faszinierenden Hexer Stian, zu dem sie eine eigentümliche Verbindung spürt. Doch die Magie hat mal wieder ihren eigenen Plan und plötzlich findet Elis sich hundert Jahre zurückversetzt, im Norwegen des Jahres 1905 wieder…

Meinung


Meiner Meinung nach ist der Klappentext wirklich interessant. Ein bisschen misslungen ist er aber trotzdem, da er nicht die ganze Handlung einfängt – oder nicht in der richtigen Proportionierung. Elis befindet sich die Hälfte des Buches über in unserer Zeit und die andere Hälfte in der Vergangenheit. Das bedeutet natürlich auch, dass der mysteriöse Hexer Stian gar nicht die ganze Zeit mitspielen kann und es andere interessante Charaktere gibt, die vielleicht auch eine bedeutende Rolle spielen. Der Handlung des Buches schadet dieser doppelte Handlungsort keineswegs, allerdings hat man als Leser vielleicht andere Erwartungen, die der Klappentext suggeriert. Das vorweg.

„Dark Diamonds“ wirbt mit dem Slogan „Jeder Roman ein Juwel“ und aktuell kann ich das nur unterstützen (,besonders, da in Kürze das neue Buch von Sabine Schulter ebenfalls erscheint!). Zum Cover sagte ich bereits, dass es mir außerordentlich gefällt. Doch das Buch hat noch mehr: eine starke Protagonistin, eine interessante Handlung, tolle Nebenfiguren und einen wunderbaren Schreibstil. Jennifer Alice Jager hat hier einen richtig guten Auftaktteil einer neuen Fantasyreihe geschrieben, von der ich die Fortsetzung gern schon früher hätte. 
Elis ist eine starke und sympathische Protagonistin. Zusätzlich hat sie genügend Schwächen um authentisch zu sein. Mir gefiel ihre Art sofort und ich konnte sie eigentlich immer nachvollziehen. Ihre Entscheidung ihr Leben zu verändern, bewunderte ich sehr und so startet die wunderbare Geschichte. Der Ort, an den Elis kommt, ist faszinierend. Sie fährt zu ihren entfernten Verwandten, den Andersons nach Norwegen. Die Andersons sind die mächtigste Hexenfamilie Norwegens und das spürt man auf jeder Seite. Das Thema der Hexerei ist hier noch einmal neu interpretiert und hat wenig mit Harry Potter oder anderen bekannten Geschichten gemein. Obwohl Harry Potter sogar vorkommt. Das gefiel mir übrigens wirklich gut, da die Autorin so einen schönen Bezug zu unserer Welt hinzufügt. Norwegen als Schauplatz ist einfach wunderschön – egal ob in der Gegenwart oder Vergangenheit. Elis macht Bekanntschaft mit den Nordlichtern und Jager fängt diesen Moment toll ein:

"Wenn man dieses unwirkliche Farbenmeer sah, das sich in wabernden Wogen über den nächtlichen Himmel bewegte, musste man einfach an Magie und Wunder glauben und daran, dass alles im Leben einen Sinn ergab." 40%
Ihr Stil zu erzählen ist sehr flüssig und lebendig. Die Art zu beschreiben gefiel mir wirklich gut und man stolpert zu keiner Zeit durchs Buch. Eine Sache hat mich lediglich gestört. Es gibt zwei, drei Stellen, an denen sehr plötzliche und wichtige Dinge passieren. Hier fühlte ich mich ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen, da mir die Dinge zu schnell passiert sind. Diese Stellen las ich nicht selten zweimal, da ich dachte, ich habe etwas verpasst. Mein zweiter kritischer Punkt ist der, den ich zu Anfang erwähnte. Ich wartete die ganze Zeit auf die Zeitreise und dann dachte ich, sei sie schnell vorbei, weil ja bereits so viel Handlung in der Gegenwart gespielt hat. Das hängt allerdings mit falschen Erwartungen zusammen und daher kann ich es kaum kritisieren. Insgesamt finde ich diesen Wechsel nämlich sehr ausgewogen und spannend. Obwohl man auch wissen will, was zur gleichen Zeit in der Gegenwart passiert.
Die Figuren gefielen mir allesamt. Es gibt eine bunte Mischung aus Gut & Böse und auch ein paar zwielichtige Figuren sind mit dabei. Obwohl Elis gleich eine Verbindung zu Stian spürt, weiß der Leser bis zum Ende nicht, was er von ihm halten soll. Mir gefiel diese Ungewissheit! So hat man viele Dinge, auf die man sich im zweiten Teil freuen kann. Stian beschreibt Elis übrigens  bei ihrer ersten Begegnung so:

"Er war einen halben Kopf größer als ich, hatte ein kantiges Gesicht, das zwar jung, aber sehr reif und entschlossen wirkte, und warme, hypnotisierende Augen. In meinem Kopf reduzierte sich das alles auf nur einen Satz: Verdammt, sieht der gut aus!" 27%
Elis hat einen guten Humor, der nicht zu deutlich hervorsticht, den Leser aber manchmal zum Schmunzeln bringt. Immer wieder gibt es ein paar lustige dieser Passagen, wie etwa auch:
„Gebrochen?“, fragte ich ungläubig. „Ja, meinen Stolz“, knurrte er. „Oder mein Steißbein, ich bin mir da nicht so sicher.“ 38%
Zu erwähnen sind noch die Nebenfiguren Amalie und Hedda (ich hoffe das war der richtige Name). Amalie ist herzlich und erwärmt die Geschichte mit ihrer chaotischen Art. Hedda ist eine treue Seele und eine wahre Freundin. Für Spitzigkeit sorgen noch die Söhne von Amalie, auf die Elis aufpassen muss und für höherschlagende Herzen kommt Kjell, der Löwe, in Frage. Kjell ist einer der Vertreter aus der Vergangenheit, der eine tragende Rolle spielt und ein sehr interessanter Charakter ist. Alles in allem hat die Autorin so viele fiese Schlingen gelegt, dass ich hitzig auf Teil zwei hinfiebere. Die Handlung ist toll ausgearbeitet und nahm mich einfach mit.

Fazit


„Witches of Norway – Nordlichzauber“ ist ein grandioser Reihenauftakt. Das Buch bietet eine tolle Mischung innerhalb der Handlung und glänzt mit den unterschiedlichsten und gut durchdachten Figuren. Die Handlung ist spannend und viel zu schnell zu Ende. Der gute Stil tut sein Übriges. Wegen kleiner Schwächen ziehe ich einen halben Spitzenschuh ab, doch insgesamt konnte mich das Buch entführen und in seinen magischen Bann ziehen.




4. November 2016

[ENTDECKT] Der Lovelybooks-Leserpreis 2016

Ihr Lieben, es ist wieder soweit!

 Der Lovelybooks-Leserpreis geht in die nächste Runde und ihr könnt abstimmen, welche Bücher es in diesem Jahr geschafft haben euch zu begeistern! 

Seid ihr dabei?




Wir lesen das ganze Jahr über. Oft sind tolle Bücher darunter. Viele von uns setzen sich sogar Jahresziele und verbringen hunderte von Stunden mit ihrer Lieblingslektüre. Man nimmt uns mit auf spannende Reisen und entführt uns in ferne Welten. Wir verdanken manchen Autoren und ihren Geschichten mehr als nur ein paar nette Lesestunden. Also zollen wir ihnen doch wenigstens Anerkennung und Respekt! Und dem ein oder anderen Geheimtipp verschaffen wir auch gern ein bisschen mehr Publikum. Und deshalb stimmen wir ab!

Der Leserpreis: Was ist das?

Die Leseplattform Lovelybooks kürt bereits zum siebten Mal die besten Neuerscheinungen des Jahres und das in 14 verschiedenen Kategorien. Egal ob Jugendbuch, Krimi oder Sachbuch: Hier ist für jeden etwas dabei. Seit 2009 werden die besten Bücher des Jahres ausgezeichnet. Doch das Besondere? 
Die Jury sind wir: Die Leser! 
Wir können ab dem 12.11 die besten Bücher in allen Kategorien wählen, aber Achtung! Jeder Leser hat nur drei Stimmen und so müssen wir uns beschränken und gut überlegen, welche Bücher uns so richtig begeistert haben. 








Doch bevor wir zur Abstimmung schreiten, haben wir die Macht über die Nominierungen! Und deshalb könnt ihr bis zum 11.11 noch eure Favoriten nominieren - in jeder Kategorie. Auch hier zählt, dass jeder Leser nur drei Stimmen pro Kategorie zur Verfügung hat. Aber so können wir vor allem etwas unbekannteren Büchern eine Bühne verschaffen und unsere Favoriten nominieren. Am Ende schaffen es die 35 meistnominierten Bücher jeder Kategorie in die finale Abstimmung. 
Also votet fleißig los!

Danach beginnt dann die heiße Abstimmungsphase. Vielleicht schafft euer Liebling es ja unter die Nominierungen? Am 24.11 werden dann die Gewinner bekannt gegeben.


Ich liebe die Leseplattform Lovelybooks. Unter anderem ist sie dafür verantwortlich, dass ich überhaupt blogge. Wir Leser sind es doch, die die Buchbranche ausmachen und unser Feedback ist es, was all die Verlage und Autoren ersehnen. Daher finde ich, dass der Leserpreis eine tolle Gelegenheit ist unsere Stimme wieder etwas lauter werden zu lassen. Und so ein bisschen mitfiebern kann man ja auch ;) Ich habe schon fleißig meine Lieblinge nominiert und ich gebe zu, dass die Beschränkung der Stimmen mich unter Druck setzt. Es gibt einfach so wundervolle Bücher jedes Jahr. Bei der finalen Abstimmung bin ich auf jeden Fall in jeder Kategorie fleißig am Voten. 

Und ihr?

Eure Julia