20. Januar 2016

Rezension: "Wie Sterne so golden" von Marissa Meyer


Titel: Wie Sterne so golden
Autor: Marissa Meyer
Verlag: Carlsen
Preis: 19,90€
Seiten: 577

Auf die Luna-Chroniken muss man sich einlassen, ansonsten hält man die Story wohl für absurd, manchmal vielleicht auch grausam. Allerdings habe ich selten eine Reihe erlebt, in der sich wirklich immer der Folgeband im Vergleich zum Vorgänger steigert – und das in einem abnormalen Rahmen. Schon „Wie Blut so rot“ war großartig, aber „Wie Sterne so golden“ empfand ich einfach nur als phänomenal.

Inhalt


Cinder ist die meistgesuchte Verbrecherin im ganzen All. Doch sie verfolgt immer weiter das Ziel Levana zu stürzen und die Erde nicht von der Macht von Luna überrollen zu lassen. Gemeinsam mit Thorne, Scarlet, Wolf und Iko, schmiedet sie einen Plan. Doch dann taucht die Hackerin Cress auf, eine Lunarierin, die ihnen unbedingt helfen will. Aber es würde hier nicht um die Rettung der Welt gehen, wenn das Ganze so einfach wäre, denn Cress muss erst einmal ihrer Herrin Mira entkommen und dann muss man immer noch Kontakt zu Kai aufnehmen. Kann dieses ungewöhnliche Team wirklich etwas ausrichten?

Meinung


Die Handlung des dritten Teils zusammenzufassen, ist unglaublich schwer. Und das hängt mit dem Talent der Autorin zusammen, Handlungsstränge auszubilden und diese im Laufe der Zeit wieder zusammenzuführen. Ich bewundere Marissa Meyer unglaublich für das Erschaffen dieser Reihe. Die Idee jedes Buches ist so intelligent und liebevoll ausgestaltet, dass man (oder auch ich) einfach nur fasziniert ist. Schon allein die Idee, die Handlung immer um wirklich wichtige Charaktere zu ergänzen und dann die Hauptfiguren an Märchenfiguren anzulehnen, finde ich toll. Es ist transparent und doch völlig anders verarbeitet. In diesem Band kommt zu Aschenputtel und Rotkäppchen noch Rapunzel hinzu.
Aber nicht nur die weiblichen Charaktere sind vielseitig und gut ausgearbeitet, sondern auch die zugehörigen Gegenparts. Thorne gewinnt an Stärke, Wolf an Verletzlichkeit und der gute Doktor verbirgt auch das ein oder andere Geheimnis.
Die Kapitel wechseln von der Perspektive andauernd. Selten bleibt die Handlung auf eine Person gerichtet. Dies schafft Abwechslung und Spannung, denn immer möchte man wissen, wie es dem einen ergeht, aber sobald das nächste Kapitel beginnt denkt man sich „Ach ja, was passiert da eigentlich weiter?!“
Ich liebe einfach alles an diesem Buch. Die Charaktere, der Schreibstil, die Handlung…Übrigens ist letztere absolut nicht durchschaubar. Es treten immer wieder Wendungen auf – teilweise vielleicht erwartet, manchmal aber viel mehr erhofft.

Fazit


Ich zumindest bleibe völlig euphorisch zurück und kann die Zeit bis zum vierten Band kaum abwarten. Märchenhafte 5 Spitzenschuhe für eine Reihe, dessen Idee und Umsetzung so innovativ und großartig sind, dass ich es kaum fassen kann. "Wie Sterne so golden" ist definitiv eines meiner absolten Lieblingsbücher!




19. Januar 2016

Rezension: "Winnetou I" von Karl May


Titel: Winnetou I
Autor: Karl May
Verlag: Kindle Edition
Preis: kostenlos
Seiten: 467

Seit ich meinen Kindle habe, habe ich ein Buch darauf, was immer darauf wartete gelesen zu werden: Winnetou Band 1. Meine Mutter war in ihrer Jugend ein absoluter Karl May Freak und so wurde ich als Kind durchaus dazu verdonnert die Filme in einer Endlosschleife zu genießen. Und nichts tat ich lieber als Cowboy und Indianer zu spielen. Nun wollte ich aber sehen, warum meine Mutter die Bücher so geliebt hat und ich kann sagen: Ich kann es nur in Teilen verstehen.

Inhalt


Ein deutsches Greenhorn im wilden Westen. Das ist es, was der spätere Old Shatterhand zu Beginn des Romans „Winnetou Band 1“ ist. Er unterrichtet in einer Familie, bis man sein Talent entdeckt und er als Vermesser für eine Bahnstrecke mitten durch den wilden Westen angeheuert wird. Der ambitionierte Mann nimmt dies gern auf sich und wird vom Westman Sam Hawkens bald wie ein eigener Sohn behandelt, dem er alles über den Westen versucht beizubringen. Ein Greenhorn bleibt er aber dennoch. Doch bald schon begegnet man Indianern, denn die Eisenbahn soll durch ihr Land verlaufen, was dem Stamm der Appachen gar nicht gefällt. Old Shatterhand – der schnell wegen seines unglaublichen Fausthiebes so genannt wird – erliegt bald seiner Schwäche für den Häuptling der Appachen: Winnetou. Eine Geschichte beginnt, der die ganze Welt gefolgt ist. Winnetou und Old Shatterhand, die Blutsbrüder, die alle Abenteuer des Westens bestehen.

Meinung


Ich muss gestehen, dass ich das ganze Buch hinweg etwas enttäuscht war. Es ist dick und auch wirklich langatmig. Bis Winnetou überhaupt auftaucht vergehen schon mehr als 100 Seiten und bis das eigentliche Abenteuer beginnt, befindet man sich ungefähr bei 70% des Buches. Es gibt unglaublich dichte Beschreibungen und teilweise hatte ich das Gefühl, als wenn das Buch nicht nur zeitdeckend, sondern sogar zeitdehnend erzählt werden würde – allerdings nur an bestimmten Stellen. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte langatmig. Old Shatterhand ist der Ich-Erzähler und er will seinen Leser etwas über den Wilden Westen lehren. Das gelingt ihm auch sehr gut, allerdings wird zu diesem Zweck jede Vermessung, Bisonjagd und jeder Indianerstamm ausführlich beschrieben. Hier bin ich aber an einem zweischneidigen Punkt angekommen. Denn ich glaube, gerade dies macht die Faszination aus, die mit den Karl May Büchern einhergeht. Man befindet sich in einer völlig fremden Welt und die Begegnung mit den Indianern ist genau das: faszinierend! Auch ich fand die Geschichte in Teilen sehr interessant, wenn sie eben nicht so langweilig erzählt werden würde. Aber dadurch spürt man wenigstens auch ein bisschen den Zeitgeist.
Ein weiterer Punkt, der mir zu denken gab: Ich habe durchaus bewusst die Worte in der Inhaltsbeschreibung gewählt „Old Shatterhand erliegt bald seiner Schwäche für den Häuptling der Appachen: Winnetou“. Denn manchmal fragte ich mich, ob ich nicht doch „Brokeback Mountain“ lese…Winnetou und Old Shatterhand verbindet von der ersten Sekunde an etwas Unbeschreibliches. Sie haben sich sehr lieb (Achtung, Zitat) und halten sich auch oft an den Händen. Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging, aber auch damals war das doch nicht rein freundschaftlich, oder? Vielleicht irre ich mich da und ich hätte damit ja auch gar kein Problem, aber ich empfand die beiden ab und zu als ziemlich verliebt. Aber hey…Männergeschichte ;)
Ansonsten haben mir die Charaktere eigentlich ganz gut gefallen. Von Winnetou selbst, der ja immerhin der Namensgeber des Romans ist, erfährt man nicht allzu viel. Und sein Gegenstück Old Shatterhand war mir manchmal richtig unsympathisch. Warum? Der Mann ist einfach zu großartig und perfekt. Er kann einfach alles, ist intelligent, stark und sportlich und kann alles und jeden beeinflussen. Also im Ernst…so toll kann doch niemand sein. Aber okay…Für mich hat vor allem Sam Hawkens die Fahnen hochgehalten und auch die anderen Nebenfiguren gefielen mir gut.

Fazit


Alles in allem muss man aber sagen, dass nicht wirklich viel Spannendes im Buch passiert. Das Ende ist zwar rasant und gut, das reicht mir für den ganzen Roman aber nicht. Toll ist, dass man wirklich eine Faszination für die Zeit der Indianer entwickelt und man auch viel aus dem Buch lernen kann. Nicht so toll ist aber manchmal die Umsetzung. Ich muss jedenfalls gestehen, dass ich nicht das Bedürfnis habe direkt „Winnetou Band 2“ zu lesen. Für den Faszinationsfaktor gibt es von mir aber dennoch 3 Spitzenschuhe. Jeder, der sich auf dieses Abenteuer einlassen will, muss hart im Nehmen sein und Durchhaltevermögen zeigen. How - ich habe gesprochen.



Rezension (2014): "Hope - Fluchgebunden" von Tine Armbruster


Titel: Hope - Fluchgebunden
Autor: Tine Armbruster
Verlag: bookshouse
Preis: 2,99€
Seiten: 309


„Was tät ich nicht um bei dir zu sein? Ich wär ganz nah, wär da dort wo du bist. Um dich zu sehen mit dir zu gehn, was tät ich nicht? Wohin gehn wir, was wär das Ziel? Mit dir nur Hand in Hand durchs Leben. Nur du und ich, ich wünsch‘ für mich, ein Mensch zu sein.“

Auch wenn diese Zeilen nicht dem Roman von Tine Armbruster entnommen sind, sondern dem berühmten Disney Meisterwerk „Arielle die Meerjungfrau“ entstammen, passen die Worte doch wie die Faust aufs Auge zu dem Buch „Hope – fluchgebunden“. Ein wundervoller Roman aus dem Genre Fantasy Romance, der hält was er verspricht: Romantik und zum Träumen schöne Fantasy-Elemente.

Inhalt


Hope ist eine Meerjungfrau. Aber nicht nur das, sie ist auch die Prinzessin des Meerreiches Ocean Mayrin. Vor Jahrhunderten wurde ihre Familie von einem bösen Fluch belegt, der besagt, dass die Tochter, die dem Herrscherhaus geboren wird, sich verlieben wird. Doch diese Liebe wird den Tod bedeuten, denn der Geliebte ist zugleich der Jäger und ist dazu bestimmt die Nachfolgerin des Throns zu töten. Hope ahnt nicht, dass sie diejenige ist, die der Fluch treffen wird und verliebt sich – in einem Menschen. Hope lernt eine völlig neue Welt kennen und erlebt mit Gabriel eine intensive Liebe, die schöner nicht sein könnte. Doch in Gabriels Kopf ist diese merkwürdige Stimme und ist ihre Liebe nicht zum Scheitern verurteilt, sobald Gabriel herausfindet, was Hope wirklich ist?

Meinung



Bei „Hope – fluchgebunden“ könnte man meinen, es handelt sich um eine Rezeption des Arielle Stoffes. Auch mein Einführungszitat lässt darauf schließen. Dies ist aber nicht ganz richtig. Die Autorin schafft eine wunderschöne Geschichte über die Liebe zwischen einer Meerjungfrau und einem Menschen. So liebevoll und doch hoffnungslos. Die Handlung geht ihren ganz eignen Weg und besticht durch höchst romantische Elemente.
Die Charaktere sind sehr passend für die Geschichte. Hope ist jung, süß, naiv und einfach nur verliebt. Gabriel ist ein absoluter Mädchentyp und die beiden passen sehr gut zusammen. Auch die Nebencharaktere sind einfach nur liebenswert. Da wäre Hopes beste Freundin und Zofe Mia, die einfach alles für sie tun würde und die man sofort ins Herz schließt. Außerdem sei Gabriels Cousine Gabby zu erwähnen, dessen Einsatz für ihren Cousin bewundernswert ist.
Die Meerwelt zieht den Leser in seinen Bann und bezaubert durch schöne Beschreibungen. Der Schreibstil ist flüssig und dadurch gut zu lesen. An manchen Stellen schwingt die Romantik ins Kitschige über, was aber nicht so tragisch ist. 
Es gibt ein paar Details, mit denen ich mich nicht 100% anfreunden konnte. Manchmal waren mir einzelne Handlungsstränge auch ein wenig zu vorhersehbar. Nichts desto trotz überrascht das Ende sehr.

Fazit




Bei „Hope – fluchgebunden“ handelt es sich keinesfalls nur um eine kitschige Romantikgeschichte. Dieses Buch ist ebenfalls sehr spannend und man fragt sich doch andauernd, wie dieses tragische Liebespaar es schaffen kann gemeinsam zu leben und alle Hürden zu meistern. Alles in allem eine wundervolle und traumhafte Geschichte, die den Leser hoffen lässt, dass die Liebe alles überstehen kann. Durch kleine Kritikpunkte vergebe ich gute 4 Seesterne für dieses verliebte und verfluchte Meereskind.


17. Januar 2016

Sammelpost und Kurzmeinungen: "Opal, Kanak Sprak und Atemschaukel"


Hey ihr Lieben :)


In letzter Zeit habe ich vor allem Bücher gelesen, bei denen ich aus den verschiedensten Gründen keine Lust hatte eine große Rezension zu schreiben. Vielleicht kennt ihr das ja. Dennoch ist jedes der Bücher einige Worte wert, weshalb ich mir dachte, dass ich einen kleinen Sammelpost schreibe.
Heute geht es um diese drei Büchlein:





Kennt ihr vielleicht eines von ihnen? Zwei der gezeigten Bücher musste ich für die Uni lesen. Es wird wohl schwer zu erraten sein, welche das waren...hust...ähm..."Opal" war es jedenfalls nicht. Obwohl ich unglaublich gern mal ein Seminar mit solch einer Pflichtlektüre hätte ;) Aber nein..."Opal" war eines der ersten Bücher, auf die ich mich in diesem Jahr gefreut habe. "Kanak Sprak" ist das Thema eines Referats, das ich in naher Zukunft halten muss und mit dem ich mir die Restferien versüßt habe (nicht!). "Atemschaukel" gehört natürlich zu meinem "Herta Müller" Seminar. Für diejenigen unter euch, die meine Monatsupdates verfolgen, ist es nur allzu bekannt, dass sich immer wieder Bücher dieser Autorin auf meine Leseliste schleichen. Mehr oder weniger freiwillig. "Atemschaukel" ist das letzte der Bücher, das ich für das Seminar lesen musste (LASST UNS EINE PARTY FEIERN!) und das der Grund für den Literaturnobelpreis 2009 darstellt. Verdient, muss man sagen. Aber mehr dazu gleich.




Beginnen wir mit dem Schönen. Wobei es ja heißt "Erst die Pflicht und dann die Kür". Egal...das drehen wir heute mal um. Also: 


"Opal - Schattenglanz" von Jennifer L. Armentrout

Der Klappentext: 

Auf den ersten Blick ist alles perfekt: Dawson lebt noch und niemand scheint nach ihm zu suchen. Katy wehrt sich nicht länger gegen ihre Gefühle für Daemon und alles könnte so schön sein – aber es ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Plötzlich ist Blake zurück und mit ihm ein gewagter Plan. Zu Katys großem Erstaunen bittet er sie um Hilfe. Katy weiß nicht, was sie tun soll, denn Blake ist nicht zu trauen, das hat sie schon einmal schmerzlich zu spüren bekommen. Doch für ihre Freunde – und für Daemon – würde sie alles tun. Selbst ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Ich habe die Lux-Reihe im letzten Jahr sehr gerne angefangen und mir gefiel die Idee der Lux wirklich gut. Den ersten Band habe ich geradezu gesuchtet. Auch "Onyx" hat mir gefallen und da kurz vor Weihnachten Band 4 erschien, musste ich "Opal" schnell lesen. Ich muss leider gestehen, dass "Obsidian" für mich weiterhin der beste Teil der Reihe ist. Allerdings hat "Opal" seinen Vorgänger übertroffen. Ich liebe Katy und Daemon! In den vorangegangenen Büchern albern die beiden sehr miteinander rum und es dauert eine Weile, bis sie zueinander finden. Die Stimmung zwischen den beiden und ihre extremen Gefühle werden auch in diesem Buch absolut deutlich. Romantik steht im Vordergrund, wenn auch nicht so stark, wie ich es aufgrund einiger Rezensionen erwartet hatte. Mit dem Auftauchen von Dawson verändert sich so einiges und auch Blake taucht wieder auf. Immer öfter muss Katy sich fragen, wem sie eigentlich vertrauen kann. Auch ihre eigenen Fähigkeiten sind ein unstabiler Faktor, den sie in den Griff bekommen muss. Für mich als Leserin war es weiterhin nicht durchschaubar, wie de Geschichte weitergeht. Wer ist gut und wer ist böse? Was will die Organisation? Und dann war da ja noch Will, der Freund von Katys Mutter. 

"Opal" ist spannend und actiongeladen. Ein bisschen mehr hätte ruhig sein können. Nichtsdestotrotz ergibt es eine rasante Mischung zwischen Romantik und Action. Die Beziehung der beiden Protagonisten vertieft und steigert sich und die Autorin wartet mit einem fiesen Cliffhänger auf. Ich habe 4 von 5 Spitzenschuhen vergeben, da das Buch doch noch ein bisschen besser hätte sein können.








"Kanak Sprak" von Feridun Zaimoglu


Ich glaube an dieser Stelle kann ich mir die Inhaltsangabe sparen. "Kanak Sprak" ist das erste Werk von Feridun Zaimoglu, dem jemanden, der in Interkulturalitätskreisen unterwegs ist, sicher ein Begriff ist. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet und beschäftigt sich mit 24 Menschen in Deutschland, die aus der Türkei stammen und ihren Meinungen. Das Buch stammt aus dem Jahr 1995, in dem politische Begrifflichkeiten und Bezeichnungen noch nicht allzu fatal gehandelt wurden. Die Sprecher bezeichnen sich alle als "Kanaken" und erzählen in den verschiedensten Sprachstilen von ihrem Leben in Deutschland. Zurecht werden alle als "24 Misstöne der Gesellschaft" bezeichnet. Das Buch ist krass. Das muss man mal so sagen. Die Erzähler gehören den verschiedensten Gruppierungen an. Viele sind arbeitslos, andere aber auf Professoren, dann noch Zuhälter, Rapper oder Kleinhehler. Die Meinungen sind subjektiv und in einer Sprache verfasst, die heute noch in Deutschbüchern in der Schule als Sprachvarietät bezeichnet wird. Feridun Zaimoglu machte mit diesem Werk die "Kanak Sprak" in einem gewissen Maße salonfähig. Faszinierend ist, dass er sowohl kritisch als auch unterstützend mit seinen Landsleuten ins Gericht geht und das, ohne auch nur eine Meinung zu kommentieren. Dem Leser ist die Reaktion selbst überlassen. Für mich war es unglaublich schwer dieses Buch zu lesen, denn viele Erzählungen sind in einer Art Singsang verfasst, die schwer greifbar ist. Sie ist durcheinander und abstrakt und oftmals kann man nicht folgen. Viele Ansichten und Sichten  auf die Gesellschaft sind nicht nachvollziehbar, andere aber auch einfach schwer zu glauben. Andere wiederum sind wirklich interessant! 
Alles in allem hat dieses Buch für mich einen Faszinationsfaktor. Ich hätte es ohne meine Referatspflicht niemals gelesen und empfehle es auch nicht. Allerdings kann man es durchaus als künstlerisch mit literarischer Ästhetik ansehen. Ich vergab etwas zwiegespalten 3 von 5 Spitzenschuhen.




Dann fehlt in dieser Auflistung nur noch das Werk "Atemschaukel", für das Herta Müller in erster Linie 2009 den Literaturnobelpreis bekommen hat (ausgezeichnet wurde ihr Gesamtwerk). Sie ist übrigens erst die zweite deutsche Frau, die diesen Preis bekam. Wofür also eigentlich?

"Atemschaukel" von Herta Müller


Das Buch ist wirklich etwas Besonderes. Für mich war es mit Abstand das beste Werk der Autorin (, auch da es endlich mal nicht um die Flucht aus Rumänien geht. Danke dafür!). Es handelt von einem jungen Mann, der in ein Arbeitslager der Russen deportiert wird. Die Geschichte beginnt nach dem Krieg 1945. Damals wurden tatsächlich alle Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 45 in sowjetische Arbeitslager zur Zwangsarbeit verpflichtet. Der Protagonist Leopold Auberg ist als Stellvertreter für alle Deportierten zu verstehen. Herta Müller wollte das Buch eigentlich mit einem ehemaligen Zwangsarbeiter zusammen schreiben, von dem sie das meiste Material hatte. Leider verstarb dieser jedoch zuvor, so dass sie das Buch allein schreiben musste. In "Atemschaukel" schildert die Autorin auf eine spezielle Art und Weise die Erfahrungen vieler Zwangsarbeiter, die im eiskalten Russland fünf Jahre lang bei den furchtbarsten hygienischen, wie auch gesundheitlichen Bedingungen arbeiten mussten. Kaum wie Menschen behandelt, der Menschlichkeit selbst beraubt, lediglich mit der Hoffnung eines Tages das Lager verlassen zu können, fristen diese Menschen ihr Dasein. Die Verzweiflung der Insassen wird mehr als deutlich. Leopold ist ein starker Charakter, der sich durch die Zeit im Lager unglaublich verändert. Das Buch ist erschreckend. Allerdings ist es unglaublich gut geschrieben. Das heißt nicht, dass man es schnell wegliest, aber es ist einfach nur gut. 
"Die russischen Befehle hörten sich an wie der Name des Lagerkommandanten Towarischtsch Schischwanjonow, ein Knirschen und ein Krächzen aus Ch, Sch, Tsch, Schsch. Den Inhalt der Kommandos verstanden wir sowieso nicht, aber die Verachtung. An Verachtung gewöhnt man sich. Mit der Zeit klangen die Befehle nur noch wie ständiges Räuspern, Husten, Niesen, Schneuzen, Spucken - wie Schleimauswerfen. Die Trudi Pelikan sagte: Das Russische ist eine verkühlte Sprache." (Seite 30)
Vielleicht begreift man, was ich an diesem Stil faszinierend fand. Herta Müller sprach mit vielen Zwangsarbeitern. Auch ihre Mutter verbrachte Jahre im Lager. Ich finde, dass sie die Lageratmosphäre und die Gefühle der Menschen so authentisch einfängt, als wäre sie selbst dort gewesen.  Auf einer Fahrt zu einem Arbeitsplatz denkt der Protagonist:
"Ich sah nie Menschen in den Höfen. Ich wollte Leute sehen, die nicht im Lager leben, die ein Zuhause haben, einen Zaun, einen Hof, ein Zimmer mit einem Teppich, vielleicht sogar einen Teppichklopfer. Wo Teppiche geklopft werden , dachte ich, kann man dem Frieden trauen, dort ist das Leben zivil, dort lässt man die Leute in Frieden."
Das Buch ist eine grandiose Leidensgeschichte einer gesamten Gesellschaftsschicht. Es ist anstrengend, aber auch lohnenswert. Man muss wissen, ob man sich dieses Leid antun kann. Allerdings kann man auch nicht alle Gedankengänge und Umschreibungen verstehen. So erging es mir zumindest. Ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Sitzungen zu diesem Buch gesagt wird. Ich vergebe gute 4 von 5 Spitzenschuhen für ein zurecht ausgezeichnetes Werk.



Soviel von mir und meinem ersten Sammelpost. Habt ihr vielleicht eines der drei Bücher gelesen? Vielleicht auch als Zwangslektüre? :D Was sagt ihr zu den Zitaten? Was sind sonst so eure Eindrücke? Über eure Meinungen freue ich mich sehr :)

Eure Julia

16. Januar 2016

Tag: Unpopular Opinions Booktag


Von meiner wunderbaren Freundin Elif, die ich ja des Öfteren hier erwähne, wurde ich getaggt. Ich finde die Fragen klasse und habe daher den "Unpopular Opinins Booktag" für euch :)
Normalerweise ist Elif absolut kein Fan von Tags, weshalb mich das auch ein bisschen verwundert hat, aber umso mehr freue ich mich übers Taggen!Vielleicht habt ihr ja auch Lust euch zu beteiligen, oder wollt mir eure Antworten auf ein paar der Fragen mitteilen? Ich würde mich freuen :)

1. Ein beliebtes Buch, das du nicht mochtest

Schwer, schwer, schwer, schwer...Es ist zwar schon Jahre her, aber ich mochte "Zwei an einem Tag" von David Nicholls echt so überhaupt nicht. Jeder hat es geliebt und ich fand es ziemlich lahm. Ich kann mich auch ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau daran erinnern, aber wenn man im Nachhinein nur noch weiß, dass man das Buch nicht mochte, spricht es nicht für das Buch :D
Ansonsten gefiel mir "Weil ich Will liebe" nicht. Ziemlich flach, ziemlich übertragisch, ziemlich konstruiert..."Der Friedhof in Prag", Plötzlich Fee - Winternacht" und "Glücksdrachenzeit" gehören auch zu den beliebten Büchern, die mir irgendwie nicht so gefielen. Oh...und richtig gehasst habe ich "Warte auf mich"! Absolut nicht zu empfehlen :/

2. Ein beliebtes Buch, das alle hassen, du aber magst

Das finde ich ehrlich gesagt noch schwerer, als diejenigen, die ich nicht mag :D Offenbar bin ich eher anti...wusste ich auch noch nicht. Ich feiere Dramen ehrlich gesagt sehr. "Maria Stuart" und "die Räuber" von Schiller habe ich wirklich gern gelesen! Ein paar Leute mögen auch die Göttlich-Reihe nicht, die ich absolut vergöttere, aber ich denke die zählt gar nicht als Buch, welches gehasst wird. Da ich ja von Elif getaggt wurde, möchte ich an dieser Stelle auf "Herzklopfen auf Französisch" aufmerksam machen, was sie absolut hasst und ich sehr, sehr liebe! Das musste noch erwähnt werden :D

3. Ein Liebesdreieck, bei dem die Hauptperson mit der Person zusammen kommt, die du nicht mit der Hauptperson zusammen bringen wolltest oder ein OTP, das du nicht magst

Habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe irgendwie immer das Glück, dass die Protagonistinnen immer mit den Männern zusammen kommen, die ich auch bei ihnen haben will :D Egal ob das Katniss und Peeta sind, oder die Charaktere der Night School und Selection-Reihe. Ich bin eigentlich immer zufrieden...spricht doch für meine Intuition, oder? Oder eben für meine Mainstream-Meinungen...


4. Ein (beliebtes) Genre, das du nicht magst

Ich bin ehrlich nicht so der Frauen-Roman-Leser...Diese tragischen Geschichten, bei denen dann immer irgendetwas Dunkles aus der Vergangenheit herauskommt. Nicht so mein Ding. Ich lese auch wirklich selten Krimis, liegt aber weniger dran, dass ich sie nicht mag. Ich mag einfach nur andere Sachen lieber. Was ich nie lese sind Sachbücher und Biographien nur äußerst selten. 


5. Ein beliebter Charakter, den du nicht magst

Ich habe das Gefühl, dass ich mich innerhalb dieses Tags wiederholen werde :D Ich mag Ally aus der "Night School" nicht und auch Meghan aus "Plötzlich Fee". Außerdem finde ich Layken sehr konstruiert. Protagonisten, die überperfekt sind, gefallen mir meistens nicht. Irgendwelche Schwächen braucht doch jeder. Oft gibt es männliche Charaktere ohne Schwächen in die sich die Damen dann natürlich verlieben. Wir Frauen sind ja so vorhersehbar ;) 

6. Ein beliebter Autor, mit dem du nicht klar kommst

Ich war von meinem ersten John Green-Buch wirklich enttäuscht (Eine wie Alaska). An "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hab ich mich daher gar nicht getraut...Für seinen literarischen Stil hätte ich auch J.R.R. Tolkien nicht ausgezeichnet. Ein Beispiel für eine umwerfende Idee, die in der Umsetzung aber manchmal etwas langweilig ist. Dennoch lese ich seine Geschichten gern. Ansonsten lese ich einfach nur etwas von den Autoren, die mir gefallen und wenn mir mal ein schlechteres Buch unterkommt, lese ich einfach nichts weiteres von ihm. 

7. Ein typisches Buchelement, das du nicht mehr sehen kannst (z.B. Liebesdreieck, korrupte Regierung, verlorene Prinzessinen)

Mich nerven naive Protagonistinnen unglaublich! Immer dieses Gezweifel und ihre Unentschlossenheit. Das finde ich sooo schlimm! Deshalb mochte ich die gesamte "Night School-Reihe" nicht, weil Ally mit ihrem Hin und Her einfach nur genervt hat! Liebesdreicke gefallen mir allerdings auch nicht. Gegenspieler okay...aber wie gesagt. Unentschlossenheit kann ich wirklich nicht mehr sehen, Obwohl es manche Handlungen natürlich nach vorn bringt.

8. Eine beliebte Buchreihe, bei der du kein Interesse hast, sie zu lesen

Ich gebe zu, dass ich es mit der Serie auch nie versucht habe und man mir versichert hat, dass wenn ich "Game of Thrones" mal gucken würde, es mir gefallen würde. Aber ich habe ehrlich überhaupt kein Interesse an der Buchreihe "Das Lied von Eis und Feuer". "Dust Lands" hat mich auch nie gereizt. Wobei ich dieser Reihe sicher mal eine Chance geben würde. Grundsätzlich finde ich aber wirklich viele Reihen interessant und toll :)

9. "Das Buch ist besser als der Film", heißt es - doch welche Filmadaption hat dir besser gefallen als das Buch?

Hier ist dann wohl ganz eindeutig "Der Herr der Ringe" zu nennen! "Der Hobbit" gehört für mich übrigens nicht dazu (, da finde ich das Buch besser). Aber die Mittel des Films sind bei "Der Herr der Ringe" einfach so eindrucksvoll, dass die Verfilmungen wirklich besser sind, als die Bücher. 


Bei vielen Fragen musste ich wirklich gründlich nachdenken. Ich würde mich ehrlich freuen, wenn ihr euch zu der ein oder anderen Frage auch äußern würdet :) Welche Bücher findet ihr schrecklich, die gehypet werden? Oder welche schlecht bewerteten mögt ihr? Übernehmt doch gern den Tag. also...fühlt euch getaggt :) Danke nochmal an Elif! Ich freue mich auf eure "unpopular Opinions" :)


Eure Julia

Rezension (2014): "Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamenten" von Robert C. Marley


Titel: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten
Autor: Robert C. Marley
Verlag: Dryas
Preis: 9,50€
Seiten: 304

„Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamanten“ besticht auf den ersten Blick, und zwar durch sein wunderschön in blau gehaltenes Cover und den kleinen Specialeffect, dass die Buchseiten blau eingefärbt sind, wenn das Buch geschlossen ist. Das macht den Krimi von Anfang an interessant. Auch der Klappentext liest sich gut!

Klappentext


Inspector Swanson vom Scotland Yard ermittelt in einer Reihe von Mordfällen. In allen Fällen wurde ein Goldschmied auf höchst brutale Art und Weise getötet – ob das nun das flüssige Gold im Hals, oder angenagelte Hufeisen an den Füßen sind. Zusammen mit seinem Gehilfen Phelps, macht Swanson sich im viktorianischen London auf die Suche nach dem Täter. Hierbei begegnen ihm interessante Persönlichkeiten, wie Oscar Wilde oder Arthur Conan Doyle. Wer hat die Goldschmiede umgebracht und was hat es mit dem überaus wertvollen Hope Diamanten zu tun? Ist er ein Motiv?

Meinung


Ich fand die Geschichte sehr spannend und vor allem die Verbindung an realen Persönlichkeiten und fiktivem Krimi, haben für mich den Reiz ausgemacht. Allerdings ist dies auch gleichzeitig ein Punkt den ich bemängeln muss. Ich liebe sowohl die Werke von Oscar Wilde, als auch Arthur Conan Doyle. Meiner Meinung nach kamen allerdings beide nicht sonderlich gut weg bei Inspector Swanson. Besonders schwer ist es hier sicherlich, einen realen Charakter fiktiv so zu gestalten, dass das Publikum zufrieden ist. Und obwohl ich diesen Versuch bewundere, ist er meiner Meinung nach, dann doch irgendwie fehlgeschlagen. Der Gerechtigkeit halber muss man aber sagen, dass Robert C. Marley die Fakten über die Personen durchaus eingebunden hat.
Im gesamten Buch herrscht dennoch eine leichte Arroganz vor. Schwer zu sagen, ob dies auf den Charakter von Inspector Swanson eingeschränkt ist, oder ein Zug des Stils des Autors ist. Die Charaktere sind sich im Allgemeinen sehr treu und auch wenn ich mir Swanson nicht ganz warm geworden bin, fand ich doch Gefallen an Archibald Horne oder Frederick Greenland. Der Stil von Marley ist teilweise etwas umständlich und langatmig, aber dennoch gut ans viktorianische London angepasst. Das Zeitalter an sich hat der Autor gut getroffen.

Der Krimi hat zwischendurch spannende Züge und vor allem die skurrilen Morde machen die Sache interessant. Aber es gibt immer wieder unnötige Längen. Neben diesem Punkt und den meiner Meinung nach nicht gelungenen Charaktere von Doyle und Wilde gibt es aber wenige Abzüge. Dennoch brauchte ich ziemlich lange für dieses Buch und würde es nicht dieses wirklich unerwartete und gut durchdachte Ende geben, würde ich weniger Punkte vergeben. Aber wirklich, ihr Lieben, das Ende ist mehr als gelungen. Mir ist es immer wichtig, dass man nicht von Anfang an weiß, wer der Bösewicht ist und spannende Wendungen sind mir immer herzlich willkommen. 

Fazit


Alles in allem also ein guter Krimi, der dann eben doch ein paar Schwächen aufweist. Diese sind allerdings Geschmackssache: 3,5 Spitzenschuhe von mir.




15. Januar 2016

Rezension: "Effie Briest" von Theodor Fontane


Titel: Effie Briest
Autor: Theodor Fontane
Verlag: Ullstein
Preis: 10,00€
Seiten: 380


Durch mein Germanistikstudium fühle ich mich oftmals dazu gedrängt, zu dem einen oder anderen Klassiker zu greifen. Irgendwie fühlt man sich nämlich zumeist schlecht, wenn es so viele Romane gibt, die man nicht gelesen hat, die in Seminaren aber immer mal wieder anklingen, oder die einfach auf einer ominösen Liste stehen mit Büchern "die man im Leben gelesen haben sollte". Um schon einmal vorzugreifen: "Effie Briest" gehört nicht unbedingt auf eine solche Liste, hat aber zwischendurch seinen Charme.

Inhalt


Die 17-jährige, lebenslustige Effie heiratet mit 17 Jahren einen fast 20 Jahre älteren Mann, der eine gute Partie im ausgehenden 19. Jahrhunderts ist. Es ist keine Liebesehe, aber eine der Gesellschaft äußerst entsprechende. Nach den Flitterwochen zieht das Paar nach Kessin, ein winziger Badeort. Dort fühlt sich die junge Effie immer einsamer, sieht Spukgespenster und zieht sich immer mehr zurück. Es endet in einer Affäre, die nicht einmal aus Liebe begangen wird. Effie ist dankbar, als sie der Beruf ihres Mannes nach Berlin bringt, wo sie hofft ein neues Leben zu beginnen, doch das alte verfolgt sie zu sehr...

Meinung


Das Problem bei Klassikern ist oftmals das gleiche: es passiert nicht sonderlich viel spannendes. So ist es leider auch bei "Effie Briest". Zwischendurch trägt sich sehr viel Langeweile durchs Buch und irgendwie erscheint es, als wenn Fontane ausgerechnet die wichtigen und interessanten Passagen innerhalb eines Absatzes klären wollen würde, so beispielsweise das entscheidende Duell.
 Die Charaktere hingegen sind in den Klassikern, wie es auch dieser Roman zweifelsohne ist, oftmals interessanter, als in vielen aktuellen Büchern. Sie sind alle sehr tiefschichtig und haben viele Eigenschaften, die man nicht mehr unbedingt erwartet. Ich persönlich fand Geert von Instetten sehr sympathisch und konnte Effie zum Teil wirklich absolut nicht leiden. Man bemerkt an ihr allerdings auch einen Wandel. Anfangs ist sie einfach nur egoistisch, freiheitsliebend und verwöhnt. Das ändert sich auch nicht unbedingt, aber dennoch merkt man ihr mehr Reife an. Allerdings ist keine der aufgeführten Figuren ein Sympathieträger, wenn dies auch laut vieler Interpretationen Effie hätte sein sollen. Kam mir nicht so vor..
 Da wären wir auch beim springenden Punkt . Die Interpretationen...wenn man nach dem Lesen des Romans derlei liest, findet man das Buch gleich viel besser. Liest man schlaue Sätze darüber, wie unglaublich gut Fontane doch diesen und jenen Kritikpunkt äußert, dann fühlt man sich gleich viel schlauer und kann dem Ganzen etwas mehr abgewinnen. Klingt blöd, ist aber so. Im Nachhinein finde ich das Buch also keinesfalls so schrecklich, wie ich es beim lesen teilweise empfunden habe. Natürlich ist auch der Schreibstil und die allgemeine Wortwahl altertümlich und einem Klassiker entsprechend. Das Buch lässt sich nicht einfach so weglesen, denn der Stil bringt einen dazu oftmals innezuhalten.

Fazit



"Effie Briest" ist für mich ein typischer deutscher Klassiker, der die gesamte damalige Gesellschaft kritisieren soll. Das schafft er eigentlich auch ganz gut. Vor allem die letzten 40 Seiten sind recht unterhaltsam, alles in allem ist das Buch dennoch etwas schwerfällig und dröge. Vor allem Effie selbst ging mir oftmals auf die Nerven. Nichtsdestotrotz bin ich froh die Geschichte von Effie Briest zu kennen, die bei Weitem nicht der schlechteste Klassiker ist. Von mir gibt es daher 3 Spitzenschuhe für Theodor Fontanes berühmtestes Werk.