8. Oktober 2018

Meine Neuzugänge aus dem September

Hallo ihr Lieben!



Es ist lange her, dass ich einen Post mit dem heutigen Thema veröffentlicht habe. Denn es geht um meine Neuzugänge. Wer diesen Blog aufmerksam liest, merkt, dass mein letzter Neuzugängepost etwas her ist. Genauer gesagt stammt der letzte aus dem Mai! Habe ich seit 5 Monaten keine neuen Bücher angeschafft?! Schön wär's... tatsächlich pausierte diese Rubrik, weil ich immer so wenige Neuzugänge hatte. Ein einzelner Post hatte sich einfach nicht gelohnt, da es meistens nur zwei Stück im Monat waren. Und die habe ich in meinem "SuB-Interview" mit meinem SuB Karli vorgestellt. Schließlich stellt er die drei neusten Schätze auch immer noch einmal vor.
Aber nun resümiere ich den September! Und in eben dem hatte ich Geburtstag. Da kamen wirklich einige Schätze zusammen. Ein paar Rezensionsexemplare haben sich auch eingeschlichen, bei den meisten Büchern handelt es sich aber um Geschenke. Und das sind sie:



Sind sie nicht wunderschön?! *.*

Die Revolution: Die Geschichte von Sin und Miriam - Sabine Schulter

Die Schwestern von Mitford Manor: Unter Verdacht - Jessica Fellows (Hörbuch)

Always and forever, Lara Jean - Jenny Han

Götterfunke: Verliere mich nicht - Marah Woolf

Schicksalsjäger - Stefanie Hasse

Schwur des Tigers - Colleen Houck

Diamantkäfig - Regina Meißner

Lieber Daddy Long Legs - Jean Webster

House of Night: Erlöst (12) - P.C. Cast & Kristin Cast

Die Grimm Chroniken: Der Gesang der Sirenen - Maya Shepherd

Rebellin der tausend Sterne - Rhoda Belleza

Christopher Robin - Hörspiel zum Film

Liv & Leif: Die Wurzeln des Schicksals - Dennis Schwank, Katja Hemkentokrax

Insgesamt handelt es sich um 14 Schätze! Das ist eine ganz schöne Menge. Aber wie gesagt...die Monate vorher habe ich quasi gespart. Meinen SuB-Stand möchte ich an dieser Stelle zwar nicht verkünden, aber ich habe auch kein allzu schlechtes Gewissen ;)
Drei der Bücher sind Rezensionsexemplare und es ist eine Schande, dass ich erst eines davon beendet habe. "Christopher Robin" ist so ein herzliches, liebes und wundervolles Hörbuch, dass ich es auch jedem Nicht-Winnieh-Puuh-Fan ans Herz legen möchte! Ich kenne den Film noch nicht, aber ich werde ihn mir bald ansehen. Auch mein zweites neues Hörbuch ist ein Rezi-Exemplar, nämlich "Die Schwestern von Mitford Manor". Das Hörbuch ganz links auf dem Bild kann man wirklich schlecht erkennen, aber es sieht wirklich hübsch aus. Die erste CD ist auch schon gehört und damit habe ich die Hälfte. Bisher gefällt es mir ganz gut, auch wenn es kleine Schwächen hat.
Noch nicht begonnen habe ich das ebook "Die Revolution - Die Geschichte von Sin und Miriam" von Sabine Schulter. Die ersten beiden Teile habe ich in den letzten Monaten noch einmal gelesen und nun freue ich mich sehr, das Finale noch einmal zu genießen. Ist das Cover nicht schön? Leider sieht man auf meinem kindle die Farben nicht :/
Tja..und dann kommen die Geschenke. Hui...Es sind 10 Stück. Ihr zählt aber noch 11 Bücher auf dem Foto? Stimmt. Eines war eine freundliche Leihgabe von meiner Freundin Corinna. Sie hat nächste Woche auf der Frankfurter Buchmesse eine Moderation zu "Liv und Leif - Wurzeln des Schicksals". Und da ich sie in Frankfurt begleiten werde, musste ich das Buch als Vorbereitung natürlich lesen :) Ich fand es wirklich gut, auch wenn es ein paar strange Züge hat. Wer sich aber für die nordischen Götter begeistern kann, ist hier genau richtig! 

Jetzt aber wirklich zu meinen Geschenken! Zwei von 10 habe ich letzte Woche im Dänemark-Urlaub schon lesen können. Natürlich handelt es sich um die dünnsten beiden - Shame on me. "Lieber Daddy Long Legs" ist ein wunderbarer Klassiker, der im zauberhaften Gewand aus dem Königskinder-Verlag erstrahlt. Mich konnte das Buch mit Authentizität und Romantik, aber genauso mit Humor überzeugen! Und wenn euch das noch nicht reichen würde, dann lest es allein wegen der Aufmachung ;) 
Ebenfalls schon gelesen ist die vierte Folge der Grimm-Chroniken "Der Gesang der Sirenen". Ich mochte das Buch sehr und freue mich auf die weiteren Folgen der Serie!
Tja und dann wären da all die ungelesenen Neuzugänge. Bis auf eines sind die Bücher absolute Wunschbücher! Nur "Alexander von Humboldt - Die Entdeckung der Natur" von Alexandra Wulff tanzt ein bisschen aus der Reihe. Es ist ein Geschenk der Mutter meines Freundes und irgendwie ist das Geschenk trotz Unerwarten genial. Ich war anfangs ziemlich skeptisch und ich lese nie Sachbücher. Aber hier habe ich die ersten 50 Seiten bereits gelesen. Alexander von Humboldt ist jemand, mit dem ich in meinem Studium in Berührung kam. Nichts für die Freizeit also. Aber seine Errungenschaften sind schon gewaltig. Mal schauen, wie viele Jahre ich brauche, um durchzukommen...
Gerade lese ich "Rebellin der tausend Sterne" und bin etwas weiter als die Hälfte. Auf das Buch habe ich mich sehr gefreut und meine Verlagsanfrage wurde leider negativ beantwortet. Umso schöner, dass ich es nun habe. Aber tatsächlich reißt es mich derzeit noch nicht so vom Hocker, obwohl ich das Star-Wars-änliche-Universum sehr mag!
Ganz bald möchte ich natürlich "Always and forever Lara Jean" lesen. Gerade erst habe ich Band zwei gerereadet, daher bin ich sowas von bereit! Auch auf die finalen Bände von "Götterfunke" und "Schicksalsjäger" von zwei deutschen Autorinnen freue ich mich sehr! Ich hoffe, dass beide Reihen zufriedenstellend für mich enden werden ;)
Nicht so bald werde ich den 12 Teil der House of Night Reihe mit Titel "Erlöst" lesen. Ich bin nämlich erst bei Band neun...da muss 12 noch ein bisschen warten :D
Auch "Diamantkäfig" muss aus dem gleichen Grund warten. Band zwei der "Sechs Prinzessinnen-Saga" ist noch ungelesen. Daher bleibt Band drei erst einmal im Regal, auch wenn die Reihe mich schon ziemlich anlächelt. 

Und das ist mein Übergang zum letzten Neuzugang, nämlich "Schwur des Tigers" von Colleen Houck. Ich liebe die Reihe! Und nun habe ich auch das Finale! Doch für dieses besondere Buch will ich mir eine ruhige Minute nehmen und da die in nächster Zeit nicht kommt, werde ich dieses Finale vielleicht erst im nächsten Jahr im Sommer lesen. Wer weiß...aber irgendwie will ich halt auch nicht loslassen :D Kennt ihr das?!
Insgesamt sind immerhin vier von 14 Büchern schon gelesen. Und an zwei der Neuzugänge arbeite ich gerade. Keine allzu überragende Quote, aber doch ganz nett. Oder?


Was sagt ihr? Hattet ihr auch schon Monate ohne nennenswerte Neuzugänge und dann kam sowas? Kennt ihr eines der Bücher und könnt es empfehlen oder abraten?



Ich freue mich immer über eure Meinungen!

Liebst, 
eure Julia

7. Oktober 2018

Rezension: "Die Grimm Chroniken - Der Gesang der Sirenen" von Maya Shepherd



Titel: Die Grimm-Chroniken - Der Gesang der Sirenen
Autor: Maya Shepherd
Verlag: Sternensand Verlag
Preis: 8,95€
Seiten: 142


Bei Buchreihen mit mehreren Teilen wird es immer schwieriger, eine Rezension zu schreiben – sollte man meinen. Aber wie bei so vielem, entsprechen „Die Grimm-Chroniken“ nicht dem üblichen Schema. Maya Shepherd ist eine clevere und begabte Autorin, die eine tolle Entwicklung hinter sich hat! Und mit den „Grimm-Chroniken“ hat sie ein aktuelles Gespür bewiesen. Auch das ist sicher ein Grund für den Erfolg der kurzweiligen Folgen, von denen jeden Monat eine erscheint. Sie ziehen den Leser in tiefe Märchenwelten, verknüpfen die verschiedensten Märchen zu einem großen Ganzen und lassen den Leser immer voller Erwartung zurück. So auch bei der vierten Folge „Der Gesang der Sirenen“. Das Lesen hat mir sehr viel Freude bereitet und doch bin ich danach noch verwirrter, als zuvor. Da hilft wohl nur eines: Der nächste Teil!

Dort zwischen der Gischt entdeckte ich ein bleiches weibliches Gesicht. Die Sirene hatte leuchtende Augen, so grün wie Algen. Ihr Haar war rot wie Blut. Es floss in sanften Wellen über ihren Körper, der nackt war, soweit ich es erkennen konnte. 

Sie war eine Schönheit und es fiel mir leicht, zu verstehen, warum Männer ihr und ihrem Gesang verfielen. Doch wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass sie spitze Zähne in ihrem Mund trug. Zähne, die zum Töten gemacht waren. An ihrem Hals hatte sie Kiemen wie ein Fisch. Sicher war ihr Körper kalt wie der Tod.

Die Sirenen waren seelenlos, deshalb vermochten sie nicht mehr, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Sie hatten geliebt und waren so bitter enttäuscht worden. Das Leben hatte für sie nur Leid übrig gehabt und nun waren sie in ewiger Rachsucht gefangen.


Ich habe selten einen nichtssagenderen Klappentext gelesen… Oder findet ihr ihn gelungen? Aber gut, lassen wir ihn einmal beiseite. Denn obwohl ich den Klappentext absolut missraten finde, bin ich ein großer Fan der Grimm-Chroniken und somit auch von dieser Folge. „Der Gesang der Sirenen“ ist, wie die drei Vorgänger auch, wahnsinnig kurzweilig und sehr unterhaltsam. Maya Shepherd hat es wirklich geschafft, den Sog einer TV-Serie zu erschaffen. Man taucht in eine neue Welt ab und könnte direkt die nächste Folge durchsuchten – wenn sie denn schon verfügbar wäre. Ich hatte bisher nur Teil vier zur Verfügung und konnte daher noch nicht weiterlesen, doch auch das wird nicht mehr lange dauern. Denn die Geschichte hat durchaus Suchtpotenzial. Und das, obwohl ich den Grund kaum benennen kann. Das, was man noch in Folge eins zu lesen bekam, hat sich bereits stark entwickelt und verändert. Die Geschichte nimmt innerhalb von drei Zeitzonen ihren Lauf und ich bin jetzt schon darauf gespannt, wenn alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Diese Stränge sind zahlreich und relativ unabhängig. Und sie haben sehr unterschiedliche Längen. Die Sirenen, die im Klappentext und im Titel eine so große Rolle spielen, sind tatsächlich nur sehr kurz Teil der Handlung. Natürlich, die Szene ist wichtig – aber eben kurz. Das gleiche trifft generell auf die Handlungsszene zwischen Mary und Dorian zu. Ich dachte wirklich, dass man mehr über die weitere Reise der beiden erfährt, doch dieser Handlungsstrang ließ mich sehr unbefriedigt zurück. Viel besser gelingt die Fortsetzung in der Gegenwart und in der Zeit des „schlafenden Todes“. Maggy sorgt für viele tolle Momente, was die Wichtigkeit dieser tollen Figur unterstreicht. Insgesamt habe ich um sie durch diese Folge eine neue Vermutung, der ich in den nächsten Folgen auf den Grund gehen werde. Ich habe mich außerdem über die etwas größere Rolle ihres Bruders Joe gefreut. Man darf gespannt sein, ob auch seine Figur noch an Wichtigkeit gewinnt. Es würde mich wundern, wenn nicht. Auch Wills Geschichte nimmt Formen an. Ungeklärt bleibt noch immer die Frage, wie aus dem wunderschönen Mädchen Margery, die böse Königin werden konnte. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Maya Shepherd ein und denselben Charakter so vollkommen verschieden darstellen kann. Doch das macht das Besondere der Reihe aus und hält die Spannung aufrecht. 
Insgesamt wirft diese Folge viel mehr Fragen auf, als sie klärt! Und das führt natürlich dazu, dass man weiter lesen möchte. Die Handlung wird aber auch immer verworrener und komplizierter. Ich bin wirklich gespannt, wann die ersten Aufklärungen beginnen. Ich habe nach dem Lesen jeder Folge, was übrigens nie länger als einen Tag dauern kann, das Bedürfnis, weiter zu lesen und mehr zu erfahren. Die Figuren sind gelungen und viele Geheimnisse in die Handlung eingebaut. Außerdem ist der Schreibstil sehr angenehm. Die Autorin schreibt flüssig und baut viele Bilder ein. Durch die Kommentare am Ende jeder Folge, wird dem Leser noch einmal klar, dass nicht alles in der Geschichte erfunden ist, was das Buch umso spannender macht. Außerdem schreibt Maya Shepherd wirklich schön und auch metaphorisch, was unter anderem das folgende Zitat zeigt:

„Man sollte nie die Kraft eines einzelnen Wortes unterschätzen. Es mag alleine schwach erscheinen, so unbedeutend, dass man es nicht einmal wahrnimmt. Wenn man Wörter jedoch miteinander verbindet, Satz für Satz, wachsen sie zu etwas Machtvollem heran. Etwas, das stärker ist, als jede Waffe der Welt.“ (S. 28)
Als Buchliebhaber muss man dieses Zitat wohl lieben, denn bei mir hat es wirklich Eindruck hinterlassen. Eindruck hinterlässt übrigens auch die Aufmachung des Buches. Ich liebe die kleinen Details an den Seitenzahlen, die Zeichnungen vor den Kapiteln und die Cover. Genauso sollten Mädchengeschichten aussehen und damit macht der Sternensand Verlag alles richtig! 
Die Handlung von „Der Gesang der Sirenen“ ist manchmal nichtssagend, manchmal furios und super spannend. Vor allem das Finale ist sehr gut gelungen. Insgesamt fühle ich mich aber jedes Mal wieder nichtswissend. Die Grimmchroniken sind wie ein Universum: Ich kenne nur einen Teil der Erde, aber da ist eben noch viel mehr. Und auf dieses Mehr freue ich mich sehr.


Zu wenig! Wie jedes Mal muss ich betonen, dass die Folge der Grimm Chroniken einfach zu kurzweilig ist. „Der Gesang der Sirenen“ ist spannend und unterhaltsam, aber eben wahnsinnig kurzweilig. Die Charaktere machen tolle Entwicklungen durch, aber es gibt so viele verschiedene Handlungsfäden, dass man erstmal den Überblick behalten muss. Ich hatte viel Spaß mit dieser Folge und freue mich auf die nächste! Da mich winzige Teile gestört haben, vergebe ich 4,5 Spitzenschuhe.


Rezension [Reread]: "PS. I still love you" von Jenny Han



Titel: PS. I still love you
Autor: Jenny Han
Verlag: Hanser
Preis: 16,00€
Seiten: 336


Ich muss es jetzt beichten: Ich gehöre zu den Mädchen, die den Film „To all the boys I’ve loved before“ auf Netflix verschlungen haben – mehrfach. Aber ich gehöre glücklicherweise auch zu denen, die das Buch und seine Fortsetzung schon vorher kannten. „PS. I still love you“ hat mich schon vor mehr als anderthalb Jahren verzaubert. Doch erst letzten Monat wanderte der dritte Teil in mein Bücherregal und dann war da ja noch der Film. Nachdem ich diesen gesehen hatte, hatte ich ein riesiges Bedürfnis, noch einmal den zweiten Teil zu lesen! Ich habe Band eins und zwei als Hörbücher gehört und ich habe beide geliebt. Aber Band zwei besaß ich tatsächlich auch ungelesen als Buch und was bietet sich besser im Lara-Jean Fieber an, als vor Band drei ein Reread einzuschieben? Genau, nichts. Und deswegen schlich ich mich wieder in die romantische Welt von Lara-Jean und Peter. Und was soll ich sagen? Die Reihe ist perfekt. Punkt.

Die 16-jährige Lara Jean hatte nie ernsthaft vor, sich in den gut aussehenden Peter zu verlieben. Ihre Beziehung sollte nur vorgetäuscht sein, um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar? –? auf einer Skifreizeit der Schule küssen sie sich überraschend. Dass sie zusammen im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Und dass sich John auf Laras letzten Liebesbrief meldet, macht das Chaos perfekt – denn kann man in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?

Das Großartige in dieser Reihe ist die Ruhe. Die Normalität. Die Romantik. Bei diesen Büchern herrscht keine atemberaubende Spannung und es gibt auch keine klassische Action. Es geht um das Leben eines ganz normalen und verspielten Mädchens. Aber dieses Mädchen ist so bezaubernd, dass nicht nur Peter Kawinsky sein Herz an sie verloren hat. Auch ich war ihr und ihrer Geschichte erlegen! 
Der Netflix-Film hat mich wirklich zurück ins Lara-Jean-Fieber katapultiert und deswegen musste ich das Buch unbedingt (noch einmal) lesen. Und ich bin sehr froh, das getan zu haben. Schon bald möchte ich Band drei lesen und ich muss zugeben, dass ich aus Band zwei gar nicht mehr viel wusste – jedenfalls nichts Genaues. Den Film zu schauen, hat auch nicht wirklich weitergeholfen. Denn man muss sagen, dass „To all the boys I’ve loved before“ schon ein paar Handlungsteile aus Band zwei gestohlen hat. Ein Großteil des zweiten Buches befasst sich mit dem Sex-Skandal, dem kleinen Video, das Lara-Jeans Leben zu zerstören droht. Es gibt natürlich noch eine zweite Handlung, aber im Groben geht es doch immer noch um Lara-Jean und Peter. Sie ist misstrauisch Genevieve gegenüber und hat Angst, dass Peter zurück zu ihr will. Gleichzeitig hat sich die Beziehung zu Josh verändert und dann taucht auch noch John auf – einer von Lara-Jeans früheren und heimlichen Schwärmen. Die Protagonistin landet in einer brenzligen Situation des Erwachsenwerdens, nach der anderen. Und obwohl nichts Besonderes passiert, ist das Buch einfach toll. Die Seiten fliegen nur so dahin. Man fiebert den Gesprächen zwischen Lara-Jean und Peter entgegen. Man drückt ihnen die Daumen, schüttelt über Lara-Jeans Handlungen und Gedanken den Kopf und fängt an zu schreien, wenn sich die Ereignisse überschlagen. 
Schon der Klappentext deutet das große Problem des Buches an: Peter oder John? Und obwohl ich ein klarer Peter-Fan bin, muss ich zugeben, dass John schon ziemlich toll ist. Nicht so toll wie Peter, aber toll. Und deswegen fand ich Lara-Jeans Gefühlschaos auch nachvollziehbar und authentisch. Die Autorin Jenny Han hat mit Lara-Jean wirklich eine Protagonistin geschaffen, in der sich viele Mädchen wiederfinden können! Sie ist die perfekte Heldin ihrer Geschichte. Sie hat wundervolle, verträumte und verspielte Seiten, gleichzeitig handelt sie unlogisch und bildet sich viele Dinge ein. Sie ist eigentlich nur ein ganz normaler Teenager mit kleinen Macken und Problemen. Aber natürlich ist ihre Geschichte einfach nur zuckersüß, genauso wie ihr Charakter eben auch. Die Charaktere sind eine große Stärke des Buches. Lara-Jean ist großartig, aber auch Peter ist herrlich. Ich mag diesen Angeber-Typ sehr gern, denn er ist tief im Herzen auch nur ein Romantiker. Und zusammen sind die beiden ein Dreamteam. Aber natürlich gibt es Probleme. Und wenn es keine geben müsste, macht man eben welche. In diesem Zusammenhang spielt ein schwieriger Charakter eine Rolle, nämlich John. Grundsätzlich ist man als Leserin und Peter-Fan eine John-Feindin. Aber eigentlich ist dieser Junge wirklich niedlich. Und daher muss das Buch auf eine Patt-Situation hinaus laufen. Aber gerade das Ende ist einfach wunderschön und hat mir sehr gut gefallen! Jenny Han fügt diesem Buch eine ordentliche Portion Romantik hinzu, aber auch wieder einiges an Humor. Oftmals saß ich lächelnd vor „PS. I still love you“, denn die Geschichte verzaubert einfach. Ich liebe diese plätschernde Geschichte und würde am liebsten jeden Tag etwas Neues über Lara-Jean und Peter lesen. Aber das klappt wohl nicht und deswegen muss ich mir einfach öfter noch den Film angucken. 
Obwohl im Buch wirklich nicht viel passiert, bleibt es spannend. Auch das Catch-Spiel, das von der alten Clique gespielt wird, ist eine tolle Idee und sehr interessant. Man erfährt in diesem Buch noch viel mehr von Lara-Jeans Welt, von all den tollen Figuren, ihrer Familie und natürlich von der Liebe. Lara-Jean wird erwachsen und muss alles durchmachen, was so dazu gehören kann. Und diese Reise zu begleiten, ist wirklich toll.
Lara-Jean ist, wie in Teil eines auch, die Erzählerin. Und sie erzählt ganz wunderbar. Man kann ihre Gefühlswelt immer gut nachvollziehen und taucht einfach in ihre Welt ein. Natürlich ist dafür der gute Stil von Jenny Han verantwortlich, die wirklich toll, jugendlich und frisch schreibt. Ich kann nicht sehr viel mehr über das Buch sagen, schließlich haue ich so schon eine romantische Floskel nach der anderen raus. Aber ich kann euch diese Geschichte einfach empfehlen!


Romantik, Liebe, Freundschaft, Betrug, Familie, Treue und das Erwachsenwerden. All diese Themen spielen in Lara-Jeans Leben eine Rolle und finden daher Platz in „PS. I still love you“. Auch wenn die Handlung nicht viel bietet, ist das Buch eine einzige gemütliche, aber spannende Angelegenheit, die den Leser in eine romantische, verspielte und verträumte Welt entführt. Ich bin dieser Entführung durch Jenny Han sehr gerne wieder gefolgt und vergebe, wie auch für das Hörbuch schon, fünf Spitzenschuhe. Ich bin außerdem wahnsinnig gespannt, wie die Geschichte um Lara-Jean, Peter, aber auch John in band drei aufgelöst wird. Nun bleibt mir nur zu sagen, dass jeder, der den Film kennt, unbedingt auch die Bücher kennen sollte! Diese zuckersüße Geschichte wird euch verzaubern! Versprochen.


2. Oktober 2018

Rezension [Hörbuch]: "Chrisopher Robin" - Hörbuch zum Live-Action Film



Titel: Christopher Robin
Sprecher: Shenja Lacher
Verlag: der H,örverlag
Preis: 8,99€
Dauer: 4h 13min

In meiner Kindheit gab es viele Disney-Helden: Aladdin, Belle, Pocahontas, Esmeralda oder Meg und Herkules. Doch mit einem hatte ich eigentlich nie etwas zu tun und das war Winnie Puuh. Ich kannte Teile einer TV Serie um den Bären und ich sammelte viele bunte Sticker von ihm und seinen Freunden, aber das war’s. Als ich den Trailer zum Kinofilm „Christopher Robin“ sah, schauten meine Freundin und ich uns im Kino direkt an und beschlossen: „Den müssen wir sehen!“ Die Kinoverabredung stand schon und dann…lief der Film nicht mehr zur verabredeten Uhrzeit. Ein Desaster, wollte ich doch diesen kleinen knuddeligen Bären und seine Freunde durch London begleiten. Aber ich fand Abhilfe! Dank Randomhouse Audio stieß ich auf das Hörspiel/Hörbuch zum Film und freute mich riesig, als es bei mir eintrudelte. Auf den vier CDs warten wundervolle Stunden für Jung und Alt, voller Abenteuer, Freundschaft und so unschuldiger, herzzerreißender Liebe! Wie oft hätte ich den kleinen Puuh knuddeln können, einfach nur weil seine Aussagen so liebevoll und niedlich sind? Ich kann es nicht zählen. Aber ich kann dieses Hörbuch empfehlen, auch wenn ich glaube, dass der Film noch besser sein könnte – doch das kann ich nicht beurteilen.

Christopher Robin ist erwachsen, hat sein eigenes Leben, einen Job und eine Familie. Leider ist mit seinem Älterwerden auch seine besondere Gabe der Vorstellungskraft verloren gegangen. Während er ein recht eintöniges Dasein fristet, wollen die Fantasiefiguren seiner Kindheit es sich jedoch nicht bieten lassen, vergessen zu werden. Also treten Winnie Puuh, Ferkel, I-Ah, Känga und Co. einmal mehr auf den Plan, um ihrem alten Freund zu helfen, im Hundert-Morgen-Wald die Schönheit des Lebens neu zu entdecken.

Wenn ich richtig vermute, erzählt das Hörbuch im Grunde lediglich den Film nach. Natürlich dauert das um einiges länger, als besagten Film zu schauen. Und sicher ist es auch durchaus spannend, Hörbuch und Film zu kennen. Auf jeden Fall werde ich mir „Christopher Robin“ noch ansehen. Aber auch das Hörbuch allein, bereitet dem Hörer wahnsinnig viel Freude! Ich kann schon vorweg nehmen, dass ich es meinen Kindern später unbedingt vorspielen will! Die Botschaft ist einfach wunderbar und die Geschichte absolut kindgerecht!
Dabei ist der Einstieg beinahe dröge. Die erste CD ist „Eingewöhnungszeit“, die mir persönlich etwas zu lange dauerte. Das Hörbuch startet zum Zeitpunkt, als Christopher sich von seinen Freunden und dem Hundertmorgenwald verabschieden muss. Es ist eine traurige Angelegenheit und danach wird es nur noch trauriger. Christophers Jugend wird angerissen und plötzlich hat man sein erwachsenes Dasein vor Augen – trostlos und monoton. Es ist nicht mehr viel vom fantasieliebenden Christopher übrig, der stundenlang mit seinen Freunden spielen konnte. Doch es würde sich nicht um eine fantastische Kindergeschichte handeln, wenn der Held nicht eben das erkennen und ändern würde. Und ach, das muss er bei diesen lieben Figuren auch! 
Christopher lebt sein Leben und merkt langsam, dass die Arbeit ihm viel zu wichtig geworden ist. Ja, es liegen schwere Zeiten hinter ihm, doch sollte seine Familie nicht an erster Stelle stehen? Wie das Schicksal so will, beginnt er, sich zu erinnern. Und damit kommt Winnie Puuh auf den Plan. Er erwacht im Hundertmorgenwald, doch alle seine Freunde sind verschwunden. Es gibt nur einen, der in solchen Situationen immer helfen konnte: Christopher Robin. Der gelbe Bär im roten T-Shirt steht plötzlich bei Christopher vor der Tür und ab da wird es einfach nur herrlich. Denn der Held der Geschichte ist nicht etwas sein Namensgeber, sondern ganz eindeutig Puuh! Er ist so lieb, so unschuldig, immer freundlich und ehrlich! Seine Aussagen ließen meinen Mund zu einem herzerwärmenden „Oooh“ verziehen, denn „durch Nichtstun erreicht man das bestmögliche Irgendwas“ machte plötzlich so viel Sinn! Die Reise, die das Hörbuch nimmt, ist lustig und unterhaltsam. Die Geschichte schafft es einfach, den Hörer an das Wichtige im Leben zu erinnern. An Liebe, Familie, Freundschaft und Spaß! An Zusammenhalt, kindliche Unschuld und Freiheit! Das Buch behandelt genau die richtigen Themen, für den stressigen Alltag! Ich habe es unglaublich gern gehört, denn immer wenn Winnie Puuh in einer Szene auftauchte, wurde es so wunderbar lustig und lieb. Er ist der Star der Geschichte, denn sein Charakter ist absolut rein und unverdorben. Wie gut konnte ich ihn mir mit einem roten Ballon vorstellen, der ihn absolut glücklich macht! Aber auch seine Freunde sind natürlich mit von der Partie! I-Ah war einer meiner Lieblinge und ich bin froh, dass er noch eine etwas größere Rolle hat, als die anderen Tiere. Tiger, Ferkel, Känga und Co. sind aber ebenfalls großartig und drücken der Handlung ihre Note auf. Christopher Robin ist der typische Mensch von damals und heute: gestresst, arbeitswütig, prioritätensetzend und vernachlässigend. Seine Figur führt einem Erwachsenen vor Augen, wie weit es mit der Gesellschaft kommen kann, ohne dass man merkt, dass man mitten drin steckt. Ich fand die Botschaft dieses Charakters und natürlich seines Wandels ganz wundervoll! Jeder von uns sollte einmal mit einem Häffalump kämpfen, um dem Alltag zu entkommen!
Denn genau das tut Christopher Robin und sorgt so unter anderem für Spannung. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir sehr viel besser als der erste, denn dort gibt es mehr Action. Diese Actionphase fällt beinahe schon zu kurz aus, doch unterhaltsam ist sie allemal.Hier spielen auch Chrisophers Frau, seine Tochter und sein Arbeitgeber große Rollen. Alle Charaktere sind ideal gestaltete für die Geschichte und fügen sich sehr gut ein. 
Ich konnte mir die Geschichte die ganze Zeit toll als Film vorstellen! Allerdings bekommt man durch das Hörbuch natürlich noch einmal einen ganz anderen Einblick in das Innenleben der Charaktere, das ich nicht missen möchte. Besonders nicht das von Puuh. Der Stil ist bildreich und sehr gut. Der Sprecher Shenja Lacher liest sehr gut und angemessen. Er verleiht den Charakteren Leben und eigene persönliche Noten. Kurz: Er liest fantastisch.


Insgesamt führt das Hörbuch „Christopher Robin“ die wichtigen Werte des Lebens optimal vor! Familie, Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe gehen vor – und natürlich Spaß im Leben. Puuh und seine Freunde haben Christopher Robin gezeigt, wie man sein Leben leben sollte und dabei noch das ein oder andere Abenteuer erlebt. Daran lässt er uns durch die wunderbare Stimme von Shenja Lacher teilhaben. Mich hat dieses Hörbuch wahrlich verzaubert und ich bin sehr gespannt auf den Film! Jedem, der nach diesem liebevollen Abenteuer den kleinen gelben Bären mit dem zu kurzen roten T-Shirt nicht vergöttert, spreche ich jegliche Empathie ab. Diesem Hörbuch allerdings spreche ich 4,5 Spitzenschuhe zu. Ich werde mich bestimmt noch öfter in den Hundertmorgenwald begeben, schon allein, um mit Puuh und seinen Freunden Spaß zu haben!




25. September 2018

Rezension [Hörbuch]: "Gray" von Leonie Swann



Titel: Gray
Autor: Leonie Swann
Sprecher: Bjarne Mädel
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 14,99€
Seiten: 416
Dauer: 8h 44m


Es ist schon einige Jahre her, dass ich auf ein niedliches Buch namens „Glennkill“ aufmerksam wurde. Ein Schaf, das einen Detektiv-Fall löst? Nette Idee. Und vor allem großartige Umsetzung! Seitdem hatte ich mir den Namen „Leonie Swann“ gemerkt. Genau dieser tauchte vor kurzem wieder auf, als ich auf der Suche nach neuen Hörbüchern war. Das neue Buch aus Swanns Feder mit dem Titel „Gray“ dreht sich zwar nicht um ein Schaf, der Tierwelt ist die Autorin aber trotzdem treu geblieben. Denn Gray ist ein grauer Papagei, der auf der Schulter des Unidozenten Augustus Huff einen Mord aufklärt. Und dies geschieht auf so humorvolle, unterhaltsame und ulkige Art, dass man gar nicht mehr aufhören will, zuzuhören. Der Vorleser des absolut gelungenen Hörbuchs ist Bjarne Mädel, der in der Comedywelt kein unbeschriebenes Blatt ist. Doch tatsächlich ist der Sprecher das schwächste an diesem Hörbuch, das zu glänzen weiß!

Dr. Augustus Huff, Dozent in Cambridge, hat plötzlich einen Vogel – und ein Problem: Einer seiner Studenten ist beim Fassadenklettern in den Tod gestürzt. War es nur ein tragischer Unfall? Oder Mord? Augustus vermutet Letzteres und geht auf Spurensuche – unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen. Der sprachbegabte Vogel erweist sich als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus bei seinen Ermittlungsversuchen von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der im Labyrinth der altehrwürdigen Universität die richtigen Fragen stellt. Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.

Schon der Klappentext lässt ein Spektakel für die Lachmuskeln vermuten. Ich mag es immer sehr, wenn Hörbücher auch eine humorvolle Ader besitzen. Und dass das bei einem Leonie Swann-Buch der Fall sein würde, war von vornherein klar. Mit großer Vorfreude stürzte ich mich also ins Abenteuer – und verstand zunächst überhaupt nichts. Der Prolog hinterließ bei mir nur Fragezeichen. Die Perspektive, die Stimme – alles erschien abstrus. Um wen geht es denn grade?! Doch es ist nichts Ungewöhnliches, dass Prologe etwas verwirrend sind – und in Hörbüchern kann das erst recht der Fall sein. Ab dem ersten Kapitel ging es dann aber steil bergauf. Augustus Huff ist passend zu Gray, ein wirklich komischer Vogel. Der Dozent hat sich mit seiner Lehre in Cambridge einen Lebenstraum erfüllt, doch er ist von ständigen Zweifeln geplagt. Und außerdem hat er einen Sauberkeitsfimmel. Unordnung und Chaos müssen sofort beseitigt werden, Dreck weggewischt und die Hände stets gewaschen sein. Augustus ist ein herrlicher Charakter. Er ist ein bisschen weltfremd, lebt er doch in seiner ganz eigenen und doch ist er auf seine ganz eigene Art wahnsinnig komisch. Dass seinem Leben aber etwas fehlt, wird jedem Hörer schnell klar. Und zum Glück rettet Gray diesen engstirnigen Charakter! Denn der arme Papagei ist halterlos. Sein Besitzer stürzte in den Tod, dabei war er doch Fassadenkletterer? Das Opfer war Augustus Student und sofort vermutet er hinter dem Sturz mehr. Das gleiche scheint auch der überaus intelligente Papagei zu empfinden, der für Studien ausgebildet wurde und ein reges Mitteilungsbedürfnis hat. Gus nimmt sich seiner an und gemeinsam werden sie zum Detektivduo. Allein die Kombination eines Ordnungsfanatikers und eines sprechenden Vogels ist skurril und einfach genial. Hinzu kommt, dass Gray nicht einfach ein plappernder Papagei ist – er kommentiert das Geschehen, kennt viele Personen und weiß diese anzusprechen. Er kennt feste Signale und hat scheinbar eine Vorliebe für den Song „Pokerface“ von Lady Gaga, den er rauf und runter singt. Vor allem immer dann, wenn es am wenigsten passt. Sätze wie „Nimm ‚ne Nuss“ oder „Keks?“ heitern das Geschehen immer wieder auf! Der Papagei ist einfach großartig und daher ein absolut passender Namensgeber für das Buch! Gray ist grandios, witzig und neben Gus die wichtigste Figur des Buches. Nur mit seiner Hilfe kommt Gus dem Täter langsam auf die Spur. Gray ist es, der die richtigen Impulse gibt und mit neuen Ideen aufwartet. Dass der Alltag des verschrobenen Dozenten durch den Vogel auf den Kopf gestellt wird, ist vollkommen klar. Doch genau dadurch macht Augustus einen tollen Wandel durch. Der Papagei ist dabei stets auf seiner Schulter und hat immer einen flotten Spruch parat. 
So ist für Unterhaltung und Spaß auf jeden Fall garantiert. Der Mordfall wird durch Gray oft beinahe schon zur Nebensache. Doch auch der Fall ist spannend und gut durchdacht. Ich selbst kam nicht auf den Täter, auch da die kurzen „Tagebucheinträge eines Luftikus“ immer wieder vorkommen. Denn Bjarne Mädel ist nicht der einzige Sprecher des Hörbuches. Christopher Heisler übernimmt ebenfalls sehr kurze Passagen im Hörbuch, immer dann, wenn „vom Luftikus“ die Rede ist. Danach übernimmt Mädel wieder in gewohnter Manier. Diese Tagebucheinträge sorgen für Abwechslung und bieten neue Perspektiven. Wie sehr sie mich letztendlich in die Irre geführt haben, habe ich erst am Ende bemerkt. Es gelingt der Autorin also durchaus, dem Leser ein Schnippchen zu schlagen. 
Vor der Story und den Charakteren ziehe ich absolut meinen Hut! Neben Augustus und Gray gibt es natürlich Nebenfiguren, die allesamt gelungen sind. Manchmal waren es ein paar viele, doch den Überblick kann man trotzdem behalten. Der Schreibstil von Leonie Swann ist ebenfalls gut und natürlich sehr humorvoll. Es braucht also einen Sprecher der es auf den Punkt bringt. Und da passt Bjarne Mädel natürlich perfekt – sollte man meinen. Ich gebe zu, dass ich vom Sprecher mehr erwartet hatte. Mädel hat eine sehr ruhige Stimme. Mir war sie manchmal zu monoton. Für Gray hat Bjarne Mädel tolle Akzente erarbeitet, bei den anderen Figuren fehlte mir das aber. Auch die Kommentare von Gray trägt er zwar lustig vor, das Gesinge von „Pokerface“ war aber manchmal doch ziemlich verfehlt. Für mich war die Leistung des Sprechers eher durchschnittlich, doch generell passt Mädels Art und Weise vorzulesen schon sehr gut zu Augustus und Gray. Vielleicht waren auch meine Erwartungen einfach zu hoch.


Auf das gesamte Buch trifft dies aber keinesfalls zu, denn meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen! Ich hoffte auf eine nette Geschichte, die mich mit dem ein oder anderen Lacher unterhalten würde, doch „Gray“ ist noch viel mehr als das. Ja, die Geschichte unterhält und sie ist wahnsinnig komisch und humorvoll. Aber es geht auch um Dinge wie Selbstfindung, Liebe und eine ganz besondere Freundschaft. Diese Botschaften fand ich sehr schön verpackt. Hinzu kommt noch, dass der Mordfall wirklich spannend ist und nicht sofort durchschaut werden kann – zumindest nicht von mir. Ich wünsche mir viele weitere Abenteuer mit Augustus und Gray an seiner Seite. Denn dieses Hörbuch ist einfach herrlich! Trotz der etwas gedämpften Erwartung gegenüber dem Sprecher muss ich fünf Spitzenschuhe vergeben, da ich „Gray“ einfach so gern zugehört hab. Ich weiß, er würde sich mehr über Kekse freuen, doch ich habe eben nichts anderes als Spitzenschuhe….



24. September 2018

Mein SuB kommt zu Wort: Karli # 29

Hallo ihr Lieben!



Es geht auf die Herbstferien zu und ich finde zwischendurch immer mal wieder Zeit, den ein oder anderen Satz zu lesen. Und heute auch zu tippen! Denn das wird wieder höchste Zeit. Am 20.09 hatte ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, denn mein kleiner Karli machte arg traurige Geräusche, die aus dem Arbeitszimmer drangen. Leider habe ich erst heute - vier Tage zu spät - die Zeit gefunden, seine Qualen zu beenden. Aber da ich in den letzten Monaten oft pünktlich war, hoffe ich, das Trübsalblasen dauert nicht allzu lang. 
Also, der liebe Karli steht schon in den Startlöchern und wartet darauf, dass es los geht. Vorher muss ich euch aber noch unbedingt empfehlen, bei der lieben Anna vorbei zu schauen, die diese wunderbare Aktion ins Leben gerufen hat und immer noch begleitet. Danke, dafür! Ohne dich, Anna, wären Karli und ich uns niemals so nah, wie wir es sind ;) 

So, nun aber genug der sentimentalen Worte: Go, Karli!




1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Ja, da bin ich endlich wieder! Manchmal übertreibt Julia es auch maßlos mit ihren Eingangsworten. Es ist jetzt nicht so, als wenn ich die letzten vier Tage heulend in der Ecke lag und nur gejammert und gelitten habe. Als guter SuB hat man schließlich noch viel mehr Aufgaben und ich muss ja dafür sorgen, dass hier alles seine Ordnung hat. Also hört nicht auf meine leicht-übertreibende Besitzerin, wenn sie euch von meinen Qualen berichtet.
Qualen erleide ich nämlich wegen vollkommen anderer Dinge, als der puren Vernachlässigung vom Interview. Denn Julia vernachlässigt das Lesen noch immer :'( Es ist schrecklich, ja geradezu herzzerreißend. Aber was soll ich anderes tun, als immer zu sagen: "Lies doch ein Buch! Hör auf an deinem Unterricht zu sitzen. Mach keinen Sport! Guck mal hier, ein nettes Buch!" - Glaubt mir, es ist nicht immer leicht, ein SuB eines solchen Wesens zu sein, wie Julia es ist. Wie schon im letzten Monat liest sie nicht allzu viel, was sich aber in den nächsten drei Wochen hoffentlich ändert (hallo, Herbstferien!). Und deswegen verlassen mich so gut wie keine Bücher. Viel schlimmer aber noch: Es kommen immer wieder neue dazu! Denn der Grauentag war in diesem Monat schon: Julias Geburtstag! Da gab es wieder neue Bücher und außerdem hat sie wieder einige Rezensionsexemplare angefragt, die Fiese! Daher ist meine Zahl leider deutlich gestiegen. Im letzten Monat war ich 135 Bücher groß. In diesem Monat sind es glatte 141! Und ich weiß wirklich nicht, wo das noch hinführen soll. Denn der Zeitpunkt dieses Interviews ist von Julia durchaus intelligent gewählt, das muss man ihr lassen. Ihr Geburtstag ist schon ein paar Tage her, aber erst heute wird sie ihren Vater sehen. Und das bedeutet, dass heute Abend noch so viel mehr Bücher bei mir ankommen werden :( ARGH! Rechnet also nochmal 5-7 Bücher auf die 141 drauf und ihr habt meinen Monatsendstand. Trauriges SuB-Dasein, zu dem sie mich hier verurteilt...



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Nicht so gut. Also, alles wie immer. Julia liest wenig, schafft aber viel an. Wo soll das Ganze noch enden? Tja, auf diese Frage gibt sie mir eigentlich nie eine Antwort. Dann macht sie sich immer ganz klein und verlässt den Raum. Wenn sie ein schlechtes Gewissen hat, nimmt sie wenigstens ein Buch mit :P
Neue Schätze gab es in diesem Monat einige. Mehr als drei sogar, daher fällt mir die Auswahl nicht wirklich leicht. Insgesamt sind da vier Rezensionsexemplare und vier Bücher, die Julia geschenkt bekam. Ich nehme aber mal die drei, die meine Besitzerin von ihrer Mutter und ihrer Oma zum Geburtstag bekam und das sind diese drei hübschen hier:


  

Wenn ich sie alle so auf einem Haufen sehe, finde ich, sehen sie wirklich aufregend aus! Alle drei sind absolute Wunschbücher von Julia und alle drei sind außerdem Reihenfortsetzungen. Zwei davon sogar Reihenabschlüsse. "Rebellin der tausend Sterne" ist der Dilogieabschluss einer Sci-Fi-Saga, die Julia mit Band eins sehr positiv überrascht hat. Das Buch wird wahrscheinlich mit in den Urlaub genommen und bald gelesen. (So zumindest der Plan, ob ich Julia da vertrauen kann, weiß ich nicht so recht.) Das ganze Universum dieser Reihe ist wirklich kompliziert, deswegen wäre es empfehlenswert, es bald zu lesen. Teil eins liegt noch gar nicht so lange zurück...
"Diamantkäfig" ist der dritte Band der "Fluch der sechs Prinzessinnen"-Reihe von Regina Meißner. Bisher hat Julia nur Band eins gelesen, aber ihre Devise ist ja, dass es nie schaden kann, die restlichen Reihenteile zu Hause zu haben. Tja...und da fragt man sich, warum ich nicht kleiner werde?!
Zu guter Letzt noch der vierte Teil der "Kuss des Tigers"-Reihe, nämlich "Schwur des Tigers" von Colleen Houck. Es handelt sich um Julias Lieblingsreihe, kein Scherz! Und daher wird dieses Finale mit Herzflimmern erwartet! Ich denke trotzdem, dass dieses Schätzchen noch mindestens bis Jahresende bei mir verweilt!



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ein Hörbuch verlassen, das im letzten Monat angeschafft wurde. Es handelt sich also keineswegs um eine SuB-Leiche. "Gray" von Leonie Swann war ein Rezensionsexemplar, das Julia wahnsinnig gut gefallen hat! Es ist lustig, unterhaltsam und kurios und damit absolut zu empfehlen! Leider - und wie sollte es anders sein - hat sie noch keine Rezension geschrieben (, obwohl das auf der heutigen To-Do-Liste steht. Abwarten). 
Das letzte Buch, zu dem ich eine Rezension vorweisen kann, ist "Gläsernes Schwert" von Victoria Aveyard. Das Buch war ziemlich genau seit einem Jahr bei mir beheimatet. Leider hat dieser zweite Teil Julia gar nicht gut gefallen. Sie wurde enttäuscht, was ihr auch in der Rezension nachlesen könnt, wenn ihr mögt. 



4. Lieber Karli, mit dem Herbst kommen auch die prächtigen Farbenspiele der Natur in rot und orange - zeig uns drei deiner Bücher, die nach Indian Summer (rot, orange, gelb) aussehen, oder sogar im Herbst spielen.

Was ist denn das für eine Frage? Ich musste sie wirklich ein paar Mal lesen, bevor ich überhaupt verstanden hab, was ich nun tun muss. Ich bin ein altmodischer SuB - mit Indian Summer kenne ich mich nun wirklich nicht aus. Aber das macht nichts. Denn irgendwie muss ich mich ja an die moderne Welt gewöhnen und mich anpassen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht.
Ehrlich gesagt, ist die Aufgabe mordsmäßig schwer! Julia ist nicht wirklich ein Cover-Käufer. Und knallige Farben lassen sich bei uns auch nicht so richtig finden... Aber ich habe mich bemüht und das kam dabei raus:


  


Vielleicht ist es auffällig, dass orange ein bisschen dominiert. George Huyseman hat mal geschrieben, dass "orange die Farbe der Neurotiker und Verrückten" sei. Wie herazllerliebst, dass das Julias Farbe zu sein scheint. Oder auch von mir? Nun, ich bilde ja ein Team mit ihr...vergessen wir das also.
"Die Sturmkönige" darf man außerdem noch als "gelb" betrachten, wie ich finde. Auch wenn das Cover generell eher dunkel und wenig sommerlich ist. Aber ich hab ja schon gesagt, dass ich diesen Begriff "Indian Summer" noch nicht ganz verstanden habe. 
"Die Kane-Chroniken" ist ebenfalls ein bisschen düster, aber eindeutig orange! Das Buch liegt auch schon ein ganzes Jahr bei mir, wirklich traurig.
Noch viel länger besitze ich aber den dritten Vertreter des Indian Summers - wieder in orange. "Man lebt nur zweimal" vom Meister selbst, zaubert durch die Blumen im Haar der Frau wenigstens einen Hauch Sommer/Herbstatmosphäre. 
Ob eines der Bücher übrigens im Herbst spielt, weiß ich leider nicht. Julia hat sie schließlich noch nicht gelesen und der Klappentext verrät darüber nichts...




Und mit dieser ungewöhnlichen Frage sind wir schon wieder am Ende des SuB-Interviews. Ach, wie traurig. Dabei hätte ich noch seitenweise Stoff für Erzählungen. Aber ich habe ja vorhin erst betont, dass ein SuB noch viel mehr Pflichten hat, denen ich ab gleich natürlich wieder nachgehe.
Es war wieder sehr schön mit euch, auch wenn ich doch wieder von Julias Versäumnissen berichten musste. Nächste Woche fährt sie mit ihrem Freund für ein paar Tage nach Dänemark. Ich drücke mir selbst wirklich die Daumen, dass sie dort zum Lesen kommt. Lange halte ich dieses Stagnieren nämlich nicht mehr aus. Dann ordne ich "Ausmisten" an. Also, Julia...nimm dich in Acht! ;)


Alles Liebe, 
euer Karli



Puh, ich soll mich in Acht nehmen?! Ich glaub, das ist das erste Mal, dass Karli Drohungen ausspricht. So weit ist es also schon gekommen...Schande auf mein Haupt! Aber was soll ich denn tun, wenn ich nun mal im September Geburtstag hab. Ach... die Zeiten werden auch wieder besser, mein lieber Karli! Und ich setze genauso viel Hoffnung in den Dänemark-Urlaub, wie du! Ich hoffe, ich enttäusche dich nicht erneut ;) 
Ansonsten hat Karli meinen Geburtstag aber sehr schön zusammengefasst und die Fragen wacker beantwortet. Man lernt eben nie aus und so auch kein SuB - hallo, Indian Summer ;)
Ich liebe meinen kleinen Karli trotz all seines Meckerns sehr und gelobe - wie immer - Besserung!


Wie sieht es bei euch aus? Klappen eure SuB-Vorhaben? Was gab es bei euch Neues?


Liebst,
eure Julia

22. September 2018

Rezension: "Mr. Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt" von Jennifer Chambliss Bertman


Titel: Mr. Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt
Autor: Jennifer Chambliss Bertman
Verlag: Mixtvision
Preis: 14,90€
Seiten: 368


Durch einen günstigen Zufall bekam ich das wundervolle Buch „Mr. Griswolds Bücherjagd – Das Spiel beginnt“ in die Hand. Meine Erwartungen waren keine riesigen, aber der Klappentext versprach eine Mischung aus Leseliebe und Detektivrätsel und das bedeutete: Ich muss es lesen. Bei dem Debüt von Jennifer Chambliss Bertman handelt es sich um ein Kinderbuch. Beim Lesen bleibt dieser Fakt durch den kindgemäßen Stil immer präsent. Auch die Themen sind sehr kindgerecht, aber es soll ja auch Erwachsene geben, die sich für Bücher, Rätsel und Detektive begeistern können. Ich bin ein solcher. Und deswegen habe ich dieses Buch geliebt! Die Idee ist großartig und innovativ! Die Geschichte ist spannend und einfach nur wunderschön. Es geht um das Rätseln und die Liebe zu Büchern, aber vielmehr geht es auch um Selbstfindung und die Bedeutung von Freundschaft und Familie. Für mich hat „Mr. Griswolds Bücherjagd“ alles, was ein gutes Kinderbuch braucht. Einfach großartig!

Das Beste am Umzug ihrer Familie nach San Francisco ist für Emily die Tatsache, dass ihr großes Idol dort wohnt: Garrison Griswold, Verleger und Gründer der erfolgreichen Internet-Plattform »Mr Griswolds Bücherjagd«, ein Spiel, bei dem Bücher versteckt und durch Lösen von Rätseln gefunden werden können. Am Tag der Ankunft soll ein sensationelles neues Spiel starten, doch schon bald findet Emily heraus, dass Mr Griswold von Unbekannten angegriffen wurde und nun im Koma liegt. Emily und ihr neuer Freund James entdecken ein seltsames Buch, das Griswold gehört und vermutlich der einzige Schlüssel zu seinem neuen Abenteuer ist. Die Kinder wollen das Rätsel unbedingt lösen. Denn irgendjemand hat es nicht nur auf Griswold, sondern auch auf das Buch abgesehen.

Der Klappentext beschreibt die Handlung des Buches sehr gut, die im Nachhinein gar nicht einfach wiederzugeben ist. Eigentlich dreht sich alles um das Spiel „Mr. Griswolds Bücherjagd“. Dabei handelt es sich um eine Art Geocashing mit Büchern, was ich einfach phänomenal finde. Die Idee ist, dass man Bücher auf der Website registrieren kann und diese dann irgendwo in der Öffentlichkeit versteckt. Man stellt ein Rätsel oder einen Code auf der Seite ein, mit dessen Hilfe man das Buch finden kann. Findet jemand das versteckte Buch, bekommt er Punkte. Diese Punkte definieren dein Level auf der Website, mit ihnen kann man sich aber auch buchige Dinge im Shop des Spiels kaufen. Man liest die gefundenen Bücher, tauscht sich über sie auf, versteckt sie vielleicht weiter, versteckt neue und ist immer auf der „Bücherjagd“. Ich meine…wie cool ist denn bitte diese Idee?! Ich war absolut begeistert, als ich das Konzept verstanden hab, das übrigens sehr einfach erklärt und somit auch schnell verstanden wird. Als Kind wäre ich sofort dabei gewesen, aber wahrscheinlich auch als Erwachsene! 
Durch die Idee habe ich das Buch schon mit Begeisterung begonnen und dieses Niveau konnte gehalten werden. Insgesamt geht es eigentlich um Emily, die ein Buch findet, das Mr. Griswold gehört - nämlich „Der Goldkäfer“ von Edgar Alan Poe. Dieses Buch ist der Schlüssel zu seinem neuen Spiel, das durch den Angriff auf den Schöpfer der Buchwebsite, nicht starten kann. Doch Emily macht sich auf die Suche und löst ein Rätsel nach dem anderen. Dabei passieren viele spannende Sachen, denn natürlich ist sie nicht die einzige, die ans Ende des Rätsels gelangen will. Denn am Ende wartet ein Schatz. Nur was für einer?
Emily ist zum Glück nicht allein auf ihrer Suche, doch sie ist allemal ein besonderer Charakter. Emilys Eltern üben Berufe aus, die es ihnen erlauben, überall zu arbeiten. Deswegen hat die Familie das Projekt „50 Staaten – 50 Häuser“ begonnen. Die Familie möchte einmal in jedem Staat Amerikas gelebt haben und führt darüber eine Art Reiseblog. Eine interessante und abwechslungsreiche Idee – aber für eine 12-jährige? Das bedeutet, dass Emily nie lange an einem Ort sein kann, keine richtigen Freundschaften schließt und auf sich selbst gestellt ist. Sie hat einen Bruder, mit dem sie früher viel unternommen hat, doch er ist älter und unternimmt nichts mehr mit Emily. Matthew ist trotzdem ein toller Charakter, der einen tieferen Blick wert ist. Die Eltern von Emily sind lebensfrohe Menschen, die sie ebenfalls liebt. Doch das Problem dieses Projekts ist doch schnell offensichtlich und dem Leser tut Emily sofort leid! Ich fragte mich immer wieder, wie die Eltern nur so handeln und denken können? Die Themen Familie, Zerrissenheit und Einsamkeit werden in diesem Handlungsstrang sehr gut deutlich! Als Kind kann man sich sicher in vielen Szenen wiederfinden, was ich als pädagogisch wertvoll erachte. Zum Glück findet Emily sehr schnell James, ihren Nachbarn. Auch er ist 12 Jahre alt und er liebt Rätsel. Von Mr. Griswolds Bücherjagd hat er noch nichts gehört, doch gemeinsam lösen sie ein Rätsel nach dem anderen. Und dabei erlebt Emily, was Freundschaft wirklich bedeutet. Die beiden müssen auch freundschaftliche Krisen bestehen, doch das macht das Buch absolut authentisch. Mr. Griswold selbst spielt nur eine kleine Rolle und dann gibt es noch weitere Nebenfiguren. Sie alle spielen ihre Rolle gut und tragen ihren Teil zur Entwicklung der Geschichte bei. Insgesamt ist die Geschichte sehr stringent erzählt. Es gibt keine unnötigen Längen. Alles, was erzählt wird, hat mit der Geschichte und dem ein oder anderen thematisierten Problem zu tun. Mir haben die Themen des Buches, die vor allem nur im Hintergrund spielen, wie Freundschaft und Familie, wahnsinnig gut gefallen. Im Vordergrund stehen immer das Rätseln und die Spannung. Die ganze Rätselreise ist ein einziges Abenteuer, auf dem James und Emily auch gewissen Bösewichten gegenüber treten müssen. Spannung ist auf jeden Fall garantiert, wenn ihr zu dieser Bücherjagd greift! 
Der Stil von Bertman ist fließend, bildreich und einfach. Ein Kind kann das Buch ohne Probleme allein lesen. Außerdem sind zu Beginn jedes Kapitels kleine Bilder abgedruckt und das ein oder andere Rätsel ist ebenfalls in voller Länge mit Symbolen und Fragen zu finden. So kann man richtig miträtseln. Es gibt viele wörtliche Rede im Buch, so dass die Geschichte immer fließend ist. Emily ist die Protagonistin und somit wird die Geschichte um sie gebaut. Es handelt sich um einen auktorialen Erzähler, der aber nicht kommentiert. Man kann sich gut in Emily hineinfühlen, denn der Stil baut Empathie auf.
(Ich bin Deutschlehrerin und ich kam beim Lesen des Buches einfach nicht umhin, immer wieder daran zu denken, ob man das Buch nicht im Unterricht behandeln könnte. Es lassen sich so wichtige Themen für Kinder finden, die eine Betrachtung wert sind. Hinzu kommt das spannende Thema. Und ich meine, wie cool wäre es, eine solche Bücherjagd zumindest in einem Schulgebäude mal zu simulieren? Ich bin der Meinung, dass „Mr. Griswolds Bücherjagd – Das Spiel beginnt“ pädagogisch wertvolle Themen mit einer großartigen Geschichte paart. Und deswegen werde ich es eines Tages im Unterricht thematisieren. Ich bin sicher, es wird sich lohnen.)

„Mr. Griswolds Bücherjagd – Das Spiel beginnt“ hat eine starke und interessante Protagonistin, an deren Seite ein toller Freund wacht. Gemeinsam stürzen James und Emily sich in ein Rätselabenteuer voller Bücher und Spannung. Es gibt wunderbare Nebenfiguren und einen tollen Stil. Außerdem glänzt das Buch mit wichtigen und kindgerechten Themen, wie etwa Freundschaft, Familie, seinen Platz im Leben, aber auch das Lesen und das Abenteuer. Mit diesem Buch kann man nichts anderes als Spaß haben und wer weiß, vielleicht verstecken wird auch hier schon bald Bücher und enträtseln Codes. Ich vergebe auf jeden Fall 5 Spitzenschuhe und freue mich auf weitere Buchabenteuer mit Emily und James. Denn es handelt sich zum Glück um eine Reihe…