12. Oktober 2018

Mein Monatsrückblick: September

Hallo ihr Lieben!


Ich versinke vor Scham beinahe im Boden. Aber ich weiß eigentlich gar nicht, wieso. Denn es ist der absolute Normalzustand, dass ich hier auf dem Blog nichts mehr pünktlich gebacken bekomme. Dabei habe ich diese Woche sogar noch Herbstferien. Ups. Aber gerade die muss ich ja auch genießen und da nehme ich mir auch Zeit für andere Dinge, als bloggen. Lesen zum Beispiel :) Aber ich schweife wieder ab. Mein Monatsrückblick erscheint mal wieder eher Mitte des Folgemonats, aber ich war bis zum 6.10 auch noch in Dänemark, weshalb ich mir selbst schon wieder verziehen habe. Die Rezensionen aus dem September mussten ja auch erstmal getippt werden, bevor ich sie hier präsentieren kann ;)


Bevor ich habe zum buchigen Teil komme, hier mein persönlicher Rückblick des Septembers.
Der September ist ein sehr schöner Monat. Im Grunde. Dieser war vor allem zu Beginn aber sehr stressig. Ich hatte sehr viel bezüglich der Schule um die Ohren: Konferenzen, Unterrichtsentwürfe und Projektwoche. Außerdem bin ich durch mein Referendariat mehrfach die Woche in Seminaren und auch dafür muss ich natürlich einiges tun. Also eigentlich ist die Belastung noch schlimmer, als im Studium. Aber man sagt ja auch immer, dass nichts so schön ist wie die Schulzeit - danach wird es nur schlimmer. Von meiner Seite kann ich das bestätigen :P Aber ich habe durchaus Spaß in meinem Leben, sollte das grade nicht so rüberkommen :D
Neben meinem ganzen beruflichen Kram konnte ich den September aber sehr genießen! Es gab nämlich zahlreiche Highlights! So konnte meine Hip Hop-Formation beim Saisonabschluss noch einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen und auch meine Kids-Formation, die zum ersten Mal einen Contest bestritt, konnte gewinnen. Das war schon mal sehr schön! 
Ein sportliches Highlight jagd das nächste. Denn meine Tennismannschaft wurde Anfang September Meister und so steigen wir nächste Saison auf. Es hat sich tatsächlich im letzten Spiel erst entschieden und es war ein sehr schönes Gefühl, als meine Doppelpartnerin und ich den letzten Punkt zur Meisterschaft machen konnten :)
Dann hatte ich noch Geburtstag *.* Ich bin bei Geburtstagen wie ein kleines Mädchen. Tja, ich werde wohl niemals erwachsen. In diesem Jahr war mein Geburtstag auch leider wegen einem schulischen Problem überschattet und ich konnte den Tag selbst gar nicht so sehr genießen. Aber meine Familie war für mich da und hat trotzdem gefeiert und daher wurde es schon wieder wunderbar. Ich habe viele, viele neue Bücher und andere Geschenke bekommen, über die ich mich alle sehr gefreut habe! In meinem Neuzugänge-Post bekommt ihr einen kleinen Eindruck ;)
Außerdem wurde mein Geburtstag wahrlich zelebriert. Zwei Mal Essen gehen und einmal Kaffee und Kuchen veranstalten. Hach...man ist doch immer im Geburtstags-Stress ;) Aber es lohnt sich ja, vor allem, wenn man Zeit mit seinen Lieben verbringen kann! 
Mein Geburtstag war in diesem September aber tatsächlich nicht der wichtigste. Denn meine Oma ist 80 Jahre alt geworden! Und das hat sie groß gefeiert. Für diesen Anlass habe ich das 5000-Teile Puzzle eines Motivs von Panini gepuzzelt, geklebt und ihr geschenkt. Das Bild haben wir uns letztes Jahr nämlich gemeinsam im Louvre angesehen. Außerdem mussten mein Bruder und ich samt unserer Partner noch etwas vorführen, was aber ebenfalls sehr schön war :)
Und dann gab es noch so Kleinigkeiten, wie ein Flohmarktbesuch oder das Ehemaligentreffen meiner Abiturschule. Beides war super schön! Ich war außerdem mit meiner einen 11. Klasse im Haus der Photographie in Hamburg, was sehr amüsant war. Und dann bin ich Ende September mit meinem Freund nach Dänemark in den Urlaub gefahren. Das war traumhaft...aber darüber dann mehr, wenn wir über den Oktober reden ;)


Wenn es um meine Bücher geht, war de September durchschnittlich gut! Anfangs hatte ich wieder kaum Zeit zum Lesen und quälte mich durch meine Bücher. Hören konnte ich dagegen ganz gut, weshalb schon wieder zwei Hörbücher unter meinen gelesenen sind. Und da unser Urlaub auch noch zwei Septembertage beinhaltet, konnte ich auch dort etwas schaffen :) Ich bin mit dem September wirklich zufrieden, vor allem, wenn ich meine letzten Monate bedenke. Und so sieht es dann aus:


Insgesamt habe ich 7 Bücher gelesen




Mr. Griswolds Bücherjagd: Das Spiel beginnt - Jennifer Chambliss Bertman [Rezension] (368 Seiten) 5/5

Gläsernes Schwert - Victoria Aveyard [Rezension] (576 Seiten) 2,5/5

Gray - Leonie Swann [Hörbuch] [Rezension] (416 Seiten) 5/5

Christopher Robin - Hörspiel zum Film [Hörbuch] [Rezension] (4h 13m) 4,5/5

Die Grimm Chroniken: Der Gesang der Sirenen - Maya Shepherd [Rezension] (142 Seiten) 4,5/5

PS. I still love you - Jenny Han [Rezension] (336 Seiten) 5/5

Tess - Thomas Hardy [Rezension] (592 Seiten) 4/5


Seiten gesamt: ca. 2630

Hardcover: 2, Taschenbücher: 3, Ebooks: 0, Hörbücher: 2


Ich bin mit meinem Monat sehr zufrieden, auch wenn ich für ein paar Bücher wieder sehr lange gebraucht habe. Mehr als 2600 Seiten sind schon gut! Im letzten Monat waren es mehr als 1000 Seiten weniger, daher kann man meine Zufriedenheit vielleicht nachvollziehen.

Wie immer beginne ich bei den Flops. Leider ist diese Kategorie diesen Monat wieder vertreten und zwar in Form eines Buches, das ich dort nicht erwartet hatte. "Gläsernes Schwert" von Victoria Aveyard hat mich enttäuscht und deswegen nur 2,5 Sterne bekommen. Der erste Teil "Die rote Königin" war so überragend, aber in diesem Buch hat jegliche Sympathie und Romantik gefehlt. Außerdem war es gar nicht zielführend. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich die Reihe weiterlese. Schließlich gibt es noch zwei weitere Teile...

Abgesehen von diesem Buch gab es lediglich starke Bücher und Handlungen. Etwas zwiespältig war ich nur bei dem Vertreter der Klassiker. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich es wieder geschafft habe, einen Klassiker zu lesen. Dieses Mal handelt es sich um "Tess" von Thomas Hardy. Ich habe das Buch die meiste Zeit über wirklich nicht gern gelesen, weshalb ich mir ganz sicher war, nur 3 Sterne vergeben zu werden. Aber dann hat mich das Buch im Nachhinein so stark beeindruckt! Die Geschichte von Tess ist wirklich sehr bewegend und weil ich noch viel Diskussionsbedarf habe, musste ich dann doch vier Sterne vergeben.

Und dann sind da schon beinahe die Highlights! Zwei Mal war ich noch etwas kritischer und habe "nur" 4.5 Sterne vergeben. Einmal betrifft das den vierten Teil der Grimm-Chroniken mit dem Titel "Der Gesang der Sirenen". Die Folge war eigentlich wieder super, aber in Bezug auf den Handlungsstrang von Mary und Dorian fand ich es zu blass. Ansonsten aber top!
Absolut umwerfend niedlich ist das Hörbuch "Christopher Robin", das ein Liveact zum Film ist. Winnie Puuh und seine Freunde haben mir die Tage des Hörens sowas von versüßt! Vielleicht kennt ihr den Film, ich übrigens nicht. Und falls nicht, kann ich euch dieses Hörbuch nur empfehlen! Auch für Kinder muss es absolut perfekt sein.


Und dann sind wird schon bei den 5* Wertungen. Drei Bücher haben sich diesen Monat in diese Kategorie geschummelt. Und da ich grade bei den Hörbüchern war, mache ich direkt dort weiter. Denn das Hörbuch "Gray" war ein absolutes Monatshighlight! Leonie Swann hat mit dem Papageien Gray eine so zauberhafte Figur erschaffen! Die Handlung ist spannend und skurril und so herzerwärmend komisch! Gray sorgt für einen Lacher nach dem anderen! Ich habe diese besondere Detektivgeschichte absolut geliebt!
Eine weitere Detektivgeschichte im weiteren Sinne, die ich ebenso geliebt habe, ist das Kinderbuch "Mr. Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt". Ein absolutes Abenteuer, das ich vielleicht eines Tages mal in der Schule behandeln werde. Die Themen sind so wertvoll und schön, dass ich es euch nur empfehlen kann! Wirklich sehr innovativ!
Und dann bleibt noch ein Reread, das die gleiche Wertung abräumte, wie vor 1,5 Jahren. "PS. I still love you" von Jenny Han habe ich bereits als Hörbuch gehört. Nun habe ich es im Zuge meiner Netflix-Sucht noch einmal gelesen. Und es war genauso wundervoll, wie ich es in Erinnerung hatte! Auch wenn ich durch den Film etwas verwirrt wurde, denn er nimmt schon große Teile aus dem zweiten Buch in sich auf. Aber gut, ich verzeihe es diesem wundervollen Film ;)


Und das war es schon wieder von meinen gelesenen Büchern! Im Oktober wartet noch ein bisschen etwas auf mich. Bisher war dieser Monat ein einziger Traum, weshalb erzähle ich dann im nächsten Post. Aktuell habe ich noch Ferien, aber am Montag geht es dann wieder in die Schule und bald folgt schon mein erster Unterrichtsbesuch. Mal abwarten. Insgesamt muss ich wieder viel für die Schule tun. Aber zum Glück gibt es auch schöne Ereignisse, wie die Frankfurter Buchmesse, auf der ich mich im Moment befinde. Ein Bericht wird folgen. Und dann beginnt eben wieder der Alltag ;)
In diesem Sinne!


Wie war euer September? Was habt ihr schönes im Oktober vor? Habt ihr auch den "To all the boys..." Film gesuchtet? ;)


Liebst,
eure Julia

11. Oktober 2018

Auf nach Frankfurt!

Hallo ihr Lieben!



Auch ich reihe mich nun ein in die "Ich fahre nach Frankfurt"-Posts! Denn das tue ich tatsächlich wieder. Morgen früh/Nacht setze ich mich ins Auto und schwinge mich auf die A7. Ich hoffe nur, dass ich nicht wieder einen Gefahrentransport vor mir habe - wie im letzten Jahr. Der hat mich ganz gemein aufgehalten. Ich werde etwas mehr als 5 Stunden brauchen und da ich um 10 Uhr da sein möchte, wird die Nacht kurz ;) Aber ich habe genügend Hörbücher dabei :D


Seid ihr auch vor Ort? Habt ihr schon viele Messen hinter euch oder kommt ihr vielleicht zum ersten Mal?




Tatsächlich ist es bereits meine 6. Buchmesse. Das hab ich gestern nebenbei festgestellt und ich war auch leicht schockiert. Im nächsten Monat jährt sich mein Bloggeburtstag wieder und dann gibt es "Geschichtentänzer" schon seit 3 Jahren! Wahnsinn, oder? Und in den letzten drei Jahren habe ich tatsächlich keine Buchmesse verpasst. Anfangs fand ich sie noch gar nicht so toll, aber umso länger man dabei ist, desto mehr Spaß macht es! Auch dieses Jahr freue ich mich besonders darauf, Kollegen, Autoren und Verlagsmitarbeiter wieder zu sehen. Und klar...den Messetrubel eben :)


Wo treibe ich mich so rum?

Generell eine gute Frage! Ich bin nicht so ausgebucht, wie noch in Leipzig und will mich daher durchaus treiben lassen. Die meiste Zeit werde ich aber mit Corinna unterwegs sein, die mir freundlicherweise auch ein Quartier anbietet :) Ich werde also sowohl Freitag, als auch Samstag vor Ort sein.

Freitag, 12.10
12-13 Lesung Sternensand Verlag
14.30 Bloggertreffen Oetinger
15-17 Bloggertreffen Diogenes

Samstag, 13.10
...
11-12 Lesung "Liv und Leif"
...
14-15 Maya Shepherd
16-17 Sabine Schulter
17.20 Interview mit Corinna mit Laura Kneidl
...


Für Samstag habe ich ganz viel auf dem Schirm und weiß nicht, was ich tatsächlich schaffe.Auf meinem Plan stehen noch ein paar Lesungen und Signierstunden, Treffen etc. Aber die vier Punkte möchte ich schon unbedingt schaffen. Was dann noch möglich ist, werden wir sehen. Eigentlich bin ich vor allem Corinnas Begleitung und ich unterstütze sie tatkräftig bei der Moderation zur Lesung von "Liv und Leif", aber auch beim Interview mit Laura Kneidl. 
Generell schafft man es ja nie, alles zu sehen und das sollte in Frankfurt auch nicht das Ziel sein. Ich werde mich sicher viel in Halle 3 aufhalten und solltet ihr mich sehen, freue ich mich natürlich, mit euch zu reden! Erkennen kann man mich aber weniger...ich seh halt ziemlich normal aus :D Aber ich werd hübsch mit meinem Presseausweis um den Hals rumlaufen, auf dem natürlich auch mein Blogname samt Spitzenschuhen aufgedruckt ist.


Jetzt muss ich aber noch schnell meine Sachen für Frankfurt packen...Ich hoffe, ich werde ein paar von euch sehen! Vielleicht schon bis ganz bald!

Liebst,
eure Julia

10. Oktober 2018

Rezension: "Tess" von Thomas Hardy


Titel: Tess
Autor: Thomas Hardy
Verlag: dtv
Preis: 9,90€
Seiten: 592



Ich bin eine Leserin mit anspruchsvollen Idealen – die natürlich niemals erreicht werden können. Dennoch zählt in diese Kategorie auch das Kennen diverser Klassiker. Ich kann Klassikern sehr viel abgewinnen und lese die meisten gern! Der Schreibstil und das Setting entstammen anderen Zeiten und man begibt sich auf eine kleine Reise, voller alter Werte und Normen. Gesellschaftsvorstellungen die heute mehr als veraltet sind, sind in diesen Büchern aktuell und allein zu beobachten, wie die Protagonisten sich in solchen Zeiten schlagen, ist überaus interessant. 
Ein Klassiker, der schon lange auf meiner Leseliste stand, war „Tess“ von Thomas Hardy. Viel wusste ich über dieses Werk nicht, mal abgesehen von seiner Berühmtheit. Aber die schöne Ausgabe des dtv-Verlags zog mich schon vor Jahren an und wie so oft dachte ich: „Ein Klassiker. Den muss ich dann ja wohl kennen!“ Und deswegen stürzte ich mich in die Geschichte von Tess d’Urberville. Doch obwohl es viele Stellen gab, die mich fesseln konnten und ich die Genialität Hardys zum Teil begreifen kann, beinhaltet die Geschichte für mich zu viele unnötige Längen. Es handelt sich um die Geschichte einer Frau mit Aufs und Abs, die man kaum greifen kann. Tess ist faszinierend! Aber auch eine geisterhafte Frauenfigur…Und trotzdem werde ich sie einfach nicht mehr los!


Durch Zufall erfährt die in ärmlichen Verhältnissen lebende Tess Durbeyfield, dass ihre Familie einem alten normannischen Adelsgeschlecht entstammt. Ihr Entschluss, vermeintliche Verwandte zu besuchen, hat fatale Folgen für die junge Frau: Sie trifft auf die zwei Männer, die den Gang ihres Schicksals unheilvoll lenken.

Der Klappentext gibt nicht viel her und auch deswegen hatte ich wenige Erwartungen an das Buch. Grundsätzlich gehe ich immer mit einem positiven Gefühl an Klassiker und so auch dieses Mal. Mich interessierte die Geschichte von Tess, auch wenn ich gar nicht wusste, was diese besonders machen sollte. Aber obwohl ich lange Zeit im Dunkeln tappte, ist die Geschichte von Tess d’Urberville tatsächlich etwas Besonderes. Wie bei so vielen Klassikern, gibt es keinen so richtigen Höhepunkt, da es sich eher um einen Entwicklungsroman handelt. Der Leser begleitet Tess über viele Jahre, durchlebt viele Lebenststationen und nimmt jedes Schicksal mit. 
Tess ist zu Beginn des Buches eine naive Landschönheit, die blauäugig durchs Leben geht. Sie ist ein bisschen eitel, aber dennoch gebildet für ein Bauernmädchen, doch sie macht eine starke Entwicklung durch. Leider ist sie mit einem verschwenderischen und eingebildeten Vater gestraft, der immer der Meinung ist, die Gesellschaft schulde ihm etwas. Obwohl ihre Mutter eine herzlichere Figur ist, muss sie für die sechs Kinder sorgen und gibt diese Aufgabe kurzerhand an Tess ab – in gewisser Weise. Denn natürlich versucht die Familie Profit aus Tess‘ Schönheit zu schlagen, was der jungen Frau schmeichelt. Man kann sich das nicht vorstellen, wie bei „Stolz und Vorurteil“, wo Mrs. Bennet ihre Töchter reich verheiraten will. Die d’Urbervilles haben kein Geld, sondern leben als Bauern auf dem Land. Tess wird nun aber zu „Verwandten“ geschickt und trifft dort den jungen und charmanten Alec d’Urberville. Doch er ist alles andere als ein Gentleman und mit ihm beginnt Tess Untergang. Ich möchte hier nicht spoilern und würde meine Zusammenfassung eigentlich an dieser Stelle abbrechen, wenn da nicht noch der vorher erwähnte zweite Mann wäre, den ich noch erwähnen muss. Alec d’Urberville nimmt eine wichtige Rolle in Tess Leben ein, doch bald schon ist er kein Teil mehr davon. Jahre später trifft Tess auf einem Milchhof auf den reizenden Angel Clare. Er ist Pfarrerssohn, aber ein Nichtsnutz. Statt einer kirchlichen Karriere schlägt er den Weg eines Landmannes ein und lernt deswegen auf diversen Höfen das Handwerk. Tess und Angel verlieben sich und heiraten. Doch wie man an diesem wunderbaren Namen schon erkennen kann, ist Angel Clare nicht der Engel, für den man ihn halten kann. Wenn man dachte, dass es für Tess bereits bergab geht, dann steigert der Roman sich nun noch um ein Vielfaches. Das Buch wird zur reinsten Tragödie und Leidenszeit. Das Ende hat mich dann vollkommen überrumpelt. Dachte ich doch, ich wüsste, was passiert, wenn Tess mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird – so lag ich doch vollkommen falsch. Und ich ertappte mich dabei, wie ich meine eigenen Moralvorstellungen hinterfragte. Denn all das hat „Tess“ mit mir gemacht. Aber ich schweife ab. Nochmal.
Die Handlung ist ein bisschen verworren und relativ skandalös für das Ende des 19. Jahrhunderts. Selbst ich musste bei manchen Entwicklungen schlucken. An anderen Stellen schüttelte ich den Kopf über die Prüderie dieser Zeit. Und dann tat mir Tess wahnsinnig leid. Der originale Untertitel des Buches lautet „Eine reine Frau“, was wirklich bemerkenswert ist. Denn Tess‘ Geschichte ist alles andere als rein. Und dennoch hat sie nie wissentlich Schuld auf sich geladen, sondern handelte zumeist sehr edel. Das Ende klammere ich hier mal aus. Hätte die fiktive Tess in der heutigen Zeit gelebt, wäre ihre Geschichte nicht einmal eine Fußnote wert gewesen, weil sie viel zu normal wäre. Zumindest trifft dies auf den ersten Teil der Geschichte zu. Tess ist Opfer männlicher viktorianischer Machenschaften, die den Nachteil des weiblichen Geschlechts in dieser Zeit stark verdeutlichen! Man könnte ewig über die Geschichte und den Verlauf von Tess‘ Leben diskutieren und ich bin sicher, die Diskussion wäre sehr ertragreich. Es macht mir Spaß, über diesen Roman zu schreiben – aber das Lesen hat nicht immer Spaß gemacht. Und das lag an den Längen, die dieser beinhaltet. Denn sowohl die Handlungsidee, deren Verlauf und die Figuren gefielen mir sehr gut. Betrachte ich die Geschichte von Tess im Nachhinein, finde ich sie sogar spannend. Über die Figuren könnte ich ellenlange Interpretationen schreiben, da sie alle so interessant sind. Und auch der Schreibstil hat etwas Angenehmes. Ich mag den ausholenden Stil des späten 19. Jahrhunderts und Thomas Hardys Stil ist durchaus geschliffen, bildreich und intelligent. Aber er ist auch langatmig. An diesem Roman wurde schon immer das Beschreiben der Landschaft und das gezeichnete Gesellschaftsbild im Umbruch der Industrialisierung gelobt – ehrenwerte Symbole, todeslangweilige Längen für den heutigen Leser. Die Landschaftsbeschreibungen ziehen sich über viel, viele Seiten. Und auch, wenn man einen hervorragenden Eindruck von der damaligen Gesellschaft und ihren Vorstellungen bekommt, ebenso wie einen Querschnitt durch eben diese Gesellschaft, fordert dies doch arg die Geduld des Lesers. Ich hatte zwischendurch einfach keine Lust auf das Buch, lagen doch wieder nur ewige Feld- und Wegbeschreibungen vor mir. Und das machte mir das Lesen schwer.
Dennoch verbirgt sich unter dieser Gesellschaftsstudie eine atemberaubende Geschichte mit faszinierenden Charakteren. Tatsächlich begriff ich erst nach dem Lesen, dass ich mehr mit Tess gelitten hatte, als ich zunächst annahm. Sie ist eine bemerkenswerte Figur, denn irgendwie fehlte mir trotz ihres Protagonistenseins der Zugang zu ihr. Die Geschichte handelt von ihr, sie ist die Heldin und tragische Figur und dennoch lernt man sie nie wirklich kennen. Ihre abgöttische Liebe zu Angel Clare soll ihr Leben bestimmen. Doch obwohl sie sich absolut unterwirft, bleibt sie auf gewisse Weise stark. Als ich das letzte Kapitel las, konnte ich nicht fassen, was der Autor mir antut. Insgesamt konnte ich die letzten Kapitel des Romans kaum begreifen, gibt es doch einen vollkommen unerwartet Storyturn. An diesem sind auch die beiden wichtigen Herren Alec d’Uberville und Angel Clare beteiligt. Angel ist bei seinem Auftauchen ein sehr sympathischer Jungspund. Doch seine Entwicklung ist grauenhaft und egoistisch. Alec hingegen ist anfangs ein Schurke, wie er im Buche steht. Er macht später eine 180° Wende durch, nimmt die Rolle des gnädigen Patronen ein, nur um wieder zum Verführer zu werden. Sein Werdegang ist mehrere Blicke wert, aber dafür ist hier kein Platz. Diese drei sind das Lesen der Geschichte durchaus wert. Denn nach dem Lesen verstehe ich viele Literaturanspielungen auf diesen Roman sehr viel besser.
Trotz all seiner Unterhaltsamkeit bleibt das Lesen aber eher Arbeit, als Genuss. Beim Lesen hatte ich nur selten so interessante Gedanken, wie nun danach. Tatsächlich hat mir der Roman erst im Nachhinein gezeigt, was er alles beinhaltet. In diesem Zusammenhang lohnt sich das Nachwort von Dorothee Birke wirklich sehr! Ich verstand Hardys Stil und Botschaft viel deutlicher und war auch ein bisschen enttäuscht, dass ich nicht von selbst auf gewissen Zusammenhänge kam. Aber Hardy hat tatsächlich auch ein Talent fürs Verschleiern. Die wichtigsten Handlungsszenen geschehen in Nebensätzen, Aussparungen oder Abkürzungen. Das letzte Kapitel ist das perfekte Beispiel.
Ich habe jetzt bereits sehr viel über dieses Buch geschrieben, ohne dass man vielleicht einen Eindruck über die Geschichte bekommt. Aber tatsächlich ist das auch schwer. Es passiert wenig und in Bezug auf Tess einfach wahnsinnig viel. Skandalöses, Liebevolles und Tragisches. Ihr Leben ist ein einziges Drama und deswegen musste ich als Leserin mein Herz an sie verlieren. Und das, obwohl gerade das moralisch hinterfragbar ist. Vielleicht regt euch mein Kauderwelsch zu diesem Buch ja an, es ebenfalls zu lesen. Wenn ja: Ich habe wahnsinnig viel Diskussionsbedarf!


Das erste was ich nach dem Schließen des Buches tat, war den Kopf zu schütteln. Das Ende, ja die gesamte Handlung, hat mich schockiert. Doch umso mehr Zeit verging, desto interessanter fand ich die Geschichte und ihren Verlauf. „Tess“ ist eine schicksalsträchtige Geschichte über eine „reine“ Frau, der schlecht mitgespielt wird und die Opfer ihrer eigenen Taten wird. Man sollte dieses Buch als Gesamtwerk betrachten. Nicht einzelne Figuren oder Handlungsabschnitte machen es zu dem, was es ist – es ist das Gesamtspiel aller Faktoren. Zu diesen Faktoren gehört aber auch das träge Beschreiben von Land und Leuten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ich muss ehrlich sein: Ich habe das Buch selten gern gelesen. Aber es hat mir im Nachhinein viel bedeutet und deswegen vergebe ich 4 Spitzenschuhe. Demnächst werde ich mir ganz sicher den Film von Roman Polanski ansehen. Ich bin gespannt, wie er „Tess“ dargestellt hat und ob seine Version der meinen nahe kommt.



8. Oktober 2018

Meine Neuzugänge aus dem September

Hallo ihr Lieben!



Es ist lange her, dass ich einen Post mit dem heutigen Thema veröffentlicht habe. Denn es geht um meine Neuzugänge. Wer diesen Blog aufmerksam liest, merkt, dass mein letzter Neuzugängepost etwas her ist. Genauer gesagt stammt der letzte aus dem Mai! Habe ich seit 5 Monaten keine neuen Bücher angeschafft?! Schön wär's... tatsächlich pausierte diese Rubrik, weil ich immer so wenige Neuzugänge hatte. Ein einzelner Post hatte sich einfach nicht gelohnt, da es meistens nur zwei Stück im Monat waren. Und die habe ich in meinem "SuB-Interview" mit meinem SuB Karli vorgestellt. Schließlich stellt er die drei neusten Schätze auch immer noch einmal vor.
Aber nun resümiere ich den September! Und in eben dem hatte ich Geburtstag. Da kamen wirklich einige Schätze zusammen. Ein paar Rezensionsexemplare haben sich auch eingeschlichen, bei den meisten Büchern handelt es sich aber um Geschenke. Und das sind sie:



Sind sie nicht wunderschön?! *.*

Die Revolution: Die Geschichte von Sin und Miriam - Sabine Schulter

Die Schwestern von Mitford Manor: Unter Verdacht - Jessica Fellows (Hörbuch)

Always and forever, Lara Jean - Jenny Han

Götterfunke: Verliere mich nicht - Marah Woolf

Schicksalsjäger - Stefanie Hasse

Schwur des Tigers - Colleen Houck

Diamantkäfig - Regina Meißner

Lieber Daddy Long Legs - Jean Webster

House of Night: Erlöst (12) - P.C. Cast & Kristin Cast

Die Grimm Chroniken: Der Gesang der Sirenen - Maya Shepherd

Rebellin der tausend Sterne - Rhoda Belleza

Christopher Robin - Hörspiel zum Film

Liv & Leif: Die Wurzeln des Schicksals - Dennis Schwank, Katja Hemkentokrax

Insgesamt handelt es sich um 14 Schätze! Das ist eine ganz schöne Menge. Aber wie gesagt...die Monate vorher habe ich quasi gespart. Meinen SuB-Stand möchte ich an dieser Stelle zwar nicht verkünden, aber ich habe auch kein allzu schlechtes Gewissen ;)
Drei der Bücher sind Rezensionsexemplare und es ist eine Schande, dass ich erst eines davon beendet habe. "Christopher Robin" ist so ein herzliches, liebes und wundervolles Hörbuch, dass ich es auch jedem Nicht-Winnieh-Puuh-Fan ans Herz legen möchte! Ich kenne den Film noch nicht, aber ich werde ihn mir bald ansehen. Auch mein zweites neues Hörbuch ist ein Rezi-Exemplar, nämlich "Die Schwestern von Mitford Manor". Das Hörbuch ganz links auf dem Bild kann man wirklich schlecht erkennen, aber es sieht wirklich hübsch aus. Die erste CD ist auch schon gehört und damit habe ich die Hälfte. Bisher gefällt es mir ganz gut, auch wenn es kleine Schwächen hat.
Noch nicht begonnen habe ich das ebook "Die Revolution - Die Geschichte von Sin und Miriam" von Sabine Schulter. Die ersten beiden Teile habe ich in den letzten Monaten noch einmal gelesen und nun freue ich mich sehr, das Finale noch einmal zu genießen. Ist das Cover nicht schön? Leider sieht man auf meinem kindle die Farben nicht :/
Tja..und dann kommen die Geschenke. Hui...Es sind 10 Stück. Ihr zählt aber noch 11 Bücher auf dem Foto? Stimmt. Eines war eine freundliche Leihgabe von meiner Freundin Corinna. Sie hat nächste Woche auf der Frankfurter Buchmesse eine Moderation zu "Liv und Leif - Wurzeln des Schicksals". Und da ich sie in Frankfurt begleiten werde, musste ich das Buch als Vorbereitung natürlich lesen :) Ich fand es wirklich gut, auch wenn es ein paar strange Züge hat. Wer sich aber für die nordischen Götter begeistern kann, ist hier genau richtig! 

Jetzt aber wirklich zu meinen Geschenken! Zwei von 10 habe ich letzte Woche im Dänemark-Urlaub schon lesen können. Natürlich handelt es sich um die dünnsten beiden - Shame on me. "Lieber Daddy Long Legs" ist ein wunderbarer Klassiker, der im zauberhaften Gewand aus dem Königskinder-Verlag erstrahlt. Mich konnte das Buch mit Authentizität und Romantik, aber genauso mit Humor überzeugen! Und wenn euch das noch nicht reichen würde, dann lest es allein wegen der Aufmachung ;) 
Ebenfalls schon gelesen ist die vierte Folge der Grimm-Chroniken "Der Gesang der Sirenen". Ich mochte das Buch sehr und freue mich auf die weiteren Folgen der Serie!
Tja und dann wären da all die ungelesenen Neuzugänge. Bis auf eines sind die Bücher absolute Wunschbücher! Nur "Alexander von Humboldt - Die Entdeckung der Natur" von Alexandra Wulff tanzt ein bisschen aus der Reihe. Es ist ein Geschenk der Mutter meines Freundes und irgendwie ist das Geschenk trotz Unerwarten genial. Ich war anfangs ziemlich skeptisch und ich lese nie Sachbücher. Aber hier habe ich die ersten 50 Seiten bereits gelesen. Alexander von Humboldt ist jemand, mit dem ich in meinem Studium in Berührung kam. Nichts für die Freizeit also. Aber seine Errungenschaften sind schon gewaltig. Mal schauen, wie viele Jahre ich brauche, um durchzukommen...
Gerade lese ich "Rebellin der tausend Sterne" und bin etwas weiter als die Hälfte. Auf das Buch habe ich mich sehr gefreut und meine Verlagsanfrage wurde leider negativ beantwortet. Umso schöner, dass ich es nun habe. Aber tatsächlich reißt es mich derzeit noch nicht so vom Hocker, obwohl ich das Star-Wars-änliche-Universum sehr mag!
Ganz bald möchte ich natürlich "Always and forever Lara Jean" lesen. Gerade erst habe ich Band zwei gerereadet, daher bin ich sowas von bereit! Auch auf die finalen Bände von "Götterfunke" und "Schicksalsjäger" von zwei deutschen Autorinnen freue ich mich sehr! Ich hoffe, dass beide Reihen zufriedenstellend für mich enden werden ;)
Nicht so bald werde ich den 12 Teil der House of Night Reihe mit Titel "Erlöst" lesen. Ich bin nämlich erst bei Band neun...da muss 12 noch ein bisschen warten :D
Auch "Diamantkäfig" muss aus dem gleichen Grund warten. Band zwei der "Sechs Prinzessinnen-Saga" ist noch ungelesen. Daher bleibt Band drei erst einmal im Regal, auch wenn die Reihe mich schon ziemlich anlächelt. 

Und das ist mein Übergang zum letzten Neuzugang, nämlich "Schwur des Tigers" von Colleen Houck. Ich liebe die Reihe! Und nun habe ich auch das Finale! Doch für dieses besondere Buch will ich mir eine ruhige Minute nehmen und da die in nächster Zeit nicht kommt, werde ich dieses Finale vielleicht erst im nächsten Jahr im Sommer lesen. Wer weiß...aber irgendwie will ich halt auch nicht loslassen :D Kennt ihr das?!
Insgesamt sind immerhin vier von 14 Büchern schon gelesen. Und an zwei der Neuzugänge arbeite ich gerade. Keine allzu überragende Quote, aber doch ganz nett. Oder?


Was sagt ihr? Hattet ihr auch schon Monate ohne nennenswerte Neuzugänge und dann kam sowas? Kennt ihr eines der Bücher und könnt es empfehlen oder abraten?



Ich freue mich immer über eure Meinungen!

Liebst, 
eure Julia

7. Oktober 2018

Rezension: "Die Grimm Chroniken - Der Gesang der Sirenen" von Maya Shepherd



Titel: Die Grimm-Chroniken - Der Gesang der Sirenen
Autor: Maya Shepherd
Verlag: Sternensand Verlag
Preis: 8,95€
Seiten: 142


Bei Buchreihen mit mehreren Teilen wird es immer schwieriger, eine Rezension zu schreiben – sollte man meinen. Aber wie bei so vielem, entsprechen „Die Grimm-Chroniken“ nicht dem üblichen Schema. Maya Shepherd ist eine clevere und begabte Autorin, die eine tolle Entwicklung hinter sich hat! Und mit den „Grimm-Chroniken“ hat sie ein aktuelles Gespür bewiesen. Auch das ist sicher ein Grund für den Erfolg der kurzweiligen Folgen, von denen jeden Monat eine erscheint. Sie ziehen den Leser in tiefe Märchenwelten, verknüpfen die verschiedensten Märchen zu einem großen Ganzen und lassen den Leser immer voller Erwartung zurück. So auch bei der vierten Folge „Der Gesang der Sirenen“. Das Lesen hat mir sehr viel Freude bereitet und doch bin ich danach noch verwirrter, als zuvor. Da hilft wohl nur eines: Der nächste Teil!

Dort zwischen der Gischt entdeckte ich ein bleiches weibliches Gesicht. Die Sirene hatte leuchtende Augen, so grün wie Algen. Ihr Haar war rot wie Blut. Es floss in sanften Wellen über ihren Körper, der nackt war, soweit ich es erkennen konnte. 

Sie war eine Schönheit und es fiel mir leicht, zu verstehen, warum Männer ihr und ihrem Gesang verfielen. Doch wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass sie spitze Zähne in ihrem Mund trug. Zähne, die zum Töten gemacht waren. An ihrem Hals hatte sie Kiemen wie ein Fisch. Sicher war ihr Körper kalt wie der Tod.

Die Sirenen waren seelenlos, deshalb vermochten sie nicht mehr, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Sie hatten geliebt und waren so bitter enttäuscht worden. Das Leben hatte für sie nur Leid übrig gehabt und nun waren sie in ewiger Rachsucht gefangen.


Ich habe selten einen nichtssagenderen Klappentext gelesen… Oder findet ihr ihn gelungen? Aber gut, lassen wir ihn einmal beiseite. Denn obwohl ich den Klappentext absolut missraten finde, bin ich ein großer Fan der Grimm-Chroniken und somit auch von dieser Folge. „Der Gesang der Sirenen“ ist, wie die drei Vorgänger auch, wahnsinnig kurzweilig und sehr unterhaltsam. Maya Shepherd hat es wirklich geschafft, den Sog einer TV-Serie zu erschaffen. Man taucht in eine neue Welt ab und könnte direkt die nächste Folge durchsuchten – wenn sie denn schon verfügbar wäre. Ich hatte bisher nur Teil vier zur Verfügung und konnte daher noch nicht weiterlesen, doch auch das wird nicht mehr lange dauern. Denn die Geschichte hat durchaus Suchtpotenzial. Und das, obwohl ich den Grund kaum benennen kann. Das, was man noch in Folge eins zu lesen bekam, hat sich bereits stark entwickelt und verändert. Die Geschichte nimmt innerhalb von drei Zeitzonen ihren Lauf und ich bin jetzt schon darauf gespannt, wenn alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Diese Stränge sind zahlreich und relativ unabhängig. Und sie haben sehr unterschiedliche Längen. Die Sirenen, die im Klappentext und im Titel eine so große Rolle spielen, sind tatsächlich nur sehr kurz Teil der Handlung. Natürlich, die Szene ist wichtig – aber eben kurz. Das gleiche trifft generell auf die Handlungsszene zwischen Mary und Dorian zu. Ich dachte wirklich, dass man mehr über die weitere Reise der beiden erfährt, doch dieser Handlungsstrang ließ mich sehr unbefriedigt zurück. Viel besser gelingt die Fortsetzung in der Gegenwart und in der Zeit des „schlafenden Todes“. Maggy sorgt für viele tolle Momente, was die Wichtigkeit dieser tollen Figur unterstreicht. Insgesamt habe ich um sie durch diese Folge eine neue Vermutung, der ich in den nächsten Folgen auf den Grund gehen werde. Ich habe mich außerdem über die etwas größere Rolle ihres Bruders Joe gefreut. Man darf gespannt sein, ob auch seine Figur noch an Wichtigkeit gewinnt. Es würde mich wundern, wenn nicht. Auch Wills Geschichte nimmt Formen an. Ungeklärt bleibt noch immer die Frage, wie aus dem wunderschönen Mädchen Margery, die böse Königin werden konnte. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Maya Shepherd ein und denselben Charakter so vollkommen verschieden darstellen kann. Doch das macht das Besondere der Reihe aus und hält die Spannung aufrecht. 
Insgesamt wirft diese Folge viel mehr Fragen auf, als sie klärt! Und das führt natürlich dazu, dass man weiter lesen möchte. Die Handlung wird aber auch immer verworrener und komplizierter. Ich bin wirklich gespannt, wann die ersten Aufklärungen beginnen. Ich habe nach dem Lesen jeder Folge, was übrigens nie länger als einen Tag dauern kann, das Bedürfnis, weiter zu lesen und mehr zu erfahren. Die Figuren sind gelungen und viele Geheimnisse in die Handlung eingebaut. Außerdem ist der Schreibstil sehr angenehm. Die Autorin schreibt flüssig und baut viele Bilder ein. Durch die Kommentare am Ende jeder Folge, wird dem Leser noch einmal klar, dass nicht alles in der Geschichte erfunden ist, was das Buch umso spannender macht. Außerdem schreibt Maya Shepherd wirklich schön und auch metaphorisch, was unter anderem das folgende Zitat zeigt:

„Man sollte nie die Kraft eines einzelnen Wortes unterschätzen. Es mag alleine schwach erscheinen, so unbedeutend, dass man es nicht einmal wahrnimmt. Wenn man Wörter jedoch miteinander verbindet, Satz für Satz, wachsen sie zu etwas Machtvollem heran. Etwas, das stärker ist, als jede Waffe der Welt.“ (S. 28)
Als Buchliebhaber muss man dieses Zitat wohl lieben, denn bei mir hat es wirklich Eindruck hinterlassen. Eindruck hinterlässt übrigens auch die Aufmachung des Buches. Ich liebe die kleinen Details an den Seitenzahlen, die Zeichnungen vor den Kapiteln und die Cover. Genauso sollten Mädchengeschichten aussehen und damit macht der Sternensand Verlag alles richtig! 
Die Handlung von „Der Gesang der Sirenen“ ist manchmal nichtssagend, manchmal furios und super spannend. Vor allem das Finale ist sehr gut gelungen. Insgesamt fühle ich mich aber jedes Mal wieder nichtswissend. Die Grimmchroniken sind wie ein Universum: Ich kenne nur einen Teil der Erde, aber da ist eben noch viel mehr. Und auf dieses Mehr freue ich mich sehr.


Zu wenig! Wie jedes Mal muss ich betonen, dass die Folge der Grimm Chroniken einfach zu kurzweilig ist. „Der Gesang der Sirenen“ ist spannend und unterhaltsam, aber eben wahnsinnig kurzweilig. Die Charaktere machen tolle Entwicklungen durch, aber es gibt so viele verschiedene Handlungsfäden, dass man erstmal den Überblick behalten muss. Ich hatte viel Spaß mit dieser Folge und freue mich auf die nächste! Da mich winzige Teile gestört haben, vergebe ich 4,5 Spitzenschuhe.


Rezension [Reread]: "PS. I still love you" von Jenny Han



Titel: PS. I still love you
Autor: Jenny Han
Verlag: Hanser
Preis: 16,00€
Seiten: 336


Ich muss es jetzt beichten: Ich gehöre zu den Mädchen, die den Film „To all the boys I’ve loved before“ auf Netflix verschlungen haben – mehrfach. Aber ich gehöre glücklicherweise auch zu denen, die das Buch und seine Fortsetzung schon vorher kannten. „PS. I still love you“ hat mich schon vor mehr als anderthalb Jahren verzaubert. Doch erst letzten Monat wanderte der dritte Teil in mein Bücherregal und dann war da ja noch der Film. Nachdem ich diesen gesehen hatte, hatte ich ein riesiges Bedürfnis, noch einmal den zweiten Teil zu lesen! Ich habe Band eins und zwei als Hörbücher gehört und ich habe beide geliebt. Aber Band zwei besaß ich tatsächlich auch ungelesen als Buch und was bietet sich besser im Lara-Jean Fieber an, als vor Band drei ein Reread einzuschieben? Genau, nichts. Und deswegen schlich ich mich wieder in die romantische Welt von Lara-Jean und Peter. Und was soll ich sagen? Die Reihe ist perfekt. Punkt.

Die 16-jährige Lara Jean hatte nie ernsthaft vor, sich in den gut aussehenden Peter zu verlieben. Ihre Beziehung sollte nur vorgetäuscht sein, um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar? –? auf einer Skifreizeit der Schule küssen sie sich überraschend. Dass sie zusammen im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Und dass sich John auf Laras letzten Liebesbrief meldet, macht das Chaos perfekt – denn kann man in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?

Das Großartige in dieser Reihe ist die Ruhe. Die Normalität. Die Romantik. Bei diesen Büchern herrscht keine atemberaubende Spannung und es gibt auch keine klassische Action. Es geht um das Leben eines ganz normalen und verspielten Mädchens. Aber dieses Mädchen ist so bezaubernd, dass nicht nur Peter Kawinsky sein Herz an sie verloren hat. Auch ich war ihr und ihrer Geschichte erlegen! 
Der Netflix-Film hat mich wirklich zurück ins Lara-Jean-Fieber katapultiert und deswegen musste ich das Buch unbedingt (noch einmal) lesen. Und ich bin sehr froh, das getan zu haben. Schon bald möchte ich Band drei lesen und ich muss zugeben, dass ich aus Band zwei gar nicht mehr viel wusste – jedenfalls nichts Genaues. Den Film zu schauen, hat auch nicht wirklich weitergeholfen. Denn man muss sagen, dass „To all the boys I’ve loved before“ schon ein paar Handlungsteile aus Band zwei gestohlen hat. Ein Großteil des zweiten Buches befasst sich mit dem Sex-Skandal, dem kleinen Video, das Lara-Jeans Leben zu zerstören droht. Es gibt natürlich noch eine zweite Handlung, aber im Groben geht es doch immer noch um Lara-Jean und Peter. Sie ist misstrauisch Genevieve gegenüber und hat Angst, dass Peter zurück zu ihr will. Gleichzeitig hat sich die Beziehung zu Josh verändert und dann taucht auch noch John auf – einer von Lara-Jeans früheren und heimlichen Schwärmen. Die Protagonistin landet in einer brenzligen Situation des Erwachsenwerdens, nach der anderen. Und obwohl nichts Besonderes passiert, ist das Buch einfach toll. Die Seiten fliegen nur so dahin. Man fiebert den Gesprächen zwischen Lara-Jean und Peter entgegen. Man drückt ihnen die Daumen, schüttelt über Lara-Jeans Handlungen und Gedanken den Kopf und fängt an zu schreien, wenn sich die Ereignisse überschlagen. 
Schon der Klappentext deutet das große Problem des Buches an: Peter oder John? Und obwohl ich ein klarer Peter-Fan bin, muss ich zugeben, dass John schon ziemlich toll ist. Nicht so toll wie Peter, aber toll. Und deswegen fand ich Lara-Jeans Gefühlschaos auch nachvollziehbar und authentisch. Die Autorin Jenny Han hat mit Lara-Jean wirklich eine Protagonistin geschaffen, in der sich viele Mädchen wiederfinden können! Sie ist die perfekte Heldin ihrer Geschichte. Sie hat wundervolle, verträumte und verspielte Seiten, gleichzeitig handelt sie unlogisch und bildet sich viele Dinge ein. Sie ist eigentlich nur ein ganz normaler Teenager mit kleinen Macken und Problemen. Aber natürlich ist ihre Geschichte einfach nur zuckersüß, genauso wie ihr Charakter eben auch. Die Charaktere sind eine große Stärke des Buches. Lara-Jean ist großartig, aber auch Peter ist herrlich. Ich mag diesen Angeber-Typ sehr gern, denn er ist tief im Herzen auch nur ein Romantiker. Und zusammen sind die beiden ein Dreamteam. Aber natürlich gibt es Probleme. Und wenn es keine geben müsste, macht man eben welche. In diesem Zusammenhang spielt ein schwieriger Charakter eine Rolle, nämlich John. Grundsätzlich ist man als Leserin und Peter-Fan eine John-Feindin. Aber eigentlich ist dieser Junge wirklich niedlich. Und daher muss das Buch auf eine Patt-Situation hinaus laufen. Aber gerade das Ende ist einfach wunderschön und hat mir sehr gut gefallen! Jenny Han fügt diesem Buch eine ordentliche Portion Romantik hinzu, aber auch wieder einiges an Humor. Oftmals saß ich lächelnd vor „PS. I still love you“, denn die Geschichte verzaubert einfach. Ich liebe diese plätschernde Geschichte und würde am liebsten jeden Tag etwas Neues über Lara-Jean und Peter lesen. Aber das klappt wohl nicht und deswegen muss ich mir einfach öfter noch den Film angucken. 
Obwohl im Buch wirklich nicht viel passiert, bleibt es spannend. Auch das Catch-Spiel, das von der alten Clique gespielt wird, ist eine tolle Idee und sehr interessant. Man erfährt in diesem Buch noch viel mehr von Lara-Jeans Welt, von all den tollen Figuren, ihrer Familie und natürlich von der Liebe. Lara-Jean wird erwachsen und muss alles durchmachen, was so dazu gehören kann. Und diese Reise zu begleiten, ist wirklich toll.
Lara-Jean ist, wie in Teil eines auch, die Erzählerin. Und sie erzählt ganz wunderbar. Man kann ihre Gefühlswelt immer gut nachvollziehen und taucht einfach in ihre Welt ein. Natürlich ist dafür der gute Stil von Jenny Han verantwortlich, die wirklich toll, jugendlich und frisch schreibt. Ich kann nicht sehr viel mehr über das Buch sagen, schließlich haue ich so schon eine romantische Floskel nach der anderen raus. Aber ich kann euch diese Geschichte einfach empfehlen!


Romantik, Liebe, Freundschaft, Betrug, Familie, Treue und das Erwachsenwerden. All diese Themen spielen in Lara-Jeans Leben eine Rolle und finden daher Platz in „PS. I still love you“. Auch wenn die Handlung nicht viel bietet, ist das Buch eine einzige gemütliche, aber spannende Angelegenheit, die den Leser in eine romantische, verspielte und verträumte Welt entführt. Ich bin dieser Entführung durch Jenny Han sehr gerne wieder gefolgt und vergebe, wie auch für das Hörbuch schon, fünf Spitzenschuhe. Ich bin außerdem wahnsinnig gespannt, wie die Geschichte um Lara-Jean, Peter, aber auch John in band drei aufgelöst wird. Nun bleibt mir nur zu sagen, dass jeder, der den Film kennt, unbedingt auch die Bücher kennen sollte! Diese zuckersüße Geschichte wird euch verzaubern! Versprochen.


2. Oktober 2018

Rezension [Hörbuch]: "Chrisopher Robin" - Hörbuch zum Live-Action Film



Titel: Christopher Robin
Sprecher: Shenja Lacher
Verlag: der H,örverlag
Preis: 8,99€
Dauer: 4h 13min

In meiner Kindheit gab es viele Disney-Helden: Aladdin, Belle, Pocahontas, Esmeralda oder Meg und Herkules. Doch mit einem hatte ich eigentlich nie etwas zu tun und das war Winnie Puuh. Ich kannte Teile einer TV Serie um den Bären und ich sammelte viele bunte Sticker von ihm und seinen Freunden, aber das war’s. Als ich den Trailer zum Kinofilm „Christopher Robin“ sah, schauten meine Freundin und ich uns im Kino direkt an und beschlossen: „Den müssen wir sehen!“ Die Kinoverabredung stand schon und dann…lief der Film nicht mehr zur verabredeten Uhrzeit. Ein Desaster, wollte ich doch diesen kleinen knuddeligen Bären und seine Freunde durch London begleiten. Aber ich fand Abhilfe! Dank Randomhouse Audio stieß ich auf das Hörspiel/Hörbuch zum Film und freute mich riesig, als es bei mir eintrudelte. Auf den vier CDs warten wundervolle Stunden für Jung und Alt, voller Abenteuer, Freundschaft und so unschuldiger, herzzerreißender Liebe! Wie oft hätte ich den kleinen Puuh knuddeln können, einfach nur weil seine Aussagen so liebevoll und niedlich sind? Ich kann es nicht zählen. Aber ich kann dieses Hörbuch empfehlen, auch wenn ich glaube, dass der Film noch besser sein könnte – doch das kann ich nicht beurteilen.

Christopher Robin ist erwachsen, hat sein eigenes Leben, einen Job und eine Familie. Leider ist mit seinem Älterwerden auch seine besondere Gabe der Vorstellungskraft verloren gegangen. Während er ein recht eintöniges Dasein fristet, wollen die Fantasiefiguren seiner Kindheit es sich jedoch nicht bieten lassen, vergessen zu werden. Also treten Winnie Puuh, Ferkel, I-Ah, Känga und Co. einmal mehr auf den Plan, um ihrem alten Freund zu helfen, im Hundert-Morgen-Wald die Schönheit des Lebens neu zu entdecken.

Wenn ich richtig vermute, erzählt das Hörbuch im Grunde lediglich den Film nach. Natürlich dauert das um einiges länger, als besagten Film zu schauen. Und sicher ist es auch durchaus spannend, Hörbuch und Film zu kennen. Auf jeden Fall werde ich mir „Christopher Robin“ noch ansehen. Aber auch das Hörbuch allein, bereitet dem Hörer wahnsinnig viel Freude! Ich kann schon vorweg nehmen, dass ich es meinen Kindern später unbedingt vorspielen will! Die Botschaft ist einfach wunderbar und die Geschichte absolut kindgerecht!
Dabei ist der Einstieg beinahe dröge. Die erste CD ist „Eingewöhnungszeit“, die mir persönlich etwas zu lange dauerte. Das Hörbuch startet zum Zeitpunkt, als Christopher sich von seinen Freunden und dem Hundertmorgenwald verabschieden muss. Es ist eine traurige Angelegenheit und danach wird es nur noch trauriger. Christophers Jugend wird angerissen und plötzlich hat man sein erwachsenes Dasein vor Augen – trostlos und monoton. Es ist nicht mehr viel vom fantasieliebenden Christopher übrig, der stundenlang mit seinen Freunden spielen konnte. Doch es würde sich nicht um eine fantastische Kindergeschichte handeln, wenn der Held nicht eben das erkennen und ändern würde. Und ach, das muss er bei diesen lieben Figuren auch! 
Christopher lebt sein Leben und merkt langsam, dass die Arbeit ihm viel zu wichtig geworden ist. Ja, es liegen schwere Zeiten hinter ihm, doch sollte seine Familie nicht an erster Stelle stehen? Wie das Schicksal so will, beginnt er, sich zu erinnern. Und damit kommt Winnie Puuh auf den Plan. Er erwacht im Hundertmorgenwald, doch alle seine Freunde sind verschwunden. Es gibt nur einen, der in solchen Situationen immer helfen konnte: Christopher Robin. Der gelbe Bär im roten T-Shirt steht plötzlich bei Christopher vor der Tür und ab da wird es einfach nur herrlich. Denn der Held der Geschichte ist nicht etwas sein Namensgeber, sondern ganz eindeutig Puuh! Er ist so lieb, so unschuldig, immer freundlich und ehrlich! Seine Aussagen ließen meinen Mund zu einem herzerwärmenden „Oooh“ verziehen, denn „durch Nichtstun erreicht man das bestmögliche Irgendwas“ machte plötzlich so viel Sinn! Die Reise, die das Hörbuch nimmt, ist lustig und unterhaltsam. Die Geschichte schafft es einfach, den Hörer an das Wichtige im Leben zu erinnern. An Liebe, Familie, Freundschaft und Spaß! An Zusammenhalt, kindliche Unschuld und Freiheit! Das Buch behandelt genau die richtigen Themen, für den stressigen Alltag! Ich habe es unglaublich gern gehört, denn immer wenn Winnie Puuh in einer Szene auftauchte, wurde es so wunderbar lustig und lieb. Er ist der Star der Geschichte, denn sein Charakter ist absolut rein und unverdorben. Wie gut konnte ich ihn mir mit einem roten Ballon vorstellen, der ihn absolut glücklich macht! Aber auch seine Freunde sind natürlich mit von der Partie! I-Ah war einer meiner Lieblinge und ich bin froh, dass er noch eine etwas größere Rolle hat, als die anderen Tiere. Tiger, Ferkel, Känga und Co. sind aber ebenfalls großartig und drücken der Handlung ihre Note auf. Christopher Robin ist der typische Mensch von damals und heute: gestresst, arbeitswütig, prioritätensetzend und vernachlässigend. Seine Figur führt einem Erwachsenen vor Augen, wie weit es mit der Gesellschaft kommen kann, ohne dass man merkt, dass man mitten drin steckt. Ich fand die Botschaft dieses Charakters und natürlich seines Wandels ganz wundervoll! Jeder von uns sollte einmal mit einem Häffalump kämpfen, um dem Alltag zu entkommen!
Denn genau das tut Christopher Robin und sorgt so unter anderem für Spannung. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir sehr viel besser als der erste, denn dort gibt es mehr Action. Diese Actionphase fällt beinahe schon zu kurz aus, doch unterhaltsam ist sie allemal.Hier spielen auch Chrisophers Frau, seine Tochter und sein Arbeitgeber große Rollen. Alle Charaktere sind ideal gestaltete für die Geschichte und fügen sich sehr gut ein. 
Ich konnte mir die Geschichte die ganze Zeit toll als Film vorstellen! Allerdings bekommt man durch das Hörbuch natürlich noch einmal einen ganz anderen Einblick in das Innenleben der Charaktere, das ich nicht missen möchte. Besonders nicht das von Puuh. Der Stil ist bildreich und sehr gut. Der Sprecher Shenja Lacher liest sehr gut und angemessen. Er verleiht den Charakteren Leben und eigene persönliche Noten. Kurz: Er liest fantastisch.


Insgesamt führt das Hörbuch „Christopher Robin“ die wichtigen Werte des Lebens optimal vor! Familie, Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe gehen vor – und natürlich Spaß im Leben. Puuh und seine Freunde haben Christopher Robin gezeigt, wie man sein Leben leben sollte und dabei noch das ein oder andere Abenteuer erlebt. Daran lässt er uns durch die wunderbare Stimme von Shenja Lacher teilhaben. Mich hat dieses Hörbuch wahrlich verzaubert und ich bin sehr gespannt auf den Film! Jedem, der nach diesem liebevollen Abenteuer den kleinen gelben Bären mit dem zu kurzen roten T-Shirt nicht vergöttert, spreche ich jegliche Empathie ab. Diesem Hörbuch allerdings spreche ich 4,5 Spitzenschuhe zu. Ich werde mich bestimmt noch öfter in den Hundertmorgenwald begeben, schon allein, um mit Puuh und seinen Freunden Spaß zu haben!