29. Februar 2020

Rezension: "Die Greifenreiterin - Verheerung" von Sabine Schulter



Titel: Die Greifenreiterin - Verheerung 
Autor: Sabine Schulter 
Verlag: selfpublished 
Preis: 3,99€ 
Seiten: 296

Sabine Schulter hat mich mit ihren Geschichten noch nie enttäuscht. Ein jede entführte mich in eine neue und geheimnisvolle Welt. Ob diese nun voller fantastischer oder doch eher romantischer Elemente war, kam ganz auf die Geschichte an. Kann also ihre neue Buchreihe, die sich um die junge Reiterin Rayna und ihren Greif Ferril dreht, welche sich allen Gefahren stellen, die ihr geliebtes Land bedrohen, mich überhaupt enttäuschen? Natürlich nicht!
Und auch, wenn „Die Greifenreiterin – Verheerung“ nicht der stärkste der bisher erschienenen Bände dieser Reihe ist, so ist er doch sehr unterhaltsam und wichtig für die Entwicklung der Gesamtgeschichte. Denn das große Finale – der Kampf um Teharis und somit gegen die Nanjok – steht noch aus. Und „Verheerung“ läutet dieses Finale mit ein wenig Ruhe ein, weiß den Leser aber dennoch zu überzeugen.


Zemzee und seine Männer nähern sich immer weiter dem Klan der Himmelsschwerter und solange er im Besitz der Elementsteine ist, scheint er unaufhaltsam. Was soll man schließlich Wind, Wasser, Feuer und Erde entgegenstellen?
Der einzig mögliche Ausweg ist das Artefakt, das die Tenga schmieden wollen. Dazu benötigen sie die Kristalle, die Rayna mit ihren Freunden aus den Tiefen der Tempel geborgen hat. Allerdings drehen sich Raynas Gedanken nach der Attacke auf Karim ausschließlich um ihren Bruder. Ob sie es schaffen, rechtzeitig zu den Himmelsschwertern zurückzukehren, bevor Zemzee über den Klan herfällt, ist daher ungewiss …


Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei diesem dritten Teil der Reihe nicht um seinen stärksten. Das liegt daran, dass die Spannung in der Geschichte zwischenzeitlich stark variiert. Es gibt Phasen, in denen ist die Spannung so enorm, dass dem Leser der Mund offen stehen bleiben muss! Das ist vor allem zu Beginn und im Mittelteil der Fall. Besonders das Ende war dann aber ein bisschen zu ruhig. Dort hätte ich mir mehr Action gewünscht. Doch dafür rechne ich ab der ersten Seite von Band vier mit genau dieser: Spannung.
Ich bin diesbezüglich mehr als optimistisch, denn die ersten Kapitel von „Verheerung“ sind einfach nur atemberaubend! Ich erwähnte in meiner Rezension zu Band zwei einen furchtbar fiesen Cliffhanger, an dem Band drei natürlich ansetzen muss. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, bis nicht geklärt war, was nun geschehen ist. Mein Herz zerriss beinahe und ich war den Tränen nah, so emotional packte mich das Geschehen. Selten war ein Start in ein Buch so gut! Als ich dann endlich aufatmen konnte, beruhigten sich auch meine Gefühle. Und auch die Geschichte ging es nun ein wenig ruhiger an. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass Rayna nach dem ersten Schock bereit ist, sich den Ereignissen zu stellen und ihren Platz einzunehmen. Gemeinsam mit Hyron rüstet sie sich für die Schlacht und für das Schmieden des Artefakts. Letzteres war ebenfalls sehr spannend. Es ist immer wieder faszinierend, wie gut die Autorin die fantastische Elemente beschreiben kann und den Leser so in ihren Bann zieht. Ich finde das Volk der Tenga sehr interessant und dass dieses auch in „Verheerung“ eine große Rolle spielt, gefällt mir gut! Man lernt neue Charaktere kennen und die Völker halten stärker zusammen, als je zuvor. Das tun sie auch, als die Nanjok dann tatsächlich bei den Himmelsschwertern eintreffen. In diesem Aufeinandertreffen liegt der Höhepunkt des Buches. Ein wenig früh, das muss man schon zugeben. Denn der Rest der Geschichte handelt vor allem von der Beziehung der Völker untereinander, von Hyron und Rayna und den weiteren Entwicklungen. Erst auf den letzten Seiten nimmt die Spannung wieder abrupt zu – und dann ist es zu Ende. Insgesamt bereitet die Geschichte gut auf ein spannendes Finale vor, hat aber leider die typischen Längen eines „Zwischenspiels“, wie es in Mehrteilern immer mal wieder der Fall ist. Dennoch ist „Verheerung“ keinesfalls unnötig. Das Ausbilden der zwischenmenschlichen Beziehungen im zweiten Teil des Buches ist ebenfalls interessant, wer aber auf Action steht, wird hier wahrscheinlich ein wenig enttäuscht.
Was mir an der Geschichte aber sehr gefiel, sind die Rollenbilder. Man kennt es, dass Protagonisten oft die Anführer, die Besonderen sind. Rayna, Hyron und Ferril sind natürlich etwas Besonderes. Doch Sabine Schulter lässt sie inzwischen nicht mehr eigenmächtig handeln. Die drei unterstehen verschiedenen Anführern und setzen nicht ihren eigenen Kopf durch. Sie handeln im Sinne des Allgemeinwohls und die Entscheidungen ihrer Anführer machen sie nicht in jedem Fall glücklich. Mir hat gefallen, wie Sabine Schulter diese „Machtlosigkeit“ darstellt und zeigt, dass auch die wichtigen Einzelpersonen, von anderen abhängen. Das klingt jetzt so negativ, aber ich finde, das macht die Charaktere sehr reif. Denn natürlich hinterfragen sie die Entscheidungen. Doch sie rebellieren nicht. Sie denken weiter. Und das unterscheidet die Geschichte von so vielen Romantasy-Geschichten, dessen Protagonisten eben deutlich jünger sind. Diese Reife lässt sich im gesamten Buch finden und taucht in den Interaktionen untereinander immer wieder auf. So gefällt mir das Verhalten von Rayna und Hyron untereinander als Paar sehr gut. Ebenso wie die Bruder-Schwester-Beziehung von Rayna und Karim. Auch die anderen Nebenfiguren haben mir gut gefallen. 
Zum Schreibstil von Sabine Schulter muss ich nicht viel sagen. Er ist fließend, fantasievoll und sehr bildlich. Als Deutschlehrerin muss ich auch erwähnen, dass es keine grammatischen Fehler oder merkwürdige Formulierungen gibt, die bei Selfpublishern doch des Öfteren auftauchen. Man kann das Buch dank seines guten Schreibstils wirklich gut lesen.


Ich finde die Geschichte rund um Rayna und Ferril wirklich toll und habe mich unglaublich auf „Verheerung“ gefreut. Gleich zu Beginn bekam ich genau das, was ich wollte. Und auch, wenn die Spannung zwischenzeitlich ordentlich nachließ, hat mich das Buch nicht enttäuscht. Die Entwicklung der Geschichte geht voran und verspricht einen famosen vierten Teil. Für Band drei vergebe ich vier von fünf Sternen und blicke mit Vorfreude auf den vierten Band, der einen etwas beängstigenden Titel trägt: „Rache“. Wer sich wohl an wem rächen wird?!



23. Februar 2020

Rezension [Hörbuch]: "Disney Prinzessinnen ("Cinderella" & "Die Schöne und das Biest")


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Titel: Disney Prinzessinnen: Die Schöne und das Biest & Cinderella
Sprecherinnen: Gabrielle Pietermann &Friederike Walke
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 3h 43m


Welches Mädchen, das in etwa in den frühen Neunzigerjahren geboren wurde, war nicht völlig vernarrt in die damaligen Disney-Prinzessinnen? Ich war es definitiv! Meine Heldinnen waren Belle, Mulan, Meg, Esmeralda oder Arielle. Und weil ich tief in meinem Herzen noch immer ein Prinzessinnen-Fan bin, schaue ich nicht nur wahnsinnig gern die Filme von damals – ich höre die Prinzessinnen-Geschichten auch sehr gern als Hörbücher und -spiele.
Der Hörverlag brachte vor einer Weile bereits eine Doppel-CD zu „Arielle“ und „Rapunzel“ heraus, die ich wahnsinnig toll fand. Und nun folgte die nächste Doppel-CD mit den Geschichten von „Cinderella“ und „Die Schöne und das Biest“. Keine Frage – ein Muss!
Und das nicht für Prinzessinnen-Fans – denn diese beiden Geschichten sind etwas für Jung und Alt.



Ella lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Stiefmutter und deren Töchtern – und wird von allen dreien nur schikaniert. Als der Königshof alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Ball für den Prinzen einlädt, macht sich Ella gegen alle Hindernisse und mit Hilfe einer guten Fee auf, um ihr Leben ein für alle Mal zu ändern …
Belle lebt mit ihrem Vater ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf, bis dieser in die Fänge eines Ungeheuers gerät. Mutig, wie Belle ist, tauscht sie die eigene Freiheit gegen das Leben ihres Vaters: Belle wird Gefangene im verwunschenen Schloss. Mit der Zeit lernt sie hinter die abscheuliche Fassade des Biests zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit.


Wer kennt die Geschichten nicht?! Unter den älteren Zuhörern wird es wohl kaum jemanden geben, der nicht von Anfang an weiß, ob Cinderella am Ende durch ihren Schuhe gefunden oder Belle das Biest durch ihre Liebe erlösen kann. Doch selbst wenn man die Geschichten in- uns auswendig kennt, sind diese vier CDs ein absoluter Genuss. Und wie großartig müssen die Geschichten erst sein, wenn man eben noch nicht weiß, wie sie ausgehen? Ich kam nicht umhin, mir genau diese Frage zu stellen. Als ich beide Geschichten hörte und zutiefst genoss, stellte ich mir vor, wie ich sie später meinen Kindern geben würde und sie diese beiden Geschichten zum Einschlafen anmachen würden. Bei diesem Gedanken lächelte ich. Denn mit dieser CD-Box kann man auch bei Kindern absolut nichts falsch machen. 
Zu den Handlungen der beiden Geschichten muss ich nur wenig sagen. Die Hörbücher halten sich an ihre Filmvorlagen, bieten zudem aber einige innere Monologe oder Gedankenfetzen, sodass man einen tiefen Einblick in die Charaktere bekommt. Cinderella führt ein grauenvolles Leben voller Arbeit und möchte nichts lieber, als auf dem Ball zu tanzen. Belle hingegen beweist ihre Vaterliebe, indem sie seine Rolle im Verlies des Biests einnimmt und im Schloss Dinge erlebt, mit denen sie niemals gerechnet hat – unter anderem, sich zu verlieben.
Ich kann kaum sagen, welche der beiden Geschichten mir besser gefallen hat. Beide sind einfach klasse! Denn auch, wenn man beide kennt, bekommt der Hörer hier etwas völlig neues Präsentiert. Und das, weil die beiden Vorleserinnen einen so atemberaubenden Job machen! 
„Cinderella“ wird von Friederike Walke, die ganz besonders Wert auf die verschiedenen Stimmlagen legt. Sie interpretiert vor allem die Tiere absolut großartig! Die Mäuse sind piepsig, die gute Fee sehr robust und der König ein kleiner Besserwisser. Manchmal wird es schrill (die Stiefschwestern), manchmal träumerisch (Cinderella selbst). Hat man die Lautsprecher zu laut eingestellt, zuckt man manchmal zusammen, da Walke so voller übersprudelnder Emotionen liest. Aber das sollte euch nicht zurück schrecken lassen. Denn durch ihre Stimme wird die Geschichte unglaublich lebendig und man hat so viele Bilder im Kopf. Ich war nach den ersten beiden CDs absolut geflasht.
Doch meines Erachtens konnte diese Box sich sogar noch steigern.
Denn „Die Schöne und das Biest“ wird von einer sehr berühmten Synchronsprecherin gelesen – Gabrielle Pietermann. Vielleicht sagt vielen der Name nichts, doch hört ihr ihre Stimme, kennt ihr diese garantiert. Unter anderem spricht Pietermann die Hermine aus Harry Potter. Ihre Stimme ist dementsprechend sehr angenehm und weich. Gleichzeitig kann sie unglaublich gut Spannung aufbauen und es gefiel mir sehr, wie wertend sie einige Passagen las (zumeist über Gaston). Diese Geschichte ist etwas kurzweiliger, als jene von Cinderella. Doch auch ihr wird unglaublich viel Leben eingehaucht. Ob das nun der mit Akzent sprechende Lumiere ist, oder das garstige Biest, das immer wieder in Rage gerät. Die Stimmen sind sehr betont und gekonnt umgesetzt und nehmen den Hörer so völlig gefangen.
Wer sich übrigens fragt, ob auch die berühmten Lieder Teil der Hörbücher sind, muss leider enttäuscht werden. Die Sprecherinnen konzentrieren sich voll und ganz auf die märchenhafte Umsetzung beider Geschichten. Und wisst ihr was…sie machen es so gut, dass gar nicht auffällt, dass in diesen Disney-Geschichten niemand singt.


Ich kann diese CD-Box aus tiefstem Herzen empfehlen. Ganz egal, wie alt man ist: Mit der Interpretation beider – absolut herausragender – Sprecherinnen erwachen sowohl „Cinderella“, als auch „Die Schöne und das Biest“ zu ganz neuem Leben. Spannend, romantisch, emotional und sehr humorvoll sind nur einige Attribute, mit denen ich diese CD-Box beschreiben möchte. Ich kann nichts anderes tun, als fünf Sterne zu vergeben – und auf den Tag zu warten, die Geschichten mit meinen eigenen Kindern erneut zu hören.



13. Februar 2020

Rezension [Hörbuch]: "Der Tod wartet" von Agatha Christie



Titel: Der Tod wartet
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Martin Maria Schwarz
Verlag: Der Hörverlag
Seiten: 240
Dauer: 7h


Mit niemandem ermittle ich so gern zusammen, wie mit Hercule Poirot. Allzugern folge ich dem drolligen belgischen Detektiv, wenn er wieder einmal seine kleinen grauen Zellen bemüht, um Diebe, Betrüger oder Mörder zu finden. Und am allerliebsten ermittle ich mit ihm gemeinsam, indem ich zu einem Agatha-Christie-Hörbuch greife. „Der Hörverlag“ hat inzwischen eine ganze Reihe der Poirot-Krimis als Hörbuch produziert und so auch den 23. Kriminalfall über Poirot, den Agatha Christie schrieb, mit dem Namen „Der Tod wartet“. Ein einleuchtender Titel, denn wer kann dem Tod schon entrinnen? Wartet er nicht auf uns alle? Sehr viel mehr als den Titel brauchte ich nicht, um zu entscheiden, dass dieser „mein“ nächster Poirot-Fall sein sollte. Doch auch der Klappentext überzeugte. Nach dem Hören muss ich allerdings zugeben: der Fall selbst eher nicht.

Hercule Poirot macht Ferien und ausgerechnet am Toten Meer. Da macht er die Bekanntschaft der Familie Boyton. Das Familienoberhaupt, die alte Mrs. Boyton, tyrannisiert ihre Tochter und ihre Stiefkinder. Da wird sie tot aufgefunden und Hercule Poirot weiß sofort, dass es Mord ist. Als er die Vergangenheit der Boytons untersucht, wird der Fall immer düsterer. Doch Poirot kann mit seinen kleinen grauen Zellen auch diesen Fall lösen!

Das Hörbuch ist recht ungewöhnlich aufgebaut. Normalerweise beginnt ein Poirot-Fall in Hercule Poirots Büro, vielleicht ist zudem sein Freund Captain Hastings anwesend und die beiden unterhalten sich über belanglose Dinge. In den extravaganteren Fällen trifft man Poirot auch mal außerhalb Londons an, beispielsweise in einem Zug, einem Flugzeug oder auf einem Schiff auf dem Nil. Auch „Der Tod wartet“ spielt an solch einem extravaganten Ort: am Schwarzen Meer. Ein Großteil der Geschichte spielt in Jerusalem, der andere in der Felsenstadt Petra. Die Schauplätze dieses Falles sind absolut außergewöhnlich und malerisch. Gleichzeitig fungieren sie natürlich als faszinierende Stätte für einen hinterhältigen Mord. Doch, anstatt dass der Hörer direkt mit Poirot in Berührung kommt, wählte die Autorin in diesem Buch einen anderen Weg. Sie teilte die Geschichte in ein „Davor“ und ein „Danach“ ein. 
Zwischen beiden Strängen steht natürlich der besagte Mord an Mrs. Boyton, den der Klappentext bereits ankündigt. Doch ungefähr ein Drittel des Hörbuches ist die besagte Dame noch quicklebendig. Der Hörer begleitet nämlich nicht etwa Poirot, sondern die Familie Boyton. Und Poirot spielt überhaupt nicht mit. Wobei – das stimmt nicht ganz. In einer Szene wird er kurz erwähnt, doch obwohl diese Szene natürlich entscheidend ist, spielt Hercule Poirot lediglich eine Nebenrolle. (Das sollte ihm keinesfalls jemand sagen, ansonsten wird der arrogante Detektiv sicher nicht erfreut sein.) Und das war für mich sehr komisch. Denn man begleitet eine sehr lange Zeit eine „fremde“ Familie und eine weitere Protagonistin (Sarah King). Und das, ohne dass man weiß, warum. Ich muss zugeben, dass diesem Abschnitt dennoch eine gewisse Spannung innewohnt, da die Familie äußerst ungewöhnlich ist und obwohl scheinbar überhaupt nichts passiert, fühlt man sich gut unterhalten. Nichtsdestotrotz war mir dieser Abschnitt zu lang. Bis der Mord tatsächlich geschieht, hat man schon eine ganze Weile gehört. Und bis Poirot dann auftaucht, muss man sich erneut gedulden. 
Auch in dem nun folgenden Aufklärungsprozess gibt es leider einige Längen. Eigentlich befindet Poirot sich in seinem privaten Urlaub, doch ein Bekannter bittet ihn, sich den Fall der Familie Boyton einmal anzusehen. Denn eines ist recht schnell klar: Jedes Familienmitglied hatte ein Interesse am Tode der alten Dame. Und da es an anderen Verdächtigen mangelt, muss doch jemand von ihnen etwas mit dem Mord zu tun haben. Oder? 
Diese Frage stellt sich Hercule Poirot. Und um sich des Rätsels Lösung anzunähern, verhört er alle Figuren. Und diese Verhöre dauern an. Noch länger allerdings dauert die tatsächliche berühmte Aufklärung am Ende der Geschichte. Also die berühmte Szene, in der alle Beteiligten des Falles im gleichen Raum sitzen und Poirot darüber sinniert, wer denn nun der Mörder ist. Diese Szenen sind mir wirklich die liebsten! Doch diese dauerte ewig.
Mein zentraler Kritikpunkt sind also die Längen des Hörbuchs und auch die lange Abwesenheit des eigentlichen Ermittlers. Mit zweiterem kann ich allerdings leben, da es dem ersten Teil, wie bereits erwähnt, an keiner Spannung fehlt. Es gibt aber natürlich auch positive Dinge, die dieses Hörbuch auszeichnet. 
Der ungewöhnliche Erzählweg, den Agatha Christie hier gewählt hat, ist durchaus abwechslungsreich. So lernt man die junge Ärztin Sarah King sehr gut kennen und sie ist in jedem Fall eine Betrachtung wert. Außerdem gibt es viele kleine Zwischenhandlungen, da die Familie Boyton aus einer ganzen Menge Personen besteht. Jede einzelne Figur hat seine Geschichte und seine Träume und einige von ihnen sind durchaus interessant. Des Weiteren ist es dem Hörer wirklich unmöglich, den Täter zu ermitteln. Ich hatte während des Hörens so viele Theorien, die ich letztendlich alle verwerfen musste. Denn auf die richtige bin ich ja doch nicht gekommen. Mich hat die Wendung überrascht, doch auch gefallen. Ebenso gefallen hat mir der kurze Epilog, der einen Einblick in das Leben der Boytons fünf Jahre nach dem Mord gibt. Ich hatte das Gefühl, dass Christie in diesem Fall etwas mehr an den Gefühlen der anderen Figuren der Handlung gelegen war. Sie legt viel Wert auf die Entwicklung der Charaktere und nimmt sich viel Zeit, um ihre Geschichten festzuhalten. Dieser etwas andere Weg hat mir durchaus gefallen.
Ebenfalls loben muss ich den Schreibstil und die Art von Martin Maria Schwarz, das Hörbuch zu lesen. Ich finde seine Stimme sehr angenehm und unterhaltsam. Auch mag ich seine Interpretation von Hercule Poirots Akzent, weshalb ich verstehen kann, dass er so viele Poirot-Hörbücher vertont hat. In diesem Hörbuch ist außerdem seine Interpretation von Mrs. Boyton absolut phänomenal. Man kann diese Frau einfach gar nicht mögen.


Insgesamt ist „Der Tod wartet“ eine interessante Geschichte, die wirklich gut durchdacht ist. Die Aufklärung des Falles gelingt sehr gut, weshalb man von einem hohen Spannungsfaktor sprechen muss. Dieser allerdings wird immer wieder von eingebauten Handlungslängen gestört, sodass das Hörbuch an sich ganz schön gezogen wird. Die Figuren sind interessant, Poirot so charmant und arrogant wie eh und je und der Schreib- und Vorlesestil sind ebenfalls gelungen. Trotzdem muss ich aufgrund meiner anfangs aufgeführten Kritik Punkte abziehen, sodass ich „Der Tod wartet“ mit  3 von 5 Sternen bewerte. Doch versteht mich nicht falsch. Mrs. Boytons Fall ist durchaus empfehlenswert. Und eine kleine Schlussbemerkung: Selten hatte jemand es so sehr verdient, zu sterben, wie sie. Wenn ihr wissen wollt, wieso: Dann greift zum Hörbuch.



1. Februar 2020

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #42

Hallo ihr Lieben!


Gestern lag ich seelenruhig in der Badewanne und habe die Zeit genossen. Denn wie ihr wisst, bin ich seit Weihnachten mit meinen Prüfungen durch und habe gestern ganz offizielle mein Referendariat beendet. Dementsprechend habe ich den Januar über einfach nur genossen! Ich habe viele Freunde getroffen und Dinge gemacht, zu denen ich schon lange keine Zeit mehr hatte. Es war also ein traumhafter Monat. Und nun lag ich da in der Wanne und träumte ein wenig vor mich hin und dann schreckte ich hoch. Ganz plötzlich war mir eingefallen, dass ich eine Sache im Januar versäumt hatte. Eine, die ich eigentlich gar nicht versäumen darf! Ich habe vergessen, meinen lieben Karli zu interviewen. Und das ist natürlich ein fataler Fehler.
Karlis Gejammer war ziemlich groß, als ich mich gestern ausschweifend bei ihm entschuldigte. Und das, obwohl ich doch Besserung für 2020 gelobte. Aber da eben dies der Fall ist, kann ich Karli ja nicht gleich zu Jahresbeginn ausfallen lassen, und daher kommt das Interview nun - viele Tage zu spät. Es tut mir sehr leid, Karli! Hiermit schicke ich dir einen dicken Kuss und eine ganz ernst gemeinte Entschuldigung. Nun darfst du aber endlich, also los!


Wie immer kommt hier der Hinweis auf den schönen Blog der lieben Anna, die die Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" ins Leben gerufen hat. Schaut bei ihr vorbei :)



1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Hallo liebe Welt! Ich hoffe, ihr alle seid gut in das neue Jahrzehnt gestartet und habt den ersten Monat des Jahres 2020 genauso genossen, wie meine verpeilte Besitzerin. Vielleicht fragt ihr euch, warum ich mich nicht früher bei Julia gemeldet habe, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie mich trotz guter Vorsätze schon wieder vergisst. Aber wisst ihr...ich habe mich auch einfach für Julia gefreut, dass sie mal nicht nur am Schreibtisch saß, um Unterricht vorzubereiten und stattdessen gelesen, gepuzzelt und getanzt hat. Und diese Hochstimmung wollte ich irgendwie nicht stören. Hinzu kommen noch die langsam anlaufenden Hochzeitsvorbereitungen...Ich weiß gar nicht, ob Julia schon einmal darüber sprach, aber in wenigen Monaten wird in diesem Hause geheiratet. So ein ganz klein bisschen bin ich sogar an der Planung beteiligt...aber nun gut, ich schweife ab. Ich habe Julia jedenfalls die Ruhe gegönnt. Und naja...immerhin kam sie von allein drauf, dass ich auch noch existiere.
Also...kommen wir doch mal zum buchigen Teil des Interviews. Diese fiese Frage nach meinem aktuellen Stand. Ich bin mit 130 Büchern aus dem Dezember 2020 gegangen. Bei dieser Zahl handelt es sich natürlich um eine geschönte, da sie die Bücher, die ich zu Weihnachten dazu bekam, nicht zählte. Dass ich also mit einer höheren Zahl ins neue Jahr starte, war vorher schon klar. Tatsächlich ist sie aber noch deutlich höher, als ich dachte. Trommelwirbel: Mein aktueller Stand beträgt 137 Bücher. Puh...ich fühle mich wirklich etwas zu groß, das muss jetzt mal gesagt werden.


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Auch wenn man meinen könnte, dass es sich bei den sieben neuen Büchern um Weihnachtsneuzugänge handeln könnte, muss ich das negieren. Also...natürlich, es gab fünf neue Bücher zu Weihnachten, allerdings hat Julia tatsächlich wieder ein paar Rezensionsexemplare angenommen und so wird die Liste nun einmal länger. Ein paar Bücher hat Julia immerhin auch gelesen und so kam eine nette Durchmischung im letzten Monat zu Stande. Von den Weihnachtsbüchern zeige ich euch heute keine. Insgesamt gab es bei mir im letzten Monat wohl ca. 10-12 neue Bücher. Die drei neusten sind die folgenden:


    

Nur ein Hörbuch! Seht ihr das? Also..nagut...insgesamt waren es fünf neue Hörbücher im letzten Monat, aber "Der Tod wartet" ist unser aktuelles. Wie so oft: Ein Hercule-Poirot Hörbuch aus dem Randomhouse Verlag. Vielleicht sollte Julia über eine eigene "Agatha-Christie-Kategorie" auf diesem Blog nachdenken...so oft, wie wir Bücher von ihr vorstellen... Aber gut, das ist eine andere Geschichte. Ich zeige euch heute einen ganz hübschen Mix aus Hörbuch, Ebook und Taschenbuch. Ich persönlich bin ja ein Fan von all den verschiedenen Buch-Medien, daher freue ich mich über die aktuelle Pflege. "Die Gabe des roten Königs" kam erst gestern auf Julias Reader an. Die Autorin Janis Nebel selbst schickte Julia eine liebe Mail und zack: neues Rezensionsexemplar. Es handelt sich dabei natürlich um eine Fantasygeschichte, auf die ich schon sehr gespannt bin.
Das letzte der drei Bücher ist aber wohl das interessanteste. Der Titel lautet "Blue Stars - Eine turbulente Reise in die Unabhängigkeit" und bei diesem Buch handelt es sich um ein Geschenk. Julias Deutsch-Fachleiterin am Landesinstitut für Schule hat den diesjährigen Absolventen genau dieses Buch geschenkt. Die Autorin kommt nämlich nicht nur aus Bremen, sondern ist ebenfalls Fachleiterin am LIS. Die Geschichte an sich scheint gut in Julias Leseschema zu passen und daher sind auch hier die Erwartungen groß. Ein Jugendbuch-Abenteuerroman - klingt gut, oder?


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ein Taschenbuch verlassen, das erst zu Weihnachten hier bei uns ankam. Dabei handelt es sich um den 15. Teil der Grimm-Chroniken mit dem Titel "Rosenkuss und Dornenkrone" von Maya Shephard. Eine SuB-Leiche war es dementsprechend keineswegs, so richtig überzeugen konnte Julia das Buch aber leider auch nicht. Ich glaube nicht, dass sie noch eine Rezension schreibt, aber so langsam nimmt ihre Lust an den Grimm-Chroniken definitiv ab. Geht es noch jemandem von euch so?


4. Lieber Karli - gesundes neues Jahr dir, auf dass du weiter munter vor dich hinstapelst und deine Besitzerin fleißig deine Bücher liest. Um direkt etwas Schwung ins neue Jahr zu bringen, zeige uns doch bitte eine Auswahl jener Bücher, die deine Besitzerin dieses Jahr unbedingt endlich lesen soll!

Vielen Dank, für die guten Wünsche für dieses Jahr. Ich selbst glaube fest daran, dass 2020 ein sehr sehr gutes Jahr werden wird!
Puh..eine Auswahl an Büchern, die Julia lesen sollte...naja..im besten Falle sollten das genau 136 sein. Aber das ist leider absolut realitätsfern. Eigentlich ist es mir sehr egal, welche Bücher Julia liest. Ich freue mich wirklich über jedes, zu dem sie greift. Ich würde die folgenden beiden aber auf jeden Fall vorschlagen:

  

Warum ausgerechnet diese? Gute Frage. "Ignite Me" steht schon lange auf meiner persönlichen Auswahl, da es sich um einen Reihenabschluss handelt, zu dem Julia wirklich mal greifen sollte. Ich weiß nämlich gar nicht, ob sie sich überhaupt noch an die beiden Vorgänger erinnert. Ganz ähnlich verhält es sich beim zweiten Teil der "Helden des Olymp"-Saga. Hier kommt aber noch erschwerend hinzu, dass Max dieses Buch bereits gelesen hat und Julia deswegen total hinterher hängt. Und sowas sollte man doch nicht auf sich beruhen lassen, oder? ;)

Als kleiner Nachtrag: Julia hat ein Buch der letzten vierten Frage noch im Dezember gelesen ;) Nämlich "Poems'n'kisses" von Julia Zischang. Und das fand sie ganz ganz toll! Also, Aufgabe erfüllt. Mal sehen, ob sie zu einem dieser beiden im Februar greift....wer weiß.


Tja...und damit bin ich auch mit 12 Tagen Verspätung nun am Ende. Es hat mir wieder viel Spaß gemacht und ich bin sehr froh, nun schon seit über drei Jahren an dieser Aktion teilnehmen zu dürfen. Das musste auch nun wirklich mal gesagt werden.
Ich hoffe, ihr hört im Februar noch ein zweites Mal von mir ;)
Bis dahin, alles Liebe!
Euer Karli


Auch ich drücke die Daumen, dass ich den richtigen Termin im Februar nicht wieder verpeile. Schon allein um Karlis Willen. Wir werden sehen. Nun beginnt nämlich meine erste volle Stelle an einer bremischen Schule. Dafür drückt  Karli mir aber alle Daumen und deswegen hoffe ich, mich revanchieren zu können ;)

Wie sieht es bei euch aus? Vergesst ihr auch regelmäßig eure SuBs? Und was berichten sie so? :)


Liebst,
eure Julia

17. Januar 2020

Autrenspecial: Interview mit Natasha Korsakova


Hallo ihr Lieben!


Und da ist er nun, der Abschluss des kleinen "Autorenspecials" über Natasha Korsakova, die ich euch in den letzten beiden Posts ja bereits vorgestellt habe. Nachdem ihr also nun etwas über die Autorin und Musikerin aus zweiter Hand erfahren habt und nachlesen konntet, wie eine Lesung von und mit ihr so aussieht, kommt heute Natasha selbst zu Wort. 

Es war gar nicht so leicht, den Fragenkatalog zu erstellen, da mich persönlich eine ganze Menge bezüglich Natashas Musik, Leben und Bücher interessiert hat. Ich hoffe, ihr findet die Fragen, welche ein buntes Potpourri aus Musik und Literatur darstellen, genauso interessant, wie ich! 

Solltet ihr selbst noch Fragen haben, gebe ich sie natürlich gern weiter!




1.     Liebe Natasha, ich kenne dich inzwischen etwas besser. Doch viele meiner Leser tun das leider noch nicht. Erzähle uns deswegen kurz etwas über dich.
OK! Kurz gefasst: bin eine internationale Violinsolistin aus einer sehr musikalischen (fünfte Generation) russisch-griechischen Familie. Seit einigen Jahren schreibe ich leidenschaftlich Kriminalromane, die in Italien spielen. Bin verrückt nach Tieren (v.a. Katzen), und habe als Weltenbummlerin trotz riesiger Flugangst unzählige Kilometer im Flugzeug zurückgelegt.

2.     Du bist Violinistin. Welche Violine spielst du?
Meine Violine wurde im Jahr 1870 in Paris von Jean-Baptiste Vuillaume gebaut. Es ist die genaue Kopie der wertvollsten Violine der Welt, der „Messias“ von Antonio Stradivari. Vuillaume selbst war ein genialer Geigenbauer, und er war von Stradivaris Arbeit generell, vor allem aber von der „Messias“ ganz besonders angetan. Außer meinem Instrument befinden sich ca. 30-40 Messias-Kopien auf der Welt.  


3.     Hat man als Musikerin ein besonderes Verhältnis zu seinem Instrument?
Ja, das hat man bestimmt, denn es braucht immer eine gewisse Zeit, bis man sich an das Instrument gewöhnt und es optimal kennengelernt hat. Danach entwickelt sich im besten Fall ein (gegenseitiges) tolles Verhältnis, doch manchmal kommt es leider nicht dazu. Abgesehen von dem Klang, hängt es von vielen Details und Kleinigkeiten ab.  

4.     Hast du einen Lieblingskomponisten für die Violine?
Oft ist es so, dass ich mich in einen Komponisten verliebe, wenn ich sein/ihr Stück gerade lerne bzw. damit auftrete. Spontan kommt mir die herrliche Musik von Henri Vieuxtemps (1820-1881) in den Sinn, der seinerzeit ein großer Violinvirtuose war. Großartig sind auch die Kompositionen von EugeneYsaye, Heinrich Wilhelm Ernst und Henryk Wieniawsky. Die Musik von dem großen Niccolò Paganini bevorzuge ich lieber zu hören, als selber zu spielen.

5.     Gibt es ein Stück, das du selbst besonders gern spielst?
Alle Violinkonzerte von W. A. Mozart, Violinkonzerte von P. Tschaikowsky und L. van Beethoven, alle 3 Sonaten von J. Brahms, die Fantasie von F. Schubert D934, „Die letzte Rose des Sommers“ von H. W. Ernst, Tangos von A. Piazzolla und alle Bearbeitungen von G. Gershwins Musik... Und damit wäre die Liste erst eröffnet J




6.     Wie kam es, dass du dich neben der Musik dem Schreiben zugewandt hast?
Das Schreiben gefiel mir schon in der Schule – Kurzgeschichten, ein paar Gedichte... Wenn ich Violine spiele, so sind die Werke von den verschiedenen Komponisten bereits entstanden, d.h. die Musik ist bereits vorgegeben. Meine Aufgabe ist, sie kreativ und persönlich zu interpretieren. Dagegen  kreiere ich beim Schreiben von Anfang an mein eigenes Werk, das die ganze Fantasie und schöpferische Kraft verlangt. Ich liebe es, Personen zu erfinden, die irgendwann auch mal für den Autoren entscheiden was zu tun ist – faszinierend.

7.     Du hast kürzlich eine Lesungsreise mit deinem neuen Roman „Römisches Finale“ durch Deutschland und Österreich gemacht. Erzähle uns kurz von den Highlights der Tour.
Jede Lesung, jede Buchpräsentation war für mich persönlich ein Highlight. Meine allerersten Lesungen haben im Oktober 2018 stattgefunden, und es fühlt sich immer noch neu und aufregend an. Das Gefühl, auf Lesereise zu gehen und Menschen zu sehen, die an meinen Geschichten und Charakteren interessiert sind, ist unbeschreiblich schön. Außerdem ist es jedes Mal ein wunderbares Erlebnis, die Buchhändler persönlich kennenzulernen.

8.     Deine Lesungen sind etwas ganz Besonderes, da du neben den Buchauszügen, die du liest, auch kurze Stücke passend zur Geschichte spielst. Was macht dir dabei mehr Spaß: Das Lesen oder das Spielen?
Ganz ehrlich: die Mischung aus beidem. Dabei ist es bei weitem nicht immer einfach, unmittelbar nach längerem Lesen bzw. Erzählen ein virtuoses Stück zu spielen. Die unterschiedliche Konzentration und die Finger werden ziemlich schnell kalt... Aber Musik gehört eben zu meinen Krimis, und so soll sie auch bei den Lesungen nicht fehlen. 

9.     Du hast bisher zwei Bücher über Commissario di Bernardo und seine Fälle in Rom geschrieben. Hast du einen Lieblingscharakter aus der Reihe?
Neben dem Commissario Di Bernardo steht mir Roberto Del Pino besonders nahe – natürlich nicht nur, weil wir beide das (gute) Essen schätzen! Ich mag seine freche, aber nicht arrogante Art, und wäre manchmal auch gerne so direkt wie er. Nur bezüglich der Kleidung gehen unsere Geschmäcke auseinander...

10. Wieso gerade Rom als Schauplatz?
Rom hat sich eher zufällig ergeben, u.a. weil ich dort auch Verwandte habe und öfter Konzerte spiele. Wiederum Italien als Schauplatz stand von Anfang an fest: alleine schon wegen der historischen Violinbau-Tradition und der Familie Stradivari in der „Tödlichen Sonate“.

11.  Hast du die Schauplätze aus „Tödliche Sonate“ und „Römisches Finale“ selbst besucht? Beim Lesen hat man nämlich genau diesen Eindruck!
In der Tat habe ich jede Location außer Benevento und San Luca („Römisches Finale“) besucht. Es erleichtert so viel beim Schreiben, wenn man den Lokalkolorit nicht nur aus den Büchern oder von den Bildern kennt, sondern es erleben und auf sich einwirken lassen kann.

12. Würden dich neben dem Krimigenre auch andere Genres interessieren?
Was das Lesen angeht, so mag ich gerne verschiedene Genres: Science-Fiction, historische Romane (vor allem das Mittelalter), Liebesgeschichten, ab und zu eine Biographie. Beim Schreiben fühle ich mich derzeit dennoch am wohlsten bei den Krimis. Aber mal sehen was später kommt.

13.  Zu deinem ersten Buch „Tödliche Sonate“ gibt es ein herausragendes Hörbuch, auf dem du auch ein paar Stücke spielst. War das Hörbuch die Idee des Verlags oder war es dir wichtig, dieses Medium aufgrund der Vielseitigkeit der Geschichte zu verwenden?
An sich war mein Gedanke ursprünglich, eine CD zum Buch aufzunehmen. Viele Musikstücke werden in der Geschichte „aufgeführt“, einige spielen inhaltlich eine wichtige Rolle, und so schien es mir, dass es für die Leser interessant sein könnte, diese Musik tatsächlich nachhören zu können. Doch der Heyne-Verlag hatte eine noch bessere Idee, nämlich im Hörbuch zwischen den gesprochenen Texten die Musikstücke einzubinden. So haben wir es auch gemacht.

14. Du bist in Russland geboren, hast russisch-griechische Wurzeln, einen italienischen Adoptivvater und lebst in der Schweiz. Außerdem sprichst du fünf Sprachen. Kann man sich dein Leben so international vorstellen, wie es sich anhört?
Sogar mehr als das! Ich habe auch viele Jahre in Deutschland verbracht, sowie ein paar Jahre in Amsterdam. Bin eine Europa-Bürgerin und fliege außerdem jährlich ca. 3 mal in die USA. Natürlich hat es sowohl Vor- als auch Nachteile, keine richtige Wurzeln zu haben. Am wichtigsten ist für mich trotz allem ein Zuhause, das ich hier in Tessin zum Glück gefunden habe. Wir wohnen zwar in einer sehr kleinen Stadt, brauchen aber nur eine Dreiviertelstunde Fahrzeit bis nach Mailand, denn ab und zu brauchte ich die rasante Atmosphäre einer Großstadt.

15.  Aufgrund deines Berufes kommst du viel in der Welt herum. Was bedeutet dir das Reisen?
Das Reisen fand ich schon als Kind total spannend; das muss wohl im Blut liegen, u.a. weil meine Eltern beruflich (beide Musiker) oft unterwegs auf der ganzen Welt waren. Ich finde es wichtig, die anderen Länder und verschiedene Kulturen zu erleben und von ihnen zu lernen, mit diversen Menschen Erfahrungen auszutauschen. Gleichzeitig ist es schön, meine Leidenschaft für Fremdsprachen auszuleben.

16.  Gibt es eine Stadt oder ein Land, in der/dem du besonders gern bist?
Ach, es gibt viel zu viele, um sie aufzuzählen! Ich versuch’s deshalb „kurz“: an sich fühle ich mich überall wohl. Deutschland bleibt für mich aufgrund der vielen wunderbaren Jahre, die ich dort verbracht habe, jederzeit ein Zuhause. Ansonsten genieße ich als ausgeprägter Sommermensch die südliche Länder; doch auch im Norden hat es unvergessliche Moment gegeben, wie z. B. die Nordlichter und Geysire in Island. Wien ist für jeden Musiker ein Traum, und mit Rom verbindet mich einfach so vieles. Viel von dem Essen in Taiwan hätte ich glatt mit nach Hause nehmen können. USA, vor allem die Ostküste, ist für mich immer wieder einer Reise wert. Leider hat sich eine längere Reise nach Australien noch nicht ergeben, ein Grönland-Besuch steht auch noch auf der Liste.
Und, last but not least: meine besondere Liebe gehört Apulien, der Heimat meines Adoptivvaters und Commissario di Bernardo J

17.  Darfst du uns etwas über deine anstehenden Projekte verraten?
Im Moment bereite ich mich auf mehrere musikalische Lesungen mit dem „Römischen Finale“ vor, sowie auf eine Konzerttournee in den USA. Es reift außerdem langsam ein neues Buchprojekt – mal sehen wohin es führen wird!

18. Kann man dich in nächster Zeit in Deutschland treffen (auf Buchmessen, Konzerten o.Ä.)?
Im Januar, März und Mai wird es deutschlandweit viele Lesungen geben, Konzerte gibt es in Italien. Auf der Seite von Randomhouse-Verlag wird darüber regelmäßig ein Update gemacht.


Vielen lieben Dank für deine Zeit und die wunderbar kreativen Antworten :)


Na, zu viel versprochen? Findet ihr auch, dass Natashas Leben so surreal und aufregend klingt? Lasst mich euch aber versichern, dass sie ein absolut bodenständiger, zugänglicher und sehr freundlicher Mensch ist! Und Schreiben kann sie auch noch.... :'D

Ich hoffe sehr, dass ich euch durch mein kleines "Special" Natasha, ihre Musik und natürlich vor allem ihre Bücher näher bringen konnte. Solltet ihr noch Anmerkungen oder andere Fragen an Natasha haben, dann sagt gern Bescheid :)

Dann bleibt mir nur "Danke fürs Lesen" zu sagen und euch eine schöne Zeit zu wünschen!

Liebst,
eure Julia

14. Januar 2020

Autorenspecial: Lesungsbericht zu Natasha Korsakovas "Römisches Finale" - Lesung mit Musik

Hallo ihr Lieben!

Und herzlich willkommen zum zweiten Teil meines kurzen Autorenspecials zu Natasha Korsakova. Im letzten Beitrag habe ich euch die Autorin etwas näher gebracht und diese vielseitig talentierte Frau, die sich nicht nur Violinistin, sondern auch noch Autorin nennen darf, vorgestellt.

Heute möchte ich euch mithilfe eines kleinen Erlebnisberichts Einblick in eine ihrer Lesungen geben.

Natasha Korsakova hat im Zuge des Erscheinens ihres zweiten Kriminalromans "Römisches Finale" eine Lesungsreise durch Deutschland und Österreich gemacht.
Im Zuge dieser Reise kam sie auch in den niedlichen und beschaulichen Ort namens Thedinghausen. Wenn ihr von dieser atemberaubenden Weltstadt noch nichts gehört haben solltet, so liegt der Fehler ganz sicher nicht bei euch. Thedinghausen ist ein überschaubarer Ort in Niedersachsen, der allerdings wunderschön ist. 

Wie ihr wisst, komme ich selbst aus Bremen und deswegen war der Lesungsort nur einen Katzensprung entfernt. Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnt hatte, war Natasha so freundlich, Kontakt mit mir aufzunehmen. Und der hielt an. 
Für mich war es eine ganz besondere Erfahrung, mit Natasha zusammenzuarbeiten und es war wahrlich eine Freude. Natürlich gehört es zur Bloggerarbeit dazu, mit Autoren ins Gespräch zu kommen, für sie zu werben und zu lesen und vielleicht auch regelmäßig mit ihnen in Kontakt zu treten. Doch ob man einen wirklichen "Draht" zueinander bekommt, ist oft ungewiss. An dieser Stelle möchte ich aber unbedingt betonen, dass es so viele wunderbare und zugängliche Autoren gibt, die unseren Job als Blogger eben so schön machen. Und eine davon ist definitiv Natasha Kosrakova. Denn zwischen uns gab es von Beginn an keinerlei Berührungsängste und so ging die ein Mail in die nächste über.

Als Natasha mich dann zur Lesung in Thedinghausen einlud, war ich Feuer und Flamme. Ich akquirierte meinen Freund, kaufte zwei Lesungstickets und fuhr gemeinsam mit Max am besagten Tag nach Thedinghausen.

Lasst mich eines vorweg nehmen: Es war der Hammer.


Denn egal, wie unbedeutend Thedinghausen zu sein scheint, so hat dieser Ort doch etwas ganz Besonderes: Ein absolutes Märchenschloss. Und genau dort, im Renaissance-Saal, fand die Lesung statt. Allein den Vorhof des Schlosses Erbhof zu betreten, das weihnachtlich angestrahlt wurde, war ein Erlebnis. Ebenso beeindruckend ging es weiter, nachdem man die Stufen des Schlosses bestiegen hatte und den Renaissance-Saal betrat. Hier wird normalerweise übrigens geheiratet.
Die Location war nicht nur atemberaubend schön, sondern auch noch ausverkauft. Und so freuten Max und ich uns auf einen unterhaltsamen Abend.

Und das wurde er.

Diese Lesung unterschied sich von den meisten Lesungen der Autorin insofern, dass sie nicht selbst las. An ihrer Seite stand für den Abend ein Schauspieler und Kabarettist, der aus der Nähe kam: Pago Balke. Natasha selbst spielte einige Stücke auf ihrer Jean Baptiste Vuillaume "Messias" und moderierte mit vielen humorvollen Anekdoten und Einblicken in das Leben eines Musikers den Abend. 

Sie eröffnete den Abend mit dem Stück "Chaconne" von Tomaso Antonio Vitali und zog damit alle Zuschauer direkt in ihren Bann. Die Akustik des Saals war dabei atemberaubend und das Stück schuf sofort die richtige Atmosphäre für den Einstieg in die Geschichte von "Römisches Finale", da es sich dabei um ein "Beerdigungslied" handelt, das außerordentlich gut zum Prolog des Buches passt. Pago Balke las im Anschluss genau diesen und ab dann entstand eine wunderbare Dynamik zwischen den beiden Künstlern. Balke las verschiedene Abschnitte des Buches gekonnt und akzentuiert, während Natasha Korsakova immer wieder Hintergründe zum Buch, zu Italien, zu ihrer eigenen Geschichte, den gespielten Musikstücken oder  ihren Figuren lieferte. Die Autorin trat dabei quirlig, liebenswürdig und authentisch auf. Max und mein Fazit war schnell klar: Sie ist ein musikalischer Wirbelwind. 

Und das bewies sie immer wieder, nämlich wenn sie ihre Geige zur Hand nahm und die Besucher der Lesung in eine andere Welt entführte. Sie spielte unter anderem "L'Aurore" von von Ysaye, "Largo" von Sebastian Bach und ein selbst bearbeitetes Piazolla-Medley mit eingearbeiteten Themen nach Rachmaninov. Jedes einzelne Stück war fantastisch! Natasha trat dabei so selbstbewusst und virtuos auf, wie man es sich nur wünschen konnte. Als Zuschauer brauchte man kaum hinzusehen, um zu erkennen, dass sie voll und ganz in der Musik aufging und genau dort zu Hause ist. Sah man doch hin, um sich zu überzeugen, so war der Anblick der spielenden Violinistin umso beeindruckender. 

Ich gebe wirklich mein Bestes, um zu beschreiben, welche Atmosphäre diese Lesung heraufbeschwor. Doch es ist schwer zu schildern, war man nicht dabei. Insgesamt war der Abend auf jeden Fall eine Mischung aus Spannung, Humor und Musik, der garantiert jeden Zuschauer beeindruckt hat.

Nach der wundervollen Lesung war der Abend für uns glücklicherweise aber noch nicht vorbei. Denn Natasha hatte uns zu einem kleinen Abschlussumtrunk aller Beteiligten an der Lesung eingeladen und diese Einladung nahmen wir selbstverständlich gern an!
Für mich war es eine tolle Gelegenheit, endlich persönlich mit ihr ins Gespräch zu kommen. All meine Eindrücke aus der digitalen Welt bestätigten sich absolut und meine Bewunderung für sie als Musikerin und Autorin stieg weiter an, sofern das noch möglich war. 
Natasha ist ein freundlicher, aufgeschlossener und talentierter Mensch, der seine Berufung in der Kombination der Musik und Literatur gefunden hat. Man kann mit ihr über Gott und die Welt sprechen oder einfach gemeinsam lachen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich sie eines Tages wieder treffen werde, bin aber guter Dinge. Als Abschluss des doch schon sehr spät gewordenen Abends, gab es dann noch das obligatorische Foto, über das ich mich natürlich bis heute sehr freue. 

Die Möglichkeit, Natasha live lesen und spielen zu hören besteht übrigens noch!

Sollte euch die Lesung also neugierig gemacht haben, so könnt ihr Natasha in den nächsten zwei Monaten noch in 

Bad Kissingen (17.01), 
Moers (08.03),
Lübbecke (09.03), 

Fulda (11.03),
Marburg (15.03) 
Stuttgart (18.03) 
und Bad Lauterberg (15.05)
sehen.

Normalerweise liest sie die Passagen ihrer Bücher selbst, spielt aber trotzdem eine Reihe von Stücken auf der Violine. Also auch, wenn sie keinen Schauspieler an ihrer Seite haben sollte, so lohnt sich ein Besuch ihrer Lesungen definitiv!
Die Termine findet ihr auch noch einmal hier!



Und schon ist auch der zweite Teil des Autorenspecials geschrieben. Es folgt noch ein Interview mit Natasha, in dem sie sowohl über die Musik, als auch ihre Bücher spricht. Wenn es euch also interessiert, dann schaut unbedingt wieder hier vorbei. 

Liebst,
eure Julia


Die Bilder des Artikels entstammen alle der Instagramseite von Natasha Korsakova, die somit auch die Bildrechte hat. Schaut gern bei ihr vorbei!

10. Januar 2020

Autorenspecial: Autorenvorstellung - Natasha Korsakova

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es endlich mal wieder einen Einblick in die Welt der Bücher und seiner Erschaffer, ohne dafür lediglich eine Rezension online zu stellen. Denn hier kommt eine kleine Autorenvorstellung, auf die im nächsten Post ein dazugehöriger Lesungsbericht und abschließend zu dieser kurzen Reihe ein Interview folgen soll.
Eine bestimmte Autorin sol hier nämlich im Mittelpunkt stehen. Vor wenigen Monaten kam ich zu der seltenen Ehre, diese Autorin näher kennen lernen zu dürfen - in der digitalen, aber auch der realen Welt!


Um wen geht es also?



Es war im Winter 2018, als ich das Hörbuch "Tödlich Sonate" aus dem Heyne-Verlag in meinen Player zu Hause einlegte und den Stimmen von gleich drei Sprechern lauschte, die mich in eine Welt voller Musik, Intrigen und einem brutalen Mordfall entführten. Und zwischen all den Krimi- und Thrillerlementen kamen immer wieder kurze Violinen-Stücke voller Virtuosität, die den Hörer einfach noch tiefer in die Welt der Musik, samt all ihrer mörderischen Inhalte eintauchen ließen. Ich war absolut begeistert. Nicht nur von dem Mordfall rund um den italienischen Commissario di Bernardo, der in Rom an einem Mord an einer Musikproduzentin arbeitet, sondern auch von der Machart des Hörbuchs und der Geschichte. 

Die Autorin des Krimis ist Natasha Korsakova und wie fasziniert war ich, als das Inlet der Hörbuchs mir verriet, dass es die Autorin selbst ist, die die sieben Stücke auf der Violine, welche auf der CD zu finden sind, spielt?! Mit Begeisterung las ich auch den kurzen Text im Inlet über die sogenannte (Geige) "Messias", ungelöste Geheimnisse aus dem Leben Stradivaris und andere mögliche Verschwörungstheorien in der Welt der klassischen Musik, die Einzug in "Tödliche Sonate" gefunden hatten. Mein Interesse war geweckt und deswegen ließ mich das Hörbuch auch lange nach dem Hören nicht mehr los.
Und so schrieb ich all meine positiven Emotionen in meine Rezension zu "Tödliche Sonate" hinein.  Ich nahm mir vor, die Autorin und die angedeutete Krimi-Reihe rund um di Bernado im Blick zu behalten. Doch man kam mir zuvor.

Denn es war Natasha Korsakova selbst, die mir völlig überraschend eine Email schrieb. 
Der zweite Teil der Reihe um den Commissario erblickte im Oktober 2019 das Licht der Buchwelt und di Bernardo kehrte in "Römisches Finale" zurück in die mörderische Musikerwelt. 
Natürlich musste ich gedanklich zurück nach Rom reisen, di Bernardo begleiten und am Ende genauso begeistert zurückblicken, wie nach Natashas erstem Buch.

Lange Rede, kurzer Sinn: Natasha Korsakova ist einer weiteren Betrachtung wert! Und genau deswegen stelle ich euch die Autorin hier nun kurz vor. 




Natasha Korsakova - Musikerin und Autorin in eins

Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn den Werdegang der Autorin darzustellen, kann in einem komplizierten Mix aus Musik und Literatur enden. Außerdem gibt es zahlreiche Kurzbiografien über sie, die ihr nicht nur bei Randomhouse, sondern auch bei Wikipedia nachlesen könnt.

Warum aber soll es kompliziert sein, sie vorzustellen?

Wie so viele andere Autoren auch, übt Natasha natürlich einen zweiten Beruf aus: Sie ist (wie jetzt wirklich schwer zu erraten ist) Violinistin. Und keine unbekannte dazu. Bis heute konzertiert Natasha weltweit, ob im Solo-Konzert oder in Begleitung berühmter Orchester. Sie hat diverse CDs aufgenommen und viele Musikpreise gewonnen.

Als Tochter zweier berühmter Musiker (Geige und Klavier) war ihr Weg wohl beinahe vorherbestimmt. Die in Russland geborene Natasha Korsakova begann mit fünf Jahren mit dem Violinspiel und entdeckte dementsprechend früh ihre Liebe zur Musik. Sie wurde von ihren Großeltern in Moskau aufgezogen, da ihre Eltern weltweit im Namen der Musik unterwegs waren. Dort begann sie auch ihre klassische Musikausbildung.  Auch sie selbst reiste bald eine Menge, gastierte in den verschiedensten Ländern und blieb schließlich mit 19 Jahren für eine ganze Weile in Deutschland, wo sie sich ihrer weiteren Ausbildung widmete. Unter anderem spielte sie vor dem Papst Benedikt XVI, in vielen TV-Produktionen (ARD, ZDF...) und in den großen Konzerthäusern dieser Welt. 
In diesem Video bekommt ihr einen kleinen Einblick in ihre Fähigkeiten. An ihrer Seite spielt übrigens ihr Lebensgefährte und selbst berühmter Violinist Manrico Padovani. 
Natashas Wurzeln sind schwer zu bestimmen. Sie spricht fünf Sprachen und ist eine Art Weltenbummlerin. Leben tut sie inzwischen in der Schweiz, nach Italien und Deutschland kehrt sie allerdings regelmäßig für Konzerte oder Verwandtschaftsbesuche zurück.

Man könnte nun eine lange Liste anführen, die Natasha Korsakovas Wurzeln, musikalische Preise, wichtigste Konzerte oder CD-Aufnahmen darstellt. Aber das ist in Bezug auf ihren literarischen Weg vielleicht zweitrangig. Mir ist wichtig, euch zu zeigen, wie vielseitig und talentiert diese Frau ist. Dieser winzige Ausschnitt aus ihrem Leben zeigt nämlich eines ganz klar: Natasha Korsakova ist viel herumgekommen und liebt die Musik. 
Kein Wunder also, dass sie ihre ersten Bücher genau in diesem Setting platziert hat. 
Ich persönlich finde gerade die Kombination aus "professioneller Musikerin" einerseits und "Kriminalautorin" andererseits so wahnsinnig spannend. Denn mir kam so etwas noch nicht unter. Man kennt es ja, dass A- und B-Promis aus Film und Fernsehen irgendwann mal ein mehr oder weniger annehmbares Buch schreiben. Aber eine Künstlerin aus dem Bereich der klassischen Musik in der Literaturszene: das war mir neu.
Vielleicht ist mein persönliches Interesse auch dadurch befeuert worden, dass ich selbst etwas für klassische Musik übrig habe. Doch auch, wenn das bei euch nicht der Fall ist, so sind Natashas Bücher ganz sicher auch für euch interessant, solltet ihr gern Krimis lesen.

Kommen wir also zu ihren bisher erschienen Büchern!

Schon als Kind hat Nastaha Korsakova gern Geschichten geschrieben. Erst viele Jahre später, als sie bereits in Deutschland lebte, bewarb sie sich um ein Literaturstipendium, das sie auch bekam. Die Veröffentlichung einer Kurzgeschichte war das Ergebnis. Ihr erster Roman sollte aber noch ein paar Jahre brauchen. Eines war für sie von Anfang an klar: Sie wollte über Dinge schreiben, die sie wirklich gut kennt. Und deswegen musste der Krimi in der Welt der klassischen Musik spielen.
Das Ergebnis war "Tödliche Sonate", was sich mehr als nur sehen lässt.

Worum es geht:
Ein skandalöser Fall erschüttert Rom: Die mächtige und in den Kreisen der klassischen Musik gefürchtete Musikagentin Cornelia Giordano wurde brutal ermordet. Commissario Di Bernardo, erst kürzlich aus Calabrien nach Rom versetzt, muss sich in die Welt der Musikagenten, Opernhäuser und musikalischen Wunderkinder begeben und ermitteln. Es scheint, als sei die Giordano alles andere als beliebt gewesen. Und was hat die „Messias“, Antonio Stradivaris legendäre Violine, mit dem Fall zu tun?

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt! Aber überzeugt euch unbedingt selbst!

Zum Glück entschloss die Autorin sich tatsächlich dazu, eine Reihe aus der Geschichte zu machen. Und so arbeitete sie kurz nach Erscheinen des ersten Teils am zweiten Band, der von Comissario di Bernardo und Co. handeln sollte.
"Römisches Finale" erschien im letzten Jahr und knüpft nicht nur vom Niveau her nahtlos an seinen Vorgänger an.

Darum geht es in "Römisches Finale":
Rom. Der weltberühmte Pianist Emile Gallois wird nach einem triumphalen Konzert erschossen aufgefunden. Commissario Di Bernardo, der bereits erfolgreich in der Musikwelt ermittelt hat, wird an den Tatort gerufen. Gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Ispettore Del Pino stößt er schon bald aus einem Sumpf aus Intrigen und Affären. Scheinbar führte Emile Gallois ein wildes Doppelleben, und die Ehe mit seiner Frau war nur noch Fassade. Sie hätte also durchaus ein Motiv gehabt, ihn umzubringen. Als dann jedoch eine zweite Leiche gefunden wird, stellt sich der Fall noch einmal ganz anders und sehr viel komplexer dar …



Seid ihr ein wenig neugierig geworden?


Dann ergeht es euch wie mir. Ich kann euch Natashas Bücher wirklich nur ans Herz legen, denn in beiden spricht aus jeder Zeile ihre Liebe zur Musik. Und wollt ihr diese nebenbei auch noch bewundern, dann lasst euch unbedingt vom Hörbuch zu "Tödliche Sonate" verzaubern! Alternativ kann ich euch nur ihren Youtube-Kanal empfehlen, auf dem ihr einige eingespielte Stücke findet.

So. Damit bin ich schon am Ende des ersten Beitrags der kurzen dreiteiligen Reihe über Natasha auf diesem Blog. Als nächstes folgt ein Bericht zu ihrer Lesung im November zu "Römisches Finale", die ich besuchen durfte. Schließen wird diese kleine Beitragsreihe ein ganz wunderbares Inerview mit Natasha :) Solltet ihr Fragen zu ihr, ihren Büchern oder ihrer Musik haben, lasst es mich wissen!

Ich verbleibe mit den liebsten Grüßen,
eure Julia



Quellen und interessante Seiten: