25. Juli 2018

Rezension: "Herz aus Schatten" von Laura Kneidl




Titel: Herz aus Schatten
Autor: Laura Kneidl
Verlag: Carlsen
Preis: 12,99€
Seiten: 464

Laura Kneidls Stern ist schon vor einer Weile am Autorenhimmel aufgegangen. Veröffentlichungen in mehreren großen Verlagen sind das Resultat ihrer wundervollen Arbeit. Und ich muss sagen, dass ich es dieser Frau sehr gönne! Sie ist ein wirklich lieber Mensch, der hart an seinen Geschichten arbeitet. Die neuste Geschichte, die mir von ihr in die Hände fiel, ist „Herz aus Schatten“. Es handelt sich um eine düstere Fantasygeschichte mit einer Prise Romantik, in der die Dunkelheit das entscheidende Element ist. Trotz kleiner Schwächen ist dieser Roman anders und unterhaltsam und daher absolut gelungen.

Seit Jahrhunderten wird die Stadt Praha von dunklen Kreaturen bedroht. Sie lauern in den Wäldern und gieren nach dem Blut der letzten verbliebenen Menschen. Als Bändigerin ist es die Aufgabe der 17-jährigen Kayla, die Stadt vor den Ungeheuern zu schützen. Mit ihren Fähigkeiten gelingt es ihr, einen Schattenwolf zu zähmen. Doch dann geschieht das Unfassbare: Der Wolf verwandelt sich in einen jungen Mann. Er kann sich nicht an seine Vergangenheit erinnern und immer wieder kommt seine monströse Seite zum Vorschein …

Das erste, was dem Leser bei „Herz aus Schatten“ auffällt, ist die düstere Atmosphäre. Bereits das Cover fängt es sehr gut ein und so ist man direkt in der zwielichtigen Welt von Kayla angekommen. Der Einstieg ins Buch fiel mir ein bisschen schwer und zwischendurch hatte es meiner Meinung nach auch seine Längen. Aber das Setting und der Weltentwurf sind wirklich grandios! Wie der Klappentext schon erzählt, lebt Kayla in einer Stadt, die von einer Mauer vor dem Wald außerhalb beschütz wird. In diesem Wald leben verschiedene Monster, die die Menschen angreifen. Die Bändiger haben durch ihre Gene die besondere Fähigkeit ein solches Monster an sich binden zu können und die Kontrolle über das Wesen zu übernehmen. Das Monster kämpft sein Leben lang auf der Seite des Bändigers, was aber keine Schoßhündchenbeziehung darstellt. Die Machtverhältnisse sind klar und so verhalten sich auch die Bändiger gegenüber den Monstern. Kaylas Vater ist der Chef der Bändiger und sie selbst will keine solche sein. Sie hat Angst vor den Monstern und noch mehr Angst hat sie davor, ein so gefährliches Wesen an sich zu binden. Denn die Monster leben in und von Dunkelheit, die zweifelsfrei auch auf die Bändiger abfärbt. Und dennoch beugt Kayla sich ihrem Schicksal…
Die Erklärung der Welt gelingt der Autorin wirklich gut. Die Szenerie konnte mich packen und ich fand den Anfang sehr spannend, als Kayla ein Monster an sich binden muss. Danach lässt das Buch ein bisschen federn, bevor es zum Ende hin wieder richtig Fahrt aufnimmt. Es herrscht eine solide Grundspannung, die für Unterhaltsamkeit sorgt.
Kayla ist eine gute Protagonistin, die nichts mit Klischees gemein hat. Sie ist stark und sehr rebellisch. Sie ordnet sich ihrem Vater nicht unter, sondern kämpft für das, was sie für richtig hält. Sie hinterfragt die Ordnung und geht ihren eigenen Weg, was ich sehr bewunderte. Die zweite Hauptfigur des Buches ist ihr Schattenwolf/verwandelter Mann. Kalya tauft ihren Wolf Lilek und staunt nicht schlecht, als er irgendwann kein Schattenwolf mehr ist. Dieser Plottwist, der schon vom Klappentext angekündigt wird, geschieht erst nach vielen Seiten. Das gefiel mir allerdings sehr gut, denn die Geschichte nimmt sich die Zeit, die sie für ihre Entwicklung braucht. Tatsächlich fand ich den ersten Teil sogar etwas spannender, als den, in dem Lilek zum Menschen wird. Und dennoch ist Lilek eine interessante Figur. Er erinnert sich an nichts und gemeinsam mit Kayla versucht er herauszufinden, was es mit den Monstern und den Menschen auf sich hat. Die beiden Protagonisten ergänzen sich gut und werden von tollen Nebenfiguren begleitet. Kaylas bester Freund Alexandr ist ein sehr sympathischer Kerl, der für viel Freude in der Geschichte sorgt. Auch Malek und „die wilde Jagd“ sind starke Charaktere. Hinzu kommt noch Kaylas Bruder Jakub und ihre Eltern. Das Konzept bricht schon allein mit Konventionen, weil Kaylas Eltern getrennt sind – und nicht etwa, weil der Vater eine neue Frau kennen gelernt hat. Kaylas Mutter hat ihn für eine andere Frau verlassen, was erfrischend anders ist und in diesem Roman von keinem Charakter hinterfragt wird. Diese kleinen Nuancen gefielen mir an der Handlung wirklich gut!
Insgesamt ist die Geschichte wirklich interessant, kurz vor Ende fehlte mir aber immer ein bisschen die Zielführung. Es geschieht relativ viel im Buch und das Ziel der Geschichte war für mich dadurch nicht erkennbar. Aber so schlimm, wie es sich anhört, ist es nicht. Man wird wunderbar unterhalten und ist vom Ende durchaus überrascht. Ich persönlich habe mit der Wende überhaupt nicht gerechnet, fand sie aber aufgrund der Logik sehr gut. Eine lange Zeit des Buches geht es um den Beziehungsaufbau zwischen Lilek und Kalya. Das geschieht zuerst als Mensch und Wolf und später zwischen Mann und Frau. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die wirklich schön ist. Die Liebesgeschichte ist gut verpackt und nicht das Hauptaugenmerk der Geschichte, was mir gut gefiel. Und dennoch gehört sie natürlich genau dorthin.
Der Stil von Laura Kneidl ist sehr schön und passt gut zum Genre. Die Autorin fängt die Düsternis sehr gut ein und hat ein Händchen für ihre Protagonistin, die auch dadurch gerade so authentisch wird.


„Herz aus Schatten“ besticht durch sein besonderes Setting und den tollen Weltentwurf voller Geheimnisse. Für mich hatte das Buch viel Innovatives in sich und daher hat es Spaß gemacht zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut gelungen, allen voran die Protagonistin, die durch Frechheit zu glänzen weiß. Aber auch die Nebenfiguren sind toll. Laura Kneidls Stil ist sehr angenehm und lässt den Leser das Buch schnell verschlingen. Manchmal empfand ich den Beziehungsaufbau zwischen Lilek und Kayla etwas lang und die Zielführung zu schwammig, aber alles in allem konnte mich das Buch gut unterhalten. Ich vergebe vier leuchtende Spitzenschuhen für ein Buch voller Dunkelheit.



24. Juli 2018

Rezension: "Die Erwachte - Die Geschichte von Sin und Miriam" von Sabine Schulter



Titel: Die Erwachte - Die Geschichte von Sin und Miriam
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Dark Diamonds
Preis: 3,99€
Seiten: 648

Die folgende Rezension zu schreiben fällt mir alles andere als leicht und ist gleichzeitig etwas ganz Besonderes. Vor mehr als drei Jahren haben ich eine Schwäche für die Geschichten von Sabine Schulter entwickelt. Das war zu einer Zeit, als die Autorin ihre Bücher noch selbst verlegen musste. Es ist nun mehr als zwei Jahre her, dass ich ihre Debütreihe „Sin und Miri“ gelesen habe. Genau diese wurde nun vom Carlsen-Imprint Dark Diamonds verlegt und es ist bekannt, dass die Geschichte die gleiche geblieben ist und „nur“ einen neuen Mantel bekommen hat. Ich persönlich freue mich sehr, dass „Die Erwachte“ nun in einem Verlag erschienen ist! Und obwohl ich das Buch bereits kannte, wollte ich es erneut lesen. Die Geschichte hatte mir schon immer gefallen, aber es ist nicht die beste der Autorin. Lustigerweise mochte ich „Die Erwachte“ beim zweiten Lesen wirklich lieber, als noch vor zwei Jahren. 
Solltet ihr gern Geschichten lesen, in denen Magie und Liebe großgeschrieben werden, dann ist das Abenteuer von Sin und Miri genau das Richtige für euch!

Die Welt ist nicht so, wie sie scheint. Das muss auch die Medizinstudentin Miriam feststellen, als sie plötzlich in ihrer Wohnung zusammenbricht und eine unvorstellbare Macht in ihr zum Vorschein kommt – eine magische Sicht, die ihr wundersame Dinge offenbart. Doch so faszinierend diese Fähigkeit auch ist, so gefährlich kann sie für Miriam werden. Immer häufiger gerät sie in das Visier der »Suchenden«, die nach ihrem besonderen Blut und damit nach ihrem Leben trachten. Zu ihrem Schutz wird Miriam von gleich drei Wächtern bewacht, zu denen auch der unwiderstehliche Sin gehört. Gemeinsam mit ihm muss sie sich schließlich der Dunkelheit und ihrem übermächtigen Feind stellen…

Nach dem zweiten Lesen muss ich sagen, dass die Geschichte keine Änderungen erleiden musste – und das hat mich sehr gewundert und positiv überrascht. Schon im Original hat „Die Erwachte“ beinahe 600 Seiten, was nun noch ein kleines bisschen gesteigert wurde (648 Seiten). Ich erwartete, dass das Buch stark zusammengekürzt sein würde, was es aber nicht ist. Denn das Besondere ist auch, dass sich die Handlung die Zeit nimmt, die sie braucht. Und ich muss es wirklich loben, dass der Verlag diese Komponente berücksichtigt hat und eigentlich alles unverändert gelassen hat. So bleibt die Geschichte in ihrem Rhythmus und die Welteinführung gelingt wirklich gut.
Bevor ich angefangen habe, diese Rezension zu tippen, habe ich meine erste Rezension zum Buch gelesen. Und ich war kurz davor, sie einfach zu kopieren. Im Grunde habe ich die gleiche Kritik wie damals, was ja nicht verwunderlich ist, wenn der Inhalt der gleiche geblieben ist. Aber trotzdem hat sich auch etwas in meiner Sicht verändert. Deswegen lasse ich auch beide Rezensionen auf dem Blog aktiv. Hier kommt ihr zu meiner alten, wenn sie euch interessiert.
Der Stil von Sabine Schulter ist flüssig und angenehm. Man kommt gut durchs Buch und die wenigen sprachlichen oder Rechtschreibfehler, die ich früher kritisiert habe, wurden natürlich ausgemerzt. Die Autorin beweist wieder einmal ein besonderes Gespür für ihre Figuren. Bei jedem Schulter-Buch hat man ein Gefühl des Nachhausekommens und der Zugehörigkeit. Ihre Bücher beinhalten eine große Emotionalität und eine vielfältige Welt. So ist auch bei „Die Erwachte“. Es gibt relativ viele Charaktere, die alle gemeinsam eine Einheit bilden. Miriam ist natürlich „Die Erwachte“ und Fire, Sophie und Sin sind ihre Wächter. Im Laufe der Geschichte wird der Wächterkreis größer, denn Miris Lage wird immer gefährlicher. So kommen auch Hurrikan, Night und Thunder hinzu und der Kreis der großartigen Charaktere erweitert sich. Jeder Wächter ist wirklich ein detailreich ausgearbeiteter Charakter mit Stärken und Schwächen. Das gefiel mir auch dieses Mal sehr gut! Die Chemie zwischen den Figuren stimmt in diesem Buch einfach. Und darunter fällt auch die Chemie zwischen Sin und Miri. Miri ist eine starke Protagonistin, die sich sehr schnell mit ihrem neuen Leben arrangiert. Ich mochte sie früher eigentlich gar nicht, denn sie ist ein bisschen zu prototypisch. Sie studiert Medizin, in dementsprechend wirklich intelligent, außerdem sehr schön und hat viele Freunde. Jeder mag sie sofort und natürlich knistert es zwischen Sin und ihr. Dennoch fand ich Miri dieses Mal sympathischer und als Protagonistin beweist sie ihre toughe Seite! Früher mochte ich auch ihren Gegenpart Sin nicht sonderlich, was sich aber absolut gewandelt hat. Sin war einer meiner Lieblingscharaktere, auch wenn auch er ein bisschen zu viel Gutes abbekommen hat. Trotz seines tolles Aussehens und seiner Intelligenz fielen mir aber auch seine sanften Seiten deutlicher auf. Er würde für Miri sein Leben geben und tatsächlich muss er das beinahe auch.
Denn die Geschichte hat natürlich auch ihre Actionanteile, die sehr spannend sind.
Insgesamt ist das Buch aber eher ruhig und hat dadurch auch ein paar Längen. Manchmal erschien es mir nicht ganz zielführend, denn worauf das Ganze hinausläuft war mir nicht immer klar. Trotzdem ist das Finale furios, spannend und actiongeladen. Außerdem gibt es unerwartete Wendungen. Insgesamt ist das Figurenkonzept aber fast schon wichtiger, als die Handlung an sich. Denn die Figuren sind es, die diese Geschichte formen und die den Leser zu einem Teil der großen Familie machen. Sabine Schulter nimmt sich viel Zeit für ihre Charaktere und deswegen passiert auch nicht in jedem Kapitel etwas furios Spannendes, dafür gibt es aber zarte Annährungen und stärkende Freundschaften. Die Liebesgeschichte zwischen Sin und Miri braucht auch sehr viel Zeit, was ich als angenehm empfand. Trotz der Ruhe des Romans hat er etwas sehr Fesselndes an sich, was einen zum Weiterlesen treibt. Der Schauplatz mit München gefiel mir außerdem sehr gut. Man hat durch die Beschreibungen wirklich das Gefühl, sich in der Stadt zu befinden. Und was de Neuauflage natürlich auch bietet, ist die wunderschöne Form. Das Schriftbild mit seinen kleinen Schnörkeln ist wirklich toll und das Cover finde ich auch super passend zur Geschichte!


Ich habe dieses Reread in keiner Sekunde bereut! Ich habe „Die Erwachte“ immer als das schwächste Buch der Autorin gesehen, allerdings hat sich meine Meinung hier durchaus gewandelt. Die magische Welt, die Sabine Schulter erschaffen hat, ist großartig und vielschichtig. Das Setting stimmt absolut. Noch toller ist die Charaktervielfalt und die Chemie unter ihnen. Etwas störend bleibt die Perfektheit von Miri und Sin, aber gerade für letzterem habe ich doch eine kleine Schwäche entwickelt. Das Buch bietet Spannung, viel Romantik und noch mehr Freundschaft. Magie, gepaart mit Liebe ist eine passende Bezeichnung, die das Buch gut beschreibt. Ich hatte viel Spaß mit dem Auftakt von Sin und Miri und vergebe 4,5 Spitzenschuhe.


23. Juli 2018

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #27

Hallo ihr Lieben!



So, ich bin wieder zurück aus dem Urlaub und habe eine ganze Menge aufzuholen. Ich muss zugeben, dass ich bereits seit zwei Tagen wieder im Land bin und trotzdem erst jetzt zum monatlichen SuB-Interview komme. Meine leichte Verspätung der tollen Aktion von Anna "Mein SuB kommt zu Wort" war zwar mit meinem lieben Karli abgesprochen, allerdings hätte ich mich ihm spätestens gestern zuwenden sollen. Ups... Da kann ich mir dann ja gleich was anhören. Ich muss auch noch fünf Rezensionen nachreichen, aber das kommt dann in den nächsten Tagen alles. Noch sind ja Sommerferien.
Schaut unbedingt bei Anna vorbei, denn diese Aktion ist wirklich Gold wert. 
Was meinst du Karli? Können wir starten?




1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Oh ja, wir können starten! Und das sollten wir wirklich mal mit einer keinen Standpauke! Wir schreiben schließlich den 23.7...ach Julia...unser Plan war ein anderer, meine Liebe! Wie ich es hasse, wenn man sich nicht an Absprachen hält >.< Ich würde meine Besitzerin ja mit Missachtung strafen, wenn das SuB-Interview nicht wäre. Denn an diesem Tag muss ich wahrlich präsent sein. Und jetzt komme ich auch endlich zur Begrüßung! 
Verzeiht mir, aber man muss ja auch mal ehrliche Worte an die Besitzer von uns' SuBs wenden. Sonst werden sie es nie lernen. Und mein Exemplar ist ein besonders lernimmunes. Aber gut....Hallo und ein herzliches Willkommen in die Runde! Ich freue mich, dass ihr wieder mit dabei seid. Und ich muss zugeben, dass ich auch schon ein bisschen aufgeregt bin. Denn eigentlich hat sich der letzte Monat so angefühlt, als wenn Julia und ich Fortschritte gemacht hätten. Aber der Moment der Wahrheit kommt jetzt. Also schauen wir mal: Wie groß bin ich?
Im letzten Monat war ich 145 Bücher groß, was schon eine Verringerung von 5 Büchern war. In diesem Monat bin ich genau 138 Bücher groß! Jiha! Das ist doch ein wahrer Fortschritt! Vor allem ist es der kleinste Stand in diesem Jahr! Im Dezember - wohl gemerkt VOR Weihnachten - war ich 129 Bücher groß, was die kleinste Zahl des letzten halben Jahres war. Mein Rekord lag bei 167 Büchern und das sind ja jetzt schon fast 30 weniger :) Es gibt also wirklich Grund zur Hoffnung!



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.



Die SuB-Pflege läuft und läuft und läuft und läuft...so langsam fühle ich mich wirklich wie ein VW-Käfer ;) Spaß beiseite. Es geht voran! Ich bin ja immer begeistert, wenn ich auf Frage zwei keine Antwort habe, weil es keine Neuzugänge gab, oder eben nur wenige. Und ich finde auch, dass ich gut gepflegt werde, wenn ich kleiner statt größer werde, aber Julia hat mir letztens erst versucht zu erklären, dass andere SuBs das nicht so sehen. Komisch. 
Trotzdem möchte ich die Frage beantworten, denn ich kann beide Seiten bedienen. Ich bin glücklich, weil die Pflege gut läuft und Julia wenig anschafft. Trotzdem haben wir zwei Neuzugänge in diesem Monat, die allerdings beide Rezensionsexemplare sind. Zum einen ist das "Der Wächter - Die Geschichte von Sin und Miri", dessen Vorgänger ich euch letzten Monat präsentiert habe. Julia hat "Die Erwachte" im Urlaub gelesen und nun erscheint diese Woche schon Band zwei. Tja, und wie das so ist: Der muss auch gelesen werden, obwohl es sich um ein Reread handelt.
Das zweite Buch ist "Zentolia" aus dem digi:tales Verlag. In den letzten Monaten haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem Imprint-Verlag des Arena-Verlags gemacht, weshalb wir uns über diese Überraschungspost sehr gefreut haben. Auch das Buch steht für den nächsten Monat auf der to-read Liste. Das Problem an dieser Liste ist, dass ich sie in meinem Kopf führe und Julia eben nicht. Für Julia existiert keine Leseplanungsliste, was meinen Job um einiges schwerer und mein Leben noch ein klitzekleines Bisschen frustrierender macht ;)



 


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Julia war ja, wie schon erwähnt, grade im Sommerurlaub. Da hat sie natürlich auch ein bisschen Lektüre dabei gehabt und hat auch in der Ferne daran gearbeitet, mich abzubauen. Das hat auch ganz gut geklappt. Als letztes wurde daher das "Reservebuch" gelesen. Ein kleines, dünnes Büchlein für zwischendurch mit dem Titel "Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten" von Jennifer Wolf. Die Geschichte war zuckersüß und herrlich. Nicht immer überraschend oder innovativ, aber einfach herzerwärmend. 
Als SuB-Leiche würde ich es außerdem noch nicht bezeichnen. Da gibt es wahrlich andere Vertreter der Zunft bei uns. Ich habe ja auch schon länger den Begriff der "Senioren" eingeführt, da ich hier niemanden beleidigen möchte. Aber seit Julias letztem Geburtstag war es bei uns - wenn ich mich nicht ganz irre. Oder Weihnachten? Egal...irgendwas zwischen 7 und 10 Monaten. Schon lang, oder Julia??? Eine Rezension gibt es noch nicht. Es ist eines der fünf Bücher, von dem sie nachgereicht werden muss ;)





4. Lieber Karli, vor einem Jahr fragte ich nach deinen drei ältesten SuB-Leichen: Sind sie immer noch ungelesen oder haben sie es mittlerweile in die Reihe der gelesenen geschafft?

Oh nein. Vor dieser Frage habe ich mich mehr als nur gefürchtet! Als ich sie gelesen habe, haben Julia und ich erst einmal eine Diskussion darüber geführt, ob das wirklich schon wieder ein Jahr her ist! Denn die Frage wird ja nun schon seit zwei Jahren gestellt. Und letztes Jahr war es wahnsinnig peinlich, als ich die gleichen drei Bücher nennen musste, wie schon 2016. So, Achtung. Dreimal dürft ihr raten, wie wahnsinnig peinlich es nun werden wird. Jaha! Hundert Punkte für den Kandidaten! Nämlich so richtig peinlich! Denn selbstverständlich handelt es sich um ganz genau die gleichen drei Bücher, die wir schon die letzten beiden Jahre genannt haben. Letztes Jahr habe ich noch ein bisschen die Schuld bei mir gesucht, aber damit ist jetzt Schluss. Denn die liegt ganz allein bei Julia! Wie kann man seine Bücher nur so vernachlässigen??? Bei einem der drei Bücher weiß sie nicht mal aus dem Kopf, worum es auch nur im Entferntesten geht...tja, meine Liebe, ich könnte dir hier zwar helfen, aber das mache ich nicht. Denn von mir aus behalte ich die drei Kandidaten auch :P Pah!
Handelt tut es sich übrigens um diese drei Schätze:



       

"Anna Karenina" verdient es wirklich seit Jahren, mal in die Hand genommen zu werden. Es ist Weltliteratur und als Lehrerin sollte Julia es doch wirklich mal gelesen haben :P Und auch die anderen beiden verdienen mehr Aufmerksamkeit. Was haben dir "Die Eismalerin" und "Es soll Liebe sein" denn getan, Julia? Hm?! Tja...wenn wir nächstes Jahr immer noch das gleiche antworten müssen, dann steige ich aus. So. Die Drohung sollte reichen, damit wenigstens eines der drei nächstes Jahr nicht mehr genannt werden muss :P Fünf Jahr...man darf es gar nicht sagen...



Ach Mist, jetzt sind wir schon wieder am Ende. Dabei bin ich gerade erst so richtig in Fahrt gekommen...Aber findet ihr nicht auch, dass diese Schande aus Frage vier endlich einmal behoben werden sollte? Ich werde Julia in den nächsten Wochen immer wieder dezent darauf hinweisen. Hui, da freue ich mich drauf :) Generell glaube ich, dass auch der nächste Monat für mich noch sehr gut laufen wird! Ich bin an meinem Highranking des Jahres dran und das knacke ich im August bestimmt *.* Aber danach kommt der allseits gefürchtete September samt Julias Geburtstag...Argh! Lasst uns nicht darüber nachdenken. Immer schön an Karli denken, lieben Julia! Immer an meinen Abbau denken und dann wird das ;)

Ich hatte wieder sehr viel Spaß mit euch heute! Lasst mich wissen, was ich tun kann, um Julia auf die drei Bücher zu stoßen ;)



Allerliebst,
euer Karli




Oh mann, klingt ja so, als wenn ich mich wieder auf etwas gefasst machen kann :'D Da hat Karli auf jeden Fall eine Menge mit mir vor. Aber ich gestehe ja, dass ich selbst mehr als peinlich berührt bin. Eines der drei werde ich im nächsten Monat lesen. Ich verspreche es, Karli! Aber ansonsten bin ich auch sehr zufrieden! Ich arbeite aber auch wirklich hart am Abbau. Mit einem so niedlichen Motivator ist das aber gar nicht so schwer ;)

Was haben eure SuBs so erzählt? Sind es bei euch auch die gleichen drei Bücher?


Liebst, 
eure Julia




 


15. Juli 2018

Rezension: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green



Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor: John Green
Verlag: dtv
Preis: 9,95€
Seiten: 336

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist wohl eines der berühmtesten Jugendbücher der letzten 10 Jahre. Ich habe mich immer gewehrt, es zu lesen oder den Film anzuschauen ( - das typische Argument: „Ich muss doch vorher das Buch lesen“). Und tatsächlich stand das Buch schon lange in meinem Regal. Aber ich wusste, wie es ausgeht, denn an den ganzen begeisterten Menschen kommt man eben nicht ohne Gespräch vorbei. Und ich wusste, dass ich weinen müsste. Und wann hat man bitte Lust auf ein Buch, bei dem das Weinen garantiert ist?! Also dauerte es ewig, bis dieses besondere Buch von mir gelesen wurde. Und ich bereue zutiefst, so lange gewartet zu haben. Denn es ist ein Meisterwerk an Emotionen im absolut positiven Sinne. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein trauriges, aber so wunderschönes und dadurch lesenswertes Buch!

Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt, ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.

Ganz bewusst habe ich mich für den kurzen Klappentext des Taschenbuchs entschieden, denn mehr als das (und das Ende) wusste ich vor dem Lesen auch nicht über das Buch. Und daher war ich relativ unvoreingenommen. Es ist durchaus schwer, ein Buch zu genießen, wenn man weiß, was am Ende passiert. Und trotzdem war ich von der ersten Seite an Feuer und Flamme. Denn Hazel Grace ist ein Mädchen, das den Leser sofort für sich einnimmt. Ich hatte das Buch auf einer langen Autofahrt dabei und dachte, ich lese mal rein. Und schwups, waren die ersten 50 Seiten gelesen. Das Buch beginnt so unmittelbar und trotzdem herzlich, dass man die Geschichte gar nicht mehr verlassen kann. Die besondere Thematik der Krankheit macht das Buch zu jeder Zeit ernst, aber diese Ernsthaftigkeit ist keine Negativität. Denn John Green greift das Thema in einem ungewöhnlichen Rahmen auf. Die Erzählerin ist eine Betroffene, lebt nur dank eines Medikaments überhaupt noch und weiß auch, dass ihr Leben jeden Tag vorbei sein könnte. Dieses Wissen lässt Hazel so ganz anders werden, als andere Jugendliche. Und dennoch ist sie ganz normal! Denn natürlich will sie nur eines: leben. Und das Leben wie jeder andere mit all seinen Höhen und Tiefen genießen. Doch erst, als Gus in ihrem Leben auftaucht, versteht sie wirklich, was es heißt, zu leben. Gus ist ein Charakter, den ich zutiefst bewundert habe. Gibt es solche Menschen? So positiv und herzlich? So humorvoll und stark. Gus ist perfekt. An Hazels Stelle hätte ich mich ebenfalls sofort in ihn verliebt. Er schafft es, in ihr eine vollkommen neue Seite zum Leben zu erwecken und diese mit ihr zu genießen. Beiden eröffnet sich eine nie gekannte Welt durch ihre gemeinsame Liebe. Und diese zu beobachten ist einfach wundervoll. Doch natürlich kann man den Krebs nie ausblenden. Er ist allgegenwärtig in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und das auch zurecht. Aber da Hazel Krebs-Bücher furchtbar findet, muss man zurecht sagen, dass es sich hierbei nicht um ein Krebs-Buch handelt. Es handelt sich um eine Geschichte, die das Leben schreibt. Die schlimme Seite des Lebens. Doch so ist das Leben und das Schicksal: unfair. 
Es ist einfach großartig, wie John Green es schafft, dem Leser vorzuführen, wofür es sich zu leben lohnt. Wie Jugendliche, die eigentlich keinerlei Hoffnung mehr haben, das Leben zu nehmen wissen – und das Beste draus machen. Wie gewöhnlich erscheinen unsere Probleme bei der Betrachtung von Hazels Leben? Man lernt aus diesem Buch. Und trotz der Thematik genießt man es – denn es ist so schön! Es hat eine wundervolle Liebesgeschichte, mit der man mitfiebert. Die Flirts zwischen Augustus und Hazel sind bezaubernd und brachten mich immer wieder zum Lächeln. Primär geht es immer um diese beiden und beinahe schon als Nebenhandlung wird  Hazels Herzenswunsch eingebunden: den Autor ihres Lieblingsbuches zu treffen. Ich finde wirklich, dass es eine Nebenhandlung ist, die aber sehr wichtig fürs Buch wird. Insgesamt muss man sagen, dass es zu keiner Zeit langweilig wird. Es gibt eine Spannbreite von himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn natürlich ist der Tod ein genauso großes Thema, denn er steht natürlich am Ende der erschreckenden Krankheit. Aber neben dem Sterben ist das Leben das wichtige Thema des Buches. Und das tun Gus und Hazel mit allem, was dazu gehört: Freundschaft, Familie und Liebe. 
Ich konnte nicht aufhören dieses Buch zu lesen, denn es macht so viel Spaß. Außerdem hat „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ mich zutiefst berührt. Aber nicht in dem Sinne, dass ich nach dem Lesen wahnsinnig traurig war. Natürlich war ich das, aber ich habe auch geseufzt, weil es so schön war. John Green hat eine sehr intelligente Art zu schreiben. Ich habe ihm jede Zeile abgenommen, die er aus der Sicht von Hazel verfasst hat. Für mich war er Hazel, er war das krebskranke Mädchen, das die Hoffnung beinahe schon aufgegeben hatte und nur ihren Eltern zu Liebe weitermachte. Der Stil, das Thema, die Charaktere, sie alle sind so authentisch! Die Figuren sind sehr detailreich und liebevoll gestaltet. Man fühlte sich sofort wie ein Teil der Handlung, man fühlte sich wohl und so, als wäre man mit ihnen allen befreundet! Und das, obwohl es auch Figuren gibt, die gar nicht das sind, was man erwartet hat. Aber auch das gehört zum Buch. Der Stil ist wahnsinnig klug und lehrreich. Zwischendurch glänzt der Autor mit Aussagen, die einfach nur weise sind. Des Weiteren ist der Stil fließend, bildreich und emotional. Ich könnte noch ewig so weiterschreiben. Aber wo soll das hinführen...


Denn festhalten muss ich auf jeden Fall, dass mich lange kein Buch so sehr beeindruckt hat, wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Denn alles in diesem Buch ist so wahr! John Green nimmt sich gar nicht die Allwissenheit einer solchen Krankheit heraus, aber er erzählt eine unglaublich authentische Geschichte, die ich ihm zu jeder Zeit abgenommen habe. Hazel und Gus sind so liebenswerte Charaktere, dass man nicht anders kann, als mit ihnen zu lachen und zu weinen. Das Buch behandelt sehr ernste Themen und durchläuft die gesamte emotionale Bandbreite. Wer bei diesem Buch nicht berührt wird, dem kann man wohl nur schwer helfen. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist zurecht so populär und ich kann jedem nur empfehlen, diese emotionale Reise mitzumachen und dieses Buch zu lesen. Es lohnt sich und deshalb vergebe ich natürlich volle fünf Spitzenschuhe.



8. Juli 2018

Mein Monatsrückblick Juni + kleine Urlaubspause

Hallo ihr Lieben!


Ich fliege heute in den Urlaub! Juhu :) Also eigentlich erst morgen früh, denn unser Flug geht um 0:05 Uhr, aber hey...da ich mich gleich gemeinsam mit meinem Freund zum Bahnhof aufmache, um zum Flughafen zu kommen, finde ich, beginnt mein Urlaub heute ;) Daher auch gleich vorweg die kleine Ankündigung, dass ihr in den nächsten zwei Wochen nichts von mir hören werdet, bis auf eine Rezension. Aber das fällt bei meiner aktuellen Aktivität kaum auf, daher das nur so nebenbei. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Sonne, den Strand und hoffentlich gute Bücher, die ich natürlich auch eingepackt habe.
Bevor ich mich aber aus dem Land schleiche, muss ich natürlich noch schnell einen Blick zurück in den vergangenen Juni werfen. Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich froh, dass wir inzwischen Juli haben. Der Juni war ein wirklich anstrengender Monat. Ich hatte die ersten drei Wochenenden Meisterschaften - und zwar jeden Samstag. Das war unglaublich kräftezehrend, aber bis auf eine sehr erfolgreich! Meine Formation konnte auf der NDM in ihrer Reihe den 1. Platz und auf der DM den 2. Platz machen :) Auf der Norddeutschen habe ich zusätzlich im Solo den 3. Platz von 20 belegt, was mich natürlich riesig freute! Der ganze Trainingsstress hat sich also durchaus gelohnt und das ist doch die Hauptsache! Vor allem in Mannheim bei der DM hatten wir viel Spaß und konnten das Saisonende somit genießen ;)
Was gab es im Juni bis aufs Tanzen noch? Stress. Haha. Denn das Schuljahr ist zu Ende gegangen und das bedeutete: letzte Arbeiten schreiben, korrigieren, den Schülern Chancen geben, ihre Note noch zu verbessern, Noten rechtzeitig eintragen, Zeugniskonferenzen, Projektwoche, Schulfest - Ferien! Denn beim letzten Punkt bin ich inzwischen angekommen und bin absolut begeistert! Es sind meine ersten Sommerferien als richtige Lehrkraft, obwohl ich mein Referendariat ja erst im August beginne. Aber ich habe das gesamte Halbjahr Vollzeit gearbeitet und bin daher wirklich glücklich, jetzt frei zu haben. Ich weiß, viele denken, dass wir Lehrer sowieso viel zu viel frei haben, aber das ist wirklich nicht so. Ich muss sehr viel in meiner Freizeit für die Schule und den Unterricht machen und bin nun super glücklich, meine Akkus wieder aufladen zu können. Da kommt mir der Urlaub ab heute natürlich nur recht. Bei diesem ganzen Schulstress hatte ich aber durchaus auch Spaß in der Schule. Vor allem meine eigenen Projektstunden, aber auch die Projektwoche selbst waren sehr spannend.
Nebenher hatte ich aber nicht ganz so viel Zeit. Ich habe ein bisschen Sport getrieben und es geschafft, mich dabei auf dem Tennisplatz zu verletzen. Ich habe nun ein Problem im Rücken, das ich seit 6 Wochen mit mir rumtrage und irgendwie auch nicht besser werden will. Aber unsere Ärztelandschaft kann ja erst in 3 Wochen etwas machen - vorher bekomme ich nämlich keinen Orthopädentermin :( Aber ist ja auch egal. Mit 25 muss man sich ja auch nicht mehr bücken können :D
Insgesamt war ich im Juni übrigens zwei Mal im Kino und habe "Deadpool 2" und "Solo - A Star Wars Story" geguckt. Bei letzterem kann ich die schlechten Kritiken absolut nicht nachvollziehen! Wenn ihr Star Wars Fan seid, dann schaut euch den Film an! Er ist klasse! 
So...und durch die Schule und Meisterschaften hatte ich Anfang Juni noch so gar keine Zeit, in der letzten Woche, nach Ferienstart, habe ich es aber endlich geschafft, ein bisschen zu lesen :) Und das ist meine Überleitung zu meinem Monatsrückblick in buchiger Hinsicht.



Im Juni habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen!




Das Mädchen, das in der Metro las - Christine Féret-Fleury [Rezension] (176 Seiten) 3,5/5

Herrscherin der tausend Sonnen - Rhoda Belleza [Rezension] (400 Seiten) 4/5

The Beautifull Cassandra - Jase Austen [Rezension] (55 Seiten)  3/5

Elias & Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht - Sabaa Tahir [Rezension] (512 Seiten) 4,5/5

Holmes und ich: Unter Verrätern - Brittany Cavallaro [Rezension] (352 Seiten) 3,5/5

Die Flammentänzerin (Promise II) - Maya Shepherd [Rezension] (312 Seiten) 3/5

James Bond 007: Der Spion, der mich liebte - Ian Fleming [Rezension] (220 Seiten) 5/5


Seiten gesamt: 2.027

Hardover: 4, Taschenbücher: 3, Hörbücher: 0, Ebooks: 0



Oh, wie lustig! Mit Blick auf meinen letzten Monatsrückblick kann ich schon mal feststellen, dass ich ganze zwei Seiten mehr gelesen habe, als im Mai :D Das ist doch auch was ;) So knapp war es bei mir wohl wirklich noch nie. Aber dann konnte ich das Niveau ja wenigstens halten. Durch den Urlaub erwarte ich mir im Juli durchaus wieder mehr Seiten, aber warten wir erstmal ab. Denn wir fliegen mit meinem Bruder und seiner Freundin gemeinsam, daher wird es sicher auch ein bisschen weniger Lesezeit geben, als üblich.


Jetzt aber zu meinen gelesenen Büchern. Es gab ein paar durchwachsene, aber auch viele gute. Ein Flop war nicht dabei. Ganz überzeugen konnten mich die Novellen aus Jane Austens Jugendzeit allerdings nicht. "The Beautifull Cassandra" war mir wohl noch ein bisschen zu hoch, obwohl es nicht mein erstes englisches Austen-Buch war. Aber man muss wirklich sagen, dass diese Frau erst später zur Meisterin wurde. Dennoch waren die Novellen ganz nett für zwischendurch.
Ebenfalls nicht zu 100% überzeugen konnte mich der zweite Teil der Promise-Reihe von Maya Shepherd. "Die Flammentänzerin" hatte wirklich gute Momente, ist aber eher ein typischer Zwischenteil, der die Spannung relativ konstant hält, sich das meiste aber für den Abschluss aufspart.

Ein kleines bisschen enttäuscht war ich auch von zwei Büchern, die mit einer 3,5er Wertung davongekommen sind. Von beiden habe ich mir ganz einfach mehr erhofft. "Das Mädchen, das in der Metro las" hat einen so bezaubernden Klappentext, der den Leser aber ein bisschen in die Irre führt und die Erwartungen sehr hoch werden lässt. Das Buch konnte all diese nicht halten, ist aber trotzdem ganz in Ordnung. 
"Holmes und ich - Unter Verrätern" ist ebenfalls ein zweiter Teil, der aber mit seinem Vorgänger durch all seine Verwirrung nicht mithalten kann. Im Grunde liebe ich die beiden Protagonisten Jamie Watson und Charlotte Holmes wirklich sehr, aber das ganze Zwischenmenschliche war mir einfach zu abgedreht. Außerdem habe ich die Logik im Fall auch nicht ganz verstanden, wirklich schade. Trotzdem ist das Buch sehr unterhaltsam!



Laut meinem Ranking kommt nun "Herrscherin der tausend Sonnen", welches ich mit vier Sternen bewertet habe. Aber kennt ihr das: Im Nachhinein fand man das Buch irgendwie viel besser und so richtig geht es auch nicht aus dem Kopf?! Das Gefühl habe ich mit diesem Buch. Denn irgendwie hat es mich trotz seiner Andersartigkeit wirklich von sich überzeugt! Dieses Sci-Fi Abenteuer hat es in sich und ich freue mich wirklich sehr auf den zweiten Teil der Dilogie. 

Kaum losgelassen hat mich aber auch ein anderes Buch nicht und damit komme ich zu meinen beiden Highlights. "Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht" hat mich beeindruckt. Auch wenn ich die Geschichte gar nicht zu 100% mochte, hatte das Buch etwas, das mich zum Lesen zwang. Es ist sehr brutal, hat aber ein unglaublich gutes Setting und hält außerdem die ein oder andere Wende bereit, mit der man eben nicht rechnet. Ich warte nun sehnsüchtig auf Band drei, doch leider ist der im Juni erst auf Englisch erschienen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis er bei uns erscheint...

Das letzte Buch, das übrig bleibt, war eine willkommene Abwechslung. Ich griff nach längerer Zeit wieder nach einem James Bond-Roman und folgte 007 nach Amerika. "Der Spion der mich liebte" ist ein etwas anderes Bond Buch, das mich aber absolut überzeugen konnte.


Insgesamt war mein Lesemonat ganz in Ordnung und fühlte sich besser an, als die Wertungen vermuten lassen. Ich bin jedenfalls ganz zufrieden und auch Karli meckert nicht mit mir. Denn er baut derzeit ab. Neue Bücher kaufe ich im Moment gar nicht und daher steige ich in seinem Ansehen. Karli ist auch eine gute Überleitung zum Juli allgemein. Ich werde das SuB-Interview nachreichen, sobald ich aus der Türkei zurück bin. Aber das ist mit meinem SuB abgesprochen und er hat mir diese Verlängerung genehmigt ;) Danke, Kleiner!
Ansonsten tue ich im Juli nicht viel! :'D ich liege auf der faulen Haut! Und ich treffe mich mit vielen meiner Freunde. Herrlich dieser Sommer... 

Ich wünsche euch einen wundervollen Juli und hoffe, dass ihr ihn genauso sehr genießt wie ich! :)



Wie war euer Juni?


Liebst,
eure Julia

3. Juli 2018

Rezension: "James Bond 007 - Der Spion der mich liebte" von Ian Fleming



Titel: James Bond 007 - Der Spion der mich liebte
Autor: Ian Fleming
Verlag: CrossCult
Preis: 12,80€
Seiten: 220


James Bond ist ein Phänomen. Und obwohl ich die 007-Filme liebe, bin ich doch ein noch größerer Anhänger der Originale: der Bücher. Ian Fleming war ein interessanter Autor, der eine begnadete Figur erschuf. Obwohl man den Romanen immer den etwas anderen Zeitgeist anmerkt, macht gerade das sie manchmal so sympathisch. Der 10. Band der Bond-Reihe ist ganz anders, als seine Vorgänger. Denn diesmal ist der Erzähler kein allwissender Unbeteiligter, sondern eine junge Frau, die ihre eigene Geschichte durchmacht. Und in dieser Geschichte kommt James Bond vor – der Mann, von dem sie später sagen kann, er sei „Der Spion, der mich liebte“. Dieser Spion, aber auch die junge Erzählerin und die ungewöhnliche Art des Bond-Buches machen es großartig und zu einer wahren Lesefreude.

Vivienne Michel ist in Schwierigkeiten. Auf der Flucht vor ihrer verstrickten Vergangenheit in die amerikanische Provinz, landet sie im Dreamy Pines Autohof. Weit entfernt von der privilegierten Umgebung, in der sie aufgewachsen ist, ist das Motel auch die Haltestation zweier abgebrühter Killer – des perversen Sol Horror und des tödlichen Sluggsy Morant. Als ein cool-charismatischer Engländer auftaucht, schöpft Viv, die in tödlicher Gefahr schwebt, nicht nur Hoffnung, sondern spürt eine fesselnde Faszination. Denn es ist James Bond, 007 – der Mann, von dem sie hofft, gerettet zu werden; der Spion, von dem sie hofft, geliebt zu werden.

„Der Spion, der mich liebte“ ist ein sehr kurzweiliges Buch. Es hat nur 217 Seiten und ist in drei Teile unterteilt. Diese Teile sind sehr interessant benannt. Sie heißen „Ich“, „Sie“ und „Er“. IN diesen Teilen gibt es natürlich einzelne Kapitel, die immer sehr schön gewählte Titel haben, die zumeist auch wortwörtlich im Kapitel so vorkommen. Der Aufbau des Buches ist super und in gewisser Weise auch abwechslungsreich. Normalerweise begleitet man den britischen Geheimagenten in den Bond-Büchern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass auch andere Charaktere große Handlungsteile haben und sich die Geschichte mit ihnen beschäftigt. Zumeist handelt es sich dabei um den Bösewicht des Buches. Diesmal aber gibt es eine Ich-Erzählerin, was absolut neu ist. Vivienne ist eine junge Kanadierin und „Der Spion, der mich liebte“ ist komplett aus ihrer Sicht verfasst. Der erste Teil, der mit „ich“ übertitelt ist, handelt von ihrer Vorgeschichte. Von den Beziehungen, Menschen und Erlebnissen, die sie zu dem gemacht haben, was sie ist. Der Teil kann für manche sicher langatmig sein, ich fand es aber wirklich interessant und unterhaltsam, mehr über Viv zu erfahren. Sie war naiv und unerfahren und musste sich dann den Härten dieser Welt stellen. Ich finde ihre Reflektion wirklich toll und insgesamt ist Viv sehr authentisch. Sie ist eine Frau, die auch in den 50er Jahren schon weiß, was sie will. Du dafür kann man sie bewundern, denn sie kämpft, solange sie kann. Im zweiten Teil kann sie es aber nicht. Denn „Sie“ tauchen auf: zwei Ganoven. Die Kulisse des Buches ist eigentlich schon schaurig genug, denn Viv befindet sich in einem Motel, das mitten im Nirgendwo aus Holzhütten besteht. Und sie passt auf eben dieses Motel auf. Die perfekte Gelegenheit also, die junge Frau für einen perfiden Plan zu benutzen. Und das haben die beiden Gangster auch vor. Aber dann taucht James Bond auf der Bildfläche auf, genau dann, als Vivs Leben beinahe schon beendet ist. „Er“ mischt das Buch richtig auf. Mit James‘ Auftauchen wird es einfach richtig gut, obwohl es schon vorher spannend ist. James Bond ist ein phänomenaler Charakter mit vielen Fehler und Marotten. Er trinkt zu viel, raucht und setzt sein Leben aufs Spiel. Aber er ist eben auch der charismatische Geheimagent, an den alle Frauen ihr Herz verlieren. Wäre ich an Vivs Stelle, hätte ich meines auch verloren, ganz sicher. Den Bond ist der Retter und Held der Geschichte. Noch ein paar Worte zu den Bösewichten. Horror und Sluggsy machen ihrer Gattung alle Ehre. Sie sind grausam, vulgär und gierig. Sie sind die idealen Gegenspieler mit wahnsinnig viel Talent!
Es wird gekämpft, es wird geschossen, es gibt Opfer, es gibt Tragik. Aber es wird zu keiner Zeit langweilig. Nicht einmal, wenn Viv von ihrem Leben erzählt. Denn dann ist gerade die Atmosphäre des Buches so gut. Ich nenne es immer den Zeitgeist der Bond-Romane, die 50er Jahre, den anderen Gang der Welt. Die Atmosphäre und das Setting sind wahnsinnig cool und man macht immer eine kleine Zeitreise. Gerade die Werte und Tugenden kommen in diesem Buch besonders gut zum Vorschein.
Auch der Stil von Ian Fleming gehört in diese Kategorie des Zeitgeists. Er ist sehr rau, allerdings in diesem Buch angenehm feminin. Sonst ist der Stil oft sehr brutal, aber in „Der Spion, der mich liebte“ wurde die Schreibweise angenehm verändert, was Vivs Charakter auch authentischer macht. Insgesamt kommt man trotz hypotaktischen Satzbau sehr schnell durchs Buch – denn die Geschichte ist einfach unterhaltsam.


Ich finde „Ein Spion, der mich liebte“ wirklich toll. Die veränderte Erzählweise, die sicher die Ausnahme ist, macht einfach Spaß. Viv ist eine starke Frau, die das Ruder in die Hand nimmt. Und auch wenn sie 007 verfällt, bleibt sie eine authentische Figur, die sich eben in ihren Helden verliebt. Vollkommen zurecht, muss man dazu sagen. James Bond ist schon beinahe zur Nebenfigur degradiert, doch eben nur beinahe. Sein Charakter ist einzigartig und er macht die Geschichte so spannend. Die Figurenmischung ist trotz ihrer Niedrigkeit wirklich toll. Der Stil ist gut und die Handlung spannend. Was will man mehr?! Für mich war dieser Bond-Roman wirklich etwas Besonderes und deswegen vergebe ich fünf Spitzenschuhe.


2. Juli 2018

Rezension: "Die Flammentänzerin" von Maya Shepherd



Titel: Die Flammentänzerin
Autor: Maya Shepherd
Verlag: Selfpublished
Preis: 3,99€ (kindle)
Seiten: 312


Nachdem ich „Die Bärentöterin“ gelesen habe, muss ich sagen, dass die „Promise-Trilogie“ nicht die beste Reihe von Maya Shepherd ist. Allerdings hatte das Buch trotz zahlreicher Kritikpunkte etwas an sich, das mich zwang, weiterzulesen. Also besorgte ich mir die Gesamtausgabe und machte mit „Die Flammentänzerin“ weiter. Meine Sympathien den Figuren gegenüber waren weiterhin nicht vorhanden, wenn man von Arras absieht. Nea ist für mich ein relativ zickiges Mädchen, mit dem ich nicht gern befreundet wäre. Mir ist sie nur wenig sympathisch und auch die Handlung hat sich nicht wirklich gebessert. Insgesamt passiert in „Die Flammentänzerin“ nicht allzu viel und mit einigen Entwicklungen bin ich auch nicht zufrieden. Aber trotz all der negativen Punkte, schafft Maya Shepherd, etwas in diese Reihe zu legen, das ich nicht benennen kann und das mich dazu zwingt, wissen zu wollen, wie Neas Reise ausgeht.

Nea ist nur knapp dem Flammentod entkommen. Ausgerechnet Miro, ihr totgeglaubter bester Freund, hat sie gerettet. Aber er ist nicht mehr derselbe, denn er wird von den Carris als Gott des Chaos verehrt. Nea weiß nicht, ob sie ihm überhaupt noch trauen kann. Zudem gehen in der Sekte komische Dinge vor sich. Die Anhänger der Carris benehmen sich wie willenlose Zombies, die den Befehlen von Urelitas hörig sind. Zusammen mit ihren Freunden entwickelt Nea einen Plan, um sich ihre Freiheit zurück zu erkämpfen. Wird Miro dabei auf ihrer Seite stehen? Kann sie weiter auf Arras‘ Hilfe zählen?

Ich weiß nicht, wie oft ich ein Kapitel aus „Die Flammentänzerin“ beendet habe, mit dem Kopf schüttelte, tief durchatmete oder seufzte. Oft empfand ich Unverständnis gegenüber den Charakteren. Wieso kann Nea sich nicht entscheiden? Was will sie eigentlich? Und wieso verehrt jeder sie so sehr? Und trotzdem las ich zumeist direkt weiter. Denn obwohl der Spannungsmoment stark verzögert ist, ist er vorhanden. Man möchte wissen, ob Nea und ihren Freunden die Flucht gelingt, ob sie es nach Promise schaffen. Insgesamt macht die Reihe eher ihre Emotionalität aus, als spannende Handlungsmomente. Das Grundkonzept ist recht simpel. Nea ist in der Stadt der Carris und will mit ihren Freunden fliehen. Dabei spielen die Flammen aus dem Titel eine Rolle. Nea trifft auf neue Charaktere, die das Buch bereichern und die Seuche tritt wieder auf. Das Ziel bleibt weiterhin Promise – oder etwa nicht? Nea und ihre Gefühle beherrschen die Geschichte: ihre Gefühle gegenüber Miro, gegenüber Arras und gegenüber ihren Freunden, wie zum Beispiel den Zwillingen. Nea ist eine starke Persönlichkeit, die sich innerhalb der beiden Bände bereits entwickelt hat. Dennoch nervte sie mich die meiste Zeit über. Auch Miro ist für mich kein Sympathieträger. Meines Erachtens ist er unglaubwürdig und es kann einfach nicht gut gehen, wenn Nea ihm ihr Herz erneut schenkt. Ganz anders scheint das mit Arras zu sein. Der schweigende Riese ist einfach grandios. Ich kann ihn gut nachvollziehen und hoffe auf das beste Schicksal für den Hünen. Auch die Zwillinge sind sympathisch und selbst Kasia kann ich etwas abgewinnen. Insgesamt variiert Maya Shepherd mit ihren Figuren also recht gut, auch wenn die bedeutenden nicht meine Favoriten sein.
Die Geschichte selbst hätte etwas mehr Spannung verdient, denn es passiert nicht allzu viel. Nea muss sich nur immerzu über ihre Gefühle klar werden, was eine Weile dauert. Die Flucht und auch das letzte Kapitel waren spannend, aber der Weg dahin ist doch eher zäh. Nichtsdestotrotz zieht Shepherd den Leser in ihre dystopische Geschichte und schafft es, dass man wissen will, wie sie ausgeht. Die wieder auftretende Seuche ist dabei ein interessanter Handlungsfaktor, der mir gut gefiel. An anderen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Action gewünscht.
Der Schreibstil ist angenehm, auch wenn ich finde, dass die Autorin in ihren neueren Büchern deutlich besser schreibt. Mir fehlt einfach der Zugang zu Nea und das könnte auch ein wenig am Stil liegen. Aber obwohl mir manchmal die Spannung fehlte, wollte ich oft weiterlesen, was ein Argument für den guten Stil von Maya Shepherd ist. Auf die Flashbacks aus Teil eins wird weitesgehend verzichtet, auch weil sie nicht mehr nötig sind, was mir sehr gut gefiel! Das Hier und Jetzt ist nämlich deutlich interessanter!


Insgesamt war „Die Flammentänzerin“ ungefähr das, was ich erwartet hatte und auch typisch für einen mittleren Teil ist. Die Spannung wird herausgezögert, die Geschichte entwickelt sich nur in gewissen Zügen und lässt manchmal Sympathien gegenüber den Charakteren vermissen. Arras will ich davon ausnehmen. Alles in allem sind die Figuren durch ihre Abwechslung dennoch gelungen. Ich kann noch immer nicht benennen, was mich in dieser Geschichte gefangen hält, aber da ist definitiv etwas. Und deswegen werde ich auch bald den abschließenden Teil lesen. Für Band zwei vergebe ich 3 Spitzenschuhe, die sich hoffentlich in „Die Herzenskämpferin“ vermehren.