2. August 2016

Rezension: "Ema. Bittersüße Lüge" von Carina Zacharias



Titel: Emba. Bittersüße Lüge
Autor: Carina Zacharias
Verlag: Bastei Entertainment
Preis: 4,99€ (ebook)
Seiten: 370

Ich bin ein Dystopien-Fan und das gebe ich ehrlich zu. Neue Ideen, neue Welten, neue Erfahrungen. Es ist immer wieder spannend sich gemeinsam mit den Protagonisten in das völlig Fremde entführen zu lassen. Und so habe ich es mit „Emba. Bittersüße Lüge“ auch getan. Hier bekommt der Leser es mit einer Welt zu tun, die von Energie abhängig ist und in der diese von gefährlichen Wesen erzeugt und gespeichert wird. Emba ist eine junge und starke Frau, die sich dem Kampf gegen die Runare verschrieben hat und gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst ist. Carina Zacharias erschuf hier eine interessante Idee und setzt diese furios um.

Inhalt


Emba lebt in einer Welt, in der alles von Energie abhängig ist. Diese Energie wird von den gefährlichen Wesen namens „Runare“ gewonnen und absorbiert. Runare bestehen lediglich aus Energie und jagen die Menschen. Doch diese wiederum machen auf die Runare Jagd, damit ihre Gesellschaft weiter existieren kann. Das Unternehmen Industria sorgt für die Energieversorgung auf der ganzen Welt und ausgerechnet Embas Vater ist der Leiter der Firma. Dementsprechend ist ihr Vater nicht begeistert, als Emba ihm mitteilt, dass sie auf die beste Jägerschule des Landes gehen will, um ihre Ausbildung zu machen. Sie will Jägerin werden und so ihren Teil zur Gesellschaft beitragen. Durch Glück schafft Emba es tatsächlich an die Schule, doch dort beginnt erst ihr Kampf. Jemand scheint sie zu manipulieren und ihr Steine in den Weg zu stellen. Intrigen und Lügen scheinen Emba zu umgeben. Kann sie die Geheimnisse um die Runare lüften? Und kann ihr dabei vielleicht der süße Jägerschüler Fynn aus dem zweiten Jahrgang helfen? Eine spannende Geschichte mit vielen Geheimnissen nimmt ihren Lauf.

Meinung


Ich musste mir den Klappentext zweimal durchlesen, bevor ich eine Vorstellung von der Handlung des Buches bekam. Es ist nicht ganz leicht in so wenigen Sätzen dieses komplexe System zu durchschauen, das von Carina Zacharias geschaffen wurde. Doch hat man einmal mit dem Lesen begonnen, wird man automatisch in die fremde Welt gezogen. Der Einstieg ist so flüssig, nah und authentisch, dass ich mich in Embas Welt sofort wohl gefühlt habe. Emba ist eine draufgängerische und gleichzeitig unglaublich verwöhnte 18-Jährige. Das gesamte Buch über war sie für mich etwas ambivalent. Es gibt Momente, in denen ich mich absolut mit ihr identifizierte und dann habe ich sie wiederum für ihre Art verachtet. Emba ist so ziemlich die privilegierteste Jugendliche in ganz Pantréas. Sie kennt den Luxus und nicht das normale Leben. Auch deshalb hat sie es an der Jägerschule umso schwerer. Jeder kennt sie und ihren Vater und hat sein ganz eigenes Bild von den beiden. Doch Emba muss erst langsam lernen, dass sie bisher im Elfenbeinturm gelebt hat und sich an das Leben in der Jägerschule gewöhnen. Es ist interessant ihr bei ihrer Aufnahme zu folgen. Besonders zu Beginn wird das Konzept der Welt von „Emba“ deutlich. Für mich war es eine Mischung aus „Die Bestimmung“ und „Die Tribute von Panem“, aber natürlich noch in einer ganz anderen und eigenen Art und Weise. Dennoch gibt es hier ähnliche spannende Elemente, wie etwa den Aufnahmetest oder das Ausbildungssystem und die Auslese der Schüler. Das Schulsystem der Jäger fand ich im Allgemeinen sehr interessant. Es schafft eine normale und jugendliche Atmosphäre und dennoch ist der Gegenstand des Unterrichts so völlig anders und faszinierend. Über die Runare erfährt man das gesamte Buch über gar nicht so viel und man bezweifelt von Anfang an, dass alles so stimmt, wie es vermittelt wird. Gerade als die Anschläge auf Emba zunehmen, muss man vermuten, dass es jemand auf sie abgesehen hat und das dies etwas mit den Runaren zu tun hat. Ich kann vorweg nehmen, dass die Auflösung sehr spannend und passend ist. Nach Beenden des Buches hat man eigentlich mehr Fragen als zu Beginn und dementsprechend freue ich mich schon auf den Anfang von Teil zwei.
Im Zentrum der Geschichte steht Emba, völlig klar. Sie ist nicht unbedingt eine sympathisch, aber eine starke Protagonistin. Gerade die negativen Seiten an ihr machen sie so authentisch. Ähnlich stellt sich die Situation bei ihrem Pendant Fynn dar. Fynn ist im Jahrgang über ihr und die beiden flirten von Beginn an miteinander. Fynn ist arm, aber talentiert. Er ist süß und lustig und passt gut zu Emba. Manchmal erschien er mir aber etwas farblos. Interessant fand ich Embas Freundin Coco und natürlich ihren Vater Elias. Dass dieser etwas zu verbergen hat, kann man sich sehr schnell denken und dennoch ist er Embas Held. Die Figuren sind im Allgemeinen detailliert und interessant gestaltet genauso wie das Konzept der Welt. Für mich waren die Charaktere dennoch das schwächere Element gegenüber der Idee der Geschichte. Aber sie passen gut in die Story und tragen diese geradezu.
Der Stil von Carina Zacharia ist flüssig, jugendlich und spannend. Vor allem die Verfolgungsjagden und Flugszenen waren sehr spannend beschrieben. Sie kann sehr temporeich erzählen, aber gleichzeitig gut herunterdrosseln. Die Liebesgeschichte passt zwar gut zum Buch, wurde meiner Meinung aber etwas wenig ausgeschöpft. Vielleicht empfinde ich auch deshalb Fynn als etwas blass.


Fazit



„Emba. Bittersüße Lüge“ ist ein toller Auftakt und ich freue mich sehr auf die Auflösungen, die in Teil zwei warten werden. Die Idee der Runare ist innovativ. Hinzu kommen etwas bekanntere Ideen und schon hat man einen spannenden Plot für eine neue und gelungene Dystopie. Aufgrund kleiner Mängel in der Figurenkonstellation vergebe ich nicht die Höchstwertung. Dennoch handelt es sich bei „Emba“ um ein tolles und spannendes Buch. Ich vergeb vier von fünf Spitzenschuhen. Auf in neue Abenteuer!



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