4. November 2016

Rezension: "Roverandom" von J. R. R. Tolkien


Titel: Roverandom
Autor: J. R. R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Preis: 10,99€ (ebook)
Seiten: 144


Als ich das kleine Büchlein mit dem Titel „Roverandom“ entdeckte, ließ mich vor allem eines genauer hinsehen: Der Name des Autors. J. R. R. Tolkien ist weltberühmt. Er ist nicht einfach nur der Urvater des gesamten Genres Fantasy, er hat auch einfach mal eine komplette Sprache erfunden. „Roverandom“ hat damit allerdings so gar nichts zu tun. Hierbei handelt es sich um eine Kindergeschichte, die er für einen seiner Söhne schrieb. Ein kleiner Hund erlebt große Abenteuer. Ganz nett, wenn man einem Kind eine Geschichte vorlesen möchte, eher langweilig für den erwachsenen Leser.

Inhalt


Rover war ein ungezogener Hund. Als er im Garten mit seinem Ball spielte, kam ein Zauberer daher. Promt biss Rover ihm in die Hosen und das machte den Zauberer so wütend, dass er Rover in einen Spielzeughund verwandelte. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Rover landet in einem Laden, wird verkauft und gehört von nun an einem kleinen Jungen. Doch dieser verliert ihn am Strand und ist überaus traurig darüber. Rover aber wird von einem weiteren Zauberer gefunden und dieser versucht ihm zu helfen. Damit Rover wieder ein richtiger Hund werden kann, muss er Abenteuer auf dem Mond und im tiefen Meer bestehen und vielleicht wendet sich danach alles zum Guten….

Meinung


„Roverandom“ ist ein niedliches Kinderbuch, das auch als solches angesehen werden sollte. Tolkien schrieb es für seine Söhne. Tatsächlich steckt ein Funken Wahrheit in der Geschichte, da einer der beiden seinen Spielzeughund verlor. Und damit der gute Vater den Jungen trösten konnte, brauchte er eine Erklärung. Also schrieb er die Geschichte des Hundes Rover nieder, der im Laufe der Handlung seinen Namen mehrfach auf Roverandom abändern muss. Diese kleine Zusatzgeschichte gefiel mir ganz gut. Das macht die Kindergeschichte irgendwie authentischer.
Die Geschichte selbst ist niedlich und kindgerecht. Wobei man durchaus merkt, dass sie in anderen Zeiten geschrieben wurde. Ein paar Ausdrücke sind nicht mehr zeitgerecht und vielleicht auch nicht ganz moralisch. Andererseits sind Kindergeschichten und Märchen oft sehr brutal. Und von Brutalität kann hier eigentlich nicht die Rede sein. Die Geschichte ist ganz nett. Der Leser folgt dem kleinen Hund, während dieser Abenteuer erlebt. Für mich war die Handlung wenig stringent. Vor allem, als Roverandom zuerst auf den Mond und danach noch auf den Grund des Meeres muss. Andererseits ist die Geschichte sehr fantasievoll und gut für Kinder geeignet. Das würde ich auch zum Stil des Autors sagen. An manchen Stellen schweift er zu sehr aus, was man in gesteigerter Form auch bei „Herr der Ringe“ nachlesen kann. Dazu ist der Stil des Kinderbuches kein Vergleich und doch merkt man, dass die Geschichte schon ein paar Tage älter ist. Rover ist ein niedlicher Hund und ein guter Protagonist. Er führt durch die Geschichte. Das Schöne ist, dass er durchaus Schwächen hat, die aber auch als solche gekennzeichnet sind. Die restlichen Figuren sind ebenso fantasievoll und fügen sich gut in die Geschichte. Mich hat nur gestört, dass es eher eine Anreihung von Abenteuern ist, als eine klare Handlung. Aber das kann ich dem Buch verzeihen.

Fazit



Wenn ihr einem Kind eine Geschichte mit viel Fantasie vorlesen möchtet, dann kann ich „Roverandom“ empfehlen. Solltet ihr ein Fan des Fantasymeisters sein, ist die Geschichte nicht unbedingt etwas für euch. Die Zielgruppe sollte man schon beachten. Dennoch handelt es sich hier um eine nette Kindergeschichte, mit viel Fantasie und einer Menge Abenteuern, die ein kleiner Hund erlebt. Ich vergebe verzauberte drei Spitzenschuhe.



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