3. März 2018

Rezension: "Eine Handvoll Lila" von Ashley Harring Blake


Titel: Eine Handvoll Lila
Autor: Ashley Harring Blake
Verlag: Magellan
Preis: 18,00€
Seiten: 352



Der Magellan Verlag ist für seine besonderen Geschichten bekannt. Hinzu kommen zumeist noch unglaublich detailreiche und wunderschöne Cover. So eher die Regel, als die Ausnahme bei Magellan. Und beides trifft auch auf das neue Buch „Eine Handvoll Lila“ zu. Es handelt sich um ein Buch, das sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog! Ich liebe das Piano als Instrument und die dargestellten Tasten sind einfach traumhaft. Dazu der einprägsame und ungewöhnliche Titel, die Farbe Lila und all die Noten. Ein perfektes Cover! Doch auch der Klappentext macht Lust auf mehr und er lässt bereits erahnen, dass die Geschichte dahinter intensiv, ernst und beeindruckend ist. „Eine Handvoll Lila“ handelt von einem Mädchen, das eigentlich schon alles erleben musste und noch immer leidet. Das Buch ist einfühlsam und besonders, es ist erschreckend und nimmt den Leser emotional mit. Mir gefiel nicht immer, was ich gelesen habe, aber es hat mich berührt! Denn dieses Buch ist wirklich etwas Besonderes!

Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.

Ich wollte „Eine Handvoll Lila“ aus verschiedenen Gründen lesen. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass das Cover mich beeindruckt hat. Das Thema der Musik war ebenfalls wichtig, aber der Klappentext reizte mich auch, denn er lässt eine sehr pure Geschichte erahnen. Meiner Meinung nach lässt sich das Buch in keine Schublade sortieren, denn es ist unglaublich vielseitig. Im Zentrum steht auf jeden Fall Grace. Sie ist die Protagonistin und der Leser muss zusehen, wie ihr Leben ein ständiges Auf und Ab imitiert. Grace ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, die einfach viel zu früh erwachsen werden musste. Sie ist erst 17 Jahre alt und gibt alles für ihren Traum, Pianistin zu werden. Man erfährt sehr früh von einem Vorspiel in New York, für das sie in wenigen Monaten eingeladen wurde. Ihr Traum scheint zum Greifen nah zu sein. Doch nach und nach wird dem Leser klar, dass Graces Leben nicht nur chaotisch, sondern die reinste Katastrophe ist! Und das liegt an ihrer Mutter Maggie. Auch sie ist eine starke Frau, doch sie personifiziert all das, was Trauer mit einem Menschen macht und wie sie ihn in Abgründe stürzt. Denn Maggie ist schon längst am Abgrund. Sie ist Alkoholikerin, zieht von einer Wohnung in die nächste, findet immer wieder den neuen „Richtigen“, schleppt ihre Tochter immer weiter und gibt keinerlei Halt. All die Details um Maggie kommen im Buch nur nach und nach ans Tageslicht und jedes neue Detail machte mich als Leser fertig. Es ist einfach so traurig, zu beobachten, wie Maggie den Geburtstag von Grace vergisst, nicht mehr weiß, was sie am letzten Abend getan hat oder ihre eigene Tochter bestiehlt. Mir fehlten wirklich immer wieder die Worte! Und das Schlimmste daran: Es ist so realistisch! Ich konnte die Figurenzeichnung von Maggie sehr gut verstehen. Und genau diese Zeichnung macht auch aus Grace den Menschen, den wir kennen lernen: immer wieder verletzt, immer wieder enttäuscht. Diese Mutter-Tochter Beziehung ist grauenhaft, ist genauso wie sie nicht sein sollte und es zerriss mir das Herz. Aber jede Sekunde ist diese Beziehung authentisch beschrieben, sie wird unglaublich gut dargestellt und mich hat dieses ganze Thema sehr beeindruckt! Vor allem, wie Grace eben damit umgeht. Der Leser kommt nicht umhin, sich zu fragen, wie er selbst handeln würde, wenn die eigene Mutter so agiert. „Eine Handvoll Lila“ schildert Abgründe des täglichen Lebens, befasst sich aber mit wichtigen Themen (und häufiger auftretenden, als man denkt), wenn man mich fragt. 
Und der Alkoholismus, die Trauerverarbeitung und die Beziehungsentwicklung sind nicht einmal die  präsentesten Themen des Buches. Das große ist ein anderes. Denn die Liebesgeschichte des Buches spielt sich zwischen zwei Mädchen ab. Oh ja. Grace verliebt sich in Eva. Dabei hatte Grace bereits männliche Freunde. Sie ist bisexuell und geht vollkommen offen damit um! Ich finde es großartig, wie Grace zu diesem Schluss kommt, wie allgemein über Bisexualität geurteilt wird und auch, wie diese dargestellt wird. Denn Liebe ist Liebe. Und genau diese Botschaft bringt das Buch toll herüber. Für mich war es manchmal ein bisschen befremdlich, die Szenen zwischen den Mädchen zu verfolgen. Aber diese sind immer sehr sensibel beschrieben und ich fand sie auch sehr authentisch. Das Thema der Sexualität ist sehr gut geschildert und spielt eine große Rolle im Buch. Eva ist ein interessanter Charakter. Sie führt ein ähnlich furchtbares Leben, wie Grace. Denn ihre Mutter ist vor kurzem gestorben, von New York ging es ins kleine Kaff am Meer und sie gab das Balletttanzen auf. Eva ist vielschichtig und bringt viel Frische in die Geschichte. Grace ist vom ersten Augenblick an von ihr fasziniert. Diese Faszination konnte ich natürlich nicht in dieser Weise nachvollziehen, aber sie passt zum Buch. Nebenbei bemerkt, ist Eva übrigens farbig. Mir gefiel die Charakterauswahl des Buches sehr gut! Es bricht mit Konventionen. Die Protagonisten sind innerlich kaputt, bisexuell oder farbig. Man hat es hier nicht mit einer heile-Welt-Geschichte zu tun. Man befindet sich in der Realität. So brutal es auch ist. Aber Ashley Herring Blake macht eine tolle Geschichte daraus.
In dieser hat mir manchmal aber der Spannungsbogen gefehlt. Zwischenzeitlich plätschert die Geschichte nur vor sich hin, bis sie am Ende richtig Fahrt aufnimmt. Die letzten 60 Seiten sind super spannend und interessant! Das Ende des Buches gefiel mir auch sehr, denn es ist einfach passend. Ebenfalls toll sind übrigens die liebevollen Nebenfiguren. Luca ist Graces bester Freund und er sorgt für so viel Freude im Buch! Auch seine Mutter Emmy ist ein so herzlicher Charakter, der dem Buch sehr gut tut. Zu Maggie brauche ich glaube ich nichts mehr zu sagen. Sie sorgte immer wieder dafür, dass ich verstört vor dem Buch saß. Denn „Eine Handvoll Lila“ macht genau das mit dem Leser: Es nimmt ihn emotional mit und lässt ihn nicht mehr los! Ich war von der Handlung zeitweise erschreckt und ich finde wenig an der Geschichte richtig schön. Aber beeindrucken konnte sie mich dennoch!
Der Stil der Autorin ist flüssig und natürlich. Man kommt schnell durchs Buch, ihr Spannungsaufbau gefiel mir allerdings nicht so.


Alles in allem ist „Eine Handvoll Lila“ ein Buch mit wertvollen Themen unserer modernen Gesellschaft. Es ist pur, leidenschaftlich, emotionsgeladen und erschreckend realistisch. Jeder Handlungsfaden weist Authentizität auf und man kann die Geschichte glauben. Diese hat so viele Aspekte, so viele verschiedene Diversity-Faktoren, dass das Buch allein deswegen interessant ist. Es geht um eine kaputte Mutter-Tochter-Beziehung, um ein Mädchen, das für seine Träume einstehen will, aber viel zu wenig interessiert, was es selbst vom Leben will und um eine gleichgeschlechtliche Liebe. Aber ich wiederhole mich: Liebe ist Liebe. Und genau das bringt „Eine Handvoll Lila“ auf den Punkt. Es ist nicht immer einfach im Leben – aber es ist das Leben. Und Grace macht das Beste daraus. Ich vergebe 4 von 5 Spitzenschuhen.



2. März 2018

100-Follower Gewinnspiel!

Hallo ihr Lieben! 



Heute gibt es einen kleinen außerordentlichen Post von mir, den ich eigentlich schon lange vorher geplant habe. Derzeit geht es bei mir drunter und drüber, weshalb nicht immer Zeit für den Blog bleibt. Aber über all das Chaos hätte ich fast vergessen, dass ich noch meine Freude mit euch teilen wollte!

Denn vor einer Weile hat mein bescheidener und lieblicher Blog die 100 GFC Follower geknackt! Und dem zu Ehren gibt es ein Gewinnspiel :) Denn ich möchte meinen Lesern ein bisschen Freude zurückgeben! Ich bin euch allen sehr dankbar und unglaublich glücklich, dass Geschichtentänzer nun schon mehr als 100 Menschen folgen. Ich danke euch 111 für alles!

Was könnt ihr gewinnen? 





Ein großes Paket mit allerlei schöner Sachen!


Darin sind enthalten:

- "Tintenherz" von Cornelia Funke (neu und ungelesen!)
- Playmobil Mini Wolfgang Goethe (neu und noch eingepackt)
- "Was ist Was?" Tasche
- Autogrammkarten von Sabine Schulter, Stefanie Hasse und Anna Sophie Caspar
- zwei Postkarten von digi:tales
- sieben tolle Lesezeichen ("Die 13. Fee", "50 Tage", "Melody of Eden" usw.)
- verschiedene Leseproben




Ich liebe "Tintenherz" einfach sehr, weshalb meine Wahl auf diesen Jugendbuch-Klassiker gefallen ist. Viele von euch haben es sicher schon gelesen, aber ich musste es dennoch auswählen. Das Buch ist zauberhaft illustriert und man hat viel Freude damit. Solltet ihr es noch nicht kennen, kann ich es euch wirklich nur empfehlen! 
Mein persönliches Highlight im Paket ist übrigens die Playmobil Figur des Dichters und Denkers Johann Wolfgang von Goethe. Ich habe diese Figur ebenfalls und auf dem Bild seht ihr meine fertige Figur. Die zu verlosende Playmobilfigur ist neu und original verpackt. 
Neben diesen zwei großartigen Kleinigkeiten findet ihr noch eine Reihe Goodies und natürlich die Tasche von "Was ist Was?", die man hervorragend zum Einkaufen verwenden kann ;)




Was müsst ihr tun, um dabei zu sein?



Zuerst einmal solltet ihr Follower des Blogs sein (GFC, G+ oder Bloglovin), da das Gewinnspiel eben genau für meine Leser als Dank ist. Beantwortet mir doch außerdem bitte die folgende Frage in den Kommentaren:


Welches Buch ist für euch ein Jugendbuch-Klassiker?



Kommentiert einfach diesen Beitrag und schon seid ihr im Lostopf (ihr könnt mir auch gern eine Mail schreiben, sollte es Probleme mit den Kommentaren geben). Ihr bekommt ein zusätzliches Los, wenn ihr auf einer sozialen Plattform Werbung für das Gewinnspiel macht. Dabei ist mir ganz egal, ob bei Facebook, Twitter, Instagram und Co. ...Wie ihr wisst, bin ich auf diesen Kanälen nicht unterwegs, ich freue mich aber in jedem Fall. Schreibt mir doch den Link einfach in die Kommentare und schon habt ihr zwei Lose :)

Das Gewinnspiel endet am 10.03 um 23.59 Uhr. Der Gewinner wird am nächsten Tag per Mail von mir benachrichtigt. Eure Daten werden danach sofort gelöscht.

Ich wünsche euch viel Glück und danke euch für all die Unterstützung!
Auf dass es so weiter geht :)


Eure Julia




Teilnahmebedingungen

Dieses Gewinnspiel wird von Geschichtentänzer organisiert.
Es besteht keine Verbindung mit blogspot und wird auch nicht von blogspot unterstützt.
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel wird automatisch bestätigt, das man das 18. Lebensjahr erreicht hat und voll geschäftsfähig ist.
Teilnehmer unter 18 Jahren müssen eine Erlaubnis haben und auf Nachfrage eine Einverständniserklärung der Erziehungs/-Sorgeberechtigten vorlegen.
Die gleichzeitige Teilnahme unter Verwendung von verschiedenen Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und führen zum sofortigen Ausschluss von allen Gewinnspielen.
Im Gewinnfall erklären sich die Gewinner bereit, ihre Daten für den Versand der Gewinne zur Verfügung zu stellen.
Der Gewinnversand erfolgt ausschließlich nach Deutschland.
Für den Postweg wird keine Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

1. März 2018

Meine Neuzugänge: Februar


Hallo ihr Lieben!


Der Februar war aber auch kurz...puh! Und nun ist schon der März angebrochen. Aber vielleicht heißt das ja auch, dass es bald wärmer wird. Zumindest hier im Norden ist es nämlich eisig kalt...Und wenn wir uns mal ordentlich aufwärmen wollen, dann geht das doch am besten auf dem Sofa mit einer kuscheligen Decke und einem neuen Buch. Apropos neues Buch. Heute zeige ich euch meine Neuzugänge aus dem Februar. Bis Mitte des Monats war ich unglaublich gut und zurückhaltend...und dann bin ich doch wieder eskaliert :( Das war so nicht geplant..aber ich konnte nichts dagegen tun. 


Insgesamt gab es bei mir 7 neue Bücher...



Zwei der sieben Bücher sind Rezensionsexemplare. Gegen die ist doch wirklich nichts auszurichten. "Der Klang der ungespielten Töne" musste einfach angefragt werden, es geht schließlich um die Liebe zur Musik (schon komisch...drei meiner sieben neuen Bücher handeln irgendwie vom Klavierspielen :D Als hätte ich ein System ;) ). "Eine Handvoll Lila" ist ein ganz besonderes Büchlein, das ich bei Lovelybooks gewonnen habe. Ich habe es bereits gelesen und bin noch immer tief beeindruckt von den Charakteren. Sehr ernst, sehr anders, sehr berührend!
Dann wurde mir ein Buch geliehen und zwar "Augustus". Ich muss es dennoch in meine Neuzugänge mit aufnehmen, damit ich es bloß nicht vergesse :D Da ich in zwei Monaten das Alte Rom im Unterricht durchnehmen muss, ist eine begleitende Lektüre sicher keine schlechte Idee.
Von "Verliere mich. Nicht" konnte ich nach Lesen des ersten Teils einfach nicht die Finger lassen. Und da war ja noch dieser Thalia-Gutschein...und schwups...schon war das Buch da :D Vielleicht kennt ihr das ;)
An der örtlichen Buchhandlung konnte ich auch nicht vorbei gehen, ohne "Das Buch der Schurken" mitzunehmen. Blöd aber auch...aber das Buch ist so herzlich und humorvoll gemacht, dass ich dieses Nachschlagewerk einfach im Regal brauchte!
Und dann...dann habe ich bei einem Tennisspiel meines Bruders zugesehen (, er hat übrigens gewonnen). Und der Verein hatte eine Bücherkiste...ganz schlechte Idee, da mal einen Blick reinzuwerfen :D Vor allem, als ich sah, dass jedes Buch für einen Euro mitgenommen werden kann O.o Natürlich fand ich zwei Bücher, die ich mitnehmen musste. Zum einen ist das "Die Auswahl", eine Reihe die ich schon lange im Hinterkopf hatte. Und bei einem Euro kann man ja nun mal nicht nein sagen, oder?! Eine kleine Überraschung, die mich aber aufgrund des Klappentextes überzeugt hat (Klavierspielen und Auschwitz) ist "Der Klang der Hoffnung". Auf dieses Buch bin ich sehr gespannt.
Karli jault mir schon wieder die Ohren voll, aber ich kann doch nichts dafür. Ich bin eben anschaffungssüchtig...immerhin weiß ich das :'D Im nächsten Monat wird es durch die LBM nur leider nicht besser :/



Aber hey...drei der sieben Neuzugänge sind schon gelesen. Das ist dann doch okay, oder? ;)

Was ist bei euch im Februar so eingezogen? Kennt ihr eines meiner neuen Bücher? Und was haltet ihr von Bücherkisten? ;)



Eure Julia

26. Februar 2018

Rezension: "Der letzte Stern" von Rick Yancey


Titel: Der letzte Stern
Autor: Rick Yancey
Verlag: Goldmann
Preis: 9,99€
Seiten: 384


Nachdem ich „Die 5. Welle“ im Kino gesehen hatte, griff ich zum Buch. Der Film hatte mich so neugierig gemacht, dass ich dringend herausfinden musste, ob das Buch auch so gut ist. Und nachdem ich diese These bejahen konnte, musste ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Leider ließ ich mir dabei aber Zeit. Ich las „Das unendliche Meer“ und fand das Buch verwirrend, aber mitreißend – kompliziert, aber großartig. Mein Fehler? Sich mit dem Lesen des Finals erneut Zeit lassen. Denn Rick Yancey hat eine kuriose, komplizierte und verworrene Geschichte geschrieben, in der man unbedingt drin sein muss, um sie zu verstehen. Nur mit all den kleinen Informationen kann man das große Ganze entwirren. Fehlen einem aber die Informationen, wird es schwer. Doch obwohl ich zu viel vergessen hatte, war das Buch merkwürdig und phänomenal zugleich. Es hat mich wahnsinnig mitgenommen – durch seine Brutalität, seine Liebe, seine Emotionen. Ich kann diese Reihe nur empfehlen und suche dringend jemanden, mit dem ich über sie diskutieren kann.

Sie kamen, um uns zu vernichten: die 'Anderen', eine fremde feindliche Macht. Vier Wellen der Zerstörung haben sie bereits über die Erde gebracht. Sie töteten unzählige Menschen, zerstörten Häuser und Städte, verwüsteten ganze Landstriche. Sie verbreiteten ein tödliches Virus und schickten gefährliche Silencer, um jedes noch lebende Wesen aufzuspüren. Jetzt ist die Zeit der fünften Welle gekommen, die Vollendung ihres Plans, alles Menschliche auszurotten. Doch noch gibt es Überlebende: Cassie, Ben und Evan werden weiterkämpfen. Sie wollen die Menschheit nicht aufgeben. Und wenn sie sich selbst dafür opfern müssen ...

Vor dem Lesen musste ich erst einmal wieder in die Welt von Cassie und Co. eintauchen, damit ich überhaupt wieder wusste, wie „Das unendliche Meer“ endet. „Der letzte Stern“ schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und man hätte durchaus in einem Rutsch weiter lesen können. Vielleicht auch sollen. Denn ich wusste zum Beispiel nicht einmal mehr, wer Razor ist. Ist er tot? Wo ist Ringer? Was war mit ihr geschehen? Denn schließlich ist sie es, die sich in Band zwei zur zweiten Protagonistin mausert. Insgesamt verschiebt Yancey sein Handlungskonstrukt. Was mit einer ganz normalen Dystopie begann, in der ein Mädchen im Mittelpunkt steht, wird zu einem Weltzerstörungsszenario mit wechselnden Protagonisten und sehr viel ernsterem Kern. Es handelt sich bei dieser Reihe nicht um das klischeehafte Jugendbuch – es ist viel mehr. Und das liegt vor allem am Stil des Autors. Rick Yancey hat sich eine fantastische und unglaublich komplizierte Geschichte ausgedacht. Allein das ist bemerkenswert, doch er beweist wahnsinniges Gespür für seine Charaktere und noch viel mehr für seinen Ausdruck. Es gibt so viele tolle Stellen in „Der letzte Stern“, die zitierungsfähig sind! Es gibt so schöne, ja sogar poetisch Stellen! Ringer ist eine so intelligente Person und ihr Denken so radikal, dass ich allein mit ihren Zitaten Seiten füllen könnte. Yancey erfasst den menschlichen Kern ausgesprochen gut. Man kann sich in den Aussagen wieder finden, man glaubt sie. Denn würde man in diesem Szenario leben müssen, würde uns allen bewusst werden, was uns Menschen wirklich ausmacht: Vertrauen, Zusammenarbeit und Liebe. Und das sind Dinge, die „die Anderen“ der Menschheit nehmen wollen. Doch zum Glück hat Yancey für genau die richtigen Charaktere gesorgt. 
Ich war schon immer ein riesiger Fan von Cassie. Das Motiv der großen Schwester, die den Teddy ihren Bruders durch die halbe Welt trägt, ist einfach großartig! Insgesamt spart Yancey übrigens nicht an Symbolen, was mir persönlich sehr gefällt. Cassie opfert sich für Samy auf und dieser ist gar nicht mehr der kleine Junge: Er ist Soldat. Sam ist ein erstaunlicher Charakter. Ich wusste nie, ob ich ihn mögen soll oder nicht. Doch er tat mir leid, ich habe ihn bewundert. Ohne ihn würde „Der letzte Stern“ nicht funktionieren. Und das lässt sich von allen wichtigen Charakteren sagen: Zombie, Ringer, Evan. Zombie ist eigentlich ein einfacher Junge, aber seine Entwicklung ist radikal und meiner Meinung nach positiv. Ringer ist keine Sympathieträgerin. Sie ist das Mädchen, das niemals lächelt. Und doch weiß sie zu kämpfen. Es sei dahin gestellt, ob man die Charaktere dieser Geschichte wirklich mögen muss oder vielleicht sogar kann. Aber sie machen diese Geschichte so einzigartig. Evan ist einer meiner persönlichen Lieblinge, doch leider kommt er etwas kurz. Mein Herz brach, als sein Urteil gefällt wird. Und noch mehr brach es, als das Buch sich seinem Finale näherte. Denn wie der Klappentext schon sagt: Die Figuren würden alles für ihre Welt tun, auch wenn sie sich für diese opfern müssten. Ich finde das Ende so mutig und passend. Es gibt nicht einen Satz in diesem Buch, den ich dem Autor nicht geglaubt habe. Rick Yancey schreibt seine Geschichte nämlich authentisch – und wie. So abgedreht der Weltentwurf auch ist, so viel Wahrheit steckt in der Geschichte, so viel Intelligenz.
Und doch habe ich Kritik: Denn es werden nicht annähernd alle Fragen beantwortet. Vielleicht liegt das auch mit daran, dass ich selbst viele Informationen vergessen habe. Aber am Ende des Buches war ich wirklich verwirrt. Wer ist Vosch wirklich? Was ist seine Aufgabe? Und was soll uns die Geschichte vermitteln? Mir hat sie vor Augen geführt, wie wichtig Vertrauen für uns Menschen ist, die Zweisamkeit, die Liebe. Denn dafür steht Cassie! Ich habe mir ein vollkommen anderes Ende erwünscht, aber ich bin dennoch damit zufrieden. Denn Yancey bleibt seiner Idee und seinen Figuren treu. 
Hinzu kommt, dass der Leser nie weiß, was als nächstes passiert. „Der letzte Stern“ ist eine spannende Angelegenheit. Und durch den Stil wird es noch spannender. Denn inzwischen gibt es so viele verschiedene Perspektiven, so viele Stellen, an denen erzählt wird. Man bekommt Einblicke ist Zombies, Cassies und Ringers Innenleben, aber genauso auch in das von Sam, von Evan, von Silencern…ja von den 7 Milliarden Opfern…Der Stil ist einfach spannend und so auch die Handlung. 
Als letztes muss ich noch sagen, dass auch die Aufmachung des Buches sehr schön ist. Der Glanzeffekt des Covers passt toll zur Geschichte, ebenso wie die innere Gestaltung. 



„Der letzte Stern“ beantwortet zwar nicht annähernd alle Fragen, die der Leser im Laufe der Reihe gesammelt hat, aber er sorgt dennoch für Klarheit. Und vor allem sorgt er für ein authentisches Ende voller Selbstaufopferung, Vertrauen und Liebe. Meiner Meinung nach lenkt Rick Yancey durch diese Reihe unseren Blick wieder auf das Wesentliche, darauf, was uns Menschen ausmacht. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, diese Reise anzutreten, auch wenn ich dafür Brutalität in Kauf nehmen musste. Das Buch und seine Handlung mögen roh erscheinen, aber sie sind so echt verfasst, dass man mitfühlen muss. Bei mir rief „Der letzte Stern“ die ganz großen Emotionen hervor und deswegen vergebe ich volle fünf Spitzenschuhe. Das Buch hinterlässt Fragezeichen, aber auch ein unglaubliches Leseerlebnis.



23. Februar 2018

Rezension: "Rosaly - Dornröschens Tochter" von Ashley Gilmore


Titel: Rosaly - Dornröschens Tochter
Autor: Ashley Gilmore
Verlag: Selfpublished
Preis: 5,99€
Seiten: 162


Vor einer ganzen Weile wurde ich auf die Bücher von Ashley Gilmore aufmerksam. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die bekannten Märchenprinzessinnen in der nächsten Generation zu verfolgen. Und so hat sie ein schönes Szenario erschaffen, in dem die Töchter von Dornröschen, Belle, Arielle und Co. ein halbes Jahr in der Realität und nicht in ihrem Märchenland Fairyland verbringen. Sie haben die Aufgabe, Magie zu versprühen und diese Aufgabe nimmt jede einzelne von ihnen ernst. Was ein bisschen nach Kitsch und Naivität klingt, ist eigentlich jedes Mal eine zuckersüße (, wenn auch oft kitschige) Märchengeschichte, in der es um die ganz großen Themen des Lebens geht: Freundschaft und Liebe. Auch das zweite Märchenabenteuer „Rosaly – Dornröschens Tochter“ ist zuckersüß, kitschig, manchmal naiv, aber irgendwie genau das Richtige für zwischendurch, um zum Träumen anzuregen.

Lieben wir sie nicht alle, die klassischen Märchen um Dornröschen, Schneewittchen und Co.? Wer aber wusste, dass diese inzwischen heranwachsende Töchter haben, die auf der Suche nach ihren eigenen Prinzen sind? Nach ihrem Abschluss an der Crown School absolvieren die Prinzessinnen ein 6-monatiges Magical in der Realen Welt – Zauber und Liebe inklusive. Aber welche von ihnen will am Ende überhaupt noch zurück nach Fairyland? --- Rosaly, Tochter von Dornröschen und Prinz Philipp, darf ihr Magical in New Orleans absolvieren, wo sie den Liebenden als Hochzeitsplanerin behilflich sein soll. Schon am ersten Tag begegnet sie dem Jazzmusiker Henry, jedoch hat sie für eigene Liebesangelegenheiten leider kein ganz so gutes Händchen.

Die erste Prinzessin, mit der Ashley Gilmore sich beschäftigte ist Lizzy, Cinderellas Tochter. Die zweite Geschichte handelt von Rosaly, Dornröschens Tochter, die gleichzeitig die beste Freundin von Lizzy ist. Zwischen dem Lesen von Band eins und zwei lag bei mir einige Zeit, weshalb ich Lizzys Geschichte nicht mehr ganz parat hatte. Aber das ist nicht schlimm, denn jedes Buch der Princess-in-love Reihe ist in sich abgeschlossen. Das Schema bleibt gleich: Die Prinzessinnen sind mit ihrer Ausbildung fertig und stehen nun kurz davor ihr Magical zu absolvieren. Im Klartext: Sie sind 6 Monate in der realen Welt auf sich selbst gestellt, danach sollen sie nach Hause zurückkehren und dort einen Prinzen heiraten. Doch auch in der realen Welt lässt sich natürlich die große Liebe finden…
Rosaly ist ein zurückhaltendes und verträumtes Mädchen. Sie ist lieb und hat keinerlei Fehler, aber das sage ich nicht, um Kritik zu äußern. Ich mochte Rosaly, ich mochte ihre Naivität und ihre Sicht auf das Leben. Vor allem zum Ende hin hat mich das Naive zwar auch genervt, aber im Grunde verhält sie sich genauso, wie die Tochter einer Disneyprinzessin – gütig, liebevoll und aufopfernd. Rosaly ist ein wirklich schöner Charakter, den ich schnell ins Herz schloss. Und was mir im zweiten Teil dieser Reihe auch besser gefiel, als im Vorgänger, ist die Zeichnung des männlichen Protagonisten. Lizzys große Liebe empfand ich als etwas blass. Rosalys Traumprinz Henry ist bodenständig und charmant. Er ist der typische Jazzmusiker, der aber nicht um seine Existenz bangen muss. Er ist einfach super sympathisch. Und dass er mit zwei älteren Herren zusammen musiziert, bedeutet nur noch mehr Sympathie. Diese beiden bringen übrigens viel Leben uns noch mehr Humor in die Geschichte. Herrlich! Die beiden Protagonisten sind ein herzerwärmendes Paar, dessen Geschichte man genießen kann.
Man darf an dieses Buch nicht mit Logik gehen. Nichts an dieser Geschichte ist logisch – aber alles ist märchenhaft und magisch. Es ist nicht Ziel der Geschichte, eine besonders realitätsnahe Liebesgeschichte zu schreiben. Das Ziel lautet vielmehr, mal abzuschalten, der Realität zu entfliehen und sich in einem modernen Märchen zu verlieren. Denn das ist das Buch für mich: Ein modernes Märchen, mit klassischen Elementen. Es gibt Augenblicke, wo man sich als Leser denkt: „Ja, klar. Als wenn man so viel Glück haben kann“, aber mir war das egal. Denn ich wollte einfach immer weiterlesen. 
Bei „Rosaly“ handelt es sich um ein kurzweiliges Vergnügen. Mit nur 158 Seiten ist es dünn und hinzukommt, dass die Schrift sehr groß ist. Man kann das Buch locker an einem Tag schaffen, selbst wenn man sich Zeit nimmt. Es ist einfach schön für zwischendurch. Der Stil von Ashley Gilmore ist nicht der eleganteste, aber er ist fließend. Sie erzählt märchenhaft und träumerisch und deswegen wurde ich schnell in die Geschichte gesogen und sie ließ mich nicht los. Das Finale ist herzlich und romantisch und das sind zwei Attribute, die man der gesamten Geschichte zu Gute halten muss. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich mir die nächsten Teile auch zulegen werde, aber dieses kleine Märchen war genau das Richtige für zwischendurch.



„Rosaly – Dornröschens Tochter“ ist ein zuckersüßes Märchen für zwischendurch, das man einfach nur genießen kann. Man entflieht gemeinsam mit der verträumten Prinzessin der Realität und findet sich in einer romantischen Liebesgeschichte wieder. Vergesst die Realität und lasst euch nach New Orleans entführen, wo Romantik und Herz auf euch warten. Süße Charaktere, eine niedliche Geschichte, etwas viel Kitsch und Naivität, aber viel Potenzial zum Träumen – das ist „Rosaly“. Und dafür vergebe ich märchenhafte vier Spitzenschuhe.


20. Februar 2018

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #22


Hallo ihr Lieben!


Wir, das heißt Karli und ich, sind heute super pünktlich am Start! Denn es wird wieder Zeit für das regelmäßige SuB-Interview :) Karli steht in den Startlöchern und möchte euch wieder von "meinen", oder eben seinen Fortschritten berichten. Bereit? Wunderbar, dann kann es ja losgehen.



Vergesst nicht, bei der lieben Anna vorbeizuschauen, die sich die wundervolle Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" ausgedacht hat.


1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo ihr Lieben! Ich hoffe, euer Februar läuft gut und ihr kümmert euch alle gut um eure SuBs! :) Das haben sie nämlich verdient! So wie ich eigentlich auch...aber meine Besitzerin vergisst das immer mal wieder. Tz...
Wie immer kommt die gemeinste Frage zu Beginn. Also, ich bin immer noch ziemlich riesig. Das ist eigentlich schon der Fall, seit Julia und ich begonnen haben, beim SuB Interview mitzumachen. Aber komischerweise bin ich seitdem immer weiter angewachsen. Aber egal. Kommen wir zu den nackten Zahlen. Puh...also letzten Monat war ich 146 Bücher groß, inklusive Ebooks. Ich muss gestehen, dass ich den Weihnachtspuffer einfach noch nicht verdaut habe und dazu kommen dann all die Bücher von Elif...hach..aber diesen Monat hat Julia sich bisher zurückgehalten. Ein Buch ist derzeit noch auf dem Weg zu uns, aber da es nicht da ist, zählt es auch nicht :P Und das bringt mich zu einem Bücherstand von insgesamt 144 Büchern. Das ist immer noch verdammt schlecht. Aber schon besser, als noch letzten Monat ;) Ich werte diese zwei Bücher jetzt mal als Fortschritt :D





2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Gut, soweit. Danke, der Nachfrage :D Naja, ich bin ja eigentlich ein SuB der unzufriedenen Sorte. Selbst wenn es also gut läuft, habe ich immer etwas zu meckern ;) Aber im Februar hat Julia tatsächlich nur drei neue Bücher angeschafft. Das eine hat sie vor wenigen Minuten aus der örtlichen Buchhandlung mitgenommen und der liebe Max, Julias Freund, sagte, dass das Buch gar nicht zu mir soll. Es ist eher eine Art Nachschlagewerk. Aber Julia ist streng mit sich und das gefällt mir. Deswegen zählt auch "Das Buch der Schurken" zu unseren drei neuen Schätzen. Und ich beherberge es gern! Denn es ist schnuckelig und liebevoll gestaltet. Ein wahnsinnig tolles Buch. Das darf ruhig bei mir bleiben.

  


Und dann sind da noch "Verliere mich. Nicht" von Laura Kneidl und "Der Klang der ungespielten Töne" von Konstantin Wecker. Letzteres war ein Rezensionsexemplar, das mich bereits verlassen hat. Es war ein wenig melanchloisch, aber nett. Und "Verliere mich. Nicht" las Julia gleich nach dem Kaufen. Daher ist es auch gar nicht mehr bei mir. Glück gehabt ;)
Die Pflege ist diesen Monat kauftechnisch also super gelaufen. Julia kommt aber leider nicht so sehr zum Lesen. Erst 4 Bücher hat sie im Februar geschafft...da geht noch mehr, meine Liebe! Ich glaub an dich ;)



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich das wunderschöne Büchlein "Den Sternen so nah" von Mareike Allnoch verlassen. Die Rezension ist auf dem Blog auch schon zu lesen :)  Es war seit September 2017 bei mir, also schon mehr als 5 Monate. Ich bin wirklich froh, dass es nun gelesen ist und es hat Julia soweit ich weiß, auch sehr gut gefallen. Ein bisschen mehr Realität wäre toll gewesen, aber insgesamt eine zuckersüße Geschichte. Ich finde es beinahe schon schade, dass ich dieses Buch nicht mehr beherberge...



4. Lieber Karli, welche drei Bücher sollte dein Besitzer dieses Jahr unbedingt lesen und wieso?

Oh, das ist aber eine wirklich schwere Frage...Da muss ich erstmal einen Überblick über meine ganzen Schätze gewinnen. Also meine persönliche Nummer eins ist ganz klar. Es ist das Buch, das schon mit am längsten bei mir ruht und das Julia seit Jahren lesen will. Es handelt sich noch immer um "Anna Karenina" von Tolstoi. Ich hoffe wirklich, dass ich Julia mit der erneuten Erwähnung vielleicht mal ins Gewissen reden kann.(LIES ES ENDLICH, DU FAULE SOCKE!) ;) Die zwei weiteren zu finden, ist schon viel schwieriger. Auf jeden Fall sollte Julia noch mal etwas auf Englisch lesen. Da wäre zum Beispiel "Eleonor & Park" angesagt, aber auch "Mansfield Park" und "Northanger Abbey" von Jane Austen stehen noch auf der Liste. Und dann sollte Julia dringend die House of Night-Reihe weiterlesen. Die sollte 2018 schon geschafft werden ;) Sind also viel mehr als drei Bücher...gut, wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde ich diese nehmen:
1. Anna Karenina - Leo Tolstoi
2. Northanger Abbey - Jane Austen
3. House of Night Band 12 (einschließlich aller anderen :D )

Ach...dieses Festlegen ist einfach nicht meins...:'D

Ihr Lieben, das war es schon wieder :( Das macht mich jetzt ganz schön sentimental. Wie die Zeit aber auch verfliegt, wenn man Spaß hat. Aber gut. Ich finde, ich habe mich diesen Monat sehr gut benommen. Ich habe kaum gemeckert und bin auch relativ zufrieden mit meiner verpeilten Besitzerin. Das ist bekanntlich nicht immer das Fall. Vielleicht schafft sie die drei (oder auch 8 angegebenen) Bücher ja wirklich in diesem Jahr. Am Ende des Jahres sollten wir das unbedingt überprüfen ;) Ach ja...Julia, lies ein bisschen mehr, arbeite weniger, und schon klappt das mit meinem Abbau :) Was haltet ihr von dem Vorschlag?

Euer Karli



Ach Karli, ich finde deinen Vorschlag ganz wunderbar! Dann lass ich das mit dem Unterrichten in Zukunft einfach und lese mehr Bücher ;) Aber du hast ja recht..4 Bücher für den aktuellen Monat sind wirklich nicht genug. Aber auf mindestens sechs sollte ich schon noch kommen. Glaub einfach weiter fest an mich ;)

Was sagen eure SuBs? Sind sie auch so pingelig wie mein Karli? Welche drei Jahresaufgaben haben sie euch gegeben? ;)



Liebst,
eure Julia

18. Februar 2018

Rezension: "Den Sternen so nah" von Mareike Allnoch

 

Titel: Den Sternen so nah
Autor: Mareike Allnoch
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 12,99€
Seiten: 290



„Den Sternen so nah“ wanderte nach dem ersten Lesen des Klappentextes auf meiner Wunschliste ganz nach oben. Denn es geht um eine Backgroundtänzerin. Eine Tänzerin! Eine Hip Hop-Tänzerin und keine Ballerina. Nicht, dass ich etwas gegen Ballett-Geschichten haben – ganz im Gegenteil, ich verschlinge diese. Aber ich habe mich doch sehr gefreut, dass meine Sportart mal Einzug in einen Roman erhalten hat. Mareike Allnoch schreibt eine sehr klassische Geschichte nach Cinderella-Schema. Ein junges Mädchen aus winzigem Kaff erhält eine einmalige Chance, sie nutzt sie, sie verliebt sich in den Star. Happy End? Die Storyline ist nichts Neues und dennoch habe ich „Den Sternen so nah“ sehr, sehr gern gelesen! Eine tolle Geschichte zum Abtauchen, in der utopische Mädchenträume wahr werden können.

Jai McConnor mag ein aufsteigender Stern am Musikhimmel sein, doch für Nina ist er nur eines: Ein Idiot, der ihre Freundin bei einem Meet & Greet unmöglich behandelt hat. Als sie ein Angebot erhält, besagten Sänger als Backgroundtänzerin auf seiner Nordamerika-Tournee zu begleiten, sagt sie dennoch zu. Und schon bald fliegen zwischen dem bodenständigen Mädchen und dem herablassenden Star die Fetzen. Wäre da bloß nicht dieses Knistern…

Ich habe mich unglaublich auf dieses Buch gefreut, was vor allem mit dem Thema des Tanzens zu tun hat. Aber im Allgemeinen bin ich trotz meines Alters begeisterungsfähig für diese Art von Geschichten. Einmal etwas Besonderes sein, die eine Chance haben, sie nutzen. Und den Star beeindrucken, weil man ihn eben gar nicht so toll findet und keine Angst hat, ihm genau das zu sagen.
Mareike Allnoch vereint in ihrer Geschichte viele kleine Träume, die einige von uns schon gehabt haben. Das klingt vielleicht so, als wäre die gesamte Geschichte bekannt und wenig innovativ, da dieser Plot schon hundertmal da gewesen ist, das ist aber nicht so. Zumindest bringt die Autorin ihre eigene Frische in das Schema, eigene Details und schöne Dialoge. Das Buch ist spritzig und frech, manchmal aber genau romantisch und träumerisch. Zwar finde ich schon, dass vieles vorhersehbar ist, oder eben doch ein bisschen klischeehaft, das hat mich beim Lesen aber nie gestört. Für mich war Ninas Geschichte einfach schön, ich konnte mich in ihr verlieren und fieberte den Szenen zwischen ihr und Jai entgegen.
„Den Sternen so nah“ lässt sich in einem Guss lesen. Die Handlung hat einen deutlichen roten Faden, es gibt keine Leerstellen und man wird in jedem Kapitel unterhalten. Die Protagonistin ist Nina Mahler. Sie kommt aus Deutschland und hat vor ein paar Jahren das Tanzen für sich entdeckt. Sie tanzt mit Leidenschaft und sagt deshalb auch zu, als sich ihr die Chance als Backgroundtänzerin bietet. Obwohl es für den arroganten Hollywood-Star Jai McConner ist, mit dem sie bei einem Meet and Greet bereits Erfahrungen gemacht hat. Ihre beste Freundin ist ein großer Fan, Nina hingegen überhaupt keiner. Diese abwehrende Haltung hält sich lang im Buch. Nach dem Motto „Was sich neckt, das liebt sich“ beginnt die Beziehung von Jai und Nina. Sie streiten sich, sie meckern, sie feixen. Und natürlich verlieben sie sich. Doch eine Beziehung mit einem Star ist nahezu unmöglich und hinzu kommt noch der Druck von außen. Die Autorin schafft es gut, auch Schattenseiten des Starseins zu präsentieren. In diesem Zusammenhang komme ich auf Jai. Er ist ein interessanter Charakter und genau so, wie jede Frau sich ihren Freund wünschen würde. Natürlich ist er berühmt und das macht jegliche Beziehung schwer. Jai trägt meistens eine Maske und lässt niemanden dahinter blicken. Das hat auch Nina schnell verstanden:
„Ab und zu schimmerte diese andere Seite von Jai durch, aber es waren immer nur Bruchstücke, die ich zu sehen bekam. Wie bei einem Puzzle, bei dem ein ganz bestimmtes Teil fehlte, um es komplett zu machen und sein Gesamtbild betrachten zu können.
Jai war dieses Puzzle. Und ich wollte dieses Puzzle lösen.“ (S. 155)

Mir gefällt der Puzzle-Vergleich sehr. Und mir gefällt auch Jais Charakterzeichnung. Wobei auch hier viel Klischee mitspielt. Nina hingegen ist sehr normal, vielleicht sogar ein bisschen zu normal. Ich habe die beiden zusammen geliebt, keine Frage und ich habe jede Sekunde der Geschichte zwischen ihnen genossen. Aber ich hatte auch meine Schwierigkeiten mit Nina und ihrer Einstellung zum Tanzen. Denn das ist der große Punkt, der mich gestört hat. 
Eine Tänzerin lebt fürs Tanzen – und das kam mit deutlich zu kurz. Nina beschreibt in den ersten Kapiteln, warum sie so gerne tanzt. Aber nur diese zwei, drei Statements machen keine Tänzerin aus dir. Es ist sowieso ziemlich unlogisch, dass ein Mädchen, das erst ein paar Jahre tanzt, die Chance bekommt, nach L.A. zu gehen. Das Tanzbuisness ist unglaublich hart und da bekommt eigentlich kein Amateur eine Chance. Durch Youtube gibt es viel zu berühmte Gesichter und Choreographen und natürlich auch Tänzer. Nachdem Nina außerdem vor Ort ist und auf der Bühne tanzt, wird das Tanzen überhaupt nicht mehr erwähnt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie die Euphorie auf der Bühne beschrieben hätte, das Gefühl, das das Tanzen auslöst. Aber leider wurde dieser Aspekt vollkommen fallen gelassen. Sie ist die Tänzerin, Ende der Geschichte. Jetzt geht es nur darum, ob sie und der Sänger zusammen kommen. Und das finde ich schade – denn eigentlich tun wir Tänzer sehr viel fürs Tanzen. Aber Nina hatte das leider nicht nötig oder dieser Punkt war es nicht wert, in der Geschichte behandelt zu werden.
Aber genug der Kritik. Und ehrlich gesagt ist meine Kritik auch nebensächlich. Ich habe das Buch natürlich mit einem gewissen Tänzer-Blick gelesen und den hat die Leserschaft im Normalfall nicht. Daher ist die Herangehensweise der Autorin schon in Ordnung. Dass die Geschichte nicht ganz realistisch, oder sagen wir mal, unwahrscheinlich ist, das dürfte jedem klar sein. Und trotzdem ist sie zu Träumen schön! Die beiden Hauptcharaktere verbindet eine tolle Chemie und es macht einfach Spaß die Geschichte zu verfolgen. Die Nebenfiguren haben mir ebenfalls gefallen, vor allem Alex (- aber auch die ist mir persönlich zu wenig „Tänzerin“). Der Bodyguard von Jai, Joe, ist der Teddybär der Geschichte und er sorgt für den ein oder anderen emotionale oder lustigen Moment. Der Stil des Buches ist sehr jung und frisch. Der Sprachgebrauch ist an unsere heutige Welt angepasst, Plattformen wie Twitter und Instagram spielen natürlich eine Rolle und das passt sehr gut. Es gibt einige Dialoge, was ebenfalls toll ist und die Autorin schreibt auch in langen Passagen sehr flüssig. Insgesamt kommt man super durchs Buch und kann es wirklich genießen. Toll gefallen haben mir auch die kleinen Tänzerfiguren am Anfang eines Kapitels.



Insgesamt ist „Den Sternen so nah“ keinesfalls eine realistische Geschichte, die aber absolut traumhaft ist. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und habe die schöne Geschichte zwischen Nina und Jai gern verfolgt. Es geht um Themen, von dem jedem Mädchen schon geträumt hat. Popularität, das Besondere, Reisen, Freundschaft und natürlich die großen Liebe. Manchmal blitzt das Bekannte auf, aber Mareike Allnoch macht ihre Sache super und bringt immer wieder kleine Überraschungen. Das Buch überzeugt durch seine interne Romantik, aber auch Kratzbürstigkeit, die in vielen Dialogen durchschimmert. Ich freue mich sehr, dass das Tanzen Einzug ins Buch gefunden hat, auch wenn es meiner Meinung nach deutlich zu kurz kam. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe für ein rundum gelungenes Buch.