13. November 2015

Rezension: "Selection - Die Kronprinzessin" von Kiera Cass


Titel: Selection - Die Kronprinzessin
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 16,99€
Seiten: 400


Der vierte Teil der Selection-Reihe sorgt für Diskussionen. Die Protagonistin soll unsympathisch sein und die Spannung eher mau. Meine Lieben, ich kann nur für mich sprechen, aber…das ist absolut nicht der Fall! „Selection – die Kronprinzessin“ ist ein traumhafter Mädchenroman, den ich einfach nur liebe. 
Mir ist bewusst, dass das gesamte Thema sehr oberflächlich ist. Und ja, mir ist auch klar, dass die Bücher von Kiera Cass absolut monarchieverherrlichend sind (hey, ich studiere Geschichte :D ), aber dennoch habe ich das Buch genauso gern gelesen, wie die drei Vorbände. Allerdings bin ich der Meinung, dass man die Bücher getrennt voneinander betrachten sollte. Die Tochter von Maxon und America hat ihre ganz eigene Reihe verdient. Und ich finde auch, dass sich die Geschichten deutlich genug voneinander abheben. Absolut gelungen!

Inhalt


Maxon und America regieren seit Jahren das Volk von Illéa. Das Königspaar hat revolutionierende Änderung vorgenommen, es gibt keine Kasten mehr und man versucht volksnäher zu sein. Dennoch gibt es Aufstände. Schnell erkennt Maxon, dass das Volk ein wenig Ablenkung gebrauchen könnte. Eadlyn, die älteste der vier Geschwister und schon immer dazu erzogen Thronfolgerin zu werden, muss nun im Fokus stehen. Was unterhält das Volk mehr als eine Liebesgeschichte? Aber Eadlyn hält so gar nichts von der Idee ein Casting zu veranstalten. Schließlich braucht sie niemanden, um Königin zu werden. Sie weiß auch so, was sie will. Trotzdem fügt sich die Prinzessin und empfängt 35 Bewerber im Palast. Ausgeschlossen, dass sie sich in einen dieser Idioten verliebt…oder?

Meinung


„Niemand ist so mächtig wie ich.“ Diesen Satz denkt die Protagonistin Eadlyn des Öfteren im Verlauf des Buches. Wahrscheinlich ist es genau diese Art, die einige Leser abschreckt. Es stimmt: Eadlyn ist oberflächlich und kühl. Aber kann man ihr das verübeln? Ihr Leben lang wurde sie dazu erzogen, das Land zu regieren. Sie weiß, wie es geht und sie ist ihren Aufgaben gewachsen. Jede Frau würde sich an ihrer Stelle durchsetzen wollen. Daher finde ich es nur allzu verständlich, dass Eadlyn besonders zu Anfang arrogant reagiert und manchmal etwas nervig wirkt. Im Verlauf der Handlung ändert sich dies allerdings und ich finde auch, dass sie eine gute Protagonistin ist. Eadlyn muss eben auch lernen, ein richtiges Mädchen zu sein.

Durch diese Art ist sie auch völlig anders als ihre Mutter, was auch wirklich nötig war, damit die Reihe überhaupt weitergeführt werden konnte. Wie ich anfangs schon erwähnt habe, finde ich allerdings, dass sich hier eine völlig neue Reihe entwickelt. Natürlich spielt die Handlung in der gewohnten Umgebung und viele der bekannten Charaktere tauchen auf, aber Eadlyn lebt ihre ganz eigene Geschichte. Dennoch ist die Liebesgeschichte von America und Maxon auf jeder Seite greifbar. Hach…

Für mich war es sehr interessant das Casting aus der anderen Perspektive zu verfolgen. So kann man auch die Abläufe der anderen Bücher ein klein wenig mehr nachvollziehen. Ich persönlich finde die Geschichte interessant. Das Argument der mangelnden Spannung kann ich nicht so recht nachvollziehen, muss ich sagen. Jeder der zu diesem Buch greift, hat eine Ahnung davon, was einen erwartet und ich behaupte mal, dass die meisten die Geschichte von Eadlyns Eltern kennen. Da dürfen gern alle Feministinnen mit Emanzipationsforderungen ankommen und mich für meine Meinung beschimpfen, aber ich bleibe dabei: Es ist eine süße Geschichte übers Verlieben. Außerdem ist die Handlung nicht so vorhersehbar, wie in den drei Vorgängern. Mal im Ernst…hat irgendwer erwartet, dass America nicht gewinnen würde?! Nun aber ist der Ausgang des Castings völlig offen, was das Ganze unterhaltsam macht. Man sollte sich fallen lassen und diesen jungen und spritzigen Charakteren folgen. 

Diese sind übrigens wieder gut gelungen. Durch die 35 Bewerber entsteht natürlich eine gewisse Charaktervielfalt. Ich gebe ehrlich zu, dass auch ich bei einer solchen Auswahl wohl schwach werden würde. Es sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein. Auch ich habe meine Favoriten, aber grundsätzlich ist man einfach nur gespannt, wer sich in die Nähe von Eadlyns Herz wagen kann. Denn dieses zu erobern scheint gar nicht so leicht. Schließlich hat Eadlyn nie vor, sich in einen der Bewerber zu verlieben, geschweige denn einen von ihnen zu heiraten. Aber genug zu Eadlyn. 
Ihre Brüder sind ebenfalls schöne Charaktere. Sie unterscheiden sich sehr voneinander. Besonders wichtig ist natürlich Eadlyns Zwillingsbruder Ahren – ein wirklicher Sympathieträger. Aber auch Osten und Kaden sind wirklich herzerwärmend. Die Königsfamilie ist einfach eine „schrecklich nette Familie“ ;) Und auch Kile, Henri, Hale, Ean oder Jack sorgen für den ein oder anderen Moment. 

Das Ende des Buches ist wirklich brutal. Man bekommt fast einen Nervenzusammenbruch, weil es einfach nicht möglich ist weiterzulesen. Der Cliffhänger ist gemein, aber andererseits, soll es ja auch so sein. Ich zumindest will eigentlich ganz schnell weiterlesen.
Einziger Kritikpunkt ist übrigens, dass die Rebellen überhaupt nicht mehr erwähnt werden. Das ist tatsächlich eher schwach. 

Fazit


Für mich war „Selection – die Kronprinzessin“ ein bezauberndes Buch. Der einfache Schreibstil trägt dazu bei, dass man Seite um Seite weiterblättert. Die Geschichte entwickelt sich, weist Parallelen zu den alten Bänden auf, aber eben nicht zu viele. Eadlyn schreibt ihre ganz eigene Geschichte und ich bin ihr gern gefolgt. Ich fiebere mit den Kandidaten mit und ich bin sehr gespannt, wie das Ende verarbeitet wird. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen, in der Hoffnung, dass die Liebesgeschichte im nächsten Band noch weiter unter die Haut gehen kann.

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